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Datenblatt Lepidiolamprologus boulengeri |
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Wissenschaftlicher Name: | Lepidiolamprologus boulengeri |
Deutscher Name: | Boulengers Schneckenbuntbarsch |
Herkunft: | Ostafrika, Tanganjikasee |
Größe: | Männchen bis zu 7 cm, Weibchen 5 cm |
Aquarium | |
Länge: | 80 – 100 cm |
Wasserwerte | |
Temperatur: | 24°- 26°C |
PH: | 7,8 – 9,0 |
GH: | 9 – 20 DGH° |
KH: | 15 – 20 KH° |
Verhalten | |
Bereich: | unten |
Futter: | kleine Insektenlarven, Kleinkrebse, Zooplankton Cyclops |
Verhalten: | Brutrevier wird aggressiv verteidigt |
Schwierigkeitsgrad: | Anfänger |
Vorkommen und Lebensraum
Boulengers Schneckenbuntbarsch kommt im Norden des Tanganjikasees an der Küste nördlich von Kigoma (Tansania) vor. Dort hält er sich vor allem vor der Felsküste über Sand- und Schlammflächen in Wassertiefen zwischen 10 und 30 m auf – dort, wo besonders viele leere Neothauma-Schneckenhäuser zu finden sind.
Aussehen und Unterscheidungsmerkmale
Abgesehen von der unterschiedlichen Körpergröße, sind Männchen und Weibchen von Boulengers Schneckenbuntbarsch nicht voneinander zu unterscheiden. Ausgewachsene Männchen werden etwa 7 cm, Weibchen nur ca. 5 cm lang.
Die Körpergrundfärbung ist hell-braun mit einem bläulichen Schimmer in den Flanken. Entlang von Rücken und Körpermitte ist jeweils eine Reihe von dunklen Flecken zu sehen, wobei die beiden Reihen etwas gegeneinander verschoben sind.
Charakteristisch für diesen Schneckenbuntbarsch ist jedoch ein großer schwarzer Fleck etwa in der Mitte der Rückflosse, die außerdem einen orange-gelben Saum hat. Die Afterflosse ist vorne orangegelb gefärbt.
Sozialverhalten
Das Männchen des Boulenger-Schneckenbuntbarsches beansprucht ein eigenes Revier, welches Männchen und Weibchen zur Laichzeit auch vehement gegen jeden Eindringling verteidigt. Er hebt im Sand eine flache Grube von etwa 30 cm Durchmesser aus.
In der Mitte dieser Mulde liegen bis zu 3 leere Schneckengehäuse, die so in den Sand schräg nach oben eingegraben werden, dass nur noch die Schalenöffnung herausschaut. Diese graben, schieben und schaufeln übernimmt das Weibchen.
Diese 3 Schneckengehäuse werden ausschließlich von den Weibchen genutzt; das Männchen ist auch zu groß für die kleine Schalenöffnung. Während das Weibchen sich bei Gefahr ins Schneckenhaus zurückzieht, flieht das Männchen deshalb in einer Felsspalte in der Nähe außerhalb seines Reviers.
Haltung im Aquarium
In einem Becken zwischen 80 und 100 cm Länge – je nach Anzahl der eingesetzten Fische – sollte man ein Männchen mit 2 bis 3 Weibchen der Boulenger-Schneckenbuntbarsches pflegen. Wichtig ist eine wenigstens 5 cm dicke Schicht aus feinem Sand als Bodensubstrat.
Pro Fisch benötigt man 3 bis 4 leere Schneckengehäuse. Das müssen nicht unbedingt Neothema-Schneckengehäuse aus dem Tanganjikasee sein. Die Schneckenbuntbarsche nehmen genauso gerne leere Gehäuse von Weinbergschnecken an.
Das Verteilen der Schneckengehäuse kann man den Fischen überlassen, ebenso wie das Abstecken und Markieren ihres Reviers mit Hilfe von Javamoos-Büscheln, kleinen Steinen und anderem Material.
Folgende Wasserwerte haben sich für die Aquarienhaltung der Boulengers Schneckenbuntbarsche bewährt: Wassertemperatur zwischen 24 und 26 oC, sowie ein mittelhartes bis hartes, kalkreiches Wasser (Gesamthärte zwischen 9 und 20 odGH, Karbonathärte zwischen 15 und 20 oKH) mit pH-Werten zwischen 7,8 und 9,0.
Futter
Im Sand-Litoral des Tanganjikasees ernähren sich diese Schneckenbuntbarsche von kleinen Insektenlarven und Kleinkrebse, sowie Zooplankton vor allem Cyclops. Entsprechend vielseitig sollte man die Fische auch im Aquarium mit Futter versorgen.
Zucht
Während der Laichzeit verteidigt das Männchen das Revier aggressiv gegen jeden Eindringling. Das Weibchen beschränkt sich darauf, die Brut im Schneckengehäuse zu bewachsen.
Das Weibchen legt die bis zu 50 Eier im Schneckenhaus, während das Männchen seien Samenzellen vor der Öffnung des Schneckengehäuses ablegt und diese dann mit seinen Flossen hinein fächelt.
Auch wenn der Dottersack der Fischlarven aufgezehrt ist und die Jungfische frei umher zu schwimmen beginnen, werden sie noch etwa 2 Wochen lang von ihrer Mutter betreut. Man füttert die Jungfische i den ersten Wochen am besten mit Artemia-Nauplien.
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21 Jahre Erfahrung in der Aquaristik. DRTA Autor und mehrfacher Fachbuchautor im Bereich Aquaristik und Terrarienkunde.
Mitglied im Verband Deutscher Vereine für Aquarien- und Terrarienkunde (VDA) e.V.
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