Was Fetrilon ist
Fetrilon ist ein Eisendünger ohne Mineralstoffe. Liegt im Aquarium ein Eisenmangel vor, kann dieser mit Fetrilon behoben werden. Ein Eisenmangel kann vorliegen, wenn die Pflanzen nicht sattgrün sondern eher blass gefärbt sind.
Aquarienpflanzen benötigen jedoch auch Mangan, Bor, Molybdän, Zink und Kupfer. Auf Dauer ist ein guter Pflanzenwuchs nur möglich, wenn ein Volldünger verwendet wird.
Fetrilon wird von der Firma Compo hergestellt und unter der Bezeichnung Fetrilon 13 % vertrieben. In Gartencentern oder Baumärkten sind 100 Gramm Packungen mit jeweils 5 Tütchen Fetrilon erhältlich. Jedes Tütchen enthält 20 Gramm gelbes, feinkörniges Granulat. Fetrilon löst sich relativ schnell in Wasser auf.
Nach einer privaten Analyse enthält Fetrilon 13,8 % Eisen und 0,25 % Mangan. Dazu kommen geringe Spuren von Kupfer, Zink, Aluminium, Calcium und Phosphat. Die Kupfermenge ist für Wirbellose unschädlich. Geringe Mengen Kupfer sind wichtige Spurenelemente und für Organismen lebenswichtig. Kupfer ist Bestandteil vieler Enzyme von Tieren und Pflanzen.
Dosierung
Es können nur Vorschläge für die Dosierung von Fetrilon gemacht werden. Die genaue Dosierung hängt vom jeweiligen Aquarium ab. Dabei spielen der Verbrauch der Pflanzen, der Abbau von Eisen, die Ausfällung von Eisen im Filter usw. eine Rolle. Angestrebt wird ein Eisengehalt von höchstens 0,1 mg/Liter Wasser. Es empfiehlt sich, den Eisengehalt des Aquarienwassers anfangs mit einem Eisentest zu überwachen.
Zum Auflösen des Düngers wird abgekochtes und wieder abgekühltes Osmosewasser oder nicht zu hartes Leitungswasser verwendet. Zu heißes Wasser zerstört den Chelator. Andererseits scheint die Lösung mit abgekochtem Wasser länger haltbar zu sein. Flasche und Verschluss sollten auch abgekocht werden.
Ein Nährstoffdefizit sollte nur langsam und schrittweise ausgeglichen werden und nicht in einem großen Schritt. Ansonsten breiten sich Algen zu stark aus. Algen stellen sich schneller auf veränderte Bedingungen ein als Pflanzen. Aus dem selben Grund wird in einem neu eingerichteten Aquarium die Düngemenge langsam über die Düngung des Frischwassers beim Wasserwechsel erhöht. Fetrilon sollte zu Beginn höchstens mit der halben Dosierung verwendet werden. Zur Dosierung können 5 ml Einwegspritzen verwendet werden.
Bei häufiger, z. B. täglicher, Dosierung bleibt der Eisengehalt im Wasser stabil. Es kann aber auch z. B. einmal in der Woche nach dem Wasserwechsel gedüngt werden. Die Dosierung muss dann entsprechend angepasst werden.
Dosierung 1
- In 250 ml Wasser 8,31 g Fetrilon auflösen.
- Für 100 Liter Wasser werden 2,3 ml dieser Lösung verwendet.
- Es ergibt sich ein Eisengehalt von 0,1 mg/Liter Wasser.
Dosierung 2
- Eine 20 g Tüte Fetrilon wird in 1 Liter Osmosewasser aufgelöst.
- Das ergibt 2,6 g Eisen in dieser Lösung und 2,6 mg je Liter.
- Für 100 Liter Wasser werden 3,85 ml dieser Lösung verwendet.
- Es ergibt sich ein Eisengehalt von 0,1 mg/Liter Wasser.
Dosierung 3
- Eine 20 g Tüte Fetrilon wird in 1 Liter Osmosewasser aufgelöst.
- Für 100 Liter Wasser werden täglich 1,5 ml dieser Lösung verwendet.
- Bei kräftigem Pflanzenwuchs können für 100 Liter Wasser täglich 3 ml dieser Lösung verwendet werden.
- Nach jedem Wasserwechsel wird die Differenz wieder hinzugefügt. Bei einem Wasserwechsel von 30 % werden also 0,5 bzw. 1 ml ergänzt.
Dosierung 4
- Für 300 Liter Wasser werden täglich 1 bis 1,5 ml Eisen verwendet.
Aufbewahrung
Die fertige Lösung wird am besten in einer Apothekenflasche oder einer Kunststoffflasche im Kühlschrank aufbewahrt. Dazu sind Flachen von Aquariendüngern oder Wasseraufbereitern geeignet. Die Lösung ist ungefährlich für Menschen. Trotzdem sollte die Aufbewahrungsflasche markiert werden.
Haltbarkeit
Die Lösungen sind mindestens ein Jahr haltbar, wenn sie kühl gelagert werden. Wenn sich am Boden des Aufbewahrungsgefäßes Bakterienkolonien gebildet haben, ist die Lösung nicht mehr brauchbar. Die Bakterien bauen das in Fetrilon als Chelator enthaltene EDTA ab.
Nach anderen Erfahrungen halten sich Fetrilonlösungen bei dunkler und kühler Lagerung jahrelang. Bei nicht zu verdünnten Lösungen, z. B. 10 g Fetrilon/Liter, können sich keine Bakterien in der Lösung ansiedeln. Da Fetrilon dreiwertiges Eisen enthält, kann auch keine nennenswerte Oxidation stattfinden.
Weil einige Reste zweiwertiges Eisen enthalten sind, färbt sich die Lösung bei längerer Luft- und Lichteinwirkung von einem leichten Gelbgrün in Teebraun um. Zweiwertiges Eisen oxidiert zu dreiwertigem Eisen. Ob sich dabei die Wirksamkeit verändert, ist nicht klar. Es gibt Berichte darüber, dass die Wirksamkeit gleich bleibt. Es gibt jedoch auch Hinweise, nach denen sich die Wirksamkeit verschlechtert, wenn die Lösung verfärbt ist.
Wird die Lösung sofort nach der Herstellung in eine dicht schließende Flasche gefüllt und dunkel gelagert, findet keine Verfärbung statt. Die Lösung kann durch Zugabe von ein wenig Salz-, Schwefel- oder Zitronensäure haltbarer gemacht werden. Zitronensäure wirkt gleichzeitig als schwacher Chelator. Eine Zugabe von 0,5 g Vitamin C bzw. Ascorbinsäure je Liter Lösung macht die Lösung bis zu 2 Monaten haltbar bei Zimmertemperatur. Zitronen- und Ascorbinsäure sind allerdings organische Stoffe, die sich sehr schnell mikrobiologisch zersetzen und dann den Dünger verderben können. Anorganische Säuren, wie Salz- oder Schwefelsäure sind deshalb zu bevorzugen.
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