Die Atemfrequenz lässt Rückschlüsse auf das Wohlbefinden zu.

Gesunde Diskus haben eine Atemfrequenz von ca. 50 Atemzügen pro Minute. Der genaue Wert hängt stark von der Temperatur ab.

Diskusfisch
Quelle: Bild auf Wikimedia Commons Lizenz: CC Attr. 3.0 Urheber: Doronenko 

Der normale Schwankungsbereich liegt zwischen 40 und 70 Atemzügen. Bei ausgewachsenen Diskus und einer Temperatur von 30° C wurden z. B. 64 Atemzüge pro Minute gezählt.

Jüngere Diskus haben eine höhere Atemfrequenz als ausgewachsene Diskus.

Die Atemfrequenz steigt bei starker Aktivität, z. B. bei der Fütterung, wenn sich die Tiere erschrecken oder bei einem größeren Wasserwechsel.
Wenn der Nitritwert schnell steigt, erhöht sich die Atemfrequenz ebenfalls.

Wenn die Atemzüge ständig an der oberen Grenze bei 70 und darüber liegen, also 70 oder wenn die Atembewegungen sehr tief ausfallen, die Tiere also stark pumpen, ist mit den Tieren etwas nicht in Ordnung.

Diskus leben in ihrer Heimat in sauerstoffarmem Wasser. Der Sauerstoffgehalt im Aquarium ist deshalb nicht extrem wichtig. Bei Bedarf kann der Sauerstoffgehalt mit Testreagenzien aus dem Fachhandel gemessen werden.

Diskus mit Medikamenten behandeln

Sollen neue Diskus vorsorglich mit Medikamenten behandelt werden?

Neu gekaufte Fische sind oft bereits belastet. Gerade neu angeschaffte Diskus müssen mehrere Wochen in Quarantäne. Schon der Transport und das Einsetzen kann bei geschwächten Tieren typische Schwächekrankheiten wie Darmflagellaten, bakterielle Infektionen usw. auslösen. Solche Erfahrungen mit geschwächten Diskus gibt es bei Jungfischen und bei ausgewachsenen Exemplaren.

Zur weiteren Vorgehensweise gibt es unterschiedliche Ansichten.

Quarantäne mit vorsorglicher Medikamentenbehandlung

Nach dem Kauf gehören Diskus in ein Quarantäneaquarium. In das Quarantänebecken werden provisorische Verstecke eingebaut, z. B. Blumentöpfe. Eine dünne Sandschicht verhindert anfängliche Irritationen.

Die Wasserbewegung darf nicht zu stark sein, damit die angeschlagenen Fische in der Strömung nicht weiter geschwächt werden. Die Tiere müssen sanft in das Quarantänebecken gesetzt werden.

Zuerst wird die körpereigene Abwehr verbessert bzw. wieder hergestellt.

Bei nicht zu stark geschwächten Tieren wird eine Temperaturbehandlung durchgeführt. Die Temperatur wird von der Temperatur im Händlerbecken langsam auf 35° C erhöht. Diese Temperatur wird unter ständiger Aufsicht zwei Tage beibehalten.

Danach wird die Temperatur mindestens eine Woche auf 33° C gesenkt. Dann wird die Temperatur auf 30° C gesenkt.

Während dieser Zeit wird das Wasser belüftet und alle 3 Tage gewechselt. Es wird vitaminreich gefüttert und Futterreste werden abgesaugt. Flockenfutter wird nicht immer gleich genommen.

Durch diese Maßnahmen lassen sich meistens die schwächebedingten Krankheiten beseitigen. Die Tiere sind danach nicht mehr allzu schreckhaft. Sie beschäftigen sich selbst durch kleine Machtdemonstrationen, Revierstreitigkeiten und Futterneid.

Nun werden parasitäre Krankheiten behandelt. Zuerst werden gegen Kiemenwürmer Kupferverbindungen eingesetzt, weil es keine anderen wirksamen Mittel mehr gibt. Auch Flubenol-Resistenzen gibt es immer öfter. Bewährt hat sich der Einsatz von CQD. Sera mycopur kann auch eingesetzt werden. Die Behandlung wird nach einer Woche wiederholt. Wenn der Filter ausreichend dimensioniert ist, bleibt auch nach dieser Behandlung genug biologische Filterleistung, um den Schadstoffabbau in Gang zu halten.

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Nach diesen drei Wochen wird eine Zusatzbehandlung mit Preis Coly durchgeführt. Das Mittel basiert auf natürlichen Inhaltsstoffen und soll gegen Kiemenwürmer und Darmparasiten wirken. Das Mittel ist auch in größeren Dosen gut verträglich. Vor Allem kann es unter das Futter gemischt werden. Es können darin gefrorene rote Mückenlarven aufgelöst werden. Die Larven werden vorher getrocknet, damit sie möglichst viel Wirkstoff aufnehmen. Flocken- oder Granulatfutter ist auch geeignet.
Diese Behandlung wird auch nach einer Woche wiederholt.

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Es folgt eine Behandlung mit Concurat gegen Nematoden und mit Droncit gegen Bandwürmer. Evtl. ist eine Behandlung mit Malachitgrün sinnvoll. Das ist aber nicht immer notwendig.

Die Tiere sollten nach diesen Behandlungen quirlig sein, typisches Artverhalten zeigen und für schon vorhandene Fische keine Ansteckungsgefahr bedeuten.

Argumente gegen eine solche Behandlung:

  • Diskus werden so langfristig sicher umgebracht.
  • Die Fische werden mit einem Medikamentencocktail gequält.
  • Es wird jede Menge Chemie in das Aquarium gekippt.
  • Die Ursachen für evtl. Krankheiten werden nicht berücksichtigt.
  • Medikamente dürfen nicht ohne genaue Diagnose eingesetzt werden.
  • Medikamente haben Nebenwirkungen, die nicht ohne triftigen Grund in Kauf genommen werden dürfen. Somit ist es unlogisch und Tierquälerei.
  • Es ist gleichgültig, ob die Medikamente gleichzeitig oder im Abstand von einigen Tagen in das Aquarium kommen.
  • Die Medikamente lagern sich in der Leber und der Niere an.
  • Parasiten an Fischen führen nicht zwangsläufig zum sicheren Tod der Fische.
  • Auch anerkannte Behandlungsmethoden schließen eine Ursachensuche nicht aus.
  • Sinn und Zweck der Quarantäne ist, die Fische bestmöglich zu konditionieren und auf zukünftige Wasserbedingungen einzustellen.
  • Gesund gekaufte Fische, die im heimischen Aquarium erkranken, deuten auf Fehler bei der Wasseraufbereitung bzw. den Wasserwerten hin.
  • Das Wasser muss für die gepflegten Fische passen um solche Totalverluste zu vermeiden.
  • In der Diskusszene werden viel zu oft Medikamente eingesetzt.
  • Wie viele Totalausfälle es nach oder während der Medikamentenanwendung gibt, ist unbekannt.
Argumente für eine solche Behandlung:
  • Die Vorgehensweise ist eine anerkannte Behandlungsmethode.
  • Es ist kein Medikamentencocktail, weil Medikamente nacheinander verwendet werden.
  • In einem Zeitraum von mehreren Wochen wird mit Pausen behandelt.
  • Nur eine solche Behandlung schützt vor Totalverlusten nach Neukauf.

Quarantäne ohne Medikamentenbehandlung

Eine Voraussetzung um Diskusfische dauerhaft gesund zu erhalten, sind optimale Wasserwerte und abwechslungsreiches Futter. Darüber machen sich leider viele Halter keine Gedanken. Außer der Karbonathärte, dem pH-Wert und Nitrit werden nicht viele Werte gemessen. Viele Halter gehen davon aus, dass das Wasser passt, wenn diese drei Werte in Ordnung sind. Die Praxis zeigt, dass diese Annahme nicht stimmt.

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Bei ungewissen Quellen, z. B. Händlern, besteht immer die Gefahr, dass Krankheiten eingeschleppt werden. Wenn neue Tiere ca. 6 Wochen in Quarantäne bei guten Bedingungen gehalten werden, sind die meisten Erreger kein Problem mehr.

Die häufigsten eingeschleppten Erreger sind neben Ichthyo und Pilzerkrankungen vermutlich Hautparasiten. Symptome sind Scheuern und unkontrolliertes Kratzen. Nach 6 Wochen guter Haltung ist das meistens vorbei. Warme Haltung beschleunigt das Abfallen und Absterben von Parasiten.

Eine Behandlung mit Medikamenten ist nur in Ausnahmefällen notwendig und darf erst nach zuverlässiger Diagnose durchgeführt werden. Wären eingeschleppte Krankheiten wirklich so kritisch und jedes Tier müsste vorab behandelt werden, könnte die Aquaristik eigentlich beendet werden. Letztlich gilt das auch für Diskus, obwohl dabei hier schon höhere Maßstäbe angesetzt werden müssen.

Diskuse haben Löcher auf der Stirn

Gesunde Diskus haben auf der Stirn kleine, ca. 0,3 Millimeter große Löcher. Die Löcher sind spiegelverkehrt aber symmetrisch angeordnet. Auf jeder Seite sind 3 Löcher. Die beiden unteren Löcher sind etwas tiefer als die vier oberen Löcher.

Im oberen Kopfbereich, meistens über den Augen, kann die sogenannte Lochkrankheit auftreten. Die Lochkrankheit kann aber auch an anderen Stellen am Körper auftreten. Nach Abheilung bleibt ein mehr oder weniger großer Krater zurück, der weiß-grau gefärbt ist. Die Farbpigmente sind dort zerstört.

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Letzte Aktualisierung am 19.07.2019 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API

Diskus Krankheiten und deren Ursache
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