Wie eine Osmoseanlage betrieben wird
Normalerweise wird eine Osmoseanlage in der Nähe eines Wasserhahns an die Wand geschraubt. Im Prinzp könnte die Anlage auch vor und nach Gebrauch jeweils auf- und abgebaut werden. Das ist allerdings umständlich.
Eine Osmoseanlage hat drei Schläuche. Ein Schlauch wird an die Wasserleitung angeschlossen. Es handelt sich in der Regel um einen 3/4 Zoll Anschluss. Das entspricht einem Wasserhahn zum Anschluss einer Waschmaschine. Ist bereits eine Waschmaschine an dem Wasserhahn in Betrieb, kann man diesen Anschluss sehr einfach mit einem T-Stück und einem zusätzlichen Wasserhahn vor dem eigentlichen Waschmaschinenhahn erweitern.
Nach Aufdrehen des Wasserhahns kommt aus einem Schlauch Permeat, d. h. das gefilterte Osmosewasser. Aus dem anderen Schlauch kommt Abwasser. Das Abwasser wird in einen Ausguss geleitet. Dazu wird das entsprechende Schlauchende z. B. in eine Badewanne, Duschwanne oder in ein Wasserbecken gelegt.
Je höher der Leitungsdruck ist, desto schneller arbeitet eine Osmoseanlage und desto günstiger ist das Verhältnis zwischen Abwasser und Osmosewasser. In der Regel arbeiten Osmoseanlagen bei einem Druck von 5 bar optimal.
Der Wasserhahn kann voll geöffnet werden. Notwendig ist das jedoch nicht. Auch bei geringerem Durchfluss baut sich vor der Membran der Leitungsdruck auf. Der Druck steigt nicht, wenn der Wasserhahn weit geöffnet wird. Ein Wasserhahn oder Ventil stellt einen Strömungswiderstand dar. Je kleiner die Strömung ist, desto geringer sind die Verluste. Bei den geringen Wassermengen die durch eine Osmoseanlage fließen, bleiben die Ströme so klein, dass der Strömungswiderstand in fast jeder Stellung des Hahns vernachlässigt werden kann. Ohne Strömungsverluste bleibt das volle Druckpotential erhalten.
Osmoseanlagen werden mit kaltem Wasser betrieben. Die Leistung der Anlage steigt zwar mit der Temperatur, aber die Membran ist temperaturempfindlich. Zu hohe Temperaturen zerstören die Membran. Auch ökologisch und ökonomisch ist es unsinnig, Warmwasser zu verwenden, um schneller Osmosewasser herzustellen.
Die Membran darf nicht austrocknen. Das heißt aber nicht, dass die Anlage ständig laufen muss. Wenn die Schläuche direkt nach dem Gebrauch der Anlage hochgebunden werden, bleibt immer Wasser in der Anlage. Bei gängigen Anlagen sind die Schläuche oben angebracht, so dass die Anlage nie vollständig leerlaufen kann. Die beiden Schläuche können auch mit einem Schlauch mit größerem Durchmesser verbunden werden. Das System ist dann vollständig abgeschlossen. Die Schläuche dürfen so aber nur im drucklosen Zustand verbunden werden.
Die Schläuche können auch mit Ventilen abgedichtet werden, wie sie normalerweise für die Luftschläuche verwendet werden.
Sicherheitshalber sollte die Anlage einmal im Monat in Betrieb genommen werden. Die Anlage kann auch in einer Schüssel liegend aufbewahrt werden, damit sie nicht leerläuft.
Die Anlage läuft nur, wenn wirklich Osmosewasser hergestellt werden soll.
Wenn der Durchfluss merklich nachlässt, muss der Vorfilter gewechselt werden. Ein evtl. vorhandener Kohlefilter wird nach ca. 6 Monaten ausgewechselt.
Wartungsarbeiten sind nicht notwendig. Nur die Membran muss vor und nach Gebrauch gespült werden.
Dazu wird das Spülventil vollständig aufgedreht. Nach dem Spülen wird das Ventil ohne Kraftaufwand zugedreht.
Das Restwasser sollte nicht wieder in den Vorfilter geleitet werden. Im Restwasser sind die Stoffe, die im Aquarium nicht gewünscht werden. Wenn zuviel dieser Stoffe im Wasser ist, verstopft die Membran.
Stromkosten entstehen nicht. Die Wasserkosten sind regional unterschiedlich. Berücksichtigt werden muss, dass die 3- bis 4-fache Menge Abwasser bzw. Restwasser für die gewünschte Menge Osmosewasser anfällt. Wenn die Möglichkeit besteht, kann auch Abwasser und Regenwasser verwendet werden. Das Wasser muss in einem Fass gesammelt und mit einer Druckerhöhungspumpe zur Osmoseanlage gepumpt werden.
Osmosewasser kann getrunken und als Kaffee- oder Teewasser genutzt werden. Um evtl. vorhandene Bakterien abzutöten, sollte das Wasser kurz aufgekocht werden. Mit der Nahrung werden normalerweise genug Mineralien aufgenommen, wenn man sich gesund ernährt. Nur bei starker körperlicher Belastung werden die ausgeschwitzten Mineralien schneller über Flüssigkeiten aufgenommen.
Verbrauchsmaterialien sind die Membran, der Feinfilter und falls vorhanden der Aktivkohlefilter.
Osmoseanlagen können bei regelmäßigem Spülen und Wechseln von Vorfilter und Kohlefilter 6 Jahre und mehr halten.
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