Darmflagellaten

Symptome

Äußere Symptome

  • Fische magern ab.
  • Afterregion ist entzündet
  • Schleimiger Kot
  • Weißer Kot
  • Bauch ist ungewöhnlich dick
  • Fische färben sich dunkel
  • Weißliche Löcher in der Kopfregion

Verhalten

  • Fische nehmen keine Nahrung zu sich.
  • Fische sondern sich ab.
  • Fische werden ruhig.
  • Fische schwimmen ruckartig.

Innere Symptome

Fotos


Foto: Fritz Garritzmann

Rotauge mit weißem, schleimigem und fädigem Kot



Foto: Iris Genrich

Antennenwels mit entzündetem After



Fotos: Jenni Daus

Stark abgemagerter Schmetterlingsbuntbarsch (Weibchen) mit Löchern am Kopf



Foto: Christine Knopp

Goldfisch, mit einer großen Beule am Hinterbauch. Wenn der Fisch sich nicht bewegte, wurde er immer wieder mit dem Schwanz nach oben gezogen, als wäre Luft in der Beule. Der Kot war lang, schwarz und schleimig. Möglicherweise wurde die Beule durch Gase verursacht, die Darmflagellaten oder Würmer abgaben. Der Fisch starb kurz nach den Aufnahmen.



Foto: Neele Göttsch

Schmetterlingsbuntbarsch Weibchen mit typischen Symptomen. Angefangen hat es mit Appetitlosigkeit und der Kot wurde farblos und schleimig. Das Tier ist wochenlang nicht mehr gewachsen.

Nach einer Behandlung gegen Darmflagellaten hat das Weibchen 3 bis 4 Wochen gefressen, aber trotzdem nicht zugenommen. Dann ging es wieder mit Appetitlosigkeit los. Das Weibchen musste schließlich getötet werden.



Fotos: Petra Zink

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Guppyweibchen mit eingefallenem Bauch und Löchern in der Schwanzflosse. Von ursprünglich drei Guppys starb ca. 4 Monate nach dem Einsetzen ein blaues Weibchen, nachdem es stark abgemagert war und nicht mehr fressen konnte. Auf jeden Fall gab es keinerlei Veränderungen im Becken (Wasserwerte waren wie immer), außer daß die orange Guppydame Nachwuchs hatte und für eine Woche jede Menge Babys im Becken waren. Diese sind allerdings nach einer Woche in ein Aufwuchsbecken umgezogen und alles war wie immer.

Kaum war die (orange) Guppydame allein mit dem Männchen, hat sich begonnen sich zu verstecken. Das änderte auch eine neue zweite Guppydame nicht. Sie hat dann ebenfalls angefangen nicht mehr zu futtern, obwohl sie es verzweifelt immer wieder versucht hat. Die Schwanzflosse bekam auch immer mehr Löcher (siehe Fotos). Das ging nun insgesamt über 4 Wochen so. Weil sie schließlich nur noch am Boden lag und sich kaum noch bewegte, wurde sie getötet.

Ursache für die Abmagerung beider Guppys waren evtl. Darmflagelaten. Ohne Untersuchung mite einem Mikroskop lässt sich das aber nicht mit Sicherheit sagen. Die Löcher in den Flossen könnten durch Nährstoffmangel aufgrund der Flagellaten verursacht worden sein.



Fotos: Petra Zink

Schmetterlingsbuntbarsch Weibchen mit langem, weißem Kotfaden. Schmetterlingsbuntbarsche ziehen normalerweise keine langen Kotfäden hinter sich her. Das Weibchen leidet evtl. unter Darmparasiten.



Fotos: Matthias Modder

Skalar vermutlich mit Darmflagellaten. Der Skalar schwamm zwar in Richtung Futter, fraß aber nicht mehr. Der Bauch war eingefallen. Zwei Wochen vorher war ein Skalar ohne auffällige Anzeichen gestorben. Ein anderer Skalar gab weißen Kot ab.

Ursachen

Als Darmflagellaten werden verschiedene Parasiten bezeichnet, die vorzugsweise im Darm von Fischen zu finden sind, z. B. Hexamita, Spironucleus, Trichomonas und Bodomonas. Normalerweise kommen sie nur in geringer Zahl vor und schädigen die Fische nicht. Erst wenn die Fische aufgrund ungünstiger Umstände geschwächt sind, z. B. durch schlechte Haltungsbedingungen, können sich die Parasiten explosionsartig vermehren und sich in die Gallenblase und das Blut ausbreiten. Die bekanntesten Darmflagellaten sind die Gattungen Hexamita und Spironucleus.

Meistens ist Spironucleus der Erreger, während Hexamita selten vorkommt. Möglicherweise schadet Hexamita den Fischen gar nicht. Es handelt sich möglicherweise um einen Opportunisten, der sich von Bakterien ernährt, die Wunden und den Darm von Fischen besiedeln.

Genau bestimmt werden können die jeweils vorhandenen Parasiten nur mit Hilfe eines Mikroskops. Dazu muss frisch abgesetzter Kot aufgefangen werden, möglichst bevor er auf dem Boden liegt. Bei 45facher Vergrößerung können die sich schnell bewegenden Tiere erkannt werden. Wenn die Tiere ruhig werden, nicht fressen und weißen Kot absondern sollte mit dem Mikroskop nach Geißeltierchen im Kot gesucht werden. Die Geißeltierchen sind jedoch nicht der Auslöser der Krankheit. Stress, schlechte Wasserwerte, fehlende Vitamine und Mineralien usw. lösen die Erkrankung aus.

In Folge eines Befalls mit Darmflagellaten kann es zur sogenannten Lochkrankheit kommen. Die weißlichen Löcher in der Kopfregion befallener Fische werden möglicherweise durch Mangel an Vitaminen oder anderen Nährstoffen hervorgerufen, der oft zusammen mit Darmflagellaten auftritt. Diese auch Hexamita genannten Symptome, können besonders bei Cichliden auftreten.
Die Lochkrankheit wird aber trotz des Namens Hexamita für die Symptome nicht ausschließlich durch den Erreger Hexamita verursacht. Hexamita ist wie Spironucleus ein möglicher Verursacher.
Die Lochkrankheit tritt aber auch bei Fischen auf, die von keinem dieser beiden Erreger befallen sind.

Viele Darmprobleme, bei denen Darmflagellaten vermutet werden, werden vermutlich durch eine ungeeignete Zusammensetzung oder Konsistenz der Nahrung verursacht. Ein hoher Anteil an Kohlehydraten oder ein Mangel an Rohfasern und Ballaststoffen verursachen die gleichen Symptome. Weil eine ungeeignete Ernährung zu starkem Befall des Darms mit Flagellaten und Bakterien führen kann, ist es sehr schwierig Ursache und Wirkung zu unterscheiden. Wichtig sind wie immer ausgewogene Nahrung und gute Haltungsbedingungen.

Behandlungsvorschläge

Darmflagellaten können mit im Handel erhältlichen Medikamenten erfolgreich bekämpft werden.

Die Behandlung kann jedoch nur erfolgreich sein, wenn zuvor mit Hilfe eines Mikroskops sichergestellt wurde, dass die Ursache der Erkrankung tatsächlich Darmflagellaten sind und nicht z. B. Wurmbefall.

Eine Temperaturerhöhung auf bis zu 35° C unterstützt die Behandlung.

In einigen Fällen reicht die Temperaturerhöhung zur Behandlung aus.

Die Temperatur darf nur langsam erhöht und später abgesenkt werden. Die Temperaturänderung sollte höchstens 1° C pro Stunde betragen.

Hierbei muss gut belüftet und geprüft werden, ob der jeweilige Fischbesatz so hohe Temperaturen verträgt.

Die möglicherweise gleichzeitig auftretenden Löcher verschwinden bei vitaminreicher und abwechslungsreicher Nahrung.

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Weitere Informationen

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Letzte Aktualisierung am 15.10.2018 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API