Nymphensittich

Datenblatt Nymphensittich

Deutscher Name: Nymphensittich
Wissenschaftlicher Name: Nymphicus hollandicus
Herkunft: Australien
Größe: bis zu 32 cm
Alterserwartung: 20 Jahre
Verhalten
Futter: Körnerfutter, Nüsse, Obst
Verhalten: aufgeweckt, gesellig, flugaktiv
Anzahl: mindestens 2 Tiere
Schwierigkeitsgrad: mittel
 
Nymphensittich beim Freiflug
Zefry, Cockatiel Parakeet (Nymphicus hollandicus)9, CC BY 2.0

Die Heimat der Nymphensittiche ist Australien. Ihr Lebensbereich ist das gesamte Land, außer die Küsten- und Tropengebiete. Dort leben sie bevorzugt auf Bäumen und Büschen. Sie sind die einzige Art in der Gattung der Nymphensittiche.

Die kleinen Papageien sind schlank und haben eine Körpergröße von bis zu 32 cm. Das Gewicht beträgt 70 bis 100 g. Das eigentliche Erscheinungsbild ist grau mit weißen Flügeldecken und einem orangefarbenen Wangenfleck. Die Natur- und wildformen sind grau. Die verschiedenen, gezüchteten Formen sind Lutinos, Albinos, Geperlte, Gescheckte, Weißköpfe und andere. Charakteristisches Merkmal ist die bewegliche Federhaube.

Anschaffung und Haltung

Nymphensittiche sind gesellige, aufmerksame, neugierige und vor allem intelligente Vögel. Bei der Anschaffung ist großflächig und langfristig zu planen. Um sie artgerecht zu halten, müssen die Scharentiere mindestens zu zweit sein. Bei Einzelhaltung, Langweile und Bewegungseinschränkung können sie schwere Verhaltensstörungen entwickeln und sich z.B. die Federn ausreißen und laut Kreischen. Bei der Anschaffung ist eine Lebenserwartung von etwa 20 Jahren zu bedenken.

Gesunde Tiere verhalten sich aufgeweckt, neugierig und entspannt. Das Gefieder ist gleichmäßig gewachsen und die Farben leuchten. Schnabel, Kloake und Füße sind sauber, unverletzt und ohne Auflagerungen oder gar Parasiten.

Anforderungen an die Haltung

Je größer der Käfig für die Nymphensittiche ausfällt, desto besser. 200 x 60 x 150 cm (B x T x H) oder eine Voliere sind auszuwählen. Die richtige Form ist eckig, die Gitterstäbe verlaufen waagerecht und sind kletterfähig. Das Material ist dunkelfarbig sowie frei von Zink und Schwermetall. Das Bodensubstrat besteht aus mineralhaltigen Vogelsand, welches saugfähig ist und die Verdauung unterstützt.

Die Einrichtung ist mehrstufig und bietet artgerechtes, starres und bewegendes Spielzeug, Knabber- sowie Klettermöglichkeiten. Dazu gehören Leitern, Spiegel, schwingende Sitzstangen und Ringe aus natürlichen Materialien wie Kork, Balsaholz oder/und Naturkautschuk. Frische Zweige von Obstgehölz locken zum Knabbern. Außerdem stehen Naturmaterialien für die Mauser, Krallen- und Schnabelpflege zur Verfügung.

Da es sich bei Nymphicus hollandicus um Fluchttiere handelt, steht der Käfig nicht mitten im Raum oder direkt vor dem Fenster. Der richtige Standort ist ruhig, zugluftfrei, trocken, hell und nicht direkt an der Heizung. Vom Käfig aus können die Tiere alles überblicken. Nicht zuletzt bieten ausreichend Rückzugsmöglichkeiten und schattige Bereiche jedem Bewohner aureichend Ruhe und Schutz.

In der dunklen Jahreszeit sorgen spezielle UV- Vogellampen für ausreichend Tageslicht. Die optimale Temperatur liegt zwischen 18 und 25 °C. Für eine ganzjährige Haltung in einer Freiland- Voliere steht den Nymphensittichen in der kalten Jahreszeit ein beheizbares Schutzhaus bereit.

Auch die regelmäßige Reinigung des Käfigs und der Einrichtung ist wichtig. Auch auf frisches Wasser, reinliche Trink-, Futter- und Badestellen sowie der Austausch vom Vogelsand ist zu achten.

Geschlechtsunterschiede

Die unterschiedlichen Geschlechter sind schwer zu bestimmen. Naturfarbene und ältere Exemplare tragen eine gelbe Maske, Hennen tun das nicht. Sie besitzen eine gelb-schwarze Querbänderung an der Schwanzunterseite und sind etwas blasser als die Hähne. Lutinos oder Albinos zeigen keine Unterschiede.

Alle Nymphensittiche singen während der Balz. Die Männchen singen schöner als die Weibchen.

Futter und Ernährung

Das richtige Futter besteht aus handelsüblichen Fertigfutter für Nymphensittiche. Das gründlich gesäubert Beifutter besteht aus Gras- und Wildsamen, geschälten Ölsaaten, Sonnenblumenkernen, Haselnüssen und Walnüssen. Die fettigen Ölsaaten dürfen nur einmal in der Woche verfüttert werden.

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Ein Drittel der täglichen Futtermenge besteht aus Obst, Blättern, Gemüse, Knospen, Küchenkräutern und Wildpflanzen. Allerdings sind Avocados für Sittiche hochgiftig und gehören nicht auf den Speiseplan!

Die notwendigen Mineralstoffe decken Kalksteine und Sepiaschalen ab. Sepiaschalen müssen vor der Gabe ein bis zwei Tage gewässert und entsalzt werden. Einmal in der Woche gibt es Eiweiß; für Vögel über 10 Jahren nur alle zwei Wochen. Die Kost besteht aus etwas Joghurt, Magerquark oder Aufzuchtfutter mit getrockneten Insekten. Nicht zu viel Eiweiß geben, da dies zu Nierenerkrankungen führt!

Während der mehrmaligen Mauser im Jahr benötigen die Sittiche nicht nur viel Ruhe, sondern verbrauchen auch viel Energie. In dieser Zeit benötigen sie mehr gutes Frischfutter. Eine handelsübliche Mauserhilfe oder zweimal wöchentlich eine Messerspitze zerstoßenes Eiweiß von einem 20 Minuten lang gekochtem Hühnerei helfen außerdem.

Eingewöhnung und Umgang

In der ersten Zeit der Eingewöhnung in das neue Zuhause müssen die Nymphensittiche stressfrei und geduldig versorgt werden. Einen geregelten Tagesablauf und eine zehnstündige Nachtruhe sind zu beachten. Gegebenenfalls ist das Zimmer oder die Außenvoliere abzudunkeln.

Die Vögel pflegen sich selbst beziehungsweise gegenseitig. Hacken sie mit geöffnetem Schnabel in die Luft, tragen sie untereinander Streitigkeiten aus. Ernsthafte Auseinandersetzungen sind nur in den seltensten Fällen zu beobachten.

Die Haube der Nymphensittiche dient der Kommunikation. Stellen sie diese auf, fühlen sich die Vögel wohl und signalisieren Aufmerksamkeit. Wird diese nach vorne gerichtet oder angelegt und der jeweilige Vogel macht sich besonders schlank, zeigen sie Unwohlsein oder Angst. Auch starkes Kreischen sind Gründe für Unwohlsein sowie Einsamkeit und Langeweile. In der Regel lassen sich die Probleme durch eine artgerechte Haltung lösen.

Zwickt ein Vogel den Halter, sollte er einfach in Ruhe gelassen werden und sich entspannen dürfen. Mit viel Geduld und Leckerlis wird er bestimmt bald zutraulicher. Macht er einen niedergeschlagenen und antriebslosen Eindruck, die Farben des Gefieders wirken stumpf oder er kratzt sich häufig, sollte er zu einem vogelkundigen Tierarzt gebracht werden.

Nymphensittiche lassen sich nicht nur mit Artgenossen, sondern auch gut mit anderen Vögeln (z.B. Wellensittiche, Kanarienvögel oder Prachtfinken) und Kleintieren vergesellschaften. Die Voraussetzungen sind eine große Voliere und genügend Rückzugsmöglichkeiten für die Bewohner.

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