Wie eine CO2-Anlage in Betrieb genommen wird
Bei der Inbetriebnahme einer CO2-Anlage darf der CO2-Gehalt des Wassers nicht in kurzer Zeit auf vermeintliche Optimalwerte angehoben werden.
Fische, die bei niedriger CO2-Konzentration gehalten wurden, haben sich an diese Konzentration angepasst. Wird der CO2-Gehalt zu schnell erhöht, verstärkt der Anpassungsmechanismus die Wirkung des CO2-Anstiegs noch verstärkt.
Hauptsächlich betroffen sind die Nierenfunktionen und Feineinstellungen beim Sauerstofftransport im Blut. Störungen wirken also auf die Sauerstoffversorgung, die Säure-Basen-Regulation und den Elektrolythaushalt in den Fischen.
Weil viele andere Abläufe im Körper der Fische an diese Funktionen gebunden sind, bereiten schnelle Veränderungen des CO2-Wertes Probleme, die weit über Atemnot hinausgehen. Dies trifft besonders dann zu, wenn der Fisch sich zuvor an einen CO2-Mangel im Wasser angepasst hat.
Wenn eine CO2-Anlage in Betrieb genommen wird, muss folgendes beachtet werden:
- pH-Wert und Karbonathärte müssen möglichst genau gemessen werden.
- Die aktuelle CO2-Konzentration wird aus pH-Wert und Karbonathärte berechnet.
- Es wird berechnet, wie hoch der pH-Wert bei ca. 15 mg/Liter CO2 sein muss.
- Die CO2-Zufuhr wird langsam erhöht. Dabei werden Fische und pH-Wert genau beobachtet.
Sogar mit Hefegärung und uneffektiver CO2-Einleitung lassen sich innerhalb weniger Stunden CO2-Werte über 30 mg/l erreichen. Fische sind dann in höchster Gefahr.
Bei der endgültigen Einstellung des CO2-Gehaltes sollte man sich nicht an Empfehlungen von Herstellern und Buchautoren orientieren. Besser beobachtet man Fische und Pflanzenwuchs.
Selbst wenn höhere CO2-Konzentrationen für einige Pflanzen günstig sein könnten, sollte der Wert im Sinne die Fische nicht höher als 20 mg/Liter sein, in stark beleuchteten Aquarien nicht höher als 30 mg/Liter.
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