Artemia
Artemia / © Panupong Fotolia.com

Wissenswertes rund um Aufzucht und Haltung von Artemia salina

Artemia salina, auch Salinenkrebse oder Salzkrebse genannt, gehören zu den beliebtesten Lebendfutterquellen in der Aquaristik.

Sie eignen sich zur Aufzucht von Fischbrut genauso wie zur abwechslungsreichen Ernährung von ausgewachsenen Fischen.

Generell ist die Handhabung von Artemiaeiern und Nauplien nicht sonderlich kompliziert und es bedarf auch keiner aufwendigen Technik.

Dennoch müssen ein paar Faktoren beachtet werden, damit die Zucht der kleinen Krebse erfolgreich ist.

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Aufzucht von Artemien

Die kleinen braunen Eier zum Schlüpfen zu bringen, ist nicht weiter schwierig. Folgendes wird benötigt:

  • ein Gefäß für ca. 1 L Wasser
  • jodfreies Speisesalz oder Meersalz aus dem Aquaristikbedarf
  • Leitungswasser oder demineralisiertes Wasser
  • Artemiaeier aus dem Zoofachhandel
Artemia
Artemia © bajita111122

Generell ist darauf zu achten, dass alle verwendeten Utensilien möglichst sauber sind. So sollten der Zuchtbehälter und der Messlöffel vorab mit heißem Wasser gespült werden, um eine bakterielle Vorbelastung zu verringern.

Auf einen Liter Wasser verwendet man circa 30 g Salz und 1 g Eier. Die Eier werden vorsichtig in die Salzlake eingerührt.

Bereits nach 24 Stunden schlüpfen die ersten Larven, Nauplien genannt, und können direkt verfüttert werden.

Dazu lockt man die Tiere mit einer Lichtquelle in eine Ecke, saugt sie mit einer Spritze auf und trennt sie mittels Kaffeefilter oder Artemiasieb vom Salzwasser. Nach 72 Stunden sollte der Schlupf vollständig erfolgt sein.

Immer wieder ist von schlechten Schlupfraten zu lesen. Dies ist auf mehrere Ursachen zurückzuführen:

  • Das Leitungswasser ist ungeeignet.
  • Die Belüftung ist zu stark.
  • Das verwendete Salz enthält chemische Zusätze.
  • Die Salzkonzentration ist zu niedrig oder zu hoch.
  • Die Eier sind zu alt oder die Qualität ist mangelhaft.

Diversen Versuchen zufolge wurden die besten Ergebnisse mit Meersalz oder Artemiasalz auf demineralisiertem Wasser erzielt. Es empfiehlt sich, eine Konzentration zwischen 20 und 30 g/L anzupeilen.

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  • Selbst gemachte Artemia-Nauplien in 24-48 Std.: Kultivierungsgerät mit Standvorrichtung und luftpumpe
  • Einfache Anwendung: Befüllung des Brutbehälters mit Spezialsalz und Artemia-Eiern (nicht im lieferumfang enthalten), Schließen des Behälters, Anschluß luftpumpe, Nach 24-48 Std. Öffnung des Brutbehälters und Trennung der Nauplien vom Wasser
  • Effektiv: Maximale Schlupfrate durch ständige Bewegung der Nauplien und Trichterform, Trennung der Nauplien vom Aufzuchtwasser durch Artemia-Sieb (0,15 mm Maschenweite), Entnahme der Nauplien mit Auffangbehälter

Ausrüstung im Detail

Salz

Es eignet sich sowohl hochwertiges Speisesalz als auch Meersalz aus der Aquaristik. Ob Jod den Nauplien schadet oder nicht, wird laufend diskutiert. Als Pro-Argument wird hier die Tatsache herangezogen, dass wirbellose Meerwasserbewohner für die Häutung Jod benötigen. Inwieweit sich diese These auf die Salinenkrebse umlegen lässt, bleibt fraglich. Wichtig ist, dass das verwendete Salz frei von chemischen Zusatzstoffen, sogenannten Rieselhilfen, sein sollte. Auch Experimente mit Spülmaschinensalz konnten Erfolge verzeichnen. Streusalz, wie es im Winter für die Straße verwendet wird, erwies sich hingegen als ungeeignet.

Artemiasiebe

Zur Abtrennung der Nauplien haben sich Artemiasiebe bewährt. Die Maschen sind fein genug, um ein sicheres Ausspülen unter Leitungswasser ohne Verluste zu ermöglichen. Allerdings setzen sich diese mit der Zeit zu und müssen gereinigt werden. Dabei hilft ein Essigbad und anschließendes Putzen mit einer ausgedienten Zahnbürste. Alternativ können die Siebe auch ins Aquarium gegeben werden. Garnelen und Saugwelse leisten erfahrungsgemäß gute Dienste.

Mögliche Aufzuchtbehälter

Für den kurzfristigen Nauplienansatz ist generell jedes Gefäß möglich, das mindestens einen halben Liter Wasservolumen aufnehmen kann. Eine zusätzliche Belüftung ist nicht unbedingt erforderlich, kann die Schlupfrate aber fördern. Gute Erfolge wurden mit selbst gebauten Reaktoren aus einer 1,5 L fassenden PET-Flasche und einem Luftschlauch mit angeschlossener Membranpumpe erzielt, wobei sich die Entnahme der Nauplien dabei etwas umständlich gestalten kann.

Eine preisgünstige Alternative zum Eigenbau ist die Aufzuchtschale von Hobby. Dabei handelt es sich um eine mehrkammerige, flache Schale. Der Rand wird mit einem Deckel abgedunkelt. In der Mitte befindet sich ein helles Zentrum mit integriertem Sieb. Die Schale wird mit Wasser befüllt und die Eier samt Salz in die äußere Kammer eingerührt. Danach wird der Deckel aufgesetzt. Da die Nauplien lichtaffin sind, schwimmen sie nach dem Schlupf in die Mitte der Schale, während die Eischalen außen verbleiben. Die Entnahme der Tiere erfolgt ganz einfach, indem das Sieb aus der Schale gehoben wird.

Der Artemia Reaktor

Die professionelle Variante ist das JBL Artemio Set. Es besteht aus einem spitz zulaufenden Gefäß mit einem Hahn am unteren Ende und einem passenden Ständer. Durch die spezielle Form trennen sich die Nauplien von den Eischalen und können dann durch den Hahn einfach abgelassen werden. Eine Luftpumpe, ein Sieb und ein passender Auffangbehälter sind im Set bereits enthalten. Zur dauerhaften Haltung oder zur Zucht von Artemia ist der Reaktor jedoch nicht geeignet.

Vor einiger Zeit war ein Gerät namens „Naupli Star“ auf dem Markt erhältlich. Dabei handelte es sich um eine Konstruktion, die die Nauplienzucht direkt im Aquarium ermöglichte. Durch das ausgeklügelte System kam es zu keiner Durchmischung von Süß- und Salzwasser. Allerdings scheint sich der „Naupli Star“ nicht durchgesetzt zu haben, da er mittlerweile nicht mehr lieferbar ist.

Es geht auch ohne nerviges Blubbern

Wer nur geringe Mengen an Nauplien benötigt, kommt auch ohne Belüftung aus. Das verwendete Zuchtgefäß sollte dann eine möglichst große Oberfläche haben. Eine flache Schale eignet sich am besten.

Welche Rolle spielt Sauerstoff?

Da die Luftpumpe für Bewegung im Wasser sorgt, kommt es automatisch zu einer Anreicherung mit Sauerstoff. Auch die Eierschalen brechen leichter auf und die Schlupfrate wird dadurch verbessert. Wird ein langfristiger Zuchtansatz verfolgt, ist eine dauerhafte Sauerstoffzufuhr obligat, da die Krebse sonst ersticken.

Die Nauplien abtrennen

Die Eier der Artemien sind von Natur aus von einer harten Schale umgeben. Diese verhindert das Austrocknen und ist der Grund für die lange Haltbarkeit. Keinesfalls dürfen Eierschalen oder ungeschlüpfte Eier verfüttert werden. Diese können den Darm der Fische verstopfen und zum Tod führen. Auch das Salzwasser sollte möglichst nicht im Aquarium landen, da es die Wasserqualität beeinflussen kann. Deswegen ist es notwendig, die geschlüpften Nauplien abzutrennen. Je nach verwendetem Gefäß kann sich dieses Unterfangen als etwas knifflig herausstellen.
Grundsätzlich schwimmen die Schalen auf der Oberfläche, während die Eier auf den Boden sinken.

Die Larven befinden sich meist irgendwo dazwischen. Mittels einer Taschenlampe oder anderen Lichtquelle lassen sich die Tiere an einem spezifischen Punkt sammeln und können dann mit einer Spritze oder einem Schlauch abgetrennt werden. Bei der Verwendung der Hobby Aufzuchtschale werden die Schalen im äußeren Ring gesammelt und die Nauplien aus der Mitte entnommen. Dieser Effekt kann auch beim selbstgebauten Ansatz mittels PET-Flasche leicht simuliert werden. Dabei wird die Flasche oben und unten mit Pappe abgedunkelt. In der Mitte verbleibt ein schmaler Streifen, wo sich die Nauplien nach und nach sammeln und dann abgesaugt werden können.

Welchen Vorteil bieten dekapsulierte Artemiaeier?

Wie der Name bereits vermuten lässt, wurden bei dekapsulierten Eiern die harten Schalen entfernt. Dazu werden die Eier mit Chlorlauge gespült, anschließend in Essig gebadet, gespült und getrocknet. Übrig bleiben die ungeschlüpften Nauplien.

Die dekapsulierten Eier lassen sich ganz normal zum Schlupf bringen. Ob die Schlupfrate höher ist als bei normalen Eiern, ist nicht eindeutig dokumentiert. Der große Vorteil ist, dass keine Eierschalen übrig bleiben. Außerdem müssen sich die Nauplien weniger anstrengen und verfügen somit über einen höheren Nährstoffgehalt.

Möchte man die dekapsulierte Artemiaeier direkt verfüttern, sollten sie vorher in Aquariumwasser eingeweicht werden. Dies verhindert, dass die Eier im Fischmagen quellen. Das kann besonders bei Jungfischen zu Problemen führen.

Das Verfüttern

Nauplien werden am besten frisch nach dem Schlupf verfüttert. Durch ihre geringe Größe eigenen sie sich auch wunderbar für Fischbrut. Wichtig ist, darauf zu achten, keine Eierschalen oder ungeschlüpften Eier zu verfüttern und die Nauplien gut mit Leitungswasser zu spülen.

Der Nährwert

Dekapsulierte Eier und frisch geschlüpfte Nauplien gelten als besonders nährstoffreich. Je älter die Nauplien beim Verfüttern sind, desto mehr sinkt der Nährstoffgehalt. Durch Zufütterung mit Spirulinapulver, Brennnesselpulver oder Trockenhefe können die Larven »angefüllt« und somit dem Nährstoffverlust etwas vorgebeugt werden.

Die Haltbarkeit

Originalverpackte Artemiaeier halten jahrzehntelang. Wurde die Verpackung geöffnet, ist es wichtig, die nicht verwendeten Eier luftdicht, dunkel und kühl zu lagern. Ansonsten verschlechtert sich die Schlupfrate zusehends, bis die Eier irgendwann gänzlich verdorben sind. Gute Ergebnisse wurden mit einem Vakuumiergerät und der dauerhaften Lagerung im Gemüsefach des Kühlschranks erzielt.
Die Nauplien überleben ohne Fütterung etwa drei bis vier Tage. Dann ist ihr Futtervorrat aus dem Ei aufgebraucht und sie sterben ab. Tote Nauplien sollten nicht verfüttert werden, da der Verwesungsprozess sehr rasch einsetzt und den Fischen Schaden zufügen kann.

Die dauerhafte Haltung

Wer Gefallen an den kleinen Krebsen findet, kann sie auch in einem separaten Becken großziehen und dauerhaft halten. Dabei sind bereits wenige Liter Wasser ausreichend. Die erste Generation muss zugefüttert werden. Läuft das Becken länger und bilden sich genug Algen, dienen diese den Krebsen dauerhaft als Futterquelle. Wichtig ist hier eine ausreichend große Wasseroberfläche, eine sanfte Belüftung und Sonnenlicht oder eine Aquariumlampe. Für die dauerhafte Haltung ist Meersalz dem Kochsalz vorzuziehen. Die Konzentration sollte zwischen 20 und 35 g/L betragen. Kleine Steine und Sand können das Aquarium optisch auffrischen, müssen aber vor dem Einbringen gut gereinigt werden.

Die kleinen Krebse selbst großziehen

Die winzigen Nauplien zu ausgewachsenen Krebsen heranzuziehen, gestaltet sich manchmal etwas schwierig. Oft benötigt es mehrere Versuche mit unterschiedlichen Parametern (Salzgehalt, Licht, Temperatur) bis es klappt. Sobald die Tiere ausgewachsen sind und gute Bedingungen vorfinden, erweisen sie sich allerdings als sehr robust. Die Ernährung ist wohl einer der wichtigsten Faktoren, bis sich im Becken genügend Algen bebildet haben. Auch die Mulmschicht, die sich am Boden mit der Zeit ansammelt, sollte nur teilweise abgesaugt werden, da sie ebenfalls als Nahrungsquelle dient.
Alternativ kann das Becken ohne Tiere vorbereitet werden und eingefahren werden. Wer sich das Großziehen der Nauplien ersparen möchte, kann auch lebende Tiere aus der Zoohandlung einsetzen. Die Eingewöhnung erfolgt genauso wie bei Aquariumfischen.

Der Zuchtansatz

Möchte man einen selbstlaufenden Zuchtansatz betreiben, wird Folgendes benötigt:

  • eine regelbare Luftpumpe
  • ein kleiner Heizstab
  • eine Lichtquelle oder ein sonniger Fensterplatz
  • Futter in Form von Spirulinapulver oder Trockenhefe
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  • Kein Belüfter oder Pumpe notwendig

Durch die Luftpumpe werden die Nauplien mit Sauerstoff versorgt. Gleichzeitig unterstützt er sie dabei, sich aus dem Ei zu befreien. Es ist unbedingt darauf zu achten, dass die Wasserbewegung nicht zu stark ist, da die empfindlichen Nauplien sonst verletzt werden und verenden. Die optimale Temperatur ist 25 – 29 °C. Zu Beginn ernähren sich die Nauplien selbst, müssen aber spätestens nach drei Tagen zugefüttert werden. Die Lichtquelle unterstützt die Algenbildung im Becken, die ebenfalls als Futter dienen. Erfahrungsgemäß ist es im Sommer mit natürlicher Sonneneinstrahlung leichter, den Zuchtansatz zu erhalten.

Läuft der Ansatz, müssen das verdunstete Wasser regelmäßig nachgefüllt und Futterreste abgesaugt werden. Ein Wasserwechsel ist aufgrund der geringen Größe der Bewohner nicht erforderlich und auch nur sehr schwer möglich.

Sobald die Salinenkrebse ihre Endgröße von rund 1 cm erreicht haben, pflanzen sie sich selbstständig fort. Dies geschieht sowohl sexuell, als auch parthenogenetisch. Dabei kommen lebende Nauplien zur Welt. Eier werden nur gelegt, wenn die Bedingungen nicht optimal sind.

Unser Aquaristik Adventskalender:

5 Kommentare

  1. Habe ein 60 Liter Becken was ich zu einem Brackwasser Becken machen möchte. Salzgehalt weiß ich 1,5kg Meersalz auf 50 Liter.Hätte es auch schön und wollte Pflanzen und zur Hälfte feinen Sand 0.4 Körnung reinbringen. Dazu ein paar Tontöpfe zum Algenansatz und Leuchtsteine hätte ich auch noch? Ach genau eine Luftpume auf minimal gestellt müsste doch auch ruhig durchlaufen können. Das Wasser muss ich doch vorher auflösen (Meersalz,Supermarkt?) Dann wollte ich die geschlüpften Artemia einsetzen ohne Filter.Die Aufzucht Schale könnte ich ja mit dem Sieb am besten in dem 60 Liter Aquarium oben schwimmen lassen zwecks Wasser. Darf ich Trockenhefe füttern und dürfen Seemandelblätter und Pflanzen in Maßen dort rein???? Lg

  2. Hallo
    In was für Wasser kommen die geschlüpften Artemiaeier (Nauplien) zur Weiterzucht?
    Muss das auch Salzwasser sein? Wenn ja: Wieviel Salz auf einen Liter Wasser.
    MfG
    Bernd

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