Neonkrankheit

Äußere Symptome

  • Fische verlieren ihre Farbe.
  • Milchig weiße Stellen im Rückengewebe oder am Rumpf, bei Neons oft im roten Band
  • Das Rückgrad verkrümmt sich.
  • Fische magern ab.
  • Flossenfäule tritt auf.

Verhalten

  • Fische zeigen ungewöhnliches Schwimmverhalten.
  • Fische schwimmen nachts unruhig hin und her.
  • Fische sondern sich vom Schwarm ab.

Innere Symptome

  • Im Mikroskop erkennt man Zysten, die die Sporen enthalten.

Fotos der Neonkrankheit

Ein Klick auf ein Foto zeigt das ganze Bild, soweit vorhanden.


Fotos: Gerhard Fischer

Neonsalmler mit Neonkrankheit.



Foto: Felix Wüst

Neonsalmler mit Neonkrankheit.



Fotos: Manadis (Forum)

Rote Neon mit Falscher Neonkrankheit.
Gleichzeitig traten in einem anderen Aquarium bakterielle Infektionen auf, Andere Fischarten waren nicht betroffen.
Auslöser war vermutlich eine erhöhte Anfälligkeit der Salmler durch hartes Aquarienwasser mit 13°gH und 8°kH nach einem Umzug.

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Fotos: Babo

Neonsalmler vermutlich mit Neonkrankheit. Der Fisch wurde innerhalb einiger Tage blass und sehr dünn. Nachdem er von den anderen Fischen getrennt wurde, bekam er zunächst wieder etwas Farbe, starb jedoch nach weiteren vier Tagen.

Ursachen der Neonkrankheit

Die Neonkrankeit wird durch Sporozoen der Art Pleistophora hyphessobryconis verursacht. Dieser Erreger gehört zu den Mikrosporidien. Dies sind einzellige Parasiten, die in den Zellen fast aller Tierarten vorkommen können. Fische sind besonders betroffen. Ihren Namen erhielt die Krankheit, weil sie besonders häufig Neonsalmler befällt. Neben den Neonsalmlern können auch andere Salmlerarten (z. B. Rotkopfsalmler, Glühlichtsalmler) und Barben (z. B. Zebrabärblinge) an Pleistophora erkranken. Der Rote Neon wird von der Krankheit nicht befallen. Rote Neon mit ähnlichen Symptomen haben sehr wahrscheinlich die sogenannte Falsche Neonkrankheit.

Befallene Fische können die Neonkrankheit oft lange Zeit unerkannt in sich tragen, bevor äußere Symptome sichtbar werden.

Die Erreger verbreiten sich ohne Zwischenwirt. Durch das Fressen toter, erkrankter Fische oder von mit Sporen befallenem Futter nehmen die Fische die Sporen (Microsporidia) des Erregers auf. Sobald die Sporen den Darm des Fisches erreicht haben, löst sich die Schutzschicht auf und sie bilden amöbenartige Zellen. Diese wandern durch die Darmwand und gelangen mit dem Blut und der Lymphflüssigkeit schließlich in geeignete Muskelzellen. Sobald sie in die Muskelzellen eingedrungen sind, teilen sich die Zellen, geschützt vom Immunsystem des Fisches, mehrere Male. Sie bilden kugelförmige Zysten (Pansporoblasten), in denen tausende von neuen Sporen heranwachsen. Die Sporen sind jeweils 2 bis 20 Mikrometer im Durchmesser. Sie bestehen aus einem Kern und amöbenartigem Protoplasma.

Durch die Zysten und Sporen werden die Muskelfasern zerstört. Die abgestorbenen Muskelstränge werden weiß. Die Zysten reißen auf und die erwachsenen Sporen werden in das Wasser entlassen, sobald der Fisch stirbt und sich das Muskelgewebe auflöst. Die neue Sporengeneration wird wieder durch Fressen des toten Fisches oder nachdem sie sich an Futter angeheftet haben, von anderen Fischen aufgenommen.

Möglicherweise können sich Zysten in den Nieren bilden, so dass mit dem Urin lebender Fische Sporen ausgeschieden werden.

In der Regel kann der Übertragungsweg aber unterbrochen werden, wenn erkrankte und sterbende Fische aus dem Aquarium entfernt werden.

Da auch scheinbar gesunde Fische die Erreger in sich tragen können, muss durch beste Haltungsbedingungen ein Ausbruch der Krankheit verhindert werden. Der Erreger kann sogar die Eier befallen. So wurden voll entwickelte Panspüroblasten in Neons gefunden, die erst eine Woche alt waren. Wie lange die Sporen ohne neuen Wirt überleben können ist unklar. Nach einer Infektion muss aber eine lange Quarantäne für das befallene Aquarium eingehalten werden. Einge Aquarianer vernichten die Pflanzen aus einem befallenen Aquarium, kochen den Bodengrund aus und desinfizieren alle Einrichtungsgegenstände.

Die Neonkrankheit wird häufig mit der Weißmaulkrankeit (Columnaris) verwechselt, da sich bei beiden Krankeiten weiße Flecken bilden. Man spricht deshalb auch von der Echten Neonkrankheit (Neonkrankheit) und der Falschen Neonkrankheit (Weißmaulkrankheit).

Ebenfalls als Falsche Neonkrankheit bezeichnet wird eine bakterielle Infektion mit dem Bakterium Nocardia asteroides. Diese Bakterien befallen verschiedene Fischarten. Die Symptome entsprechen denen bei anderen bakteriellen Infektionen, also z. B. flächige Hauttrübungen, Glotzaugen, aufgetriebener Bauch und Abmagerung.
Rote Neon mit der Falschen Neonkrankheit zeigen sehr ähnliche Symptome wie Neonsalmler bei der echten Neonkrankheit. Die Muskulatur wird weiß und die Farben verschwinden.

Behandlungsvorschläge

Eine sichere Behandlungsmöglichkeit gegen die Neonkrankheit ist derzeit nicht verfügbar. Möglicherweise hilft das Mittel Toltrazuril, das gegen Sporozoen bei Hühnern eingesetzt wird. Wirksame Heilmittel gegen die Neonkrankheit bei Zierfischen gibt es noch nicht, auch wenn dies immer wieder behauptet wird.

Befallene Fische müssen sofort isoliert werden. Mit leichten Infektionen können befallene Fische recht lange leben. In einigen Fällen bessert sich die Infektion sogar. Die betroffenen Tiere können die Parasiten aber weiter beherbergen. Häufig ziehen sich befalllene Fische dennoch bakterielle Sekundärinfektionen zu, an denen sie schließlich sterben. Eine Haltung bei optimalen Bedingungen verbessert die Lebenserwartung befallener Fische.

Fische mit starkem Befall sollten getötet werden. Es muss auf alle Fälle verhindert werden, dass andere Fische tote Tiere fressen oder totgeweihte Tiere anfressen.

Aquarien, in denen ein starker Befall mit der Neonkrankheit aufgetreten ist, sollten sorgfältig desinfiziert werden.

Die Falsche Neonkrankheit kann im Anfangsstadium mit Antibiotika geheilt werden. Wenn schon deutlich sichtbare Schäden vorhanden sind, ist eine erfolgreiche Behandlung nicht möglich. Auch bei der Flaschen Neonkrankheit müssen erkrankte Tiere sofort aus dem Aquarium entfernt werden.

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7 Kommentare

  1. Bin mir nicht sicher

    Meine Neonsalmler sind zwar blass,abersie haben zwei Punkte am Streifen,eigentlich an der Schwanzflosse!Einen Neon finde ich nicht mehr.Und sie schwimmen ganz normal.Könnt ihr da was sagen?

  2. Manfred Janßen?
    Muste diese erfahrung leider bei mir auch fest stellen

    Erst mal ein danke schön für diese hilfreiche Information hier auf dieser Seite.Seit einiger Zeit habe ich bei meinen Neons diese Symptome ,krummer Rücken und sehr blass, andere hinwieder haben nur ein weißen Punkt am Maul. nach dem ich diese Seite hier gefunden habe und dort darüber nachgelesen habe wurde mir einiges klar. Ich hatte einen toten Neon ,konnte ihn aber leider nicht finden , ich habe über all und intensiv nachgeschaut( Beckengröße 250 Liter ) . Ich beobachte jeden Tag meine Fische sogar mit Lupe sitze ich davor. Werde sie wohl alle herrausnehmen müssen.

  3. Meine Erfahrungen mit dieser Krankheit

    Vielen Dank für diese informative Lektüre. Bei mir ist seit 5 Tagen die Neonkrankheit im Becken, leider sind alle Neons bereits infiziert und von ca. 20 ca. 16 daran gestorben. Der Nebenbesatz (bestehend aus Platys und Welse) ist nicht betroffen. Nebenbei hat sich auch noch die Pünktchenkrankheit breit gemacht, die ich momentan behandel. Die Neons waren zu erst davon betroffen, dann fing das Massensterben durch die Neonkrankheit an. Auffällig ist wirklich der anfänglich weiße Fleck am Rücken auch der Bauch sieht weißlich bis gelblich aus. Innerhalb eines Tages verliert der Fisch seine Farbe, angefangen am Schwanz bis zum Kopf. Der Fisch kann nur noch den farblichen Teil des Körpers bewegen. Was letztendlich zum Tod führt ist dann Atemnot. Diese Krankheit ist sehr tückisch und leider nicht behandelbar.

  4. echte & falsche Neonkrankheit

    Habe gehört,das die echte Neonkrankheit von oben beginnt und die falsche von unten vom Bauch her. ich habe mein Aquarium mit einem zwei Komponenten Antibiotikum behandelt und die kranken Neons isoliert. Unter den „gesunden“ hat es bis jetzt keine neuen Anzeichen gegeben. bei den isolierten hatte ich einen Todesfall, behandele aber alle weiter. Es sieht leider nicht so aus als ob die befallenen eine mehre Überlebenschance haben

  5. neon-krankheit

    … habe noch 3 leicht infizierte neons (nach 2 todesfällen) und 2 infizierte glühlichtsalmler. die 5 orangeflossen-panzerwelse und der barsch sind nicht betroffen. anfänglich starben 3 zebrabärblinge an derselben krankheit. nun behandle ich mit breitbandarznei – seitdem keine neuen fälle. ich hoffe, die krankheit geht vorüber. gruß aus pirmasens

  6. Hallo habe Stendker Diskusfische mit Neon-Fische zusammen, seit ca. 2 Wochen jeden Tag 1-3 tote Neonfische. Die Symtone deuten auf die Neonkrankheit. Kann es denn wirklich am Stress liegen da die Diskusfische halt grösser geworden sind und daher sehr viel Respekt vorliegen kann? Aber eigentlich sin die Neonfische doch damit gross geworden. Wer hat ähnliche Erfahrungen gemacht und kann helfen? Gruss aus Essen WilliU

  7. Mein Neon hat das auch :´(

    Mein Neon hat diese Krankheit leider auch. Hab ihn erst mal in so ein Aufzuchtbecken gesetzt, mal schauen ob er wieder ein wenig gesund wird. Den anderen geht es zum Glück gut.

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Letzte Aktualisierung am 15.10.2018 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API