Bartalgen im Aquarium

Bartalgen
Bartalgen Foto: Stefanie Prinz

Bartalgen gehören zwar zu den Rotalgen, bilden aber lange dunkelgrüne Fäden. Sie befallen sowohl Pflanzen als auch Einrichtungsgegenstände und Dekorationsteile im Aquarium. Scheinbar werden besonders die Kanten bevorzugt.

Bartalgen finden sich daher häufig an den Blatträndern der Aquarienpflanzen und werden dort von vielen Aquarianern auch erstmals entdeckt.

Sie siedeln sich ebenfalls gerne an Stellen mit starker Wasserbewegung und mit hohem Sauerstoffgehalt an.

Ursachen von Bartalgen

Wie bei fast allen Algenarten besteht auch bei gehäuftem Auftreten von Bartalgen der Verdacht auf ein Ungleichgewicht im Nährstoffhaushalt. Dies kann sowohl ein Nährstoffüberschuss als auch eine Unterversorgung mit Nährstoffen sein. Treten die Bartalgen fast ausschließlich an den Rändern älterer Blätter auf und nicht auf dem Boden oder Gegenständen zur Dekoration, kann das auf einen Nährstoffüberschuss hindeuten. In vielen Aquarien werden durch die regelmäßige Düngung insbesondere mit Flüssigdüngern mehr Nährstoffe eingebracht als durch die Pflanzen verbraucht werden. Da mehrfach nach der Düngung mit Flüssigdüngern von verstärktem Befall mit Bartalgen berichtet wird, kommen als eine Ursache möglicherweise auch Inhaltsstoffe dieser Flüssigdünger in Frage.

Auch eine zu spärliche Bepflanzung des Aquariums mit zu wenigen und vor allem zu langsam wachsenden Pflanzen, kann zu einem Überangebot an Nährstoffen führen. Die überschüssigen Nährstoffe werden von den Algen aufgenommen und die Algen vermehren sich teilweise explosionsartig.

Bei Nährstoffmangel erhalten die Pflanzen nicht alle notwendigen Nährstoffe in ausreichender Menge. Aufgrund des Mangels stagniert in der Folge der Pflanzenwuchs. Der Verbrauch an Nährstoffen insgesamt orientiert sich an dem Nährstoff, der den Engpass bildet und von den anderen Nährstoffen wiederum wird nicht alles verbraucht. Diese kommen dann wieder den Algen zugute, die sich entsprechend ausbreiten können.

Weitere mögliche Ursachen können auch Bedingungen im Umfeld des Aquariums, zum Beispiel zu starke Beleuchtung oder Sonneneinstrahlung, sein.

Liegt eine der angesprochenen Bedingungen vor, dann führt oft eine kleine Änderung der Gesamtbedingungen im Aquarium zu einer plötzlichen Algenplage. Besonders Änderungen in der Beleuchtung durch neue Röhren, zusätzlichen Sonnenschein usw. können der Auslöser hierzu sein.

Um die Algen dauerhaft zu beseitigen ist es daher unerlässlich, die wirklichen Ursachen für die Algenplage zu ermitteln.

Leider können die hier aufgeführten Ursachen und Gegenmaßnahmen nur Anhaltspunke geben. Es kann viele verschiedene Ursachen für einen Befall mit Algen geben. In einigen Fällen dauert es sehr lange, bis die Ursachen und damit die geeignete Gegenmaßnahme gefunden wird. Mit der Zeit und zunehmender Erfahrung in der Aquaristik bekommt man aber ein Gefühl dafür, wie ein Aquarium im Gleichgewicht gehalten werden kann und welche Maßnahmen beim Auftreten der verschiedenen Algenarten jeweils ergriffen werden müssen. Auch die Ansprüche der verschiedenen Algenarten lernt man mit der Zeit kennen.

Maßnahmen gegen Bartalgen

Aussitzen

Nach einem Bericht kann man Bartalgen in neu eingerichteten Aquarien zu langen Bärten wachsen lassen und dann abfischen. Nach ca. 12 Wochen sterben sie ab und bleiben dauerhaft weg. Nach diesem Bericht treten Bartalgen in älteren Aquarien (ab ca. 9 Monaten) nicht mehr auf. Allerdings treten Bartalgen nach anderen Berichten sehr wohl in älteren Aquarien auf. Dass Bartalgen in manchen Aquarien zyklisch auftreten und dann von selbst wieder absterben wird mehrfach berichtet.

Filterauslauf verändern

Liegt der Filterauslauf über Wasser, so kann die Verlegung unter Wasser den Sauerstoffeintrag verringern. Liegt der Auslauf knapp unter der Wasseroberfläche, sollte dieser tiefer ins Wasser gelegt werden. Auch durch die Drosselung des Wasserdurchlaufs wird die Wasserbewegung, besonders an der Oberfläche, und damit der Sauerstoffeintrag vermindert.

Nährstoffüberschuss beseitigen

Bei Nährstoffüberschuss werden die überflüssigen Nährstoffe als Erstmaßnahme durch reichliche Wasserwechsel entfernt. Ein täglicher Wasserwechsel mit 3 – 4 % Osmosewasser hat sich ebenfalls als wirksam erwiesen. In der Folge wird der Nährstoffeintrag verringert, z. B. weniger Dünger eingebracht.

Gleichzeitig sollten schnellwachsende Pflanzen in das Aquarium gepflanzt werden, die die überschüssigen Nährstoffe aufnehmen, bevor sie von den Algen genutzt werden können. Als geeignet gegen Bartalgen haben sich Haarnixen (Cabomba)Wasserpest und Hornkraut erwiesen. Besonders Hornkraut ist bei vielen Aquarianern zu diesem Zweck sehr beliebt.

Das Einsetzen schnellwüchsiger Pflanzen kann jedoch nur dann wirken, wenn insgesamt gute Bedingungen für die Pflanzen vorliegen. Wachsen die Pflanzen schon vor dem Befall mit Algen schlecht, hilft eine weitere Bepflanzung natürlich erst einmal nicht. Beseitigt man jedoch die Ursache des schlechten Pflanzenwuchses, ist meist auch die Ursache für den Algenbefall beseitigt.

Aus folgenden Gründen helfen schnellwachsende Pflanzen gegen Algen:

  • Sie entziehen dem Wasser überflüssige Nährstoffe, wenn vorhanden.
  • Sie beschatten das Aquarium, insbesondere Schwimmpflanzen oder flutende Triebe
  • Sie produzieren Sauerstoff
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Nährstoffmangel beseitigen

Bei Bartalgen sollte besonders auf ein ausreichendes Angebot von CO2 geachtet werden. Angeblich treten Bartalgen nicht auf, wenn im Aquarium genug CO2 vorhanden ist. Der CO2-Verbrauch im Aquarium wird in der Hauptsache vom CO2-Eintrag und vom Verbrauch durch die Pflanzen bestimmt. Anzahl und Wachstumsgeschwindigkeit der Pflanzen spielen also eine wesentliche Rolle. Andere Stoffwechselvorgänge, wie die Atmung der Fische und der Gasaustausch an der Wasseroberfläche spielen in der Regel eine untergeordnete Rolle. Wird mit CO2 gedüngt, ist die korrekte Einstellung der erforderlichen CO2-Menge zu prüfen.

Andere wichtige Nährstoffe sind Nitrat, Eisen und Phosphat. Als hilfreich hat sich auch die Anwendung eines NPK-Düngers, z. B. Mairol Flüssigdünger, erwiesen.

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Mit Huminsäure Bartalgen bekämpfen und vorbeugen

Gedämpft werden kann das Wachstum von Bartalgen durch Huminsäuren. Diese bilden sich entweder im Filterschlamm oder im Mulm auf dem Bodengrund durch bakterielle Zersetzungsprozesse.

Huminsäure kann auch mit Hilfe von Torf eingebracht werden. Hierzu wird ca. 1 Liter Torf je 100 Liter Wasser in einem Perlonsäckchen in das Aquarium gebracht. Der Torf bleibt jeweils eine Woche im Wasser und wird dann durch frischen Torf ersetzt. Der verwendete Torf soll stark sauer sein und natürlich nicht aus ökologisch verseuchten Quellen stammen. Zur Probe kann man eine kleine Menge Torf in destilliertem Wasser einweichen. Der danach gemessene pH-Wert sollte deutlich unter 4 liegen.

Bei dieser Maßnahme muss darauf geachtet werden, dass durch den Torf das Wasser im Aquarium verändert wird, wenn auch vielleicht nur unwesentlich. Der Fischbesatz muss die neuen Verhältnisse natürlich vertragen können.

Äußere Ursachen

Bei zu starker Sonneneinstrahlung kann das Fenster mit einer Folie abgeklebt, vorhandene Rollläden herunter gelassen oder eine Mittagspause bei der Beleuchtung eingeführt werden. Auch wenn Mittagspausen gegen Rotalgen in der Regel nicht besonders wirksam sind, kann dies bei zu starker Beleuchtung oder Sonneneinstrahlung hilfreich sein.

Entfernen der Bartalgen

Ältere Blätter, auf denen Bartalgen sitzen werden entfernt, auf den anderen Blättern werden mit Daumen und Zeigefinger die Algen so weit wie möglich abgerieben. Man kann auch versuchen, die Algen mit einem dünnen, rauen Stock aufzuwickeln. Sind Echinodoren von Bartalgen befallen, können die Blätter bei starkem Befall direkt über dem Wurzelstrunk abgeschnitten werden. Neue Blätter können sonst innerhalb kürzester Zeit (1 Woche) ebenfalls befallen werden.

Sinn dieser Maßnahmen ist, das Nachwachsen junger Algen zu verhindern und die vorhanden Algen durch die Entfernung der alten Blätter nach und nach aus dem Aquarium zu bringen. Besonders die Entfernung alter Blätter muss mit Augenmaß vorgenommen werden, da je nach Befall von einigen Pflanzen zu wenige Blätter übrig bleiben könnten. In diesen Fällen wird nur ein Teil der alten Blätter entfernt. Dann wird gewartet bis neue, algenfreie Blätter nachgewachsen sind. Erst dann werden weitere alte und befallene Blätter entfernt. Die endgültige Beseitigung der Algen kann sich daher über einen längeren Zeitraum erstrecken. Wichtig ist, dass in dieser Zeit keine neuen Algen nachwachsen.

In einem ungewöhnlichen und bisher nicht wiederholbaren Fall fielen die Bartalgen innerhalb kurzer Zeit von den Blättern ab, nachdem ein Eisenmangel durch die Zugabe von Fetrilon beseitigt wurde.

Möglicherweise war die plötzliche Beseitigung der durch den Eisenmangel hervorgerufenen Eisenchlorose die Ursache. Begünstigt wurde dies möglicherweise dadurch, dass in dem betroffenen Becken nur sehr wenig gedüngt wurde.

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Letzte Aktualisierung am 7.12.2018 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API