Antibiotika
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Die Angaben auf diesen Seiten dienen ausschließlich als erste Anhaltspunkte, um bei Beratungsstellen und Tierärzten gesicherte Diagnosen und Behandlungsmethoden zu erfragen. Trotz größter Sorgfalt kann keine Verantwortung für die Richtigkeit von Diagnosen, Behandlungsvorschlägen und Tipps übernommen werden.

Als Antibiotika wurden ursprünglich bestimmte Stoffe bezeichnet, die von Mikroorganismen hergestellt werden und die Bakterien oder andere Mikroorganismen abtöten oder deren Wachstum verhindern.
Mittlerweile werden auch chemisch hergestellte Stoffe wie z. B. Nifurpirinol manchmal als Antibiotikum bezeichnet.

Leider werden in der Aquarstik weltweit Antibiotika oft ohne genaue Diagnose wahllos und in großen Mengen eingesetzt. Dadurch haben sich Bakterienstämme entwickelt, die besonders schwierig zu bekämpfen und teilweise resistent gegen bestimmte Antibiotika geworden sind.

Bei einigen Fischarten, z. B. Schmetterlingsbuntbarschen, besteht der Verdacht, dass sie insbesondere in asiatischen Zuchtbetrieben so mit Antibiotika vollgepumpt werden, dass sie im Aquarium nur wenige Wochen überleben, weil sie kaum natürliche Abwehrkräfte entwickeln konnten.

Nicht nur wegen der generellen Gefahr von Resistenzbildungen, sondern auch aufgrund der Vielzahl verschiedener bakterieller Erreger, der Schwierigkeit einer eindeutigen Diagnose und der so vorhandenen Gefahr einer Falschbehandlung mit unkalkulierbaren Nebenwirkungen ist ein solches Verhalten fahrlässig. Antibiotika sind deshalb in Deutschland verschreibungs- und apothekenpflichtig. Angesichts der vielen Nebenwirkungen von Antibiotika, z. B. Leberschäden und Krebsgefahr, sterben aufgrund falsch angewandter Antibiotika wahrscheinlich mehr Fische, als geheilt werden. Nicht jedes Antibiotikum tötet jedes Bakterium.

Bei Einsatz eines ungeeigneten Medikamentes geht nicht nur wertvolle Zeit verloren, sondern gerade bei einer bakteriellen Infektion besteht die große Gefahr, dass die krankheitsverursachenden Bakterien bei Einsatz eines ungeeigneten Antibiotikums sogar gegen andere Antibiotika resistent werden.

Eine weitere Gefahr besteht darin, dass die Behandlung ohne ärztliche Überwachung zu früh beendet wird oder die Dosierung zu gering ist. Wurden nicht alle Bakterien abgetötet kann die Krankheit erneut ausbrechen. Die Gefahr, dass das ursprünglich eingesetzte Antibiotikum und sogar andere Antibiotika wirkungslos bleiben, ist dann besonders hoch.

Behandlungsarten

Zugabe in das Aquarienwasser

Die vom Tierarzt empfohlene Dosis eines Antibiotikums wird in einer kleinen Menge Wasser aus dem Aquarium aufgelöst. Das Wasser wird dann langsam in das Aquarium gefüllt und gut durchmischt. Die Behandlungsdauer beträgt ca. eine Woche. Die Fische werden dabei sorgfältig beobachtet. Bei Anzeichen von Unwohlsein wird sofort ein Teilwasserwechsel durchgeführt oder die Fische aus dem Aquarium in ein unbehandeltes Aquarium umgesetzt.

Tritt nach einer Woche keine Besserung ein, wird die Behandlung nach einem Wasserwechsel wiederholt. In hartem Wasser kann die Aufnahme des Antibiotikums durch die Fische vermindert sein, so dass höhere Dosierungen notwendig sind.

Mit Medikamenten angereichertes Futter

Das Fischfutter wird mit einem Antibiotikum versetzt. Dosierung und Antibiotikum müssen vom Tierazt der Schwere der Infektion und dem Zustand der erkrankten Fische angepasst werden. Das Medikament kann bei dieser Behandlungsmethode erst verzögert wirken.

Spritzen von Antibiotika

Der Tierarzt spritzt dem erkrankten Fisch, ggf. mehrmals, ein Antibiotikum. Diese Behandlungsform kann langwierig sein, verspricht aber die höchste Heilungschance.

Einsatzgebiet Symptome

Einsatzgebiet Krankheiten

Dosierungen

Die Angaben der Hersteller je Kilogramm Körpergewicht werden auf ein Liter Wasser übertragen. D. h. bei einer Angabe von 5 Gramm je Kilogramm Körpergewicht werden in einem Aquarium mit 100 Liter Wasser 500 Gramm dosiert.

Nachteile

  • Antibiotika sind umständlich zu erhalten.
  • Nur Ärzte sind in der Lage festzustellen, welche Bakterien vorliegen und welche Antibiotika wirksam sind.
  • Auch nützliche Bakterien wie Filterbakterien können abgetötet werden.
  • Bei unsachgemäßem Einsatz besteht eine große Gefahr, dass sich Resistenzen bilden.
  • Es existieren bereits zahlreiche resistente Bakterienstämme in der Aquaristik.
  • Pflanzen können geschädigt werden.
  • Das Gleichgewicht im Aquarium wird gestört, Algenplagen etc. können die Folge sein.

Mittel

Sonstiges

Aufgund der zahlreichen schon existierenden Resistenzen ist die Behandlung mit Antibiotika oft erfolglos, wenn vorher kein Resistenztest durchgeführt wurde. Antibiotika dürfen nur auf ärztliche Anweisung eingesetzt werden. Antibiotika sollten aufgrund der zahlreichen Nachteile nur im Quarantänebecken verwendet werden.

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