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Die Angaben auf diesen Seiten dienen ausschließlich als erste Anhaltspunkte, um bei Beratungsstellen und Tierärzten gesicherte Diagnosen und Behandlungsmethoden zu erfragen. Trotz größter Sorgfalt kann keine Verantwortung für die Richtigkeit von Diagnosen, Behandlungsvorschlägen und Tipps übernommen werden.

Die weitaus meisten Krankheitsfälle im Aquarium lassen sich durch geeignete Vorsorgemaßnahmen verhindern. Fast alle Krankheitserreger sind in geringer Anzahl ständig im Aquarium vorhanden. Erst wenn sich die Erreger durch besondere Umstände stark vermehren können, bricht eine akute Krankheit aus. Um keine Erreger von außen in das Aquarium einzuschleppen, müssen neue Fische zunächst in einem Quarantänebecken beobachtet werden.

Warum Krankheiten im Aquarium ausbrechen

In der Regel verhindert die Immunabwehr eines gesunden Fisches die Ausbreitung von Krankheitserregern und damit den Ausbruch von Krankheiten. Erst wenn die Immunabwehr durch sogenannte Stressfaktoren geschwächt ist, kann sie die Ausbreitung der Erreger nicht mehr verhindern. Die wichtigste Vorsorgemaßnahme zur Verhinderung von Krankheiten ist es also, die Stressfaktoren möglichst ganz zu verhindern.

Stressfaktoren

Ungeeignete Wasserwerte

Fische stellen je nach Herkunftsgebiet ganz bestimmte Ansprüche an die Wasserwerte. Für die Aquaristik besonders wichtige Werte sind die Wasserhärte und der ph-Wert. Zu hartes Wasser ist z. B. für Weichwasserfische ein dauerhafter Stressfaktor, der die Fische nicht nur anfällig für Krankheiten macht, sondern auf Dauer möglicherweise zu Nierenschäden führen kann.

Vor der Entscheidung mit welchen Fischen ein Aquarium besetzt werden kann, steht die möglichst umfassende Information über die Ansprüche der neuen Mitbewohner. Hierbei ist es unbedingt erforderlich, auch auf Informationsquellen zurückzugreifen, die nicht direkt vom Verkauf möglichst vieler Fische und von möglichst viel Zubehör abhängig sind. Leider zeigt die Erfahrung, dass Zoogeschäfte, Baumärkte, Gartencenter usw. immer wieder ungeeignete Besatzempfehlungen machen. Nur sehr wenige Händler raten dem Kunden von einer ungeeigneten Fischart oder einer unpassenden Zusammenstellung ab.

Es darf auch nicht verschwiegen werden, dass viele Käufer gerade den verantwortungsbewußten und fachkundigen Händler nicht mehr aufsuchen, wenn er sie zu Recht vor dem Verkauf z. B. nach den Wasserwerten, der Aquariengröße, der vorhandenen Zeit für die Aquarienpflege usw. fragt und sogar von bestimmten Fischarten abrät. Nur zu oft verlassen Kunden den Laden solcher Händler und kaufen da, wo solche Fragen nicht gestellt werden. Krankheiten und frühzeitige Todesfälle sind so vorprogrammiert.

Ein Standardwerk mit Kurzbeschreibungen von vielen Fischarten und den von ihnen benötigten Wasserwerten ist der sogenannte Mergus:
Mergus Aquarienatlas Band 1
Dr. Rüdiger Riehl
Hans A. Baensch
Mergus Verlag GmbH, Melle
ISBN 3-88244-017-1

Der Mergus besteht aus mehreren Bänden und ist in unterschiedlicher Ausstattung in verschiedenen Preisklassen erhältlich. Band 1 enthält die häufigsten Fischarten und ist in den meisten Fällen ausreichend.

Ein guter Händler hat den Mergus zur Hand und erläutert dem Käufer ggf. mit Unterstützung des Buches empfehlenswerte bzw. nicht empfehlenswerte Fische. Natürlich kann und soll der Verkäufer seinerseits nach dem Buch fragen und die Empfehlungen des Händlers überprüfen.

Am besten ist es, sich vor dem Gang in das Zoogeschäft zu informieren, sei es durch Bücher, Bekannte, Aquarienvereine oder im Internet. Webseiten mit entsprechenden Informationen sind der Zierfisch-Ratgeber und das Zierfischverzeichnis.

Da weder Bücher noch Webseiten fehlerlos sind und auch vom Umfang her nicht alle relevanten Informationen zu jeglicher Besatzkombination vorhalten können, empfiehlt sich vor einem Kauf immer eine Nachfrage in der Newsgroup d.r.t.a. oder einem der zahlreichen Aquaristikforen.

Unpassende Vergesellschaftung

Fische aus Gebieten mit zu stark voneinander abweichenden Wasserwerten können wie oben beschrieben nicht erfolgreich miteinander vergesellschaftet werden. So ist die beliebte Zusammstellung von lebendgebärenden Fischen, wie Guppies, Platies und Black Mollies?, die eher härteres Wasser bevorzugen, mit ausgesprochenen Weichwasserfischen wie Neons denkbar ungeeignet. Eine der beiden Fischarten steht zwangsläufig dauerhaft unter Stress und ist für Krankheiten anfällig. Da in Mitteleuropa eher hartes Wasser zu finden ist, treten meist beim Neon relativ schnell Krankheiten wie die Weißpünktchenkrankheit auf.

Weiterhin muss bei der Vergesellschaftung das Verhalten der jeweiligen Fische berücksichtigt werden.
Fische die mit ihren Fressfeinden in einem Aquarium leben müssen, stehen unter Dauerstress. Genauso ergeht es ruhebedürftigen Fischen, die mit hektisch umherschwimmenden Fischen vergesellschaftet werden.

Auch dieser Stressfaktor lässt sich durch frühzeitige und umfassende Information über die Ansprüche der gewünschten Fischarten einfach verhindern.

Verschmutztes Wasser

Nur in extrem schwach mit Fischen besetzten Aquarien kann der Filter alle anfallenden Schadstoffe verarbeiten. In den meisten Aquarien sammeln sich relativ schnell immer mehr Schadstoffe an. Sowohl die Ausscheidungen der Fische, Abbaureste von nicht gefressenem Futter als auch Abbaureste abgestorbener oder verfaulter Pflanzenteile führen zu erhöhter Schadstoffbelastung. Werden diese Schadstoffe nicht durch regelmäßigen Wasserwechsel entfernt, sind die Fische ständigem Stress ausgesetzt.

Wöchentliche Wasserwechsel von mindestens 25 % haben sich als sinnvolle Faustregel bewährt.

Ein Spezialfall sind nicht oder zu kurz eingefahrene Aquarien. Auch bei Verwendung von sogenannten Starterbakterien benötigt ein Aquarium eine Einfahrzeit von 4 bis 6 Wochen, bevor sich durch Ansiedlung von genügend Mikroorganismen relativ stabile Verhältnisse eingestellt haben. Auch der Filter muss im gleichen Zeitraum erst von diesen Bakterien besiedelt werden, bevor er in der Lage ist in eingeschränktem Umfang Schadstoffe abzubauen. Ohne diese Bakterien kann der Filter nur grobe Schmutzpartikel aus dem Aquarienwasser aufsammeln. Diese groben Partikel sind zwar unschön anzusehen, stellen aber keine Gefahr für die Fische dar. Die wirkliche Gefahr geht von den unsichtbaren Schadstoffen aus, die nur durch Bakterien abgebaut und durch Wasserwechsel entfernt werden können.

Für eine möglichst starke Filterwirkung sind möglichst viele Bakterien erforderlich. Der Filter muss daher möglichst viel Besiedlungsfläche zur Verfügung stellen. Dennoch reicht die Filterleistung nur in seltenen Spezialfällen zum vollständigen Schadstoffabbau aus und regelmäßige Wasserwechsel sind dringend erforderlich.

Gewissheit über den benötigten Zeitraum für die Besiedlung von Aquarium und Filter durch die erwünschten Bakterien und über ihre spätere Abbauleistung bringt nur die regelmäßige Überwachung des Nitritwertes während der Einfahrzeit.

Zu stark besetzte Aquarien

Zunächst einmal steigt in überbesetzten Aquarien die Wasserbelastung wesentlich stärker und schneller als in einem verträglich besetzen Aquarium.

Zusätzlicher Stress entsteht durch die beengten Platzverhältnisse. Auch Fische mögen es nicht, wenn ihnen andere Fische ständig auf die Flossen treten. Die Fische haben bei Überbesatz zudem keine Rückzugsmöglichkeiten, um sich von den ständigen Störungen anderer Fische zu erholen.

Empfehlenswerte Anhaltspunkte für die Besatzdichte gibt die folgende Tabelle an:

Fischgröße

Wassermenge je cm Fischlänge

kleiner als 2 cm

1 Liter Wasser je cm

2 cm bis 5 cm 1,5 Liter Wasser je cm
6 cm bis 9 cm 2 Liter Wasser je cm
10 cm bis 13 cm 3 Liter Wasser je cm
14 cm bis 19 cm 4 Liter Wasser je cm
über 20 cm keine sinnvolle Pauschalangabe möglich

Bei der Fischlänge geht man von der Länge des später ausgewachsenen Fisches aus. Zusätzlich muss die Länge des Aquariums 10 mal so lang sein wie der größte später ausgewachsene Fisch sein wird, damit genug Schwimmraum vorhanden ist.

Natürlich können das nur grobe Anhaltspunkte sein und je nach Fischart können andere Besatzdichten und Aquarienlängen erforderlich sein.

Einseitige Ernährung

Auch Fische erleiden bei einseitiger oder nicht auf ihre Bedürfnisse abgestimmter Ernährung Mangelerscheinungen, die wiederum zur Anfälligkeit für Krankheiten führen. Es gibt spezialisierte Fleischfresser, andere bevorzugen Pflanzenkost und wiederum andere Fischarten sind ausgesprochene Allesfresser.

Vitaminmangel kann über die Schädigung des Epithels zu erhöhter Anfälligkeit gegenüber Bakterien führen.

Zu starke Strömung

So wie es Fische gibt, die gerne gegen ein starke Strömung anschwimmen, gibt es andere Fischarten, die lieber ruhig in nur leicht bewegtem Wasser stehen. Das ständige ungewohnte Anschwimmen gegen eine zu starke Strömung kostet diese Fische ständig einen Teil ihrer kostbaren Energie, die letzten Endes der Immunabwehr fehlt.

Temperaturänderungen

Je nach Herkunftsgebiet sind Fische an ganz spezielle Temperaturen angepasst. Werden diese Temperaturen im Aquarium nicht eingehalten oder treten zu starke Temperaturschwankungen auf, können sich die Fische nicht oder nicht schnell genug an die Temperatur anpassen. Erhöhte Anfälligkeit ist die Folge. Besonders beim Wasserwechsel und beim Einsetzen neuer Fische in das Aquarium müssen deshalb starke Temperatursprünge vermieden werden.

Zu niedriger Sauerstoffgehalt

Fische benötigen zur Atmung Sauerstoff. Da sie diesen Sauerstoff in der Regel über die Kiemen aus dem Wasser entnehmen benötigen sie einen nach Art unterschiedlichen Sauerstoffgehalt im Wasser. Ist zu wenig Sauerstoff im Wasser, führt dies zu einer Schwächung der Fische. Im Extremfall hängen die Fische direkt unter der Wasseroberfläche und schnappen nach Luft.

Starke Schwankungen des pH-Werts

Jede Fischart ist an bestimmte pH-Werte angepasst. In einem gewissen Rahmen, der von Art zu Art unterschedlich ist, können sich die Fische an abweichende pH-Werte gewöhnen. Ändert sich der pH-Wert zu schnell und zu stark, wird der Organismus extrem belastet und der Fisch geschwächt.

Unpassende Aquariengestaltung

Auch an die Gestaltung des Aquariums stellen unterschiedliche Fischarten unterschiedliche Anforderungen. Schwarmfische benötigen in der Regel viel freien Schwimmraum, bestimmte Welsarten verstecken sich gerne im Dickicht der Pflanzen oder unter Wurzeln, wieder andere andere Arten stehen gerne ruhig zwischen nicht zu dicht stehenden Stängelpflanzen.

Angst der Fische

Angst ist natürlich ein großer Stressfaktor für jeden Fisch. Hier spielt nicht nur die Angst vor Artgenossen z. B. bei Revierkämpfen eine Rolle. Auch das Kampffischweibchen auf der Flucht vor einem zudringlichen Männchen steht aus Angst unter enorm hohem Stress und zeigt dies sogar durch eine besondere Stressfärbung.

Eine besondere Rolle kommt auch dem Aquarienbesitzer zu. Jeder Eingriff am und im Aquarium bedeutet Angst und Stress für die Fische. Insbesondere Anfänger sind ständig versucht, an ihrem neuen Aquarium etwas zu verbessern. Mal wird eine Pflanze versetzt, mal ein Stein verrückt, als nächstes die erste Alge entfernt. Wenn überhaupt nötig sollten solche Eingriffe auf das Mindestmaß begrenzt werden. Es verursacht weniger Stress für die Fische mehrere Aktionen gleichzeitig durchzuführen, als ständig neue Unruhe zu schaffen. Gerade neue Fische in einem neuen Aquarium sind besonders verängstigt.

Chemische Mittel

Alle chemischen Mittel, die in ein Aquarium eingebracht werden, können potenzielle Stressauslöser sein. Hierzu gehören nicht nur Medikamente, sondern insbesondere auch Algenbekämpfungsmittel und Mittel zur Veränderung der Wasserwerte, z. B. Wasserhärte. Sogar ungeeignete Düngemittel können Stressfaktoren sein.

Zu diesem Stressfaktor gehört auch die unbedachte Anwendung von Heilmitteln. Jede Behandlung stresst und schwächt die Fische. Wird aufgrund einer unklaren Diagnose mit einem ungeeigneten Mittel behandelt, werden die behandelten Fische unnötig geschwächt, während die Krankheit ungehindert fortschreitet, ja die Fische ihr sogar noch weniger Widerstand leisten können. Die vermeintliche Hilfe bewirkt so gerade das Gegenteil. Hilfe kann nur geleistet werden, wenn die Diagnose sicher ist und mit einem geeigneten Medikament gezielt behandelt wird.

Transport

Das Einfangen und der Transport zu einem neuen Aquarium versetzt die Fische natürlich in höchste Angst. Ein wildes Herumjagen der Fische beim Einfangen ist unbedingt zu vermeiden, beim Transport sollte der Transportbeutel abgedunkelt sein und möglichst wenig und vorsichtig bewegt werden.

Umsetzen

Das Umsetzen bzw. Einsetzen neuer Fische in ein anderes Aquarium bedeutet sowohl für die Neuankömmlinge als auch für die bisherigen Bewohner immer erheblichen Stress. Geschwächt und ängstlich durch den Transport, müssen sich die Neulinge an andere Verhältnisse anpassen.

Damit sich die Neulinge an die neuen Wasserwerte gewöhnen können, sollte das Umsetzen so langsam wie möglich erfolgen. Anschließend müssen die Fische eine neue Umgebung erkunden und sich einen Platz in der neuen Umgebung erkämpfen. Aber auch die alten Bewohner müssen sich ihren Platz in der Hierachie neu erwerben. Beide Gruppen werden evtl. mit jeweils für sie ganz neuen Krankheitserregern konfrontiert. Die vorhandene Stammbesatzung des Aquariums wird neuen Erregern ausgesetzt, die die neuen Fische mitbringen. Die neuen Fische werden mit den vohandenen Erregern des Altbesatzes konfrontiert.

Aufgrund dieser Vielzahl von Stressfaktoren sind praktisch alle Fische in dieser Zeit besonders anfällig und entsprechend häufig brechen gerade in solchen Situationen Krankheiten aus. Oft wird daraufhin zu Unrecht vermutet, dass der Händler kranke Fische verkauft hat.

Deutlich entschärft werden kann die Situation, wenn die neuen Fische zunächst in ein Quarantänebecken gesetzt werden, bevor sie mit schon vorhandenen Fischen zusammengesetzt werden. Der mögliche Ausbruch von Krankheiten, die die neuen Fische mitbringen, kann abgewartet werden. Gleichzeitig können sich die Neulinge schon einmal an das neue Wasser gewöhnen und sich vom Stress beim Händler und beim Transport erholen.

Wenn die Neulinge später zu den vorhandenen Fischen gesetzt werden, fällt es den Neulingen bzw. deren Immunsystem leichter, die ungewohnten Erreger beim Altbesatz zu bekämpfen. Sie sind weniger Stressfaktoren gleichzeitig ausgesetzt und nicht durch andere Faktoren vorbelastet.

Artgerechte Haltung verhindert Erkrankungen

Die Erläuterung der Stressfaktoren zeigt, dass es bei der Vorsorge im Wesentlichen darum geht, alles zu tun, damit die Haltungsbedingungen der Aquarienbewohner möglichst weitgehend den Bedingungen entsprechen, die sie aus ihrer natürlichen Heimat gewohnt sind. Wenn dies gelingt, werden Krankheiten nur extrem selten auftreten.

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