Silikat im Aquarium

Silikat im Aquariumwasser gilt unter Aquarianern als eher unbeliebt, denn es fördert das Algenwachstum. Dabei ist das Mineral vornehmlich in der Einfahrphase eines Beckens relevant: Da sich in der Zeit das ökologische Gleichgewicht im Wasser einstellt, ist ein erhöhter Silikatwert mitsamt verstärkter Algenbildung durchaus üblich. Aber was ist Silikat im Aquarium? Wann sind Werte überhöht – oder zu niedrig? Dieser Artikel erläutert die Hintergründe.

Was ist Silikat im Aquarium?

Der Mineralstoff Silikat (alternativ: Silicat) ist ein elementarer Bestandteil der Natur. Sämtliche Planeten, die der Erde ähnlich sind, enthalten hohe Mengen des Kieselsäuresalzes. Der Erdmantel sowie die Erdkruste bestehen zum Beispiel fast komplett (90 Prozent) aus dem Mineral. Was ist Silikat im Aquarium? Zunächst zählt die Substanz als Ester oder Salz zur Kieselsäure. Sie setzt sich auf molekularer Ebene aus einem Siliziumatom zusammen, an dem vier Sauerstoffatome hängen. Die chemische Bezeichnung lautet deswegen SiO4.

Die gezielte Nutzung dieser Verbindungen geschieht praktisch bei der Aufbereitung von Trinkwasser. Denn es verhindert Korrosionen und Ablagerungen von Kalk in Leitungssystemen. Diesen Zweck erfüllt vornehmlich eine Mischung aus Phosphat und Silicat. Dies ist für Aquarianer eine wichtige Information, denn das Wasser (und dessen Qualität) ist essenziell für das Einfahren von Aquarien und deren regelmäßigen Teilwasserwechseln.

Im Aquarienwasser ist das Silikat in der Form Siliziumdioxid (SiO2) in geringen Mengen gelöst. Dabei ist es sowohl in Süßwasseraquarien als auch Meerwasserbecken relevant. Speziell im Salzwasseraquarium benötigen Muscheln, Schwämme und nicht zuletzt die Korallenriffe eine gewisse Menge an Siliziumverbindungen, um ihr jeweiliges Gerüst auszubilden. Viele Aquarianer halten jedoch hohe Silikatwerte wegen der Algenbildung für bedenklich.

Ursachen hoher Silikatwerte im Aquarium

Wie entsteht Silikat im Aquarium? Die Gründe für eine überhöhte Silikatmessung sind unkompliziert feststellbar. Die Einlaufphase im Aquarium führt zu einem ökologischen Gleichgewicht der Mikrobakterien. Dabei sind die Siliziumverbindungen normalerweise kein nennenswertes Problem. Allerdings können hohe Werte im Leitungswasser ebenso zu erhöhten Silikatwerten im Aquariumwasser führen.

Silikat landet neben dem Leitungswasser oft auch durch andere Ursachen im Becken. Das passiert beispielsweise durch den Bodengrund (Soil). Der Bodengrund ist speziell beim Aquascaping bedeutsam. Das Pflanzenwachstum und die Nährstoffverteilung werden grundlegend durch das gewählte Material beeinflusst.

Kies und Sand gelten bisher als übliche Mittel, um den Boden im Becken zu gestalten. Soil ist hierbei ein jüngeres Produkt in der Aquaristik. Es handelt sich um einen nährstoffreichen Boden, der unter anderem Huminsäuren an das Wasser abgibt und die Wasserhärte senken kann. Durch die enthaltene Düngung gelangt dementsprechend auch vermehrt Silikat ins Aquariumwasser. Die Pflanzenwahl sowie das häufigere Wasserwechseln in der Einfahrphase ist beim Soil Nährboden essenziell, um einer Algenblüte vorzubeugen.

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Folgen von zu hohen Silikatwerten im Becken

Kieselalgen
Kieselalgen / Jofre, Corydoras aeneus 1.0, als gemeinfrei gekennzeichnet, Details auf Wikimedia Commons

Was sind die Auswirkungen eines erhöhten Silikatgehalts? Die Konsequenz sind gesteigerte Mengen an Kieselalgen und Braunalgen. Solche Beläge zeigen sich im Aquarium vornehmlich durch eine schleimige, flockige oder bräunliche Struktur. Grünalgen verdrängen die Kieselalgen oftmals, sobald sich die Zusammensetzung des Mikrobioms durch Zersetzungsprozesse weiter verändert. Im Regelfall löst sich das Algenproblem in der Einlaufphase eigenständig.

Wann Silikat im Aquarium messen und bekämpfen?

Wachsen vermehrt unerwünschte Algen im Becken, lohnt sich die Überprüfung der Silikatwerte. Silikat im Wasser lässt sich grundsätzlich auf zwei Wegen feststellen. Eine kostengünstige und zeitsparende Methode besteht darin, den Silikatwert im Trinkwasser bei den Stadtwerken zu erfragen. In vielen Fällen lässt sich diese Information auch auf den Internetseiten der Stadtwerke in Erfahrung bringen.

Die zweite Methode besteht in der eigenständigen Messung von Silikat. Dafür bietet der Handel extra Silikat-Tests an. Dabei handelt es sich um spezielle Lösungen, die eine Wasserprobe entsprechend färben. Diese Färbung kann mit einer separaten Farbskala abgeglichen werden, um den ungefähren Silikatwert zu ermitteln. Silikatwerte sind neben den gewöhnlichen Standardwasserwerten (zum Beispiel Härtegrad, pH-Wert, Nitrat, Nitrit, Kohlenstoff) im Gesellschaftsbecken für das gesunde Pflanzenwachstum bedeutsam.

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Wann ist der Silikatwert zu hoch im Aquarium? Die Messwerte für Silikat liegen im Süßwasseraquarium idealerweise unter 2,0 mg/l. Im Messbereich von 0 bis 2 mg/l ist der Wert unbedenklich. Für Salzwasseraquarien gelten Grenzwerte zwischen 0,5 und 2 ppm. Übersteigen beziehungsweise unterschreiten die Wasserwerte diesen Skalenbereich, besteht oftmals Handlungsbedarf.

Warum Silikat im Aquarium bekämpfen? Schlecht wachsende Pflanzen und eine unzureichende Nährstoffversorgung können die Folge hoher Silikatwerte sein. Damit ein optimales Mikrobiom entsteht, lohnt sich die Wertekontrolle und ein angemessenes Vorgehen.

Silikat im Aquarium vermeiden – Möglichkeiten

Ein Algenproblem lässt sich durch natürliche Algenfresser beheben. Garnelen, Schnecken sowie gewisse Zierfische sind als Algenvernichter bekannt. Unter den Zierfischen sind die folgenden Barben und Welse als Algenfresser nennenswert:

  • Siamesische Rüsselbarben (ideal für Pinselalgen oder Fadenalgen)
  • Ohrgitter Harnischwels (Kieselalgen, Grünalgen)
  • Antennenwels (Algen und sonstige Beläge)

Technisch wirksame Präparate, wie »Silikat Ex«, helfen zusätzlich bei der Reduzierung von Silikat im Wasser. Solche Zusätze sind als Silikatentferner oder Silikatabsorber geläufig. Spezielle Filtermaterialien enthalten zudem ein Granulat, das auf Eisenhydroxid basiert. Dadurch bindet es Silikate – und andere Nährstoffe. Da das Material mit der Zeit außerdem gesättigt ist, erfordert es einen regelmäßigen Austausch. Grundsätzlich lohnt sich das separate Filtern von Wasser vor dem Wechsel, um den Silikatwert gering zu halten. Ein Ionentauscher eignet sich dafür ebenfalls.

Daneben ist die Osmose mit einer Umkehrosmose-Anlage ein bewährtes Mittel gegen überhöhte Wasserwerte. Sie demineralisiert das Frischwasser. Ein Vollentsalzer im Wasser (VE-Wasser) unterstützt ebenfalls das Herstellen von geeignetem Wechselwasser. Für die Wasserhärte eignet sich im Anschluss sogenanntes Aufhärtesalz. Mineralsalze helfen generell, optimale Wasserwerte zu erzielen. Der gesamte Vorgang ist zwar aufwendig, aber die Osmose ermöglicht letzten Endes eine präzise Beeinflussung und Kontrolle der Wasserwerte.

Fazit – Silikat im Aquarium

Im Aquarium ist Silikat weitgehend unerwünscht. Tests sowie die Information durch die örtlichen Stadtwerke ermöglichen die zuverlässige Bestimmung von Siliziumdioxid. Erhöhte Silikatwerte zeigen sich durch vermehrtes Algenwachstum. Das lässt sich vornehmlich in der Einlaufphase beobachten. Wer später Probleme durch zu viel Silikat im Aquarium feststellt, greift auf Algenfresser, Osmose, Ionentauscher, Vollentsalzer, Silikatentferner oder Silikatabsorber zurück.

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