Vielgestreifter Schneckenbuntbarsch (Neolamprologus multifasciatus)

Die Haltung von Neolamprologus multifasciatus


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Neolamprologus multifasciatus Männchen verteidigt Revier

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Urheber: Richard A. Ingebrigtsen

Neolamprologus multifasciatus, Vielgestreifte Schneckenbuntbarsche, sind gesellige Tiere, die Kolonien oder Clans bilden. Verwandte Tiere leben zusammen, während nicht verwandte Tiere eigene Gruppen bilden. Weibchen werden hin und wieder aus einer Gruppe in eine andere Gruppe entführt.

Eine Kolonie benötigt ca. 20 x 20 Zentimeter Platz. In der Kolonie gibt es eine klar definierte Gesellschaftsordnung. Jedes Männchen hat ein Weibchen und Jungtiere. Zusammen bilden sie innerhalb der Kolonie sozusagen eine Familie. Dieses Männchen schwimmt über seinen Häusern und prüft, ob nicht ein fremdes Tier verscheucht werden kann. Sonst gräbt er im Revier oder sucht nach Futter.

Durch die Lage der Schneckenhäuser und durch möglichst markante Abgrenzungen mit Steinen, Pflanzen usw. ist das Revier einer Familie abgesteckt. Normalerweise verlassen die Weibchen ganz selten ihr Revier. Männchen schwimmen häufiger in eine neutrale Zone. Ein Männchen ist eine Art Alphamännchen und darf überall hin.

Nimmt man sich Zeit zur Beobachtung und sieht genau hin, kann das Leben in der Kolonie sehr interessant sein.


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Neolamprologus multifasciatus

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Urheber: Haplochromis

Die Schneckenhäuser sollten 3,5 Zentimeter Durchmesser haben. Die Schneckenhäuser werden so hergerichtet, wie es die Tiere wollen. Nicht gebrauchte Häuser werden verbuddelt.

In einem 60 Liter Becken kann z. B. eine kleine Gruppe von 4 bis 6 Neolamprologus multifasciatus bzw. Neolamprologus similis gehalten werden. Eine Alternative ist ein Paar Lamprologus ocellatus.

In einem Aquarium mit 112 Litern Wasserinhalt können 3 Männchen und 4 Weibchen gehalten werden. In 4 Gruppen von je 3 bis 3 Stück werden Schneckenhäuser angeordnet. Nach 2 bis 3 Tagen bilden sich Paare, die sich auf die Schneckenhäuser verteilen.

Wenn möglich, sollte eine Gruppe aus mindestens 10 Tieren bestehen. Wenn zu wenige Tiere gehalten werden, konzentrieren sich eventuelle Streitigkeiten auf nur wenige Tiere, so dass möglicherweise einzelne Tiere unterdrückt werden.

Neolamprologus multifasciatus können in kleinen Aquarien bis 100 Liter Inhalt nicht mit anderen Fischen zusammen gehalten werden, weil sie andere Fische dann angreifen und verbeißen. In einem 450 Liter Becken mit Tropheus moorii gedeihen die Neolamprologus multifasciatus gut und breiten sich über das ganze Becken aus. Die Aufwuchsfresser sind scheinbar keine Konkurrenz und nehmen keine Notiz von den Neolamprologus multifasciatus und ihren Jungen.

Garnelen werden gerne gefressen. Auch bei Ringelhandgarnelen werden die Antennen abgefressen. Turmdeckelschnecken und Apfelschnecken können eingesetzt werden.

Neolamprologus multifasciatus errichten regelrechte Kraterlandschaften. Welse sind deshalb auch zur Vergesellschaftung ungeeignet, weil sie den Boden ständig wieder einebnen. Diese Krater werden aber zu Abgrenzung der Minireviere und zur Strömungsumleitung zur Versorgung der Jungfische mit planktonischem Futter benötigt.


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Neolamprologus multifasciatus

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Urheber: Pmalkowski

Neolamprologus multifasciatus werden am Besten unter sich gehalten. Als Notlösung kann eine Beckenseite mit kinderfaustgroßen Steinen bis zur Wasseroberfläche abgetrennt werden und klein bleibende Julidochromis, z. B. J. transcriptus oder ornatus, dazugesetzt werden.
Die Schneckenhäuser sollten nicht direkt bis vor die Brutfelsen der Julis reichen und umgekehrt.

Eine leichte Strömung sollte vorhanden sein. Die Tiere richten ihre Nester danach aus.

Auf den Sand können stellenweise Bolbitis heudelotii oder Ähnliches gelegt werden, damit Rückzugswinkel für Jungfische und im Kampf unterlegene Tiere entstehen.

Die Beleuchtung sollte hell sein.

Für Tanganjika-Cichliden sollte der pH-Wert um 8 liegen, mindestens aber über 7,5. Falls erforderlich kann versucht werden, mit einem Diffusor oder einer Membranpumpe CO2 aus dem Wasser auszutreiben, um den pH-Wert zu erhöhen. Die Karbonathärte kann bei 11, die Gesamthärte bei 17 liegen. Je nach Wasserhärte kann der pH-Wert also auch über eine Erhöhung der Härte erfolgen.

Zur Dekoration eignet sich deshalb alles, was den pH-Wert nicht verringert, sondern möglichst erhöht. Wurzeln sind ungeeignet. Geeignet sind Lochgestein, Korallenbruch usw.

Neolamprologus multifasciatus und Pflanzen

Pflanzen können je nach Becken eingesetzt werden. Es können z. B. Anubias und Javamoos an den Steinen festgebunden werden. Vallisnerien werden am Beckenrand entlang gepflanzt und mit Steinen gesichert.

Pflanzen werden weder angeknabbert, noch gezielt die Wurzeln ausgegraben. Neolamprologus multifasciatus graben nur ihre Schneckenhäuser ein.
Wenn etwas im Becken geändert wird und die Schneckenhäuser nicht so liegen wie sie sollen, wird wieder neu gegraben.

Was fressen Neolamprologus multifasciatus?

Neolamprologus multifasciatus fressen Mückenlarven, Tubifex, Trockenfutter usw. Bei zu viel Trockenfutter kümmern sie und bekommen missgestaltete Junge.

Hinweise zur Aufzucht

Junge Neolamprologus multifasciatus werden mit Artemia so weit großgezogen, bis sie das gleiche Futter fressen können, das auch die erwachsenen Tiere bekommen. Die Jungen kommen auch ohne spezielles Futter durch.

Neolamprologus similis

Für Neolamprologus similis gelten die gleichen Angaben.


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*Letzte Aktualisierung erfolgte am: 2018-04-26