Herpes bei Vögeln

Hat sich der Vogel mit dem Herpes-Virus infiziert, leidet er. Es muss dringend gehandelt werden.

Eine Herpes-Erkrankung (Pachecosche Krankheit) ist eine Infektion, die durch einen psittazides Herpesvirus verursacht wurde. Diese wird in eine latente und in eine aktive Form unterschieden. Handelt es sich um eine latente Form, können die Viren viele Jahre im Organismus verbleiben und erst später oder auch gar nicht aktiv werden.

Bei einer akuten Form dagegen ist die Infektion ausgebrochen und wird von starken körperlichen Beschwerden begleitet. In der Regel nimmt die Erkrankung innerhalb weniger Tage einen schweren Verlauf und führt zum Tod. Die Erkrankungs- und Todesraten liegen bei 70%.

Die Inkubationszeit beträgt 3 bis 10 Tage. Das betroffene Tier scheidet zahlreiche Viren hauptsächlich über Kot, Körperflüssigkeiten und sogar Federnstaub aus. Auf dies Weise kann er auch andere Vögel anstecken.

Welches sind die Symptome?

Liegt eine Pacheco- Infektion vor, zeigen sich verschiedene Symptome:

  • Antriebslosigkeit
  • Appetitlosigkeit
  • starkes Verlangen zu trinken
  • auch Erbrechen
  • gelber, gelbgrüner oder blutiger Durchfallkot
  • stumpfes Gefieder

Bei der Untersuchung des verendeten Tierkörpers werden krankhafte Veränderungen an Organen festgestellt. Vor allem die Leber ist stark geschwollen und verfärbt. Es sind Blutungen und Nekrosen sichtbar. Ebenso sind Milz und Nieren stark geschwollen und zeigen eine ungesunde Oberflächenstruktur.

Welches sind die Ursachen?

Häufiger Überträger der Pacheco-Viren sind zugekaufte Papageienvögel. Diese tragen den Erreger bereits in sich, aber zeigen noch keine Krankheitssymptome. Davon hauptsächlich betroffen sind Papageien und Sittiche. Begünstigt werden Infektion und Ausbruch durch stressige Bedingungen:

  • nicht artgerechte Haltung
  • Umzug
  • Geschlechtsreife
  • Unfälle
  • falsches Futter
  • Krankheiten
  • ein geschwächtes Immunsystem

Die Erkrankung wirkungsvoll bekämpfen

Um dem betroffenen Vogel zu helfen und die Ausbreitung auf andere Tiere zu stoppen, muss die Behandlung rasch und gezielt erfolgen. Die noch nicht infizierten Vögel sind von den Erkrankten zu trennen und kommen in Quarantäne. Der Tierarzt führt eine serologische Untersuchung von Blutproben auf Pacheco-Antikörper durch. Auf diese Weise kann er eine mögliche Infektion des Bestandes oder auch der Trägervögel eindeutig feststellen bzw. ausschließen. Da die Hauptinfektionsquelle Vogel-Kot ist, muss dieser immer wieder gründlich entfernt werden. Käfig, Voliere und Sitzplätze sind penibel zu reinigen und desinfizieren.

Zur Vorbeugung einer Ansteckung erhalten die gesunden Tiere innerhalb von 24 Stunden – noch vor einer möglichen Ansteckung – eine Injektion von Paramunitätsinducern. Bei Bedarf ist diese in Abständen von 2-3 Tagen zu wiederholen.

Ein bereits mit dem Virus infizierter und erkrankter Vogel erhält eine Behandlung mit antiviralen Medikamenten. Begleitend werden Stoffwechsel und Leber entlastet und das Immunsystem gestärkt. Die Fütterung erfolgt mit fettarmen Sämereien, Vitaminen und Aminosäuren. Das kranke Tier braucht Ruhe.

Ein Heilungserfolg bei einer Herpes-Infektion ist nicht sicher und eher selten. Zur Vorsicht sollten neue Vögel immer erst in Quarantäne kommen und vom Tierarzt untersucht werden, bevor sie zu anderen Vögeln und Tieren dürfen.

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