Mikroskopie
Hallo Trixie,
>Was muss man denn für ein passables Mikroskop ausgeben und welche
>Marke ist empfehlenswert?
Passabel wäre z. B. Zeiss. Ausgeben darf man dafür ab ca. DM 3000.- (ca. 1.500 €) (nach oben weit offen). Man erhält aber dafür Spitzenqualität.
Relativ hochwertige Mikroskope gibt es von Bresser. Bresser baut sie allerdings nicht selbst (zumindest die Labormikroskope), sondern bezieht sie aus Russland, genauer aus St. Petersburg (ehemals Leningrad). Die Firma dort heißt Lomo Optics, und war der führende Optik-Hersteller der vergangenen Sowjetunion (fast jeder kennt dort Lomo, ist dort immer noch fast ein geflügeltes Wort für höchste Qualität (meine Frau kommt aus Kiev)). Die bauten damals Optiken für Medizin, Militär und Raumfahrt. Damals kooperierten sie auch mit Zeiss Jena (wurde von Zeiss ja über die Treuhand aufgekauft und leider zerschlagen (unbeliebte Konkurrenz)). Infos dazu auf:
http://www.lomooptics.com
http://www.bresser.de
Karstadt, Kaufhof und Hertie haben Bresser-Mikroskope manchmal im Angebot. Auch sonst sind sie relativ günstig dort. Eine weitere relativ günstige Bezugsquelle kann ich Dir per eMail nennen, wenn Du willst.
Grundsätzlich muss man zwischen Stereomikroskopen und Durchlichtmikroskopen unterscheiden.
Stereomikroskope dienen zum Betrachten von größeren Objekten, man sieht die Objekte dreidimensional, und es wird von oben beleuchtet. Weiterhin weisen Stereomikroskope eine erheblich größere Tiefenschärfe auf. Man erkennt damit also in die Tiefe gehende Strukturen sehr gut. Man muss dabei viel weniger fokussieren.
Durchlichtmikroskope eignen sich zum Betrachten von Objekten, die zumindest teilweise durchsichtig sind. Es wird durch das Objekt beleuchtet. Die Tiefenschärfe ist sehr sehr begrenzt. Durch Fokussieren erkennt man immer nur Schnittebenen. Um einen dreidimensionalen Eindruck von einem Objekt zu erhalten, muss man ständig rein- und rausfokussieren, und es gelingt doch nie so richtig.
Möchte man z. B. Gesteinproben, Fliegen etc. betrachten, ist ein Stereomikroskop angebracht. Für Algen, Bakterien, Einzeller und alles, was eben zumindest teilweise transparent ist, eignen sich Durchlichtmikroskope meist besser. Für die Aquaristik ist ein Durchlichtmikroskop die bessere Wahl. Bei geringer Vergrößerung steigt hierbei ja auch etwas die Tiefenschärfe. Zur Not kann man mit einer starken Lichtquelle von der Seite schräg oben einen kleinen Eindruck von Stereomikroskopen erlangen. Es erscheint u. a. halt nicht dreidimensional.
>Welches Zubehör braucht man unbedingt, außer den Büchern?
Zubehör zum Anfertigen von Dauerpräparaten würde ich nicht erwerben.
Allein das Anfertigen der hauchdünnen Schnitte will erlernt sein. Dauerpräparate müssen zudem völlig vom Wasser befreit werden, da sie sonst verderben. Diese Prozedur ist sehr mühsam und das Ergebnis oft unbefriedigend. Die dafür notwendigen Chemikalien sind auch nicht ganz ungiftig. Man müsste schon ein zeitfüllendes Hobby daraus machen, um genug Erfahrung im Präparieren zu erlangen. Es bedarf dazu einiges an mikrobiologischem Wissen, welche Gewebeteile sich mit welchem Farbstoff färben lassen etc.
Als Zubehör könnte ich mir ein paar Farbstoffe vorstellen (gibt es auch in der Apotheke), wobei sich aber nicht alle Präparate färben lassen. Farbstoffe können den Kontrast erhöhen. Das Färben kann man sich teilweise sparen, wenn man sich die Optik für den sog. Phasenkontrast leisten kann. Mit Phasenkontrast erhalten farblose Präparate viel mehr Kontrast und sieht sie dadurch erheblich besser. Dazu braucht es einen speziellen sog. Kondensor (das Teil, das das von unten eingelenkte Licht vor dem Einfall auf das Präparat fokussiert) und mindestens ein Objektiv für Phasenkontrast. Ganz billig ist das aber nicht. Es geht aber auch ohne, je nachdem, was man vorhat.
Ein weiteres Kontrastverfahren ist das Dunkelfeld. Dabei wird das Präparat nicht frontal und flächig von unten beleuchtet, wie bei konventioneller Durchlichtmikroskopie, sondern mit einem hohlen Lichtkegel, so dass das Licht ringförmig in einem verstellbaren Winkel auf das Präparat trifft. Für Dunkelfeld braucht es einen speziellen Kondensor. Spezielle Objektive braucht man meines Wissens dafür nicht.
Beim Stöbern im WWW habe ich aber erfahren, dass Dunkelfeld nicht mehr so oft benutzt wird wie früher. Man kann selbst etwas improvisieren, indem man die Lichtquelle schräg stellt oder auch Licht seitlich von oben auf das Präparat strahlen lässt. Dadurch ergeben sich Lichtbrechungen, die man mit konventioniellem Durchlicht nicht sieht.
Am wichtigsten erscheint mir eine gute Optik (schon fast ein Thema für sich), und vor allem ein Binokular, damit man also mit beiden Augen und nicht nur mit einem (Monokular) ins Mikroskop gucken kann. Dadurch erhöht sich die Sehleistung auf das Doppelte. Und der Kreuztisch sollte auch nicht fehlen. Damit braucht man das zu begutachtenden Präparat nicht mehr mit den Fingern wac
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