Wie kann man Faulgase entdecken?

Steigen aus dem Bodengrund Gasblasen auf, besteht der Verdacht, dass es sich um Faulgase handelt. Es handelt sich dabei in erster Linie um Schwefelwasserstoff H2S, das bei der Faulung entsteht.

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Der Prozess der Faulung ist für ein Aquarium sehr gefährlich, weil er schwierig zu beherrschen ist. Sie bringt jedoch Mineralien in den Boden. Die Faulbakterien sind zum großen Teil mineralisierende Bakterien. Faulung findet nur unter anaeoroben Bedingungen statt und Sauerstoff ist Gift für die Faulbakterien.

Faulgase können auch in großer Menge in einem ausgefallenen Filter entstehen und dann plötzlich in das Aquarium gelangen.

Schwefelwasserstoff kann man am Gestank nach faulen Eiern erkennen. Faulgase führen zu schlechten Wasserbedingungen und können Fischkrankheiten auslösen. Größere Mengen von Schwefelwasserstoff können für die Fische tödlich sein. Ab einem bestimmten Wert werden die menschlichen Geruchsrezeptoren blockiert. Der Schwefelwasserstoff wird dann nicht mehr gerochen, ist aber gerade dann auch für Menschen giftig.

Handelt es sich nur um wenige und kleine Blasen, die aus dem Boden austreten, kann es schwierig sein, den Geruch festzustellen. Zur eindeutigen Identifikation wird dann eine größere Menge Gas benötigt. Dazu werden die Blasen in einem umgestülpten Becher oder Glas gesammelt. Der Becher wird unter die Wasseroberfläche gehalten und die Luft wird herausgelassen. Dann wird der Becher so lange über die aufsteigenden Blasen gehalten, bis sich ein Gasvorrat angesammelt hat, mit dem die Geruchsprobe durchgeführt werden kann.

Zusätzlich oder alternativ kann mit einem Holzspieß oder einem anderen geeigneten Stab im Boden herumgestochert werden, damit größere Gasmengen, die sich im Boden angesammelt haben, gemeinsam aufsteigen. Man kann auch an der Spitze des Stabes riechen, die im Boden war.

Allerdings muss es sich nicht bei jeder aufsteigenden Gasblase im Aquarium um Faulgase handeln. Durch die Assimilation von Pflanzen und Algen kann Sauerstoff in kleinen Blasen aufsteigen. Häufig steigen am Abend kleine Sauerstoffblasen wie an der Schnur gezogen von den Pflanzenblättern auf. Durch die Wurzeln der Pflanzen kann Sauerstoff in den Boden gelangen. Algen im oder auf dem Bodengrund produzieren ebenfalls Sauerstoff, der dann aus dem Boden aufsteigt. Wenn die Blasen nicht sofort aufsteigen können, vereinigen sich zu größeren Blasen, bevor sie genug Auftrieb haben.

Als zusätzliche Prüfung wird die Stelle an der die Blasen aufsteigen abgeschattet. Dadurch wird die Assimilation gestoppt und es steigen keine Sauerstoffblasen mehr auf.

Haben aus dem Boden aufsteigende Blasen keinen unangenehmen Geruch, handelt es sich vermutlich nicht um Schwefelwasserstoff. Kann Sauerstoff ausgeschlossen werden, handelt es sich möglicherweise um Stickstoff N2.

Stickstoff entsteht unter sauerstoffarmen Bedingungen, indem Bakterien Nitrat zu Stickstoff reduzieren.

Der anoxische Abbau des Nitrates, die sogenannte Denitrifikation ist zwingend notwendig für ein Aquarium, es sei denn, man will unbedingt Wasserwechsel durchführen. Diese Bakterien können je nach Sauerstoffgehalt im Wasser beide Reaktionen durchführen. Wenn O2-Überschuss da ist, bauen sie aus stickstoffhaltigen Verbindungen mittels dem O2 Nitrat NO3 auf.

Wenn die Bakterien nun zu wenig O2 erhalten, zum Beispiel in der Endzone eines langsam durchströmten Filters, fangen sie an das Nitrat wieder zu zerlegen. Das machen sie so gründlich, dass am Ende nur N2 bleibt, der in die Luft entweicht.

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Bei der Neueinrichtung eines Aquariums werden in der Regel Luftblasen im Bodengrund eingeschlossen, die mit der Zeit aufsteigen.

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Letzte Aktualisierung am 30.03.2020 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API