Diskus und Beilbauchfische können gut zusammen gehalten werden. In der Natur leben sie im selben Habitat.

Diskus im Gesellschaftsbecken

Diskus können im Gesellschaftsbecken gehalten werden. Allerdings brauchen Diskus eine Temperatur von mindestens 27°. Sehr oft werden Diskus bei noch höheren Temperaturen gehalten, z.B. 29,5°C bis kurzzeitig 33°C. Diese Temperatur kann aber für den sonstigen Besatz und für die Pflanzen problematisch sein. Außerdem ist der Stoffwechsel von allem Leben in so warmem Wasser höher. Das kann zu stärkerer Wasserbelastung führen. Ansonsten ist gute Wasserqualität, weiches Wasser und ruhiger Fischbesatz notwendig.

Bei Temperaturen von 28 bis 29° können Diskus z.B. mit Schmucksalmlern, Panzerwelsen und Antennenwelsen gehalten werden.

Glühlichtsalmler und Diskus

Nach einem Bericht haben Diskus innerhalb von nicht einmal zwei Monaten einen großen Schwarm Glühlichtsalmler vertilgt. Jeden Morgen, kurz bevor die Beleuchtung anging, haben sie sich gemeinsam ein schlafendes Fischchen herausgepickt und genüsslich zerfleischt. Dann das nächste, bis die Salmler wach waren.

Kakadu-Zwergbuntbarsche und Diskus

Kakadu-Zwergbuntbarsche, Apistogramma cacatuoides, sind sehr friedlich, brauchen einige Versteckmöglickeiten, werden bis zu 10 Zentimeter groß und können Temperaturen bis 29°C gut vertragen. Zur Vergesellschaftung mit Diskus sind sie gut geeignet.

Otocinclus und Diskus

Otocinclus schwimmen Diskus gerne an, um an der Haut zu nagen. Durch den entstehenden Stress sterben immer wieder Diskus.

Panzerwelse und Diskus

Zur Vergesellschaftung mit Diskus eignen sich Panzerwelsarten, die relativ hohe Temperaturen vertragen. Panzerwelse, die problemlos 30°C und kurzzeitig auch mehr, vertragen sind:

Leider sind die meisten Arten selten im Handel und teuer. Für Arten wie Corydoras panda liegt die für Diskus erforderliche Temperatur schon an der Obergrenze der Verträglichkeit.

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Prachtschmerlen und Diskus

Prachtschmerlen können zwar mit Diskus zusammen gehalten werden, sind aber nicht empfehlenswert. Prachtschmerlen sind zeitweise sehr unruhig und schießen im Aquarium hin und her. Das kann die Diskus so erschrecken, dass sie sehr ängstlich werden.

Außerdem fressen Prachtschmerlen sehr schnell. Die Diskus kommen dann zu kurz. Sie lernen zwar, dass sie schneller fressen müssen. Aber schnelles Fressen unter Stress ist für Diskus nicht gerade gesundheitsfördernd.

Man kann evtl. die Prachtschmerlen mit Futtertabletten ablenken und die Diskus füttern, während die Schmerlen die Tabletten fressen. Es besteht dann aber die Gefahr, dass die Schmerlen zu viel fressen und dick und träge werden.

Siamesische Rüsselbarben und Diskus

Ältere Siamesische Rüsselbarben können ruppig und hektisch sein. Weil Diskus es eher ruhig mögen, sollten beide Arten nicht zusammen gehalten werden.

Skalare und Diskus

Ob Skalare und Diskus zusammen gehalten werden können, wird immer wieder kontrovers diskutiert. Dabei stehen im wesentlichen 4 Argumente im Vordergrund:

  • Wasserqualität
  • Temperatur
  • Fressverhalten
  • Parasitengefahr

Wasserqualität

Diskus stellen insgesamt höhere Ansprüche an die Wasserqualität als Skalare. Die vereinfachte Regel, wonach das Wasser für Diskus warm, weich und sauer sein muss, trifft meistens zu. Diskus werden manchmal zwar erfolgreich in härterem Wasser gehalten, aber das ist nicht die Regel. Diskus sollten nicht dauerhaft bei Härtegraden über 5° dGH 5 gehalten werden. Das Wasser sollte deutlich weicher sein. Skalare können je nach Herkunft auch bei höheren Härtegraden gehalten werden. Das hängt davon ab, ob es sich um Wildfänge handelt, oder um Tiere aus einer Zucht über viele Generation in härterem Wasser.

Außerdem reagieren Diskus in der Regel auf den Mikrobenbesatz in einem Aquarium empfindlicher. Selbst in einem Aquarium, das gut, aber nicht überbesetzt ist, kann der Mikrobenbesatz für Diskus auf Dauer schon zu groß sein. Eine gute Filterung und ein geringer Fischbesatz sind für die Diskushaltung wichtig.

Temperatur

Weit verbreitet ist die Annahme, dass Diskus Dauertemperaturen von mind. 29° benötigen. Manche Aquarianer halten Diskus bei deutlich über 30°. Andere Aquarianer halten Diskus bei 27 – 29°.

Skalare werden meistens bei geringeren Temperaturen gehalten. Höhere Temperaturen schaden Skalaren aber nicht. Übrigens auch Roten Neons nicht, die ebenfalls oft mit Diskus vergesellschaftet werden.

Für Altum-Skalare gehen die Temperaturempfehlungen auch auseinander. Nach vielen Empfehlungen, auch in der Literatur sollten Altum-Skalare ebenfalls bei hohen Temperaturen gehalten werden. Andere Aquarianer halten Temperaturen von 25° bei Nacht und 28° bei Tag für ausreichend.

Eine konstante Temperatur zwischen 27 und 28 °C ist nach vielen Erfahrungen nicht nur problemlos, sondern sogar sehr gut geeignet für die dauerhafte Pflege von Skalaren und Diskus.

Fressverhalten

Skalare sind eher gierige Fresser. Wenn Futter in das Aquarium kommt, stürzen sie sich darauf. Wenn das Futter schmeckt, schlagen sie sich schnell den Bauch voll. Altum-Skalare fressen nicht ganz so hektisch, dafür aber umso mehr.

Diskus fressen eher wählerisch. Sie brauchen länger zur Auswahl des Wurmes, den sie verschlingen wollen. Sie fressen auch Futter vom Boden, das sich vorher sozusagen aufpusten um zu schauen, ob es ihnen zusagt.

Zu diesem Gesichtpunkt einer Vergesellschaftung gibt es positive und negative Beispiele. Manchmal bekommen die Diskus genug Futter ab, manchmal kümmern die Diskus. Die Gefahr des Kümmerns scheint aber recht groß zu sein.

Vieles hängt von den Gewohnheiten und dem Gesundheitszustand der Diskus ab.

Parasitengefahr

Immer wieder findet die Vermutung oder Befürchtung, dass Skalare bestimmte Darmparasiten beherbergen sollen. Angeblich erkranken Skalare nicht, übertragen die Parasiten aber auf Diskus, die daran erkranken und sterben.

Bisher konnte nicht konkret bewiesen werden, dass es solche Parasiten gibt.

Sonstige Argumente

Prinzipiell sollte noch über die Endgröße der Diskus nachgedacht werden. Wenn die Tiere etwa 18 Zentimeter lang werden, benötigen die schon einigen Platz. Regelwerte sind 50 bis 80 Liter pro Diskus. Weniger als 50 Liter pro Diskus sollten auf keinen Fall zur Verfügung stehen.

Damit wäre z.B. ein 250 Liter Aquarium, mit ca. 200 bis 220 Liter tatsächlichem Wasserinhalt schon alleine mit 4 Diskus voll.

Sowohl Diskus als auch Skalare haben ein relativ ausgeprägtes innerartliches Sozialverhalten. Sie sollten daher immer in einer größeren Gruppe von mindestens 5 bis 6 Tieren gehalten werden. Daraus ergibt sich ein Gesamtbestand von 10 bis 12 Tieren. Bei einer unteren Grenze von etwa 50 Liter pro Tier, muss das Aquarium 500 bis 600 Liter Inhalt haben.

Sturisoma und Diskus

Sturisoma saugen sich gerne an der Diskushaut fest. Vermutlich werden sie wie andere Fische auch, vom Duft der Haut angezogen. Versuche, den Sturisoma Alternativen zum Saugen anzubieten, wie Bambus, veralgtes Moorkienholz und Mangrovenholz usw., scheitern normalerweise.

Sturisoma fressen auf den Boden gefallenes Futter meistens sofort aus. Weil Diskus langsamer sind, als die Welse, bekommen sie nicht genug Futter ab und kümmern.

Wabenschilderwelse und Diskus

Auch Wabenschilderwelse gehören zu den Fischarten, die sich an Diskus festsaugen.

Diskus und Fische mit Saugmaul

Alle Fische mit Saugmaul, z.B. Otocinclus, Sturisoma, Peckoltia, Farlowella, Siamensis, Saugschmerlen usw. können irgendwann Gefallen daran finden, sich an den langsam schwimmenden und großflächigen Diskus festzusaugen.

Spätestens wenn ein Fisch sich am Diskus festsaugt, müssen die Tiere voneinander getrennt werden. Möglichst sogar, bevor es dazu kommt. Diskus können durch das Festsaugen verletzt werden.

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Welse und Diskus

Saugende Welsarten sind für die Vergesellschaftung mit Diskus nicht geeignet. Früher oder später kommen diese Arten auf den Geschmack und saugen sich an Diskus fest. Geeignet sind Panzerwelse (s.o.), die höhere Temperaturen verkraften, und einige andere Welsarten, insbesondere Harnischwelse, z.B.:

  • Gelbsaumwels, Baryancistrus sp. (L18/81/L85)
  • Sonnenwels, Scobinancistrus aureatus (L14)
  • Zebra-Harnischwels (L 46), Hypancistrus zebra
  • Hypancistrus sp. (L260)
  • L 46
  • P. nigrolineatus
  • L204
  • L114
  • L22
  • Golden Nugget
  • Blauaugenharnischwels
  • Ancistrus hoplogenys
  • L200

Einige dieser Arten haben aber auch Nachteile, fressen z.B. Pflanzen. Bitte deshalb die Artbeschreibungen lesen.

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