Amanogarnelen

Aussehen und Merkmale der Amanogarnele

Amanogarnele
Quelle: Bild auf Wikimedia Commons Lizenz: CC Attr. SA 2.5 Urheber: Richard Bartz 

Caridina multidentata, eher bekannt als Amanogarnelen oder kurz Amano, gehören zum primitiven Fortpflanzungstyp.

Die Eier sind relativ klein und die Larven können sich nur in Meerwasser entwickeln.

Die „echteAmanogarnele erkennt man, gegenüber der „unechten„, am längerem Rostrum (Nase).

Ausgewachsene Amanogarnelen sind durch ihre Größe, das markante Punkt-Strich Muster, den kleinen Eiern an den Schwimmbeinen trächtiger Weibchen und z.T. bläulichen Körperfarben recht gut zu erkennen.

Für eine exakte Artbestimmung werden, neben der entsprechenden Fachliteratur, ein gutes Mikroskop und Grundkenntnisse der Garnelenanatomie benötigt.

Amanogarnele
Quelle: Bild auf Wikimedia Commons Lizenz: CC Attr. SA 2.5 Urheber: Richard Bartz

Wie so eine Bestimmung aussehen kann, kann man am Beispiel einer Rückenstrichgarnele ansehen.

Nicht alle Amanogarnelen sind gleich intensiv gefärbt.

Diese Unterschiede sind vor allem unmittelbar vor bzw. nach der Häutung am deutlichsten zu beobachten.

Je nach Ernährungszustand, Alter, allgemeinem Wohlbefinden etc. variiert die Färbung.

Woher der Name Amanogarnelen stammt

Die Tiere werden Amanogarnelen genannt, weil Takashi Amano sie in seinen Naturaquarien häufig verwendet.

Geschlechtsunterschiede

weibliche Amanogarnele
weibliche Amanogarnele
Foto: Norbert Heidbüchel
männliche Amanogarnele
männliche Amanogarnele
Foto: Norbert Heidbüchel

Bei Männchen besteht die untere Punktreihe aus deutlich abgetrennten und relativ klaren Punkten.

Bei Weibchen besteht die untere Punktreihe aus ineinander übergehenden und nicht klar erkennbaren Punkten. Zudem sind die Weibchen erheblich größer als die Männchen.

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Verhaltensweisen der Amanogarnelen

Amanogarnele
Quelle: Bild auf Wikimedia Commons Lizenz: gemeinfrei Urheber: Tsunamicarlo

Amanogarnelen sind gesellige Tiere, sie grasen gemeinsam den Bodengrund, Pflanzenblätter usw. ab.

Im Vergleich zu anderen Garnelenarten sind sie weniger ängstlich. Sie laufen sogar ohne weiteres über Hände etc. des Pflegenden.

Die männlichen Tiere schwimmen wild durch das Becken, sobald das Weibchen ihre Pheromone verbreitet und damit ihre Empfangsbereitschaft zeigt.

Haltung der Amanogarnele

Amanogarnele
Foto: Norbert Heidbüchel

Man sollte immer mehrere Tiere dieser Art pflegen. 5 Tiere sind mindestens zu empfehlen.

Vergesellschaften lässt sich die Amaonogarnelen mit allen friedlichen Fischen, Welsen etc..

Vor der Vergesellschaftung müssen Wasserwerte, Temperatur usw. bedacht werden.

Geeignete und zahlreiche Verstecke muss man ihnen anbieten, damit sie sich zurückziehen können, wenn Fische beispielsweise zu aufdringlich werden.

Sind größere Tiere im Aquarium, z. B. Skalare, verstecken sich Amanogarnelen gerne unter Pflanzen, Wurzeln, Steinen oder anderen Dekorationsgegenständen, so dass sie fast unauffindbar sind.

Manchmal halten sie sich auch in Röhren passender Größe auf, die an beiden Enden offen sind. In Höhlen gehen sie kaum.

Futter für Amanogarnelen

Amanogarnele
Foto: Claudia

In einem gut bepflanzten Aquarium, in dem nicht jedes abgestorbene Blatt sofort entfernt wird und in dem Fische gefüttert werden, müssen Amanogarnelen in der Regel nicht speziell gefüttert werden. Die Amanos holen sich ihren Anteil am Futter. Amanos sind Allesfresser. Alles, was ihnen vor die Scheren kommt, wird gefressen.

Amanogarnelen fressen Algen. Algen sollten in einem Aquarium mit Amanogarnelen nicht als Plage angesehen werden. Eigentlich gehören Algen sogar zu dem Biotop, dass Aquarienbesitzer anstreben. Ein Aquarium ist kein OP oder Reinraum. Sie fressen aber nicht jede Algenart. Anscheinend haben sie von Tier zu Tier einen eigenen Geschmack. Mal wird eine bestimmte Art Alge verspeist und mal nicht, eben je nach Geschmack. Falls nicht vorhanden, sollte man ihnen immer wieder mal Algen anbieten. Diese gibt es in Tablettenform usw.

Oft bevorzugen sie sogar angebotenes Futter. Je mehr normales Futter sie bekommen, desto weniger Algen fressen sie. Wobei sie nicht zurückschrecken, anderen Mitbewohnern im Aquarium das Futter abzujagen.

Pflanzen fressen Amanos nicht. Sie fressen nur dann die Blätter der Pflanzen, wenn diese bereits am Absterben sind. Sie zupfen aber auch an Stellen, an denen mit bloßen Augen keine Algen zu sehen sind. Vermutlich fressen sie dabei mikroskopische Algenbeläge oder Mikroorganismen.

Amanogarnele
Amanogarnele Quelle: Bild auf Wikimedia Commons Lizenz: CC Attr. SA 3.0 Urheber: Przemys?aw Malkowski

Amanogarnelen kann recht gut angesehen werden, ob zugefüttert werden muss.

Weil die Tiere recht durchsichtig sind, kann man den Darm gut erkennen.

Der Darm ist der dunkle Strich kurz unter dem Rücken, der bis fast zum Schwanzfächer verläuft.

Ist der Darm durchgängig gefüllt, muss nicht zugefüttert werden.

Sind Lücken in dem braunen Darmkanal zu erkennen, muss zugefüttert werden.

»Alle Amanogarnelenen anzeigen

Geeignetes Futter:

  • Garnelenfutter, z. B. in Tablettenform und als kleine Perlen
  • Algen
  • Algentabletten
  • Plankton
  • Gurken, evtl. leicht überbrühen, damit sie absinken
  • Salat
  • Paprika, mit der Gabel zerquetschen
  • Flockenfutter
  • Granulatfutter
  • Spirulinatabletten
  • Algae Wafers von Hikari
  • Schwarze Mückenlarven gelegentlich
  • Rote Mückenlarven gelegentlich
  • Tetra Minitabs
Amanogarnele
Amanogarnele Quelle: Bild auf Wikimedia Commons Lizenz: CC Attr. SA 3.0 Urheber: sannse

Tablettenfutter hat den Vorteil, dass es auf den Boden sinkt und dort von den Amanos gut gefressen werden kann.

Frostfutter für Garnelen kann aus zerkleinertem Gemüse, sehr wenig Fischfleisch und Agar Agar selbst hergestellt werden. Agar Agar ist ein Geliermittel auf Algenbasis. Das Futter lässt sich gut in Eiswürfelformen einfrieren und behält bei richtiger Agar Agar-Menge die Festigkeit auch unter Wasser.

Damit alle Garnelen etwas vom Futter abbekommen, kann es im Aquarium etwas verteilt werden. Auch Spirulinatabletten können verteilt werden, wenn ein feines und scharfes Messer zur Hand ist.

Amanogarnele:

Optimale Wasserwerte für Caridina multidentata

Bei den Wasserbedingungen sind sie recht anspruchslos.

Geeignete Wasserwerte:
  • Temperatur: 16 – 27°C
  • pH-Wert: 6,0 – 8,0
  • Gesamthärte: bis 20° dgH
  • Karbonhärte: bis 16° dH
Amanogarnele
Amanogarnele Foto: Stefanie Prinz

Nitrat und Nitrit sollten im Auge behalten werden, aber eine noch größere Rolle spielt dabei Ammoniak! Stickstoff im Wasser ist Gift für Amanos. Sie bekommen dann eine Art Gelenkstarre, wie ein Ritter mit rostiger Rüstung. Leider ist das nicht so lustig, wie es sich anhört, sondern tödlich. Wenn die Tiere milchig weiß werden, gibt es keine Chance mehr.

Empfindlich sind Amanogarnelen bei Schwermetallen, besonders Kupfer. Daher ist im Gesellschaftsbecken Vorsicht bei Medikamentengabe geboten.
Düngerwolle oder Bleiringe von Pflanzen sollten entfernt werden.

Amanogarnelen scheinen wie alle Garnelen auf ein gewisses Mindestmaß an Iod im Wasser angewiesen zu sein, sonst kommt es zu Häutungsschwierigkeiten. Deutschland ist aber ein ausgewiesenes Iodmangelgebiet. Bei Häutungsproblemen kann eine Iodzugabe sinnvoll sein.

Amanogarnelen ein- und umsetzen

Nach einigen Angaben vertragen Caridina multidentata hohe Nitrit- und Nitratwerte. Von Takashi Amano werden sie zur Vorbeugung gegen Algen schon in den ersten Tagen in neu eingerichtete Aquarien eingesetzt, wie z. B. in dem Buch „Ihr Hobby Naturaquarien“ von Takashi Amano aus dem Bede-Verlag beschrieben ist.

Weil innerhalb der Einfahrphase eines Aquariums selten Algenplagen entstehen, kann mit dem Einsetzen der Amanogarnelen aber durchaus gewartet werden, bis das Aquarium eingefahren ist.

Man sollte Amanogarnelen, wie auch Fische, langsam umsetzen. Z. B. kann man Wasser aus dem Aquarium durch einen gedrosselten Luftschlauch zu den Garnelen laufen lassen. Wenn etwa 3/4 des Wassers Aquarienwasser ist, wird das Wasser bei den Garnelen weitgehend abgegossen, damit man kein Fremdwasser in das Aquarium bekommt. Dann werden die Garnelen eingesetzt.

Amanogarnelen können aus dem Aquarium fliehen

Amanogarnele
Foto: Norbert Heidbüchel

Oftmals wird berichtet, dass Amanos aus dem Aquarium klettern.

Dabei klettern sie auch glatte Gegenstände hoch. Sie fliehen vermutlich nur, solange sie noch neu im Aquarium sind. Wenn sie sich eingewöhnt haben, krabbeln sie in der Regel nicht mehr aus dem Aquarium heraus.

Auf der sicheren Seite ist man natürlich mit einem abgedichteten Aquarium. Z. B. können für die Übergangszeit Fliegengitter, Erdbeerschutzgitter oder Ähnliches über das Aquarium gespannt werden.

Amanogarnelen vermehren

Ausgewachsene Amanogarnelen leben in Süßwasser. Die Larven benötigen zur Entwicklung Salzwasser. In der Natur lassen die Garnelen die Eier im Süßwasser frei. Die Larven schlüpfen sofort und werden von der Strömung in Richtung Meer transportiert. Im Meer wachsen die Larven auf, wobei sie verschiedene Stadien durchlaufen. Wenn sie das Garnelenstadium erreicht haben, wandern sie nach einiger Zeit stromaufwärts.

Paarung

Haut einer Amanogarnele
Haut einer Amanogarnele Foto: Stefanie Prinz

Amanogarnelen paaren sich alle vier bis sechs Wochen.

Die Paarung erfolgt in der Regel kurz nach der Häutung eines Weibchens. Paarungsbereite Weibchen geben Lockstoffe in das Wasser.

Die Männchen schwimmen teilweise stundenlang ohne Pause ständig hin und her und verfolgen paarungsbereite Weibchen.

Ein Männchen schleicht sich immer wieder von hinten an das etwas größere und kräftigere Weibchen an. Dieses wehrt das Männchen leicht ab und dreht sich etwas, so dass das Männchen es nicht von hinten zu packen bekommt.

Nach mehreren Anläufen gelingt es aber doch. Das Männchen packt das Weibchen von hinten und hält es fest. Starke Bewegungen der hinteren Schwimmfüsse des Männchens sind zu sehen. Es dauert einige Sekunden, dann lässt das Männchen los. Einige Tage nach der Paarung trägt das paarungsbereite Weibchen sichtbar Eier.

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Die Paarung:

Männchen belagern ein Weibchen:

Weibchen mit Eiern:

Trächtige Weibchen

Eier tragende Amanogarnele
Eier tragende Amanogarnele Vergrößerung Foto: Norbert Heidbüchel

Die Eier haften zwischen den Schwimmfüssen, unter dem Hinterleib und sind deutlich als Eier erkennbar.

Die Garnele bewegt die Eipakete ständig, um Frischwasser zuzuführen.

Das Weibchen biegt sich häufig und bearbeitet die Eier scheinbar mit ihren Beinen.

Im Laufe ihrer Entwicklung wechselt die Farbe der Eier von dunkelgrau bzw. dunkelgrün zu hellgrau bis fast durchsichtig.

Es gibt Berichte, nach denen die Eier dunkel geblieben sind.

Andere Berichte schreiben von anfangs rosa Eiern, die immer dunkler werden.

Amano-Garnele
Amano-Garnele (Weibchen)  Quelle: Bild auf Wikimedia Commons Lizenz: CC Attr. SA 3.0 Urheber: Katarzyna Motyka

Abhängig von der Temperatur tragen die Weibchen vier Wochen. Die Larven werden manchmal jedoch schon nach zwei Wochen freigegeben. Manchmal geben die Weibchen innerhalb weniger Stunden alle Eier ab.

Manchmal dauert die Eiabgabe eine Woche lang. Die Eiabgabe kann möglicherweise durch Wasserwechsel mit kühlem Wasser angeregt werden.

Die Larven sind extrem winzig, schwimmen kopfüber und sehen aus wie kleine Fallschirme. Die Larven schwimmen zum Licht. Die Larven können leicht mit Hüpferlingen verwechselt werden, die aber meistens an den Scheiben sitzen.

Trächtige Amanogarnele:

Larvenstadien bei Amanogarnelen

Amanogarnele Larve
Larve von Caridina multidentata Quelle: Bild auf Wikimedia Commons Lizenz: gemeinfrei Urheber: Rchampagne

Amanolarven durchlaufen innerhalb von vier bis sechs Wochen neun verschiedene Larvenstadien, bevor sie endgültig zu Junggarnelen werden.

Die Larvenstadien können nur mit einem Mikroskop beobachtet und unterschieden werden.

Das erste Zoea Stadium (1. bis max 10. Tag):
Die Larven sind etwa 1,55 mm lang. Das charakteristische Merkmal dieses Larvenstadiums sind die ungestielten Augen, das Fehlen der Schreit- und Schwimmbeine (lediglich der Ansatz des ersten Schreitbeines ist erkennbar) und die unsegmentierten Antennen.

Das Zweite Stadium (4. bis 13.Tag):

Länge 1,76 mm. Augen gestielt und beweglich, das erste Schreitbeinpaar wird als gegabeltes Anhängsel erkennbar, Ansatz des 2. Schreitbeines erkennbar.

Die Larven des ersten und zweiten Stadiums nehmen keine Nahrung auf! Die Larven leben vom Energievorrat aus dem Ei. Bei der Zucht sind diese beiden Stadien wohl auch dadurch heikel, dass oft zu früh mit der Fütterung begonnen wird. Dadurch kommt es zu einer Belastung des Wassers mit Nährstoffen und Bakterien.

Drittes Stadium (6. bis 14. Tag):
Länge 1,78 mm. Antennenbasis besteht aus drei Segmenten, 2. Schreitbein gegabelt, Ansatz des 3. erkennbar, Schwanzfächer vom 6. Abdominalsegment getrennt.

Viertes Stadium (10. bis 18.Tag):
Länge 2,1 mm. 3. Schreitbein gegabelt, Ansatz des 4. erkennbar.

Fünftes Stadium (12. bis 22. Tag):
Länge 2,21 mm. 4. Schreitbein gegabelt, Ansatz des 5. erkennbar.

Sechstes Stadium (14. bis 29. Tag):
Länge 2,76 mm. 5. Schreitbein gegabelt, Anätze der Schwimmbeine erkennbar.

Siebtes Stadium (15. bis 31. Tag):
Länge 2,95 mm. Schwimmbeine gegabelt.

Achtes Stadium (16. bis 33. Tag):
Länge 3,9 mm. Schwimmbeine breiter.

Neuntes Stadium (22. bis 35. Tag):
Länge 5,01mm. Scheren der ersten beiden Schreitbeine werden erkennbar, Schwimmbeine fast fertig ausgebildet.

Erstes Juveniles Stadium (24. bis 28. Tag):
Länge 4,83 mm. Exopoden der Schreitbeine reduziert, Ausbildung der Pinsel an den Scheren. Aussehen ähnlich der erwachsenen Garnele, an benthische Lebensweise angepasst.

Zucht

Zuchtbecken

Zuchtbecken für Amanogarnelen
Ein Aufbau zur Nachzucht von Amanogarnelen (Caridina multidentata). Quelle: Bild auf Wikimedia Commons Lizenz: gemeinfrei Urheber: Rchampagne

Eine kleine Gruppe Weibchen und Männchen wird in einem Aquarium gehalten.

Für drei Weibchen und zwei Männchen eignet sich schon ein 12 Liter Aquarium aus Glas. Damit Garnelen und Larven gut beobachtet werden können, wird das Becken nur sparsam eingerichtet und bepflanzt.

Einige Garnelenröhren, die es fertig im Handel gibt, und ein kleines Zwergspeerblatt reichen aus. Der Boden kann aus Sand oder Kies bestehen.

Ein Filter ist nicht notwendig. Ein Sauerstoffstein reicht aus, um für leichte Wasserbewegung zu sorgen. Einmal in der Woche wird 50% oder mehr Wasser gewechselt.

Eine Heizung ist nur notwendig, wenn die Temperatur unter ca. 21° sinkt. Eine Beleuchtung ist sinnvoll, um die Larven erkennen zu können.

Als Abdeckung kann die Glasscheibe eines passenden Bilderrahmens verwendet werden.

Aufzuchtbecken

Als Aufzuchtbecken reicht ebenfalls ein 12 Liter Aquarium aus Glas. Das Becken wird möglichst hell und sonnig aufgestellt, z. B. auf einer Fensterbank. Im Sommer sollte eine Möglichkeit zur Abschattung vorhanden sein. Mit einer Heizung wird die Temperatur auf ca. 23° gehalten. Mit einem Luftschlauch wird je Sekunde ca. eine Luftblase in das Becken gelassen, um das Wasser leicht zu bewegen. Als Abdeckung kann die Glasscheibe eines passenden Bilderrahmens verwendet werden.

Osmosewasser wird mit 25 Gramm Salz je Liter aufgesalzt und in das Becken gefüllt. Durch den hellen Stand veralgt das Aufzuchtbecken mit der Zeit. Das Wasser soll kräftig grün werden, so dass die Larven im Futter schwimmen. Dauert es zu lange, bis Algen das Wasser grün färben, können einige Tropfen flüssige Algennahrung, z. B. JBL ArtemioFluid, die Algenbildung anregen.

Im Aufzuchtbecken wird nur verdunstetes Wasser durch Osmosewasser ersetzt. Es wird kein Wasser gewechselt. Wenn eine oder mehrere Larvengenerationen aufgezogen wurden, wird das Aufzuchtbecken mit heißem Wasser gereinigt und neu aufgesetzt.

Die Larven umsetzen

Amanogarnele Larve
Amanogarnele Quelle: Bild auf Wikimedia Commons Lizenz: gemeinfrei Urheber: Rchampagne

Die Larven werden so schnell wie möglich aus den Zuchtbecken in das Aufzuchtbecken gesetzt. Die Larven verkraften den unterschiedlichen Salzgehalt und leichte Temperaturunterschiede ohne Probleme.

Wenn im Zuchtbecken viele Larven sind, schaltet man die Beleuchtung aus. Mit einer Taschenlampe leuchtet man in eine Ecke des Aquariums. Nach einiger Zeit sammeln sich die Larven dort. Mit einem Luftschlauch können die Larven von dort in ein Auffanggefäß aus Glas abgesaugt werden. Das ausfließende Wasser darf nicht von oben in das Auffanggefäß platschen. Der Schlauch muss in Bodennähe gehalten werden, damit die Larven nicht verletzt werden. Mit einem Luftschlauch und einer Einwegpipette kann z. B. ein Trichter gemacht werden. Die Larven merken die Strömung dann nicht so stark und werden mitgerissen. Anschließend werden sie zur Aufzucht in Meerwasser gesetzt.

Setzen die Weibchen über einen längeren Zeitraum nur jeweils wenige Eier frei, werden die einzelnen Larven mit einem feinen Artemiasieb aus dem Zuchtbecken geholt.

Amanogarnele Quelle: Bild auf Wikimedia Commons Lizenz: gemeinfrei Urheber: Rchampagne

Zunächst wird eine Glasschüssel mit Wasser aus dem Aufzuchtbecken gefüllt. Das Sieb wird in einiger Entfernung vorsichtig unter einer Larve positioniert.

Dabei darf keine starke Strömung entstehen. Die Larven rollen sich sonst schnell zusammen und schnellen ein gutes Stück weit an eine andere Position. Ist das Sieb unter einer Larve, wird das Sieb mit einer schnellen Bewegung aus dem Wasser genommen. Wird das Sieb leicht schräg gehalten, bleibt nur wenig Wasser im Sieb und idealerweise auch die Larve. Einige Übung ist hierbei erforderlich.

Damit das Salzwasser nicht durch Wasser aus dem Zuchtbecken verdünnt wird, lässt man das Wasser im Sieb weitgehend durch das Sieb zurück in das Zuchtbecken laufen.

Dann wird das Sieb leicht schräg in die Glasschüssel getaucht und wieder heraus gezogen, so dass die Larve leicht in die Schüssel gespült wird.

Sind alle Larven aus dem Zuchtbecken gefischt, wird die Glasschüssel leicht schräg in das Aufzuchtbecken gehalten, damit das Wasser in das Aufzuchtbecken fließt.

Die Larven aufziehen

Junge Amanogarnele
Junge Caridina multidentata im Alter von einem Monat. Quelle: Bild auf Wikimedia Commons Lizenz: gemeinfrei Urheber: Rchampagne

Für die Aufzucht der Larven sind keine weiteren Eingriffe erforderlich.

Wenn das Wasser kräftig grün ist, haben die Larven genug Nahrung.

Wasserwechsel sind nicht erforderlich.

Nach einigen Wochen finden sich entwickelte Junggarnelen im Aufzuchtbecken.

Wenn diese ca. 1 bis 2 Zentimeter groß sind, können sie direkt vom Salzwasser ins Süßwasser gesetzt werden.

Besondere Maßnahmen zur Anpassung sind nicht erforderlich.

Einige Kurzhinweise

Amanogarnele
Amanogarnele Foto: Christoph Besser

Es sollten nur Glasaquarien und Glasgefäße verwendet werden. In Plastikbecken gelingt die Zucht schlecht oder gar nicht. Möglicherweise löst Salzwasser Stoffe aus dem Plastik, die für die Larven tödlich sind.

Temperaturen über etwa 30° scheinen den Junggarnelen nicht zu behagen. Sie rasen bei solchen Temperaturen durch das Aufzuchtbecken.

25 Gramm Salz je Liter scheinen die Untergrenze für ordentliche Zuchterfolge zu sein. Mit höherem Salzgehalt bis ca. 35 Gramm Salz muss experimentiert werden. Als Salz sollte bevorzugt Salz für Salzwasseraquarien verwendet werden.

Osmosewasser ist vermutlich nicht unbedingt erforderlich.

Einige Tropfen Spurenelemente für Meerestiere unterstützen evtl. die Entwicklung.

Eine Markierung der Wasseroberfläche im Aufzuchtbecken ist sinnvoll, damit die Wasserverdunstung bequem überwacht und ggf. ausgeglichen werden kann.

In gut veralgtem Wasser sind die Larven und sogar die Junggarnelen nur sehr schwer zu sehen.

Amanogarnele
Amanogarnele Quelle: Bild auf Wikimedia Commons Lizenz: CC Attr. SA 3.0 Urheber: BS Thurner Hof

Wenn nach Anfangserfolgen keine Larven mehr durchkommen, sollte das Aufzuchtbecken neu aufgesetzt werden.

Eine Styroporplatte hinter dem Aufzuchtbecken kann im Winter nachts zur Isolierung und im Sommer tagsüber zur Abschattung bei hohen Temperaturen dienen.

Das Algenwachstum sollte möglichst nicht durch Dünger verstärkt werden. Höchstens sollten einige Tropfen direkt nach Neueinrichtung verwendet werden. Während Larven im Becken sind, sollte auf Dünger verzichtet werden.

So lange das Wasser grün ist, sollten die Larven nicht zusätzlich gefüttert werden. Zusätzliche Nahrung sollte nur im Notfall verwendet werden, wenn Larven, aber keine Algen vorhanden sind.

Das Artemiasieb sollte möglichst viereckig sein. Die Larven lassen sich dann besser an der Aquarienscheibe entlang hochheben. Bei runden Sieben springen sie noch schneller weg.

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