Transport von Fischen

Fische transportieren

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Fische können auch längere Zeit in Transportbeuteln bleiben. Eine Stunde z.B. ist kein Problem. Manchmal werden Fische auch in Transportbeuteln verschickt, wobei der Transport länger als 24 Stunden dauert. Auf dem Weg zum Händler sind Fische noch viel länger in Beuteln oder Kisten.

Es dürfen aber nicht zu viele Fische in einem Beutel verpackt werden. Die genaue Anzahl hängt von der Art und Größe der Fische ab.

Das Verhältnis von Wasser zu Luft im Transportbeutel sollte 1/3 Wasser zu 2/3 Luft betragen. Bei sehr langen Transporten über mehrere Stunden können Sauerstofftabletten in das Wasser gegeben werden.

Es können auch ein paar Bröckelchen Aktivkohle mit in die Fischtüten gegeben werden, um Giftstoffe zu binden, die nach längerem Transport entstehen können.

Panzerwelse sollten nie mit anderen Fischen in einem Beutel transportiert werden. Zumindest einige Panzerwelsarten sondern bei Stress ein Gift ab, das was andere Fische betäuben oder töten kann.

Tüten werden am besten quer gelegt, wenn die Öffnung sicher dicht ist. Durch die größere Wasseroberfläche findet ein besserer Gasaustausch zwischen Wasser und Luft statt.

Die Fische sollten möglichst zügig zum Aquarium gebracht werden. Holprige Wege sollten gemieden werden.

Behälter für den Fischtransport

Für den Transport von Fischen sind alle Behälter geeignet, die groß genug und wasserdicht sind. Dazu gehören die typischen Transportbeutel aus Zoogeschäften, aber auch einfache Eimer mit Deckel.

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Bei älteren Eimern kann die Innenseite der Eimer ziemlich rau sein. In Panik geratene Fische können sich verletzen. Deshalb sollte Eimer eine große Kunststofftüte, z.B. eine Abfalltüte getan werden.

Neue Waschmittelboxen aus Plastik, z.B. aus Drogeriemärken haben einen gut sitzenden Deckel. Sie sind preiswert und haben den Vorteil, dass starr sind, um die Fische gut zu schützen. Außerdem passen sie bei Kälte oder Hitze in Thermotüten.

Ganz normale Gefrierbeutel können verwendet werden. Sie müssen gut auf Dichtigkeit geprüft werden, weil sie oft nicht ganz dicht sind.
Bei Gefrierbeuteln besteht die geringe Gefahr, dass sich Fische an den Tütenspitzen einklemmen können, wenn diese abgeknickt werden. Z.B. beim Abstellen des Beutels oder wenn die Beutel in Boxen oder Taschen gesteckt werden. Wenn darauf geachtet wird, ist es kein großes Problem. Spezielle Fischtüten sind deshalb abgerundet.
Statt Gefrierbeuteln können auch Gefrierdosen verwendet werden.

Transparente Kunststoffbecken mit z.B. 20 bis 30 Liter Wasserinhalt, die jeder gut sortierte Zoohandel führt, können verwendet werden, wenn die Ritzen im Plastikdeckel abgedichtet werden.
Dazu wird oben auf den Rand des Beckens ein schmaler Streifen Frischhaltefolie gespannt und dann erst der Deckel aufgesetzt. Solche Behälter können im Auto gut im Fußraum auf der Beifahrerseite hinten mit dem Vordersitz festgeklemmt und fixiert werden.
Auf diese Weise haben z.B. Ancistren problemlos eine 6-stündige Autofahrt überstanden.

Transportbehälter gegen Kälte und Hitze isolieren

Als Isolierung bei kaltem oder sehr warmem Wetter wird Zeitungspapier um den Transportbeutel geschlagen. Das ganze wird in eine Einkaufstüte gelegt.

Geeignet sind auch mittelgroße, stabile Pappboxen mit Deckel. Box und Deckel werden innen mit ca. 2 Zentimeter dickem Styropor ausgekleidet.

Es gibt auch fertige Styroporboxen für den Fischtransport. Metzgereien haben unter Umständen auch kleine Styroporboxen, die sehr stabil sind und sogar Griffmulden haben.

Die Fischtüten können einfach in eine Isoliertasche oder Isolierbox bzw. Kühltasche gesteckt werden. Bei längeren Transporten kann um die Tüten vorher noch eine Isolierdecke aus dem Verbandskasten gewickelt werden.

Fische dunkel transportieren

Wenn Fische in durchsichtigen Beuteln oder Behältern transportiert werden, sollten diese mit Zeitungspapier umwickelt werden.

Das Zeitungspapier hat neben einer Isolierung der Transporttüte noch den wichtigen Vorteil, dass die Fische nichts von der Umwelt mit bekommen, weil es in der Tüte dunkel ist. Für die Fische ist also eigentlich Schlafenszeit. Sie haben keinen Stress weil Schatten von oben auf die Tüte fallen kann. Bei Dunkelheit beruhigen sich die Fische immer noch am besten.

Das lange Schwappen im Wasser ist schon Stress für die Fische. Bei nicht verdunkelten Tüten kommt dann noch ein ständiger Wechsel zwischen hell und dunkel dazu. Schatten von oben sind die typischen Anzeichen eines Fressfeindes. Die Fische würden gerne fliehen, können aber nicht weg. Sie haben also zusätzlichen enormen Stress. Dabei reicht schon der Stress des Fangens und Umsetzens, an neue Wasserwerte gewöhnen usw.

Mancher empfindliche Fisch ist schon wegen heller Transporte gestorben. Oder nach einigen Tagen scheinbar an einer unbekannten Krankheit. Oft wird dann vermutet, dass die Fische schon krank gekauft würden.

Die Transportbeutel mit Fischen also immer in Zeitungspapier einwickeln lassen. Egal zu welcher Jahreszeit.

Wie der Transportbeutel geschlossen wird

  • Wenn das Wasser mit den Fischen im Beutel ist, den Transportbeutel auf einen Tisch stellen. Den Rand des Beutels nach oben stehen.
  • Mit einer Hand schnell um den Beuteleingang schnappen und drückst den Beuteleingang zu drücken.
  • Normalerweise ist so genug Luft eingefangen. Sonst noch einmal von vorne anfangen.
  • Einen Gummiring um die zusammen gedrückte Stelle schlingen.
  • Wenn die erste Schicht des Beutels verschlossen ist, den entstehenden Knubbel, d.h. die Gummiring-Beule oben, noch einmal nach unten klappen. So dass der Beutel praktisch doppelt liegt.
  • Den Rest des Gummirings oder noch einen weiteren Gummiring noch einmal darumwickeln

In den Transportbeutel pusten oder nicht pusten?

Ausgeatmete Luft hat weniger Sauerstoff, als nicht geatmete Luft. Allerdings verbraucht der Mensch beim Atmen nur sehr wenig Sauerstoff. Die Angaben schwanken zischen 4% und 17% Sauerstoff, den Menschen beim Atmen verbrauchen. Mit dem Wedeln sind dann 21% Sauerstoff in der Tüte, mit Pusten ca. 17% Prozent. Der Unterschied ist vernachlässigbar.

Es ist also auch dann noch genug Sauerstoff in der Transporttüte, wenn die Tüte aufgepustet wird. Sonst wäre eine Mund-zu-Mund-Beatmung im Notfall auch nicht sinnvoll. Mund-zu-Mund-Beatmung von Mensch zu Mensch ist natürlich gemeint, nicht von Fisch zu Mensch.
Es sollte vorher nur nicht geraucht oder Döner gegessen werden.

Bei längeren Transportwegen kann aber jede Sauerstoff-Teilchen sinnvoll sein. Einige professionelle Fischtransporteure und sogar einige Aquarienhändler geben deshalb reinen Sauerstoff mit in die Tüten. Dabei muss aufpasst werden, dass keine Oberflächentiere oder Sauger in der Tüte sind. Wenn diese dann außerhalb des Wassers sind, kann es zu Verbrennungen kommen.

Für einige Fischarten nicht nur reiner Sauerstoff schlecht, sondern auch Überdruck. Evtl. gehören dazu Labyrinthfische. Die Transporttüte sollte deshalb nicht zu fest aufgeblasen werden. Viel mehr Luft so sowieso nicht in die Tüte. Statt dessen wird die Tüte besser mit etwas weniger Wasser befüllt.

Beruhigungsmittel für Fischtransport

Damit der Stress beim Fischtransport minimiert wird, können Wasserzusätze wie JBL Acclimol in die Transporttüte gegeben werden. Ob diese Mittel wirklich wirken, oder nur Placebo für den Aquarianer sind, ist unklar. Die Erfahrungen damit sind jedenfalls gut.

Ein Anti-Stressmittel ist auch Vitamin B1. Vitamin B2 ist in Wasseraufbereitern enthalten. Einige Händler geben deshalb einen Spritzer Wasseraufbereiter in die Transportbeutel.

Tipps für den Transport und das Umsetzen

  • Möglichst viel Wasser in zusätzlichen Beuteln oder Gefäßen vom Händler mitnehmen. Am Besten so viel Wasser vom Züchter mitzunehmen, dass man die neuen Fische zur Not auch einen ganzen Tag darin halten kann. Das neue Wasser kann dann sehr langsam dazu laufen
  • Fische und Wasser aus dem Transportbeutel in eine dunkle Wanne lassen. Sauerstoffausströmer und Pumpe in der Wanne anschließen.
  • Wasser aus dem Aquarium langsam in die Wanne geben. Die Anpassung sollte auch bei annähernd gleichen Temperaturen über Stunden oder einen ganzen Tag gehen. Der Fisch braucht ohnehin noch deutlich länger, bis er sich wirklich auf das neue Wasser eingestellt hat. Je größer die Unterschiede in der Wasserqualität, desto länger braucht die Anpassung.
  • Bevor die Fische in das Aquarium gesetzt werden, die Aquarienbeleuchtung ausschalten und bis zum nächsten Tag auslassen.
  • Die Fische erst einen Tag nach dem Umsetzen mit einer kleinen Portion füttern. Nie direkt nach dem Umsetzen füttern.
  • Die ersten Mahlzeiten für die Fische sollte man sich am Besten vom Züchter geben lassen. Das erleichtert das Anfüttern im Aquarim und bereitet dem Fisch keine Umstellungsprobleme. Rote Mückenlarven sind wahre Müllfresser. Eine Lieblingsspeise von Roten Mückenlarven sind Blaualgen, die bisweilen nicht ganz ungiftig sind. Darin könnte eine der Ursachen oft beschriebene Probleme nach der Verfütterung von roten Mückenlarven liegen.

Nicht sofort nach dem Umsetzen füttern

Fische sollten nicht sofort nach dem Transport und Umsetzen in ein neues Aquarium gefüttert. werden. Nahrung zu verdauen, ist eine physische Belastung. Die Sauerstoff-Kurven über den Tagesverlauf sprechen hier Bände. Dazu kommen zahlreiche Regulationsmechanismen, die im Zuge einer Umsetzaktion betroffen sein können. Egal, ob es ein gut konditionierter Fisch ist, der nur Kummer mit dem neuen Wasser hat, oder ein völlig ausgemergeltes Tier. Die physische Belastung, die mit dem Verdauen und Umsetzen von Futter verbunden ist, kann beiden zum Verhängnis werden.

In kommerziellen Fischzuchtbetrieben für die Nahrungsmittelindustrie werden sehr viele Fische umgesetzt. Da es relativ kompliziert ist, in Transportbehältern eines Lkw’s das Wasser mit 4mm Schläuchen anzupassen, muss es deutlich schneller gehen.

In mindestens einem Betrieb wird versucht, das ursprüngliche Wasser lange vor dem Transport an das zukünftige Wasser anzupassen. Dabei beschränkt man sich im Wesentlichen auf Sauerstoff, Kohlendioxid und Temperatur.

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Eine Woche vor dem Umsetzen wird großzügig gefüttert. Einen Tag vor dem Transport wird nicht gefüttert. ist. Nach dem Umsetzen wird noch einen Tag nicht gefüttert. Dann mit ein Viertel der üblichen Ration gefüttert. Über eine Woche wird dann schrittweise auf die Soll-Ration gesteigert.

Mit diesem Verfahren, gibt es bei und nach Transporten bzw. Umzügen nur minimale Verluste. Vorher wurde unmittelbar nach dem Umsetzen anhand der Futteraufnahme getestet, wie gesund die Fische sind. Das hat etliche Fische das Leben gekostet. Der Ausbruch unterschiedlicher Infektionen nach dem Umsetzen wurde erst nach langem Suchen mit dieser Fütterung in Verbindung gebracht haben. Es wurden zunächst eingeschleppte Erreger für die Ursache gehalten.

Wenn man beim Züchter direkt kauft, ist es sicher kein Problem, so zu verfahren, wie oben vorgeschlagen. Werden die Fische über viele Stationen transportiert und zwischengelagert, sind die Fische oft stark abgemagert. Wenn man solche Fische überhaupt kauft und der Hunger zur Gefahr wird, sollte leichte Kost und davon nur sehr wenig gefüttert werden. Auch hier sollten die Rationen über Tage langsam gesteigert werden.

In der Regel sollten aber keine abgemagerten Fische gekauft werden. Das Risiko von Ausfällen ist zu hoch.



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