Was Blätter im Aquarium bewirken

Blätter säuern durch ihre Huminstoffe das Wasser an, so dass der pH-Wert sinkt. Wie stark der pH-Wert sinkt, hängt von der Karbonathärte (KH) und der verwendeten Menge an Laub ab. Nur bei niedrigen KH-Werten unter KH 4 kann eine deutliche Senkung des pH-Werts beobachtet werden. Zusätzlich wirken Blätter leicht antibakteriell.

Welche Tierarten mögen Blätter?

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In vielen tropischen Bächen und Seen liegen mehrere dicke Blattschichten auf dem Bodengrund. Einge Fischarten haben sich an diese Umgebung angepasst und fühlen sich in entsprechend eingerichteten Aquarien besonders wohl. Dazu gehören Bratpfannenwelse und Apistogramma-Arten (Zwergbuntbarsche). Apistogramma verstecken ich gerne unter und zwischen den Blättern. Für Pelviachromis werden Blätter ebenfalls empfohlen.

Durch die Abdunklung des Bodengrundes mit Blättern kommen die Farben vieler Fischarten, z. B. von Apistgramma-Arten, gut zur Geltung.

Einige Welsarten, z. B. Hexenwelse und junge Ancistrus sowie Garnelen fressen gerne an Blättern selbst oder auf den Blättern lebende Kleinstlebewesen.

Auch auf Wasserflohzuchten wirken Blätter positiv.

Wie Blätter im Aquarium verwendet werden

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Im Aquarium werden die Blätter einfach auf die Wasseroberfläche gelegt. Nach einigen Tagen sinken die Blätter auf den Bodengrund ab, wo sie sich langsam zersetzen.

Die verwendeten Blätter sollten abseits von stark befahrenen Straßen gesammelt werden. Im Herbst können trockene Blätter, die noch an den Bäumen hängen, gesammelt werden. Auch abgefallene Blätter können verwendet werden.

Blätter aus Tümpeln oder Bächen sind schon gut gewässert und sinken schnell ab. Sie sollten aber vor der Verwendung gründlich mit Wasser gereinigt werden, da noch Schlamm, Aststückchen und allerlei Getier daran haftet. Bei Blättern aus Tümpeln und Bächen muss darauf geachtet werden, dass keine Schädlinge, wie Gelbrandkäfer oder Libellenlarven, in das Aquarium eingeschleppt werden. Anhaftende Mückenlarven usw. werden gerne von den Fischen gefressen. Trockene Blätter können zur Reinigung mit heißem Wasser kurz abgespült werden.

Die Blätter können zur Sicherheit auch abgekocht werden. Dabei werden etwaige Verschmutzungen gelöst, Pilze abgetötet usw. Die Blätter sinken dann auch sofort auf den Boden. Durch das Abkochen werden allerdings einige der erwünschten Stoffe zerstört bzw. entfernt. Abgekochte Blätter färben das Aquarienwasser deshalb weniger stark gelbbraun. Ob dies gewünscht ist, hängt vom konkreten Einsatzbereich ab.

Die Färbung ist ebenfalls von der Blattart abhängig. Nicht alle Blattarten färben das Wasser. Eichen- und Buchenblätter färben das Wasser, aber unterschiedlich stark.

Blätter aufbewahren

Im Herbst gesammelte Blätter werden locker in eine Kunststofftüte gefüllt und eingefroren. Die Blätter müssen dafür absolut trocken sein. Die Kälte stoppt den Zersetzungsprozess.
Alternativ werden die Blätter trocken und locker geschichtet aufbewahrt. In Kunststofftüten sammelt sich leicht Feuchtigkeit, die zu Schimmelbefall auf den Blättern führen kann.

Welche Blätter verwendet werden können

Im Prinzip eignen sich Blätter von fast allen Bäumen, auch von Obstbäumen. Verwendet werden vertrocknete Blätter, die noch am Baum hängen oder bereits abgefallen sind. Frische, grüne Blätter direkt vom Baum sind weniger geeignet, auch wenn sie anschließend getrocknet werden. Die Farbänderung der Blätter im Herbst wird durch den Abzug des vorhandenen Chlorophylls aus den Blättern verursacht. In frischen gepflückten Blättern ist das Chlorophyll noch vorhanden, so dass diese Blätter zumindest nicht die oft gewünschte dunkle Färbung annehmen. Im Prinzip sind frische Blätter zwar auch verwendbar, aber es ist nicht sicher, welche evtl. nicht erwünschten Stoffe damit in das Aquarium gebracht werden. Das gilt besonders für „milchhaltige“ Pflanzen, also auch eine Reihe von Zimmerpflanzen. Rhododendronblätter halten vermutlich zwar am längsten, aber es ist nicht sicher, ob die enthaltene Wolfsmilch schädlich ist. Es gibt Berichte von Todesfällen bei Teichfischen, nachdem Grünschnitt in den Teich gefallen war. Andererseits werden lange braun gewordene Blätter ohne Fischverluste in Aquarien verwendet.

  • Buchenblätter
  • Eichenblätter
  • Ahornblätter
  • Kastanienblätter
  • Geigenfeige (Ficus lyrata)
  • Ficus benjaminii
  • Birkenblätter
  • Weidenblätter
  • Pappelblätter
  • Seemandelbaumblätter (Import nicht in heimischer Natur vorhanden)

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Für Apistogramma-Arten eignen sich besonders Eichen- und Buchenblätter, die das Wasser gut ansäuern. Auch in warmem Wasser zerfallen diese Blätter wegen ihres hohen Gerbstoffgehalts nicht so schnell und können bis zu vier Monate halten. Blätter von Ficus benjaminii halten ebenfalls lange.
Für Garnelen und Krebse sind z. B. Kastanienblätter gut geeignet.

Vorsichtig verwendet werden sollten Blätter von Bäumen, die ihre Blätter früh im Herbst abwerfen und deren Blätter zur Schwarzfleckfärbung neigen. Ahornblätter enthalten z. B. viel Phosphat, können aber auch verwendet werden. Auch mit Blättern von Eschen, Nussbäumen und Weiden sollten zunächst vorsichtig eigene Erfahrungen gesammelt werden.

Wie viele Blätter werden verwendet?

Es können keine pauschalen Angaben zur Menge der Blätter gemacht werden. Berichte, nach denen zu viele Blätter zu Problemen geführt haben, sind nicht bekannt. Sicherheitshalber sollten während der Anwendung die Wasserwerte, besonders pH-, Nitrat- und Phosphatwert und die Karbonathärte gemessen werden.

Führen Blattreste zu hohen Nitrat- und Phosphatwerten?

Zunächst zersetzen sich im Aquarienwasser die eiweißhaltigen Teile der Blätter. Auch wenn die Blätter weitgehend zersetzt sind, bleiben noch Blattreste im Aquarium. Diese Reste bestehen aus schwer abbaubaren Stoffen, wie Lingninen, Huminsäuren und Fulvosäuren.

Diese Stoffe sind genau das im Aquarium gewünschte biologische Material, das unter anderem eine übermäßige Algenvermehrung verhindert. Diese Reste müssen also nicht aus dem Aquarium entfernt werden.

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Letzte Aktualisierung am 11.09.2019 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API