Kieselalgen im Aquarium

Kieselalgen
Kieselalgen Quelle: Bild auf Wikimedia Commons Lizenz: Public domain Urheber: Jofre 

Kieselalgen bilden einen bräunlichen, schmierigen Belag auf dem Bodengrund, auf Gegenständen und vor allem auf Pflanzen und auf den Aquarienscheiben. Aufgrund der Photosynthese der Kieselalgen ist der Belag oft mit Sauerstoffblasen durchsetzt.

Wegen ihrer Farbe werden sie oft als Braunalgen bezeichnet. Der Name Braunalge ist jedoch falsch, da Braunalgen fast nur im Meer leben.

Nur wenige und seltene Arten leben im Süßwasser. Kieselalgen werden auch Diatomeen genannt und sind einzellige Algen, die überall vorkommen wo Wasser und Licht vorhanden sind.

Beispiele sind das Meer, Süßwasser, Waldboden und Moospolster. Zum Aufbau ihrer Silikatgehäuse benötigen sie unbedingt Kieselsäure.

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Ursachen von Kieselalgen

Kieselalgen treten meistens in der Einfahrphase eines Aquariums auf, wenn die Bakterienkulturen im Aquarium noch nicht ausreichend entwickelt sind und die eingesetzten Pflanzen noch nicht richtig wachsen. Sie treten besonders häufig in schwach beleuchteten Aquarien auf oder siedeln sich im Schatten von Pflanzenblättern oder Einrichtungsgegenständen an. Aber auch bei Kieselalgen scheint die Beleuchtungsstärke nur ein zweitrangiger Faktor zu sein. Die wesentliche Rolle spielt auch bei diesen Algen ein Überangebot von Nährstoffen im Aquarium. Andere Faktoren, wie die Beleuchtung, beeinflussen dann, welche der vielen Algenarten die besten Bedingungen vorfinden und sich dementsprechend vorwiegend ausbreiten.

Für die Kieselalgen ist Kieselsäure ein lebenswichtiger Faktor. Ist nicht genug Kieselsäure vorhanden sterben die Kieselalgen. Kieselsäure ist in verschiedenen Konzentrationen zwar oft im Leitungswasser zu finden, sie wandelt sich jedoch mit der Zeit im Aquarium durch chemische Prozesse in SiO2 um, das die Kieselalgen nicht mehr verwerten können. Aus diesem Grund treten Kieselalgen oft in neu eingerichteten Aquarien auf und verschwinden nach einigen Wochen von selbst. In eingefahrenen Aquarien wandelt sich die Kieselsäure scheinbar schneller um, so dass auch der Neueintrag durch Wasserwechsel nicht mehr zu einem Auftreten von Kieselalgen führt.

Bei der Ausbreitung von Kieselalgen spielt neben einer hohen Konzentration von Kieselsäure (H2SiO3) vor allem ein zu hoher Phosphatwert eine große Rolle. Unter solchen Bedingungen treten sie auch in eingefahrenen Aquarien auf.

Einige Berichte sprechen davon, dass Kieselalgen gerne in Aquarien mit Beleuchtung durch Trocalröhren, spärlichem Pflanzenwuchs und härterem Wasser, also in typischen Barschbecken, auftreten.

Maßnahmen

Gehalt an Kieselsäure verringern

Kieselalgen auf Mooskugel
Kieselalgen auf Mooskugel Foto: Mario Braun

Enthält das Wasser einen hohen Anteil an Kieselsäure, kann man in der Einfahrphase das Wasser mit Wasser aus einem Aquarium ohne Befall mit Kieselalgen mischen, um die Konzentration an Kieselsäure zu verringern.

Da Kieselsäure vor allem in hartem Wasser vorhanden ist, eignet sich auch die Vermischung mit Osmosewasser. Wird Mulm aus einem eingefahrenen Aquarium in ein neues Becken eingebracht, beschleunigt sich das Einfahren des neuen Beckens.

Dadurch wandelt sich die Kieselsäure schneller um und den Kieselalgen fehlt dieser lebenswichtige Nährstoff.

Osmosewasser ist auch die geeignete Maßnahme, wenn im eingefahrenen Aquarium Kieselalgen auftreten. Auch die Absenkung des pH-Wertes kann zum Absterben der Kieselalgen führen. Natürlich müssen die Ansprüche der Aquarienbewohner an die Wasserhärte und den pH-Wert dabei berücksichtigt werden.

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Phosphatgehalt verringern

Der Phosphatgehalt im Aquarienwasser sollte 0,25 mg je Liter Wasser nicht überschreiten. Ansonsten treten in der Regel Algen auf.

Ist der Phosphatgehalt schon im Leitungswasser zu hoch, sollte die Anschaffung einer Osmoseanlage überlegt werden. Diese entfernt neben anderen Stoffen auch Phosphat aus dem Wasser. Ist das Leitungswasser nicht mit Phosphat belastet, muss geprüft werden, wie der zu hohe Phosphatgehalt im Aquarienwasser zu Stande kommt. In erster Linie liegt hier der Verdacht bei einer zu starken Fütterung bzw. bei einem hohen Fischbesatz mit entsprechend starker Fütterung.

Alternativ kann eine Efeutute so gepflanzt werden, dass ihre Wurzeln in das Aquarium ragen. Da Efeututen sehr viel Nitrat und Phosphat verbrauchen, nehmen sie den Algen die Nahrungsgrundlage.

Bleibt trotz aller Maßnahmen der Phosphatgehalt zu hoch, bleibt in der Regel nur der Einsatz entsprechender Mittel der Hersteller von Aquaristikzubehör, mit denen Phosphat aus dem Wasser gebunden wird.

Der Erfolg dieser Maßnahmen stellt sich möglicherweise erst nach einigen Wochen ein, da Algen in gewissem Umfang Phosphat für den späteren Verbrauch speichern können. Erst wenn diese Vorräte aufgebraucht sind und kein weiterer Nachschub vorhanden ist, sterben die Algen ab.

Beleuchtungsstärke erhöhen

Da Kieselalgen häufiger bei schwacher Beleuchtung auftreten, kann als begleitende Maßnahme auch die Beleuchtungsstärke erhöht werden. Bleibt dabei aber der Überschuss an Nährstoffen bestehen, werden mit Sicherheit andere Algenarten davon profitieren und sich statt der Kieselalgen ausbreiten. Vermutlich bevorzugen Kieselalgen die Dunkelheit gar nicht, sondern wachsen bei jeder Beleuchtung. Da andere Algenarten in der Regel schwache Beleuchtung nicht so sehr mögen, sind Kieselalgen wahrscheinlich nur deshalb bei schwacher Beleuchtung häufiger, weil die Konkurrenz durch andere Algenarten nicht so groß ist.

Entfernung von Kieselalgen

Von Pflanzen und Gegenständen lassen sich Kieselalgen in der Regel einfach abwischen. Vom Bodengrund saugt man die Algen mit einem Schlauch ab oder wäscht die betroffenen Schichten aus. Von der Scheibe werden sie mit den normalen Hilfsmitteln zur Reinigung der Scheiben entfernt.

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Letzte Aktualisierung am 16.10.2018 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API