Zebrabärblinge (Brachydanio rerio)

Das Verhalten von Zebrabärblingen

Zebrabärbling
© Mirko Rosenau Fotolia.com

Zebrabärblinge, Brachydanio rerio, stammen aus den Zuflüssen des Ganges in Nordindien, Bangladesh und Pakistan. Dort leben sie in stehenden oder langsam fließenden Gewässern, z.B. in Reisfeldern.

Im Aquarium schwimmen sie gerne in Gruppen von 2 oder 3 Fischen zusammen. Manchmal bilden sich auch größere Gruppen. Manchmal schwimmen sie auch einzeln durch das Aquarium.

Ein typischer Schwarm, der sich wie ein einzelner Fisch verhält, wird kaum gebildet. Es sollten mindestens 7 Zebrabärblinge zusammen gehalten werden.

Sind Zebrabarben aggressiv?

Zebrabärbling mit Schleierflossen
Zebrabärbling mit Schleierflossen Quelle: Bild auf Wikimedia Commons Lizenz: Public domain Urheber: Marrabbio2

Zebrabarben gehören zu den Bärblingen, denen manchmal Aggressivität unterstellt wird. Nach einem typischen Bericht wurde ein Weibchen so aggressiv gegenüber den Männchen, dass ein Männchen isoliert werden musste, weil es Bisswunden hatte. Die insgesamt 6 Bärblinge wurden in einem 60 Liter Aquarium gehalten mit vielen Pflanzen, sowie Steinen und Kokusnüssen als Verstecke. Allerdings verstecken sich Zebrabärblinge in der Regel nicht in Höhlen. Sie schwimmen evtl. kurz hinein, aber sofort wieder heraus. In dem Aquarium waren außerdem zwei Saugschmerlen von 6 Zentimeter Größe, die untereinander ebenfalls aggressiv waren.

Ein Aquarium mit 60 Liter ist für die schnellen und ausdauernd schwimmenden Zebrabärblinge zu klein, auch wenn ein solches Becken oft als Mindestgröße angegeben wird. Trotzdem ist zweifelhaft, ob das Männchen wirklich durch das Weibchen gebissen und verletzt wurde.

Normalerweise ist es kein Grund zur Sorge, wenn Zebrabärblinge sich gegenseitig etwas jagen und scheuchen. Das ist ganz normal. Sie sollten aber nicht mit Fischen zusammen gehalten werden, die den Stress nicht vertragen.
Mit der Zeit werden auch Zebrabärblinge etwas ruhiger. Wenn sie in Laichstimmung sind, werden sie aber wieder richtig aktiv. In Laichstimmung kommen sie etwa alle 4 – 6 Wochen.

Wie sich die Geschlechter unterscheiden

Die Grundfarbe, auf der die dunkelbau bis schwarzen Längsstreifen liegen, sind bei geschlechtsreifen Männchen goldgelb, bei Weibchen silber bis weiß.

Die Männchen sind deutlich schlanker als die Weibchen. Die Weibchen sind rundlich und können zeitweise extrem dick werden. Manchmal laichen so dicke Weibchen sofort ab, wenn sie in ein gesondertes Becken gesetzt werden. Möglicherweise werden sie im Gesellschaftsbecken zu stark gestört. Damit die Eier befruchtet werden, muss ein Männchen dazugesetzt werden.

Tipps zur Zucht von Zebrabärblingen

Zebrabärbling
Zebrabärbling Quelle: Bild auf Wikimedia Commons Lizenz: Public domain Urheber: Azul

Die Eltern werden zunächst gut gefüttert, vor allem mit Mückenlarven. Dabei können sie im normalen Aquarium bleiben. Am Besten wird eine Woche lang kein Wasserwechsel durchgeführt und während der Zeit gut gefüttert.

Ein kleines Gefäß oder Aquarium wird mit frischem Leitungswasser gefüllt. Ein Gefäß mit 5 Liter Wasser reicht schon aus. Größer ist natürlich besser. Das Wasser sollte 2 Tage abstehen. Dann werden einige feingliedrige Pflanzen in das Gefäß gelegt. Die Pflanzen werden so beschwert, dass sie auf den Boden sinken. Ein Busch feiner Pflanzen kann z. B. mit einem Gummi an einem Stein befestigt werden. Als Filter wird ein luftbetriebener Schwammfilter verwendet. Ein Heizstab hält die Temperatur bei 24° bis 25° C. Das Becken kann auf eine Fensterbank gestellt werden, so dass die Morgensonne auf das Becken scheint. Morgensonne ist aber nicht unbedingt notwendig.

Die Eltern fressen den Laich und die Jungen. Als Schutz kann ein Laichrost oder ein Schusser bodendeckend in das Ablaichbecken gelegt werden.

Am späten Nachmittag werden die Bärblinge noch einmal gut gefüttert. Dann wird ein Paar Zebrabärblinge in das Laichbecken gesetzt. In etwas größere Laichbecken können auch 2 – 3 Weibchen und 3 – 5 Männchen gesetzt werden. Das Laichbecken muss gut abgedeckt werden.

Am nächsten Morgen fangen die Bärblinge an zu treiben und laichen an einem Pflanzenbüschel ab. Die Eier kleben nicht und fallen durch ein evtl. vorhandenes Laichrost auf den Boden. Die Eier sind ca. 1 mm dick und fast unsichtbar.
Am besten sieht man die Eier, wenn man mit der Taschenlampe im Dunkeln schräg dagegen leuchtet oder wenn man sie auf einem dunklen Untergrund betrachtet.

Am nächten Tag gegen Mittag werden die Fische aus dem Becken genommen. Heizung und Filter werden ebenfalls entfernt. Durch Umrühren wird das Wasser kurz aufgewirbelt. Wenn die Eier wieder auf dem Boden liegen, der Dreck, Fischkot etc. aber noch schwimmt, wird das dreckige Wasser bis auf einen kleinen Rest abgegossen. Anschließend wird Wasser aufgefüllt und Lüftung und Heizung wieder in Betrieb genommen. Das Becken wird etwas abgedunkelt.

Nach einem Tag sieht man die Augen der Jungen und sie bewegen sich in den Eiern. Bei 25° C schlüpfen die Larven nach 1,5 – 2 Tagen. Wenn die Larven geschlüpft sind, dauert es noch einige Tage, bis die Jungen frei schwimmen.

Wenn in einem Gesellschaftsbecken sehr viel Javamoos vorhanden ist, können auch im Gesellschaftsbecken hin und wieder einige Junge groß werden. Bei einem Innenfilter sollte ein Nylonstrumpf als Schutz über den Filter gezogen werden, damit die Jungen nicht in den Filter gezogen werden.

Tipps zur Aufzucht

Nach dem Freischwimmen wird sparsam mit staubfeinem Flockenfutter gefüttert. Das Wasser muss möglichst oft vorsichtig gewechselt werden, ohne Fische abzusaugen. Weil die Jungen sehr schnell wachsen, fällt das Problem aber schnell weg.

Die Jungen werden am Besten in einem größeren Becken aufgezogen. Sonst wachsen sie unterschiedlich schnell. Ein größeres Becken kann auch leichter gereinigt werden. Außerdem kann so ein Ansatz einige hundert Jungen ergeben, von denen auch die meisten durchkommen.

Junge Zebrabärblinge können wie Leopardbärblinge, Kupfersalmler und Glühlichtsalmler mit Staubfutter gefüttert werden. Mehrmals am Tag, d. h. mindestens 3 Mal, wird in Wasser gerührtes Staubfutter in das Aquarium gegeben.

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Es muss nicht unbedingt mit Einzellern gefüttert werden. Es können auch Staubfutter oder frisch geschlüpfte Artemien verfüttert werden.

Barben wachsen gerne in Schüben. Es kann also passieren, dass die Jungen nach einigen Wochen trotz guter Fütterung einige Zeit nicht weiter wachsen. Faktoren, die das Wachstum begrenzen, sind ansonsten die Wasserqualität und das Futterangebot bzw. die Qualität des Futters.

Wie alt werden Zebrabärblingen?

Oft wird die Lebenserwartung mit 1,5 Jahren angegeben. Bei guter Haltung werden Zebrabarben aber im Durchschnitt 2 bis 3 Jahre. Einzelne Zebrabarben können bis zu 4 Jahre alt werden.

Zebrabärblinge mit Kiemenschäden sind evtl. überzüchtet.

Einige scheinbar überzüchtete Zebrabärblinge haben eine oder zwei geschwollene, rote, scheinbar abstehende Kiemen. Ein oder beide Kiemendeckel fehlen. Diese Tiere haben eine kürzere Lebenserwartung als die Tiere mit vollständigen Kiemendeckeln. Sie sind ansonsten aber so munter wie andere Zebrabärblinge auch.

Zebrabärblinge und Leopardbärblinge können zusammen gehalten werden.

Leopardbärbling mit Schleierflossen
Quelle: Bild auf Wikimedia Commons Lizenz: CC Attr. SA 2.5 Urheber: Darkfalz

Zebrabärblinge, Brachydanio rerio, können zusammen mit Leopardbärblingen, Brachydanio frankei, gehalten werden. Leopardbärblinge sind vermutlich eine spezielle Variation der Zebrabärblinge.

Weibchen sind zeitweise dick, Männchen immer schlank:

Videos zu Zebrabärblingen:

Leopardbärblinge bei der Fortpflanzung:

Die gezielte Zucht von Zebrabärblingen:

Zebrabärblinge bei der naturnahen Fortpflanzung:

Die Zucht in der Schüssel:

0 bis 3 Tage alte Larven:

6 Tage alte Jungtiere:

25 Tage alte Jungtiere:

Zebrabärblinge, Leopardbärblinge und Albino-Panzerwelse in (zu) dichtem Gedränge:

Zebrabärblinge (Brachydanio rerio)
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Letzte Aktualisierung am 15.10.2018 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API