Zuchtbecken

Zucht von Amanogarnelen
Ein Aufbau zur Nachzucht von Amanogarnelen (Caridina multidentata). Quelle: Bild auf Wikimedia Commons Lizenz: gemeinfrei Urheber: Rchampagne

Eine kleine Gruppe Weibchen und Männchen wird in einem Aquarium gehalten.

Für drei Weibchen und zwei Männchen eignet sich schon ein 12 Liter Aquarium aus Glas. Damit Garnelen und Larven gut beobachtet werden können, wird das Becken nur sparsam eingerichtet und bepflanzt.

Einige Garnelenröhren, die es fertig im Handel gibt, und ein kleines Zwergspeerblatt reichen aus. Der Boden kann aus Sand oder Kies bestehen.

Ein Filter ist nicht notwendig. Ein Sauerstoffstein reicht aus, um für leichte Wasserbewegung zu sorgen. Einmal in der Woche wird 50% oder mehr Wasser gewechselt.

Eine Heizung ist nur notwendig, wenn die Temperatur unter ca. 21° sinkt. Eine Beleuchtung ist sinnvoll, um die Larven erkennen zu können.

Als Abdeckung kann die Glasscheibe eines passenden Bilderrahmens verwendet werden.

Aufzuchtbecken

Als Aufzuchtbecken reicht ebenfalls ein 12 Liter Aquarium aus Glas. Das Becken wird möglichst hell und sonnig aufgestellt, z. B. auf einer Fensterbank. Im Sommer sollte eine Möglichkeit zur Abschattung vorhanden sein. Mit einer Heizung wird die Temperatur auf ca. 23° gehalten. Mit einem Luftschlauch wird je Sekunde ca. eine Luftblase in das Becken gelassen, um das Wasser leicht zu bewegen. Als Abdeckung kann die Glasscheibe eines passenden Bilderrahmens verwendet werden.

Osmosewasser wird mit 25 Gramm Salz je Liter aufgesalzt und in das Becken gefüllt. Durch den hellen Stand veralgt das Aufzuchtbecken mit der Zeit. Das Wasser soll kräftig grün werden, so dass die Larven im Futter schwimmen. Dauert es zu lange, bis Algen das Wasser grün färben, können einige Tropfen flüssige Algennahrung, z. B. JBL ArtemioFluid, die Algenbildung anregen.

Im Aufzuchtbecken wird nur verdunstetes Wasser durch Osmosewasser ersetzt. Es wird kein Wasser gewechselt. Wenn eine oder mehrere Larvengenerationen aufgezogen wurden, wird das Aufzuchtbecken mit heißem Wasser gereinigt und neu aufgesetzt.

Larven nach erfolgreicher Zucht

Die Larven umsetzen

Amanogarnele Larve
Amanogarnele Quelle: Bild auf Wikimedia Commons Lizenz: gemeinfrei Urheber: Rchampagne

Die Larven werden so schnell wie möglich aus den Zuchtbecken in das Aufzuchtbecken gesetzt. Die Larven verkraften den unterschiedlichen Salzgehalt und leichte Temperaturunterschiede ohne Probleme.

Wenn im Zuchtbecken viele Larven sind, schaltet man die Beleuchtung aus. Mit einer Taschenlampe leuchtet man in eine Ecke des Aquariums. Nach einiger Zeit sammeln sich die Larven dort. Mit einem Luftschlauch können die Larven von dort in ein Auffanggefäß aus Glas abgesaugt werden. Das ausfließende Wasser darf nicht von oben in das Auffanggefäß platschen. Der Schlauch muss in Bodennähe gehalten werden, damit die Larven nicht verletzt werden. Mit einem Luftschlauch und einer Einwegpipette kann z. B. ein Trichter gemacht werden. Die Larven merken die Strömung dann nicht so stark und werden mitgerissen. Anschließend werden sie zur Aufzucht in Meerwasser gesetzt.

Setzen die Weibchen über einen längeren Zeitraum nur jeweils wenige Eier frei, werden die einzelnen Larven mit einem feinen Artemiasieb aus dem Zuchtbecken geholt.

Amanogarnele Quelle: Bild auf Wikimedia Commons Lizenz: gemeinfrei Urheber: Rchampagne

Zunächst wird eine Glasschüssel mit Wasser aus dem Aufzuchtbecken gefüllt. Das Sieb wird in einiger Entfernung vorsichtig unter einer Larve positioniert.

Dabei darf keine starke Strömung entstehen. Die Larven rollen sich sonst schnell zusammen und schnellen ein gutes Stück weit an eine andere Position. Ist das Sieb unter einer Larve, wird das Sieb mit einer schnellen Bewegung aus dem Wasser genommen. Wird das Sieb leicht schräg gehalten, bleibt nur wenig Wasser im Sieb und idealerweise auch die Larve. Einige Übung ist hierbei erforderlich.

Damit das Salzwasser nicht durch Wasser aus dem Zuchtbecken verdünnt wird, lässt man das Wasser im Sieb weitgehend durch das Sieb zurück in das Zuchtbecken laufen.

Dann wird das Sieb leicht schräg in die Glasschüssel getaucht und wieder heraus gezogen, so dass die Larve leicht in die Schüssel gespült wird.

Sind alle Larven aus dem Zuchtbecken gefischt, wird die Glasschüssel leicht schräg in das Aufzuchtbecken gehalten, damit das Wasser in das Aufzuchtbecken fließt.

Die Larven aufziehen

Junge Amanogarnele
Junge Caridina multidentata im Alter von einem Monat. Quelle: Bild auf Wikimedia Commons Lizenz: gemeinfrei Urheber: Rchampagne

Für die Aufzucht der Larven sind keine weiteren Eingriffe erforderlich.

Wenn das Wasser kräftig grün ist, haben die Larven genug Nahrung.

Wasserwechsel sind nicht erforderlich.

Nach einigen Wochen finden sich entwickelte Junggarnelen im Aufzuchtbecken.

Wenn diese ca. 1 bis 2 Zentimeter groß sind, können sie direkt vom Salzwasser ins Süßwasser gesetzt werden.

Besondere Maßnahmen zur Anpassung sind nicht erforderlich.

Einige Kurzhinweise

Amanogarnele
Amanogarnele Foto: Christoph Besser

Es sollten nur Glasaquarien und Glasgefäße verwendet werden. In Plastikbecken gelingt die Zucht schlecht oder gar nicht. Möglicherweise löst Salzwasser Stoffe aus dem Plastik, die für die Larven tödlich sind.

Temperaturen über etwa 30° scheinen den Junggarnelen nicht zu behagen. Sie rasen bei solchen Temperaturen durch das Aufzuchtbecken.

25 Gramm Salz je Liter scheinen die Untergrenze für ordentliche Zuchterfolge zu sein. Mit höherem Salzgehalt bis ca. 35 Gramm Salz muss experimentiert werden. Als Salz sollte bevorzugt Salz für Salzwasseraquarien verwendet werden.

Osmosewasser ist vermutlich nicht unbedingt erforderlich.

Einige Tropfen Spurenelemente für Meerestiere unterstützen evtl. die Entwicklung.

Eine Markierung der Wasseroberfläche im Aufzuchtbecken ist sinnvoll, damit die Wasserverdunstung bequem überwacht und ggf. ausgeglichen werden kann.

In gut veralgtem Wasser sind die Larven und sogar die Junggarnelen nur sehr schwer zu sehen.

Amanogarnele
Amanogarnele Quelle: Bild auf Wikimedia Commons Lizenz: CC Attr. SA 3.0 Urheber: BS Thurner Hof

Wenn nach Anfangserfolgen keine Larven mehr durchkommen, sollte das Aufzuchtbecken neu aufgesetzt werden.

Eine Styroporplatte hinter dem Aufzuchtbecken kann im Winter nachts zur Isolierung und im Sommer tagsüber zur Abschattung bei hohen Temperaturen dienen.

Das Algenwachstum sollte möglichst nicht durch Dünger verstärkt werden. Höchstens sollten einige Tropfen direkt nach Neueinrichtung verwendet werden. Während Larven im Becken sind, sollte auf Dünger verzichtet werden.

So lange das Wasser grün ist, sollten die Larven nicht zusätzlich gefüttert werden. Zusätzliche Nahrung sollte nur im Notfall verwendet werden, wenn Larven, aber keine Algen vorhanden sind.

Das Artemiasieb sollte möglichst viereckig sein. Die Larven lassen sich dann besser an der Aquarienscheibe entlang hochheben. Bei runden Sieben springen sie noch schneller weg.

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Letzte Aktualisierung am 18.05.2019 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API

Amanogarnelen Zucht
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