Zwergfadenfische (Trichogaster lalius)

Haltung von Zwergfadenfischen (Trichogaster lalius)

Zwergfadenfisch
© ksch966 – Fotolia

Zwergfadenfische haben ein hohes innerartliches Aggressionspotential und sollten deshalb wie alle Colisa-Arten in Gruppen gehalten werden.

Männchen untereinander sind aggressiv. Es ist deshalb problematisch, mehrere Männchen zusammen in einem Aquarium zu halten.

Weibchen wiederum werden vom Männchen stark getrieben, besonders zur Laichzeit. Aber auch außerhalb der Laichzeit stellt ein Männchen den Weibchen ständig nach. Dabei können Weibchen sogar zu Tode gehetzt werden.

Im Internet finden sich zahlreiche Anfragen von besorgten Aquarianern, wie die weiblichen Zwergfadenfische vor den ständigen Nachstellungen der Männchen geschützt werden können.

Es ist völlig normal, dass Fadenfischmännchen nicht laichbereite Weibchen jagen. Normalerweise vertreiben sie die Weibchen ohne Verletzungen aus ihrem Revier. Die meisten Aquarien sind dafür aber zu klein. Ein Männchen betrachtet normalerweise das ganze Aquarium als sein Revier.

Oft wird argumentiert, dass dieses tothetzen der Weibchen nur in nicht genügend dicht bepflanzten Aquarien auftritt. Empfohlen wird dann meistens, das Aquarium labyrinthergerecht einzurichten, d. h. dicht zu bepflanzen und für viele Versteckmöglichkeiten zu sorgen.

So soll es möglich sein, z. B. in Becken mit 54 Liter Inhalt ohne Probleme ein Pärchen oder ein Trio mit 1 Männchen und 2 Weibchen zu halten.

Zwergfadenfisch
Zwergfadenfisch Quelle: Bild auf Wikimedia Commons Lizenz: CC Attr. SA 3.0 Urheber: Marta Kwiatkowska 

Dabei bleibt oft unklar, dass insbesondere kleine Becken durch feinfiedrige Pflanzen regelrecht verkrauten müssen. Abhilfe schafft nur ein wirklicher Sichtschutz. Die Pflanzen müssen bis zur Oberfläche wachsen, so dass das Männchen nicht sehen kann, wenn das Weibchen zur Oberfläche kommt. Schwimmpflanzen sollten vorhanden sein.

Es reicht aber nicht, das Aquarium nur dicht bis zur Oberfläche zu bepflanzen. Es müssen auch senkrechte Strukturen bis zur Oberkante des Beckens vorhanden sein. Höhlen unten am Boden nutzen nicht viel, weil Fadenfische oberflächenorientiert leben.

Gut geeignet sind strukturreiche Wurzeln, an denen mit Edelstahlschrauben Saugnäpfe befestigt werden. Diese werden nahe an der Oberfläche befestigt. Geeignet, aber nicht so schön, sind Kunststoffröhren, die kreuz und quer mit Silikon zusammengeklebt und auch mit Saugnäpfen versehen sind. Die Verstecke müssen aber wirklich in der oberen Hälfte des Aquariums angebracht werden.

Das gleiche Verfahren ist auch gut geeignet für Zwergbuntbarsche, deren Bruthöhlen vor Schnecken und Welsen geschützt werden sollen.

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Neonblauer Colisa lalia
Neonblauer Colisa lalia Quelle: Bild auf Wikimedia Commons Lizenz: CC Attr. SA 3.0 Urheber: Fred Hsu 

Das Weibchen muss schnell in das Dickicht bzw. die Verstecke flüchten können und für das Männchen praktisch unsichtbar sein. Nur dann besteht überhaupt eine Möglichkeit, dass sich ein gejagtes Weibchen so lange vor dem Männchen verstecken kann, bis es sich wieder erholt hat.

Auch der Rat, ein Männchen mit mehreren Weibchen zu vergesellschaften, ist nur bedingt geeignet. Es besteht theoretisch zwar die Möglichkeit, dass sich die Aggressionen des Männchens auf mehrere Weibchen verteilen. Oft wird aber das jeweils schwächste Weibchen von den anderen Zwergfadenfischen gemeinsam gejagt.
Wenn ein zweites Weibchen zur Aggressionsverteilung eingesetzt wird, muss das Aquarium trotzdem dicht bewachsen sein. Aber selbst in einem 130l-Becken können sich 2 Weibchen untereinander zusätzlich so streiten, dass das schwächere Weibchen schließlich an den Folgen stirbt.

Selbst in 160 Liter fassenden Aquarien kommt es oft zu den angesprochenen Problemen. Spätestens beim Nestbau scheucht das Männchen alle vorhandenen Weibchen durch das gesamte 160l Aquarium. Selbst wenn dichte Pflanzenbestände vorhanden sind und die Weibchen sich verstecken, werden sie aufgespürt und gejagt. Spätestens wenn die Weibchen an die Oberfläche kommen, ist das Männchen da.

Bewährt hat sich die Kombination mit 1 Männchen und 3 Weibchen in einem Aquarium mit 240 Liter Inhalt. In einem so großen Aquarium können tatsächlich mehrere Versteckmöglichkeiten und dicht bewachsene Pflanzenecken eingerichtet werden, in denen sich ein gehetztes Weibchen erholen kann, bevor es wieder aufgespürt wird.

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Wenn Zwergfadenfische in kleineren Aquarien gehalten werden, sollte auf jeden Fall ein Ausweichbecken zur Verfügung stehen. Dann können die Tiere getrennt werden, wenn die Aggressionen die Gesundheit gefährden.

Kann man 2 Paare in einem Aquarium halten?

Colisa lalia
Colisa lalia Quelle: Bild auf Wikimedia Commons Lizenz: CC Attr. SA 2.5 Urheber: André Karwath 

Wenn das Aquarium groß genug ist, können unter Umständen zwei Paare in einem Aquarium gehalten werden. Es sieht sehr schön aus, wenn zwei Männchen imponieren. Es kann aber zu heftigen Streitigkeiten kommen. Falls beide Paare gleichzeitig ablaichen, kann es zu tödlichen Kämpfen unter den Männchen kommen. Selbst ein sehr großes Becken sollte so dicht bepflanzt werden, dass sich die Männchen selten sehen.

Ein Vorteil ist, dass die Männchen untereinander einen Teil ihrer Aggressionen abbauen und die Weibchen deshalb weniger gestresst werden. Die beiden Männchen teilen sich das Aquarium je nach Stärke auf.

Während die Männchen die Reviergrenzen gegeneinander verteidigen, haben sie keine Zeit dauernd den Weibchen hinterher zu jagen. Normalerweise ist das ganze Aquarium das Revier des Männchens und das Weibchen kann nicht fliehen. Niemand setzt dem Männchen Grenzen. Das Männchen rast dem Weibchen ständig hinterher. Das Weibchen kann sich erst gar nicht verstecken.

Mit einem weiteren Revierinhaber kommt das Männchen an die Grenzen und zuerst einmal mit dem anderen Männchen ins Gehege. Das Weibchen bekommt eine Verschnaufpause und kann sich ein Versteck suchen.

Neonblauer Colisa lalia
Neonblauer Colisa lalia Quelle: Bild auf Wikimedia Commons Lizenz: CC Attr. SA 3.0 Urheber: Fred Hsu 

Die Männchen müssen aber unbedingt gleichzeitig eingesetzt werden. Wenn ein neues Männchen in ein Aquarium zu einem vorhandenen Männchen gesetzt wird, kommt das neue Männchen in ein fremdes Revier und hat so gut wie keine Chance.

Wenn die Möglichkeit besteht, kann das vorhandene Männchen für einen Tag in einem anderen Becken untergebracht werden. Das Aquarium wird dann umdekoriert. Es reicht oft, einen markanten Stein oder eine markante Pflanze umzusetzen. Geeignet ist jeder Dekorationsgegenstand, der den Männchen als Revierabgrenzung dienen kann. Das neue Männchen und die Weibchen werden zuerst eingesetzt. Danach wird das alte Männchen dazugesetzt.

Beide Männchen müssen ihre Reviergrenzen so neu abstecken. Natürlich dürfen nur etwa gleichgroße bzw. starke Männchen eingesetzt werden.

Das Aquarium kann auch ca. eine Woche lang aufgeteilt werden. Z. B. mit einem Gitter oder einer Plexiglasscheibe, in die Löcher gebohrt werden, damit das Wasser weiter zirkulieren kann. Die Fische müssen sich sehen können. Das neue Männchen erhält so Sicherheit.

Bei allen Fischen die Reviere bilden, ist es schwierig, neue Tiere dazuzusetzen. Manchmal hilft Geduld, manchmal hilft gar nichts. Wenn auch eine räumliche Trennung nicht hilft, müssen die Tiere ihre Rangordnung ausfechten. Das kann aber bis zum Tod führen.

Warum haben Zwergfadenfische Fäden?

Zwergfadenfische benutzen die Fäden u. a. zur Nahrungssuche.

Laichende Zwergfadenfische fühlen sich nicht unbedingt wohl.

Zwergfadenfische
olisa lalia Weibchen Quelle: Bild auf Wikimedia Commons Lizenz: CC Attr. SA 3.0 Urheber: Marta Kwiatkowska 

Fadenfische leben in der Natur in ruhigen Tümpeln und grünen, krautigen Pflanzenzonen von Fließgewässern. Nachkommen werden gezeugt und aufgezogen, wenn widrige Umweltbedingungen herrschen. In der Trockenzeit erhöht sich die Wassertemperatur, Wasser verdunstet und die Gewässer versalzen zunehmend.

Genau zu dieser Zeit beginnen die Männchen damit, aus zartfiedrigen Pflanzen und Schaumbläschen ihre Schaumnester zu bauen. So ist gewährleistet, dass die Jungen schlüpfen, wenn die maximale Menge an Nahrung für die Jungen, nämlich Plankton, zur Verfügung steht.

Durch die Aufsalzung des Milieus entstehen Algenblüten. Daraufhin schlüpfen Rädertierchen aus Dauerzysten. Die Rädertierchen sind Nahrung für die frisch geschlüpften Zwergfadenfische.

Wenn Zwergfadenfische im Aquarium ein Nest bauen, ist das also nicht unbedingt ein Zeichen dafür, dass die Tiere sich besonders wohlfühlen und die Lebensbedingungen gut sind. Es ist sogar möglich, dass das Gegenteil der Fall ist und das Nest auf Grund von schlechter werdenden Bedingungen gebaut wird.

Färbung und Farbvarianten von Zwergfadenfischen

Es gibt viele Farbvarianten des Zwergfadenfisches. Bei allen Varianten sind die Weibchen immer deutlich blasser gefärbt als die Männchen. Das Muster des jeweiligen Farbschlags schimmert bei Weibchen nur leicht durch die gräuliche Grundfarbe durch. Die Männchen sind deutlich gefärbt. Auch junge Männchen sind schon stark gefärbt und sehen wie kleine Kopien der Väter aus.

Deutlich gefärbte Weibchen sind Ausnahmen. Beim Farbschlag „Neon blau“ sind die Weibchen fast genau so blau wie die Männchen. Bei diesem Farbschlag sind die Männchen aber auch rein blau, sie haben also keine roten Steifen.

Farbvarianten im Bildbeispiel:

Zwergfadenfische rotQuelle: Bild auf Wikimedia Commons Lizenz: CC Attr. SA 3.0 Urheber: Fred Hsu Zwergfadenfische blau Quelle: Bild auf Wikimedia Commons Lizenz: CC Attr. SA 3.0 Urheber: Fred Hsu  
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Quelle: Bild auf Wikimedia Commons
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Zucht von Zwergfadenfischen (Trichogaster lalius)

Colisa lalia Rote Variante mit blauer Brustfärbung in der Brutzeit Quelle: Bild auf Wikimedia Commons Lizenz: Public domain Urheber: Quatermass 

Wann Zwergfadenfische laichwillig sind.

Bei einigen Männchen kann die Laichwilligkeit einem blauen Fleck unter den Kiemen bzw. an einer blauen Brust erkennen.

Je größer und intensiver der Fleck ist, desto laichbereiter ist das Männchen.

Bei höheren Temperaturen ab ca. 27 Grad werden die Männchen aktiver.

Bei Weibchen treten die Längsstreifen etwas deutlicher hervor.

Ein dicker Bauch in der Mitte des Körpers des Weibchens weist auf Laichansatz hin.

Wenn der Bauch mehr in der unteren Körperhälfte dick ist, ist das Weibchen wahrscheinlich voll gefressen.

Hinweise zur Zucht

Colisa lalia Männchen Quelle: Bild auf Wikimedia Commons Lizenz: CC Attr. SA 2.5 Urheber: OpenCage 

Paare die nicht laichbereit sind, schwimmen häufig in gegenseitiger Nähe umher, ohne direkt in Kontakt zu treten. Wenn das Männchen laichbereit ist, jagt es das Weibchen quer durch das Becken. Nicht laichbereite Weibchen können in einem Aquarium ohne genug Versteckmöglichkeiten zu Tode gehetzt werden.

Die Eltern werden am Besten in einem großen Becken gehalten. Das Weibchen wird einige Tage vor dem Männchen eingesetzt und gut gefüttert, damit es laichwillig wird. Dieses Ablaichbecken muss wirklich groß sein, denn es dient auch als Wasservorrat. Wenn später Wasser für Aufzuchtbecken benötigt wird, wird es nur aus dem Ablaichbecken genommen. Jeder Wasserwechsel in den Aufzuchtbecken erfolgt mit diesem Wasser. Bei Bedarf kann frisches Riccia fluitans aus dem Ablaichbecken entnommen werden. Darin befinden sich die ersten Futterreserven für die Larven.

Wenn ein zweites Aquarium zur Verfügung steht, können das Weibchen und das Männchen getrennt gehalten werden. Beide werden erst dann zusammen gesetzt, wenn das Weibchen einen Laichansatz bekommen hat.

Das Paar sollte möglichst in ein gesondertes Zucht- und Aufzuchtbecken gesetzt werden. Sonst beginnt für alle anderen Fische eine längere Stressphase. Das Männchen jagt während und nach dem Ablaichen Alles, was sich bewegt.
Colisa lalia Schaumnest Quelle: Bild auf Wikimedia Commons Lizenz: CC Attr. SA 2.0 Urheber: Dunkelfalke 

Als Ablaichbecken kann eine große, lebensmittelechte Plastikwanne von ca. 35 Liter aus dem Supermarkt verwendet werden. Die Wanne kann mit Sandgrund ausgestattet werden und gut bepflanzt werden. Je nach Aufstellungsort und Jahreszeit muss die Wanne beheizt werden.

Weil eine solche Wanne bei niedrigem Wasserstand von ca. 15-20 Zentimeter eine sehr große Wasseroberfläche hat, können die Tiere von oben beobachtet werden.

Die Wanne kann mit Glas oder Plexiglas abgedeckt werden. Das schützt auch vor Verdunstung. Eine Beleuchtung ist so ebenfalls möglich.

Häufig kommt es zur Nachzucht, wenn der Wasserstand auf ca. 10 bis 20 Zentimeter Höhe abgesenkt wird, sobald das Weibchen einen deutlichen Laichansatz zeigt.

Das Männchen baut ein ungewöhnlich kompaktes Schaumnest aus Hornkraut, Muschelblumen, Javamoos, Riccia, Wasserlinsen, Algen etc. Schwimmpflanzen oder Wasserpflanzentreibgut werden als Haltegerüst verwendet.

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Das Männchen verwendet jegliches Pflanzenmaterial, das es im Maul gut transportieren kann, zum Stabilisieren des Nests.

Es werden auch gerne einzelne Fäden aus Javamoos, braune Blätter vom Boden oder Algen in das Nest eingebaut. Das Nest ist ein kugeliges, kompaktes Wunderwerk aus Luftblasen und Pflanzenteilen. Das Nest ragt kugelig aus dem Wasser

Während des Nestbaus verjagt das Männchen alle Fische, die in seine Nähe kommen, auch das Weibchen. Die Dauer des Nestbaus ist unterschiedlich. Einige Paare laichen schon nach 2 Tagen ab, andere bauen 3 Wochen am Nest. Die Dauer hängt vermutlich auch davon ab, wie laichbereit das Weibchen ist.

Wenn das Weibchen bereit ist, stupst sie das Männchen immer in die Seite. Wenn das Männchen dann auch mit dem Nest fertig ist, lässt er das Weibchen für den Paarungsakt kurz an sich ran.

Neonblauer Zwergfadenfisch
Neonblauer Colisa lalia Quelle: Bild auf Wikimedia Commons Lizenz: CC Attr. SA 2.5 Urheber: André Karwath 

Bei der Eiablage umschlingt das Männchen das Weibchen und besamt sofort die freigegebenen Eier.

Die Eier treiben nach oben, weil sie von einem öligen Mantel umgeben sind. Wenn die Eier absinken, spuckt das Männchen die Eier wieder in das Schaumnest.

Nach der Eiablage sollte das Weibchen herausgefangen werden.

Das Weibchen versucht ständig, die Eier zu fressen. Das Männchen vertreibt das Weibchen vom Nest und kann dabei sehr aggressiv werden.

Wenn das Männchen die ersten 1,5mm großen Larven zurück in das Nest spuckt, wird auch das Männchen heraus gefangen.

Aufzucht von Zwergfadenfischen

Hinweise zur Aufzucht von jungen Zwergfadenfischen

Zwergfadenfisch
Weibchen Foto: A. Marquard

Grundsätzlich gelingt die Aufzucht von jungen Fadenfischen besser, wenn die Jungen ab dem Zeitpunkt ab dem die Larven freischwimmen ohne Eltern in speziellen Aufzuchtbecken aufgezogen werden. In einem Gesellschaftsaquarium kommen kaum Junge durch.

Die Jungen sind im frühen Alter extrem empfindlich gegenüber jeglicher Veränderung des Wassers. Schon wenn ein Glas voll Wasser mit geringfügig anderen Wasserwerten ins Zuchtbecken geschüttet wird, kann das zum Sterben vieler Jungtiere führen.

Die Eltern fressen ihre Jungen nach relativ kurzer Zeit. Die Mutter früher als der Vater. Das Weibchen wird deshalb kurz nach der Eiablage durch das Männchen vom Nest vertrieben. Das Weibchen sollte deshalb nach dem Ablaichen aus dem Becken entfernt werden, wenn das Becken nicht groß genug ist und das Weibchen nicht genug Ausweichmöglichkeiten hat.

Wenn nur wenige Junge groß werden sollen, kann die Brut zunächst vom Männchen gepflegt werden. Nachts sollte dann ein kleines Notlicht brennen, damit das Aquarium nicht ganz dunkel wird. Das Männchen bleibt so am Nest und passt auf.

Es können kleine Nachtlichter verwendet werden, z. B. 1Watt-Mini-Leuchtstoff-Lichter zum Einstecken in die Steckdose. Dazu kann ein Verlängerungskabel an das Aquarium neben das Schaumnest gelegt werden und die Leuchte außen auf der Höhe der Wasseroberfläche angehängt oder angeklebt werden.

Wenn kein geschlossener Abdeckkasten vorhanden ist, kann die Leuchte auch oben über der Deckscheibe angebracht werden.

Es kann auch eine kleine Schreibtischleuchte neben dem Aquarium brennen.

Ohne Nachtlicht sinkt das Männchen unter Umständen zum Schlafen auf den Boden und Schnecken oder Welse fressen die Eier.

Zwergfadenfisch
Zwergfadenfisch-Weibchen Foto: A. Marquard

Einige Zeit nach dem Schlupf der Jungen verliert auch das Männchen sichtbar das Interesse an den Jungen, meistens nach etwa 4 Tagen. Das Männchen wird dann ebenfalls aus dem Becken entfernt. Alternativ kann das Nest mit den Jungen vorsichtig abgeschöpft werden und in ein Aufzuchtbecken gesetzt werden, wenn die Jungen geschlüpft sind.

Die Jungen hängen auch alleine am Schaumnest. Von Zeit zu Zeit sinken die Jungen etwas ab. Der Wasserstand sollte deshalb nicht zu hoch sein. Die Jungen müssen dann nicht so weit zur Wasseroberfläche aufsteigen.

Um möglichst viele Junge großzuziehen, können Gelege im Ablaichbecken direkt nach dem Laichvorgang mit einer Kelle abgeschöpft und in kleinere Aufzuchtbecken gesetzt werden, die 20 – 30 Liter Inhalt haben.

In einem Gelege können bis zu 500 Junge sein. Wenn nicht zu viele Junge im Nest sind, sind auch kleine Aquarien mit ca. 12 Liter schon geeignet. Die Aufzuchtbecken können vorher mit einer Salzlauge desinfiziert werden.

Als Technik reichen ein kleiner Heizstab und ein kleiner Filter. Bodengrund ist nicht notwendig. Das Becken sollte dicht mit Riccia fluitans oder Ähnlichem aus dem Ablaichbecken bewachsen sein. Wenn ein verschmutzter Ballen Javamoos im Becken ist, der ca. 50 % des Zuchtbeckens einnimmt, muss in den ersten 3 Wochen nicht gefüttert werden. An der Oberflächen sollte eine Schicht Lebermoos oder zur Not auch beliebige andere Schwimmpflanzen wachsen. Abgestorbene Blätter, Mulm und Algen müssen im Aufzuchtbecken bleiben. Darin leben Unmengen von Plankton. Hygiene ist bei der Aufzucht von Fadenfischen falsch.

Die Oberflächenbewegung und die Strömung im Wasser dürfen nur gering sein. Gut geeignet sind deshalb luftbetriebene Schaumstofffilter.

Die Jungen schwimmen etwa 1,5 Tage nach dem Schlupf frei. Knapp einen Tag nach dem Schlupf können sie noch gut eingefangen und umgesetzt werden. Sie können dann noch nicht schwimmen und lassen sich leicht absaugen. Später sind sie schwierig zu fangen.

Colisa sind in der Zeit der Labyrinthausbildung etwas empfindlich. Das Becken muss immer gut abgedeckt sein, damit keine großen Temperaturdifferenzen zwischen Wasser und Luft auftreten.

Je nach Anzahl der Jungen werden täglich kleine Wasserwechsel von maximal 20 % durchgeführt. Dazu wird eine feinporige Filterpatrone über das Ende des gefüllten Schlauchs gestülpt. Das neue Wasser stammt möglichst aus dem Ablaichbecken.

Wenn sich das Labyrinth ausgebildet hat, muss der Nachwuchs in ein größeres Becken umgesetzt werden.

Junge Zwergfadenfische sind Kannibalen. Jeder Jungfisch versucht möglichst schnell an Körpergröße zu gewinnen, um dann unterlegene Artgenossen zu verspeisen. Gleichgroße Tiere knabbern gegenseitig ihre Flossen an. Durch das Riccia fluitans besteht ein leichter Schutz für schwächere Tiere.

Irgendwann müssen die Jungen aber nach Größe geordnet in andere Becken gesetzt werden. Weil sich die Jungen auch dann wieder untereinander fressen, muss wieder viel Riccia fluitans in den neuen Becken sein. In einem leeren Zuchtbecken mit 5 bis 7 Millimeter großen Jungfischen überleben nach ein paar Tagen nur 2/3 der Jungen.

Wenn die Jungen etwa einen Zentimeter groß sind, verliert sich der Kannibalismus und die ersten Jungen können in das Ablaichbecken zurückgesetzt werden.

In einem 60 Zentimeter großen Aquarium können verantwortungsvoll ca. 30 Junge untergebracht werden.

Weil der Konkurrenzkannibalismus besonders ausgeprägt ist, ist es natürlich besser, die Jungen direkt in Becken ab 60 Zentimetern Länge aufzuziehen. Mit ordentlichem Bewuchs versehen, bieten solche Becken den Jungen in den ersten Tagen genügend Nahrung.

In einem dicht bewachsenen Becken können während der Aufzucht einige Tage keine Jungen zu sehen sein. Meist sind sie plötzlich wieder da.

Auch in zugewucherten Gesellschaftsbecken können je nach Besatz einige Jungtiere überleben ohne besonders gefüttert und gepflegt zu werden.

Futter für junge Zwergfadenfische

Die Larven ernähren sich etwa 3 – 4 Tage durch den Dottersack. Danach werden die Mikroorganismen gefressen, die mit Riccia fluitans eingebracht wurden.

Frisch geschlüpfte Zwergfadenfische sind nur 1/3 so groß wie frisch geborene Guppies. Sie brauchen deshalb kleinstes Lebendfutter. Wenn die Jungen im Futter stehen kommen viele Junge durch. Der Nachteil ist, dass so auch schwächere Junge groß werden. Wenn weniger Futter zur Verfügung steht, kommen nur die Stärksten durch.

Das beste Anfangsfutter sind Rädertierchen. Rädertierchen und andere Infusorien kann man als Zuchtansätze halten oder mit handelsüblichen Präparaten wie Protogengranulat oder Liquifry I züchten.

Zur Not können diese Präparate auch direkt gefüttert werden. Die Infusorien dürfen sich aber nicht zu stark im Aquarium vermehren. Liquifry kann leicht zu niedrig oder zu hoch dosiert werden. Über 3 – 4 Tage sollten pro Tag nicht mehr als drei Tropfen flüssiges Aufzuchtfutter in das Zuchtbecken gegeben werden. Die Tropfen werden mitten in das Riccia fluitans gegeben, damit die Tropfen dort hängenbleiben. Als Alternative zu Liquifry kann Micron von Sera oder Nobilfluid von JBL verwendet werden.

Eine Woche nach dem Freischwimmen kann versucht werden, Artemia zu füttern, die nicht älter als 8 Stunden sind. Auch 2 bis 3 Millimeter lange Mikrowürmchen, z. B. aus gesiebtem Teichfutter, können gereicht werden. Cyclops sind ungeeignet.

Ab der zweiten bis dritten Woche können Artemia, Moina und Bosmiden (Frostfutter) gefüttert werden. Artemianauplien werden durch deren Schwimmbewegungen instinktiv gejagt. Das ist für die Futteraufnahme sehr wichtig.

Wird die Größe des Futters als einziges Kriterium betrachtet, ist mit 5 – 7µm Partikelgröße Hefe das Beste Startfutter. Der Fressinstinkt bei Labyrinthern wird aber vor Allem durch Bewegungsreize der Beute ausgelöst. Weitere Reize sind z. B. die Farbgebung. Frische rote Artemianauplien signalisieren, dass sie lecker sind.
Auch das Jagdverhalten der Brut gibt Auskunft über deren Vorlieben, z. B. Anschleichen, Anvisieren etc. Weil sich die Jungen und die Futtertiere immer in Richtung Licht bewegen, kann nachts eine kleine Schreibtischlampe seitlich ans Aquarium gestellt werden. Die Jungen finden dann immer Futter.

Wenn die frisch geschlüpften Jungfische in einem sehr engmaschigen Netz gesammelt werden, ist die Fütterung effektiver. Wenn sich die Jungen im Becken verteilen, muss viel Futter zugegeben und ständig Wasser gewechselt werden.

Die Futterqualität und Futtervielfalt in den ersten 14 Tagen ist grundlegend für die weitere Entwicklung der Jungen. Teilweise wird nur lebendes, sich bewegendes Futter angenommen. Die besten Ergebnisse gibt es in dicht bepflanzten Becken, die ständig mit gesiebtem Lebendfutter versorgt werden, z. B. Nematoden, Teichmulm. Rädertierchen, Copepoda-, Daphnia- und Artemianauplien usw.

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Wenn keine Infusorien zur Verfügung stehen, kann in den ersten zwei Wochen fein zerriebenes Flocken- oder Tablettenfutter auf die Oberfläche gegeben werden, z. B. JBL Novo fect. Ob die Jungen künstliches Futter wirklich fressen, ist umstritten.

Ansicht: Künstliches Futter ist schädlich.

Industriell hergestelltes Futter kann zu zwergwüchsigen, verkrüppelten Nachzuchten führen, wie sie in den Becken von Zoohändlern zu finden sind. Ein wirklicher Zuchterfolg spiegelt sich nicht nur im Ablaichen und dem Überleben einiger Jungtiere wider.

Die Ernährungswirkung der industriell hergestellten Futtermittel ist bestenfalls eine indirekte Wirkung, da sie durch schnelle Zersetzung Bakterien- und in Folge dessen Paramecienpopulationen fördern. Dazu kommen negative Auswirkungen auf die Wasserqualität und der geringe Nährwert der Pantinen usw.\\ Industriefutter ist z. B. für Barben, die bedingt durch ihre Herkunft aus Fließgewässern, auf Schwebeteilchen angewiesen sind oder für Welse, die ihre Beute eher olfaktorisch ermitteln, besser geeignet.

Ansicht: Künstliches Futter ist nützlich.

Große und kräftige Tiere erhält man auch, wenn am Anfang Kunstfutter wie Liquifry gegeben wird. Später können Artemia und zusätzlich Kunstfutter gegeben werden. Dabei wird alle zwei Tage 50 % Wasser gewechselt.

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Die Geschlechtsunterschiede bei Zwergfadenfischen (Trichogaster lalius)

Bei Männchen endet die Rückenflosse eher spitz, Bei Weibchen ist sie eher gerundet. Normalerweise sind die Männchen schöner gefärbt. Die Weibchen sind bei den meisten Farbvarianten grau bzw. silberfarben und die Farben schimmern nur leicht durch.

Allerdings können auch unterdrückte Männchen farblos aussehen. Vollreife Männchen bilden einen Stirnhöcker aus.

Männchen und Weibchen:

Zwergfadenfische spritzen Wasser:

Zwergfadenfische:

Beim Fressen:

Kämpfe:

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