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Eisenverwertung bei Wasserpflanzen

Hallo zusammen,

mich würde mal interessieren, wie jetzt eigentlich der Kenntnisstand bei der Eisenverwertung von Wasserpflanzen ist. Nach meinen bisherigen Informationen, sollen Wasserpflanzen das 2-wertige Eisen besser verwerten können, als das 3-wertige.

Was mich dann jedoch wundert ist, dass z.B. die Fa. Du... bei ihrem Tages- dünger scheinbar 3-wertiges Eisen verwendet (Braunfärbung des Tagesdü.).

Haben sich etwa Änderungen der Erkenntnisse ergeben, die mir verborgen blieben?

Schöne Grüsse.
Jörg


Hallo,

so weit mir bekannt ist können Pflanzen nur 2-wertiges Eisen verarbeiten. Es sind jedoch einige wenige Arten (z.B. Wasserkelch) in der Lage, aus 3-wertiges Eisen wieder 2-wertiges zu machen.

Gruß Uwe


Hallo !!

Eisendünger ist fast von jeder Fa. ein 3 wertiges Eisen, es wird von Pflanzen besser verarbeitet als 2 wertige.Da 3 wertiges mit mehr O2 (Sauerstoff) molekülen behaftet ist können es Pflanzen besser aufspalten !!!

mfg lowi


Waaas ??

Eisen wird nicht gespalten. Fe. Worin soll das denn noch gespalten werden Pflanzen bevorzugen 2-wertiges Eisen. Ist es dreiwertig, so reduzieren sie es durch natürliche Chelatoren (z.B. Citronensäure), ansonsten können sie es duch aktive Einbringung von O2 sogar oxidieren. In der Pflanze wird das Eisen allerdings als 3-wertiges Eisen transportiert. Das heißt, in der Wurzel oxidiert die Pflanze das Eisen wieder um eine Stufe auf.

Gruß Olaf


Wozu brauchen Pflanzen Eisen

Hiho,

wozu brauchen Pflanzen eigentlich Eisen? Ich habe da schon einiges im Web gelesen, doch nirgendswo konnte ich finden, wozu die das brauchen. Wird das Eisen verbraucht, oder ist das nur so eine Art Trägerstoff, der dann von den Pflanzen wieder abgegeben wird. Wenn es in irgendeiner form wieder abgegeben wird, dann in welcher Form und wer profitiert dann wieder davon. Wie sieht es aus mit Algen? Klar, eine Antwort wäre eventuel "Schei*e", aber das meine ich nicht! Verwerten die das Eisen genauso, ahlt nur das 3-wertige besser als Pflanzen, die mehr auf das zweiwertige stehen, und umgekehrt, oder hat Eisen bei Algen eine andere Aufgabe? Hintergrund ist, daß ich mit einem sehr guten Dünger, welcher hier bekannt und viel gerühmt ist, düngte. Mein Hornkraut hat einen Satz gemacht, daß man es eigentlich hätte knistern hören müssen. Der Dünger soll wohl wöchentlich gegeben werden. Ich habe eine Stunde nach Düngung Eisen gemessen: 0,25mg/l. Der Test kann 0,00mg/l, 0,25mg/l, 0,5mg/l....... messen. Jetzt, ca. 62 Stunden nach Düngung ist kein Eisen mehr messbar.UV-Klärer ist seit der Düngung aus. Also, einiger Anschuldigungen wegen:-) , Filtertopf auf, den Schlamm gemessen, keine Verfärbung erkennbar. Verbraucht sich Dünger bei Hornkraut so schnell? Kann man die Zugabe der notwendigen Düngermenge über die Art und Menge der Bepflanzung und etlichen Messungen ermitteln? Oder besteht die Gefahr, daß andere im Dünger enthaltenen Stoffe nicht verbraucht werden, sich durch noch mehr Düngung anreichern und dann deshalb irgendwann was blödes passiert? Welcher Eisengehalt ist eigentlich wirklich optimal? Der Sera-Test sagt: 0,5mg/l bis 1,0mg/l ist optimal, 0,25mg/l ist wenig, man soll "in 3 Tagen düngen". Jetzt habe ich irgenwo im Web zu einer Beurteilung des von mir verwendeten Düngers gelesen,daß man einen Eisen-Wert von 0,5mg/l gemessen hatte, was jedoch das zehnfache des Erforderlichen wäre.<Grübel>! Ist zweiwertiges Eisen genauso messbar wie dreiwertiges Eisen? Oder ist das das Problem meiner Messungen?

so denne.....


Hallo Jens-Uwe,

Eisen ist ein molekularer Baustein eines Enzyms, das zur Chlorophyllsynthese benoetigt wird. Einige Enzyme, die bei der Atmung eine rolle spielen, benoetigen ebenfalls Eisen.

> Wird das Eisen verbraucht

ja

> , oder ist das nur so eine Art
> Trägerstoff, der dann von den Pflanzen wieder abgegeben wird.

Nein, Traegerstoffe fuer Eisenionen sind sogenannte Chelatoren, z.B. EDTA, DTPA, EDDHA, Huminsaeuren usw. Soweit ich weiss spalten die Pflanzen die Eisenionen von den Chelatoren ab. Die Eisenionen werden aufgenommen und die Chelatoren werden ueber mikrobiologische Prozesse abgebaut. Eisen, das einmal von Pflanzen aufgenommen wurde, wird nicht mehr ebgegeben.

> Wie sieht es aus mit Algen?

Algen besitzen Chlorophyll, betreiben Photysnthese und benoetigen Eisen wie die hoeheren Pflanzen auch.

Sowohl Algen als auch Pflanzen nehmen vor allem zweiwertiges Eisen auf.

> oder hat Eisen bei Algen eine andere Aufgabe?

nein

Der Eisengehalt sollte 0,1 mg/l nicht ueberschreiten.

> Der Test kann 0,00mg/l,
> 0,25mg/l, 0,5mg/l....... messen.

schlechter Test, eine bessere Abstufung waere 0,05 mg/l, 0,1 mg/l, 0,2 mg/l usw. (z.B. Dupla - Test)

> Jetzt, ca. 62 Stunden nach Düngung ist kein Eisen mehr messbar.

Bei woechentlichem WW und Duengung ist es mir bis jetzt noch nicht gelungen, kein Eisen mehr nachzuweisen.

> Verbraucht sich Dünger bei Hornkraut so schnell?

Ist gut moeglich.

> Kann man die Zugabe der
> notwendigen Düngermenge über die Art und Menge der Bepflanzung und
> etlichen Messungen ermitteln?

Ja, wichtig ist es vor allem den Eisenwert konstant zu halten zwischen 0,05 und 0,1 mg/l ist optimal. Kurzzeitig zuviel oder zuwenig schadet nur (z.B. Algenplage, Mangelerscheinungen, Antgonismus usw.).

> Oder besteht die Gefahr, daß andere
> im Dünger enthaltenen Stoffe nicht verbraucht werden, sich durch
> noch mehr Düngung anreichern und dann deshalb irgendwann was blödes
> passiert?

Das wuerde ich bei der Verwendung eines guten AQ - duengers und reglemaessigem Wasserwechsel ausschliessen.

> Welcher Eisengehalt ist eigentlich wirklich optimal? Der
> Sera-Test sagt: 0,5mg/l bis 1,0mg/l ist optimal, 0,25mg/l ist
> wenig, man soll "in 3 Tagen düngen".

Sind da die Kommas verrutscht oder steht das wirklich so in der Empfehlung? 0,05 - 0,1 mg/l ist optimal

> Jetzt habe ich irgenwo im Web
> zu einer Beurteilung des von mir verwendeten Düngers gelesen, daß
> man einen Eisen-Wert von 0,5mg/l gemessen hatte, was jedoch das
> zehnfache des Erforderlichen wäre.<Grübel>!

Wahrscheinlich wurde zuviel geduengt

> Ist zweiwertiges Eisen
> genauso messbar wie dreiwertiges Eisen? Oder ist das das Problem
> meiner Messungen?

Soweit ich weiss, messen Eisentests nur dreiwertiges Eisen, zweiwertiges wird erst zu dreiwertigem Eisen oxidiert und dann vom Test gemessen.

Gruss Thomas


hi Thomas,

genau das sind die Antworten, welche ich haben wollte. Also ohne Beeinflussung, Überbewertungen oder Zurückhaltungen weil man den Hersteller nicht in irgendeiner Form loben oder dessen Produkt niedermachen wird.Deshalb habe ich den Hersteller auch nicht namentlich genannt:-) Der Tipp mit dem Dupla-Test ist auch super. Ich selbst bin mit der groben Abstufung meines Test's nicht zufrieden:-( So wie auch mit dem pH-Test des selben Herstellers. Du hast alle meine Fragen meinerseits zufriedenstellend beantwortet. Ich danke Dir.

so denne.....


Thomas:

> Ja, wichtig ist es vor allem den Eisenwert konstant zu halten

hinsichtlich des konstanten Eisenwertes bin ich etwas skeptisch geworden. Letztlich wird der doch nur als Indikator für einen ganzen Komplext anderer Stoffe verwendet und den Tests ist wohl auch nicht unbedingt zu trauen ...

Bei mir hat sich folgendes abgespielt: Wenn ich ausreichend Kremsers Dope gegeben habe daß der Javafarn nicht glasig wurde hatte ich braune Niederschläge von Eisenoxid (nehme ich an) of den Cryptos. Reduzierte ich die Dosis wurden die Cryptos grün aber der Javafarn glasig. Eisen war niemals zu messen, das sass wohl auf den Cryptos ;-))

Langer Rede kurzer Sinn: Ich denke Düngung ist insgesammt eine heikle Sache und man sollte sich da m.E. langsam an die richtige Dosis rantasten indem man die Pflanzen beobachtet anstatt sich auf Messwerte zu verlassen. Und irgendwas ist immer im Minimum, warum nicht auch mal Eisen ???

Gruss Peter


Hallo Peter,

Kommt auf den Test an. Die aquaristischen Tests duerften fast alle von grossen Herstellern aus der Chemiebranche kommen. Demnach duerften die Messmethoden auch nicht anders sein als in Profi - Laboratorien. Allerdings muss der aquaristisch geeignete Test natuerlich alle Eisenverbindungen erfassen und nicht nur dreiwertiges Eisen. Da habe ich dann bei bestimmten Herstellern schon meine Zweifel.

> Bei mir hat sich folgendes abgespielt: Wenn ich ausreichend
> Kremsers Dope gegeben habe daß der Javafarn nicht glasig
> wurde hatte ich braune Niederschläge von Eisenoxid (nehme
> ich an) of den Cryptos.

So etwas kann ich in meinen Crypto - AQ auch beobachten, braune Schicht auf einigen Pflanzen, aber auch an den Scheiben und an der Oberflaeche. Zuerst dachte ich an Kieselalgen, dafuer ist aber zuwenig Silikat im Leitungswasser,Silikatquelle gibts auch keine und das AQ laueft auch schon fast zwei Jahre. Das es Eisenoxid sein koennte, darauf bin ich bis jetzt noch nicht gekommen. Der groesste Teil der Pflanzen besteht aus Cryptos, die uebrige Bepflanzung ist ein groesserer Busch Rotala und ein Sumatrafarn. Die Niederschlaege sind aber nur auf den Cryptos. In den anderen Aquarien konnte ich bis jetzt keine braunen Niederschlaege feststellen, sind auch keine Cryptos drin.

> Reduzierte ich die Dosis wurden die
> Cryptos grün aber der Javafarn glasig. Eisen war niemals zu messen,
> das sass wohl auf den Cryptos ;-))

Vielleicht sondern die Cryptos ja irgendeinen Stoff ab, der das Eisen oxidieren laest? Da faellt ein Bericht ein, in dem steht das Cryptos in der Natur mit einer rostbraunen (eisenhaltigen) Mulmschicht bedackt sind. Bei den Cryptos, die ich im Urlaub gesehen habe konnte ich das auch feststellen.

> Langer Rede kurzer Sinn: Ich denke Düngung ist insgesammt
> eine heikle Sache und man sollte sich da m.E. langsam an
> die richtige Dosis rantasten indem man die Pflanzen beobachtet
> anstatt sich auf Messwerte zu verlassen.

So sehe ich das auch, ich nehme die Messwerte aber als groben Anhaltspunkt. Bei Landpflanzen ist die Eisenduengung fast noch heikler, was an Eisen(chelaten) zuviel geduengt wird fuehrt zu Verbrennungen an den Blaettern, oder es wird ungenutzt im Boden oxidiert.

> Und irgendwas ist immer
> im Minimum, warum nicht auch mal Eisen ???

Als Spurenelement sollte Eisen sowieso niedrig dosiert werden. Da es die Pflanzen aber nicht speichern koennen sollte fuer regelmaessigen Nachschub gesorgt werden und nur zwar nur so viel, dass die Pflanzen keine Mangelerscheiningen bekommen. Das waere dann das Optimum.

Gruss Thomas


Thomas,

> Da habe ich dann bei bestimmten Herstellern
> schon meine Zweifel.

Hab mich beim JBL-Test mangels Zeit nicht weiter drum gekümmert.

> So etwas kann ich in meinen Crypto - AQ auch beobachten,
> braune Schicht auf einigen Pflanzen, aber auch an den Scheiben
> und an der Oberflaeche.

Ist zwar nur eine Vermutung aber es deutet doch einiges drauf hin.Läßt sich leicht abwischen und ist Rostbraun.

> Die Niederschlaege sind aber nur auf den Cryptos.

War bei mir auf allen Pflanzen mit Ausnahme der schnellwachsenden Stengelpflanzen. Interessanterweise hatte ich damals auch ein Redox vn < 250 mV. Also kann man da nicht unbedingt von einer übermässigen Oxidation ausgehen (hab das Redoxmessgerät erst später bekommen).

> Da faellt ein Bericht ein, in dem steht das Cryptos in
> der Natur mit einer rostbraunen (eisenhaltigen) Mulmschicht bedackt
> sind.

Interessant. Vielleicht hungern die die Konkurrenz aus :-)) Bei D. Walstad ist auch zu lesen daß die Fe in den Blättern speichern was ich soweit bestätigen kann. Jedenfall hat sich die Farbe der Blätter nach Absetzung des Eisendüngers deutlich in richtung Grün verschoben (C. wendtii).

> Da es die Pflanzen aber nicht speichern koennen sollte fuer
> regelmaessigen Nachschub gesorgt werden und nur zwar nur
> so viel, dass die Pflanzen keine Mangelerscheiningen bekommen.

Yep, unterschiedlich Pflanzen haben offenbar ein unterschiedliches Minimum. Und vom Optimum bin ich noch weit von entfernt ... ;-))

Gruss Peter


Hallo Peter, Hallo Thomas:

> Ist zwar nur eine Vermutung aber es deutet doch einiges
> drauf hin.Läßt sich leicht abwischen und ist Rostbraun.

Einfach mal ein bischen davon mit etwas verd. HCl auflösen und dann einen Fe-Test damit machen. Oder beim nächsten WW von AQ-Glas den Belag mit etwas verd. HCl lösen und damit den Fe-Test machen. Ihr werdet euch wundern. :-)

Gruß Sieglinde


Möönsch Sieglinde,

lass uns doch nicht dumm sterben oder verlange von mir das ich erst mühselig HCL kaufen gehen muss.

Also, lass uns an deinem unerschöpflichen Wissen teilhaben und verrate uns das Geheimnis. Eisen oder nicht Eisen ist hier die Frage ! :-))

Gruss Peter


Hallo Sieglinde,

Danke fuer den Tip, werde ich demnaechst mal probieren.

Gruss Thomas


Hallo Peter,

Ich werde demnaechst mal Sieglindes Tip in die Praxis umsetzen. Bei der Gelegenheit kann ich ja auch mal ein paar Crypto - Blaetter entsaften und auf Eisen untersuchen. Die Rotfaerbung wuerde ich aber als eine Reaktion von Anthocyan auf das Eisen zurueckfuehren.

> Yep, unterschiedlich Pflanzen haben offenbar ein unterschiedliches
> Minimum. Und vom Optimum bin ich noch weit von entfernt ... ;-))

Sieglinde hat das ja weiter unten schoen erklaert. Jede Pflanzenart stellt unterschiedliche Ansprueche an die Naehrstoffversorgung. Fuer Landpflanzen gibt's ja nicht umsonst die unterschiedlichsten Duenger.

Gruss Thomas


Hallo Fischstäbchen

Ich messe meinen Eisengehalt auch mit dem SeraTest und halte mich an 0.5 mg/l. Liegen die Jungs von Sera da so doll daneben? Wer weiß genaueres?

Marco :o)


Hallo Fischstäbchen.

Noch ne kleine Anmerkung zum "Eisenkonzentratproblem" Wenn ich mit JBL Ferropol (Volldünger) genau nach Vorschrift dünge, erreiche ich genau den von Sera empfohlen Wert von 0,5mg/l. Aber JBL empfielt selbst 0,1-0,2 mg/l. *grübel* Ist also bei Sera doch nur ein Komma verrutscht?

Marco :o)


Hallo Marco,

Ich kenne mich mit den Produkten von JBL und Sera nicht aus, wuerde aber der Empfehlung von JBL trauen. Bei den Duengern traue ich nur denen, wo entweder die Inhaltsstoffe deklariert sind oder wo die Hersteller angeben das die Duenger chelatiertes Eisen enthalten.

Gruss Thomas


Hi

Ich hatte auch vor kurzem Probleme mit meinem Eisen-Dünger. Obwohl Intensiv-Dünger drauf stand war er nach 2 Tagen im Wasser nicht mehr nachweisbar. Auch die doppelte Dosis half nichts. Ich wechselte den Dünger, und seitdem wachsen die Pflanzen auch wieder, und der Dünger ist auch nach einer Woche noch nachweisbar. Als Nachweiß von Eisen half mir der Fe-Test jedenfalls.

Steffen


Hallo Jens-Uwe:

> wozu brauchen Pflanzen eigentlich Eisen?

Das hat Thomas ja schon ausführlich beantwortet.

> Wie sieht
> es aus mit Algen? Klar, eine Antwort wäre eventuel "Schei*e", aber das meine
> ich nicht!

Na, also dann: Die Algen verwerten das Fe genauso wie die Pflanzen. Aber so schlimm ist die Geschichte auch nicht.Wenn die Pflanzen kräftig und in ausreichender Menge wachsen, dann werden die Algen zurückgedrängt, auch wenn noch genug Fe (und anderer Dünger) vorhanden ist.

> Verwerten die das Eisen genauso, ahlt nur das 3-wertige besser
> als Pflanzen, die mehr auf das zweiwertige stehen, und umgekehrt, oder hat
> Eisen bei Algen eine andere Aufgabe?

Nein, beide verwerten das Fe gleich, und zwar das zweiwertige genauso wie das dreiwertige. Es ist ein Märchen,daß Wasserpflanzen das dreiwertige Fe nicht verwerten können. Sie nehmen das dreiwertige mitsamt der Chelatoren auf und reduzieren dann erst innerhalb der Zellen das Fe(III) zu Fe(II) und lösen es aus dem Komplex.Im AQ-Wasser hast du sowieso fast nur das dreiwertige Fe (als Chelatkomplex) vorliegen, da das Fe bei Anwesenheit von O2 (also unter AQ-Bedingungen, bei denen noch Fische atmen können, eigentlich immer) z= u Fe(III) oxidiert wird und da auch die Fe(III)-Chelatkomplexe wesentlich stabilter sind als die entsprechenden Fe(II)-Komplexe (--> also Gleichgeichtseinstellung zum dreiwertigen). Viel entscheidender als die Frage, ob zweiwertiges oder dreiwertiges Fe,ist für die Pflanzen die Löslichkeit. Das Fe muß gelöst sein, dam= it es von den Pflanzen aufgenommen werden kann. Da Fe(III)-Salze meist schwerlöslicher sind als Fe(II)-Salze, müssen sie künstlich in Lö= sung gehalten werden. Dies geschieht duch die Komplexierung.

> Jetzt, ca. 62 Stunden nach Düngung ist kein
> Eisen mehr messbar. UV-Klärer ist seit der Düngung aus. Also, einiger
> Anschuldigungen wegen:-) , Filtertopf auf, den Schlamm gemessen, keine
> Verfärbung erkennbar.

Hast du das Fe denn auch vorher aus dem Schlamm gelöst? :-)

> Verbraucht sich Dünger bei Hornkraut so schnell?

Nicht nur bei Hornkraut. Hungrige Pflanzen können da unglaublich schnell und viel schlucken. :-)

> Kann
> man die Zugabe der notwendigen Düngermenge über die Art und Menge der
> Bepflanzung und etlichen Messungen ermitteln?

Man kann es zwar als Anhaltspunkt nehmen, aber man muß zusätzlich auch die Pflanzen beobachten.

> Oder besteht die Gefahr, daß
> andere im Dünger enthaltenen Stoffe nicht verbraucht werden, sich durch noch
> mehr Düngung anreichern und dann deshalb irgendwann was blödes pass=iert?

Ja. Das Problem ist nämlich, daß der Bedarf der verschiedenen Pflanzenarten unterschiedlich ist und daß die Pflanzen viele Nährstoffe speichern können (einige mehr als das 10 000-fache der benötigten Menge), andere Nährstoffe wiederum nicht oder nur gering, und daß diese Speicherung auch wieder stark von der Pflanzenart abhängt. So kommt es eigentlich zwangsläufig dazu, daß die Düngerinhaltsstoffe nicht zu 100% gleimäßig aufgebraucht werden und sich einige anreichern,während andere noch in ausreichender Konzentration vorhanden sind. Um diese Konzentrationsverschiebungen auszugleichen (ein zuviel eines Nährstoffes kann die Aufnahme eines anderen Nahrstoffes behindern oder gar ganz blockieren --> es gibt z.B. Fe.Mangelsymptome bei Pflanzen auch bei genügend Fe im Wasser) macht man ja auch die regemäßigen WW in ausreichender Größe (je dichter bepflanzt ein AQ, desto mehr), und zwar auch dann, wenn nach den üblichen Kriterien für die Notwenigkeit eines WW (z.B. steigender Nitratgehalt) dieser gar nicht notwendig wäre, also meßbare Wasserwerte im optimalen Bereich.

> Welcher Eisengehalt ist eigentlich wirklich optimal?

0.05 - 0.1 mg/l-

> Ist zweiwertiges Eisen genauso messbar wie dreiwertiges Eisen? Oder ist das das
> Problem meiner Messungen?

Nein, das Problem ist chelatiertes Fe! Bevor ein Test das Fe, welches in einem Chelat-Kolpex gebunden ist, messen kann, muß dieser Chelatkomplex erst aufgebrochen werden. Und da die Chelate so außerordentlich stabil sind,ist das gar nicht so einfach. Der Dupla-Test kann chelatietes Fe gut messen. Andere Test hhaben oft Probleme damit.Manchmal hilft auch bereits das Erwärmen der Probe und anschließendem warten (5-15 Minuten).

Gruß Sieglinde


Hallo Sieglinde,

Werden die kuenstlichen Chelatkomplexe (Fe - EDTA, Fe - DTPA usw.) auch von den Pflanzen aufgenommen? Soweit ich das gelernt habe lagern sich die Chelatkomplexe nur an die Wurzeln und Blaetter an, die Pflanzen spalten das Fe - Ion ab und binden es an pflanzeneigene Chelatoren usw. Die Chelatreste, die nicht aufgenommen wurden verbleiben im Boden/Wasser und werden dort von Mikroorganismen zerlegt.

Gruss Thomas


Hallo Thomas, hallo Sieglinde,

das war mir zu interessant. Lt. meiner Lektüre gilt mindestens für Landpflanzen, dass FeIII in der durch die Wurzel angesäuerten Rhizosphäre reduziert und dann erst aufgenommen wird. Gräser wurden als Ausnahme genannt, sie nehmen auch dreiwertiges über die Blätter auf. Von Aufnahme von Eisenkomplexen war nirgends etwas zu finden.

Gruß, Nik


Hallo Thomas,

> Werden die kuenstlichen Chelatkomplexe (Fe - EDTA, Fe - DTPA usw.)
> auch von den Pflanzen aufgenommen?

Der Amberger schreibt im Zusammenhang mit der Aufnahme von Fe(III)- Chelaten über die Wurzel nur über natürliche Chelatoren wie Fulvo- und Huminsäuren, und von pflanzeneigenen Chelatoren wie Mugineic- und Avenicsäure. Ob Eisen nun zuerst reduziert, und dann als FE(II)+, oder als Fe(III)-Chelat aufgenommen wird,hängt nach dieser Lektüre von der Art des Chelats ab, ohne daß darauf näher eingegangen wird. Ich interpretiere den Amberger aber auch so, daß Fe entweder reduziert, und dann als Fe(II)+ aufgenommen, oder in pflanzeneigene Chelatoren umgelagert wird.

Viele Grüße Robert


Hallo Thomas:

Speziell über EDTA findet man weniger Infos, aber ich denke schon, daß diese ebenfalls als ganzes aufgenommen werden (dafür spricht, daß bei vielen Landpflanzen eine Blattdüngung mit Fe-EDTA sehr wirkungsvoll ist). Natürliche Chelate vergleichbarer Größe (und verwandter Bauart) werden komplett aufgenommen, ebenso die um ein mehrere 1000-fach größeren Fulvo/Huminsäure-Chelate.

Die Pflanzen haben mehrere unterschiedliche Strategien, um an das Fe zu kommen. Sie können das Fe außerhalb durch ein Enzym vom Liganden trennen (Chelatkomplex aufspalten) und zu Fe(II) reduzieren; sie können eine Säure abgeben (über die Wurzeln), um unlösliches Fe im Boden zu lösen und es dann aufzunehmen (geht aber nur sehr nahe der Wurzel); oder sie nehmen eben den gesamten Komplex auf. Ob der Chelatkomplex als ganzes aufgenommen oder vorher gespalten wird, hängt von den Liganden ab.

Gruß Sieglinde



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*Letzte Aktualisierung erfolgte am: 2019-01-23


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robert....21.09.2006 16:03 Uhr [X]
danke für alles