Apistogramma Eckdaten, Haltung und Pflege

Die Beckeneinrichtung für Apistogramma

Apistoramma halten sich gerne zwischen Blättern, z. B. Eichenblättern, auf. Dazu wird eine kleine Schicht mit vorgewässerten braunen Blättern auf den Boden gelegt. Dazwischen werden Kokusnussschalen und kleine Blumentöpfe gestellt. Die Blumentöpfe sollten so klein wie möglich sein. Es werden auch spezielle Höhlen für Zwergbuntbarsche angeboten.

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*Letzte Aktualisierung erfolgte am: 2018-06-19

Welches Wasser Apistogramma benötigen

Apistogramma benötigen wie fast alle südamerikanischen Zwergbuntbarsche sehr weiches Wasser. Wer Zwergbuntbarsche in härterem Wasser halten möchte, muss sich bei den afrikanischen Zwergbuntbarschen umsehen.

Für die meisten Arten sind Leitwerte zwischen 80 und 100 µS geeignet. Wasser mit diesem Leitwert ist stabil und fast alle Arten Apistogramma können darin gezüchtet werden. Auch empfindliche Arten aus Schwarzwassergebieten.
pH-Werte um 5 können bei diesem Leitwert gut eingestellt werden. Angesäuert wird z. B. über Torf oder Erlenzäpfchen. Eichenextrakt und Ähnliches darf bei so weichem Wasser nur sehr vorsichtig eingesetzt werden.

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*Letzte Aktualisierung erfolgte am: 2018-06-19

Männchen und Weibchen sehen oft sehr unterschiedlich aus.

Alle Apistogramma-Arten sind stark dichromatisch und dimorph. D. h., dass Männchen und Weibchen überhaupt nicht ähnlich aussehen. Farbe und Gestalt sind völlig unterschiedlich.
Die Männchen werden in der Regel deutlich größer als die Weibchen. Oft haben die Männchen eine andere Beflossung. Außerdem sind Männchen meistens farbiger als die Weibchen.

Die Weibchen der verschiedenen Arten sehen teilweise sehr ähnlich aus. Weibchen verschiedener Arten sind deshalb oft nur schwierig auseinanderzuhalten. Weibchen in Balz- und Brutpflegefärbung sind meistens gelb mit einem schwarzen Längsband bzw. einem oder mehreren schwarzen Seitenflecken.

Genau 2 Männchen in einem Aquarium zu halten ist riskant.

Die Anzahl von 2 Männchen ist ungünstig, weil es in der Rangordnung nur einen Sieger und einen Verlierer gibt. Das unterlegene Männchen muss jeden Angriff über sich ergehen lassen. Auf Dauer bedeutet das enormen Stress. Apistogramma sind bei dauerndem Stress anfällig für bakterielle Infektionen.

Nachträglich hinzugesetzte Männchen werden vom alteingesessenen Männchen oft gnadenlos gejagt.
Nur bei sehr jungen Männchen kann das Hinzusetzen erfolgreich sein. In der Regel ist es besser 2 - 3 neue Männchen und einige Weibchen hinzuzusetzen. Voraussetzung ist dafür eine dichte Bepflanzung und eine gut strukturierte Einrichtung.

Ein Männchen dominiert die anderen Männchen.


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Apistogramma baenschi

Foto: Norbert Heidbüchel

Wenn mehrere Männchen in einem Aquarium gehalten werden, setzt sich in der Regel ein dominantes Tier durch. Die anderen Männchen entwickeln sich schlechter, auch wenn sie nicht terrorisiert werden.
Bei vielen Arten entwickeln immer nur 1 oder höchstens 2 Männchen die volle Farbenpracht und werden groß und kräftig. Die anderen Männchen bleiben ziemlich klein und farblos. Das ist z. B. bei A. macmasteri und A. hongsloi der Fall. Bei A. agassizii ist das Phänomen nicht so stark ausgeprägt.

In zu kleinen Aquarien, in denen nicht alle Männchen eigene Reviere bilden können, stehen unterlegene Männchen häufig in Pflanzengruppen usw. versteckt und kommen nur zum Fressen heraus.

Zu ernsthaften Auseinandersetzungen kann es kommen, wenn ein oder mehrere Männchen erst nachträglich in ein Aquarium gesetzt werden, in dem schon andere Männchen leben. Die Rangfolge muss erst ausgekämpft werden. Wenn keine Ausweichmöglichkeiten bestehen, kann es zu ernsthaften Verletzungen kommen.

Gleichzeitig eingesetzte Männchen bekämpfen sich nicht immer.


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Apistogramma baenschi

Foto: Norbert Heidbüchel

Wenn zwei junge Männchen gleichzeitig in ein Aquarium gesetzt werden, bekämpfen sie sich häufig nicht. Oft drohen sie sich nur gelegentlich. Sobald ein Männchen andeutet, es wolle das andere Männchen verscheuchen, räumt das andere Männchen das Feld. In solchen Fällen besteht eine eindeutige Rangliste, so dass es nur selten zu ernsthafteren Auseinandersetzungen kommt.

Warum attackiert das Männchen ein Weibchen?

Wenn ein Männchen laichen will, das Weibchen aber noch nicht laichbereit ist, wird das Weibchen oft heftig vom Männchen attackiert. Bei einige Arten ist das Verhalten sehr stark ausgeprägt, z. B. in der Agassizii-Verwandtschaft. Auch bei Kakadu-Zwergbuntbarschen kommt das Verhalten vor.

Das Weibchen benötigt zahlreiche Rückzugsmöglichkeiten und sollte zumindest hin und wieder Futter bekommen. Wenn das Weibchen keinen starken Substanzverlust erleidet, geht die Phase meist recht schnell zu Ende und es wird gemeinsam abgelaicht.

Dieses Verhalten kann sich aber auch auf die Brutpflege niederschlagen. Das Männchen muss dann nach dem Laichen aus dem Aquarium entfernt werden.

2 Apistogramma-Arten in einem Aquarium halten

Ob 2 verschiedene Arten Apistogramma in einem Aquarium gehalten werden können, hängt von den jeweiligen Arten, der Aquariengröße und dem Zeitpunkt des Einsetzens ab.

A. agassizii können z. B. mit A. cacatuoides zusammen gehalten werden, wenn sie gleichzeitig in ein Aquarium mit 120 x 50 x 60 Zentimetern gesetzt werden.
Werden die A. agassizii nachträglich eingesetzt, gibt es zunächst heftige Revierkämpfe. Das Ergebnis hängt davon ab, wie durchsetzungsfähig der A. agassizii ist und wie dominierend der A. cacatuoides.
Möglicherweise arrangieren sich beide nach einer Weile und teilen sich das Becken auf. Möglicherweise wird aber der A. agassizii so gejagt und geschwächt, dass er sich nur noch verstecken kann. Das steht dieser nicht lange durch. Entweder er erkrankt durch die Schwächung und Unterdrückung, z. B. an bakteriellem Befall, oder er wird so lange gejagt, bis er an Schwäche stirbt. Es können auch die sogenannten Bauchrutscher entstehen. Ein Neuling ist allein schon durch den Umsetzstress immer im Nachteil. Deshalb sollte zuerst das physisch unterlegene Tier eingesetzt werden, dann erst das stärkere Tier.
Andererseits reagieren ältere Apistogramma viel empfindlicher auf Umsetzen und erkranken deshalb auch leicht durch die vom Stress hervorgerufene Schwächung. Am Besten ist, zuerst zu überlegen, welche Arten gepflegt werden sollen und diese dann gleichzeitig einsetzen. In der Regel gibt es dann keine Probleme, wenn das Aquarium groß genug ist.

Welche Apistogramma sind für ein 60 Liter Aquarium geeignet?

Für ein 60 Liter Aquarium sind Apistogramma borelli geeignet. A. borelli sind sehr schöne Fische. Sie sind aber nicht so empfindlich wie Schmetterlingsbuntbarsche.
Ohne Probleme kann ein Männchen mit 2 Weibchen gehalten werden. Wenn genug Höhlen und Versteckmöglichkeiten vorhanden sind, können sogar 3 Weibchen gehalten werden.
Wenn keine anderen Fische im Aquarium sind, sorgen A. borelli in einem 60 Liter Aquarium für Nachwuchs, den sie fürsorglich aufziehen.

Häufig werden auch A. cacatuoides, A. macmasteri oder A. agassizii für 60 Liter Aquarien empfohlen. Allerdings sind diese Arten aggressiver und eigentlich zu groß für ein 60er Becken. Diesen Arten sollte mindestens ein 112 Liter Aquarium zur Verfügung gestellt werden.

Wie polygame Apistogramma gehalten werden

Polygame Vertreter der Gattung Apistogramma sollten nicht als einzelnes Paar, sondern in einer Gruppe mit zwei Männchen und mindestens vier Weibchen gehalten werden. Sie zeigen nur so ihr komplexes Sozialverhalten. Das Aquarium muss so groß sein, dass für die Reviere jedes einzelnen Tieres Platz ist.

In einem Aquarium mit einer Grundfläche von 100 x 50 Zentimetern können in der Regel 2 Männchen mit 4 oder sogar 6 Weibchen gehalten werden. Das Aquarium sollte vor allem im Bodenbereich mit sehr viel Holz strukturiert werden. So entstehen viele höhlenähnliche, abgeschattete Bereiche, die gleichzeitig optische Abgrenzungen zu den Nachbarrevieren bilden.

Die Temperatur und der pH-Wert beeinflussen bei der Zucht das Geschlechterverhältnis.

Wie viele Männchen und wie viele Weibchen bei einem Wurf zur Welt kommen, hängt bei Apistogramma von der Temperatur und dem pH-Wert ab. Der jeweilige Einfluss ist von Art zu Art unterschiedlich. Bei einigen Arten hat die Temperatur mehr Einfluss, bei anderen Arten der pH-Wert. Bei vielen Arten führen höhere Temperaturen zu mehr Männchen.

Der Einfluss von Temperatur und pH-Wert nimmt mit jedem Tag nach der Befruchtung ab. Die Verteilung der Geschlechter kann deshalb nicht beliebig spät durch eine Änderung der beiden Werte beeinflusst werden. 0 bis 72 Stunden nach der Eiablage ist die Verteilung der Geschlechter typisch für die jeweilige Zieltemperatur, wenn die Temperatur verändert wird. Nach 72 bis 600 Stunden nimmt der Einfluss der Temperatur linear ab. Eine Beeinflussung ist also praktisch nur vor dem Schlupf möglich.

Bei den entsprechend untersuchten Arten entwickelten sich bei niedrigen Temperaturen zwischen 23 - 25° C und hohem pH-Wert mehr weibliche Jungtiere. Bei höheren Temperaturen und niedrigem pH-Wert entwickelten sich mehr Männchen.

Vor entsprechenden Versuchen zur Beeinflussung sollten erst eine oder mehrere Bruten aufgezogen werden. So kann erkannt werden, ob das Geschlechterverhältnis überhaupt beeinflusst werden soll. Wenn z. B. nur Weibchen gezogen werden sollen, sollte die Temperatur niedrig sein.

Das Balzverhalten von Apistogramma

Das Männchen schwimmt direkt neben dem Weibchen. Die Rückenflosse wird aufgestellt und mit der Schwanzflosse verteilt das Männchen ständig angedeutete Schläge in die Richtung des Weibchens.

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Die Balzfärbung der Weibchen

Bei der Balz- bzw. Brutfärbung wird das Längsband der Weibchen zu einem Fleck. Die Grundfarbe der Weibchen wird kräftig gelb.

Apistogramma betrieben Brutpflege.

Apistogramma bewachen und pflegen die Brut. Bei einigen Arten pflegen Männchen und Weibchen die Brut. Bei anderen Arten pflegt nur das Weibchen die Brut und das Männchen bewacht das Revier.

Bei der Brutpflege werden nicht befruchtete und abgestorbene Eier von den Eltern entfernt. Gesunde Eier werden normalerweise nicht gefressen.

Manchmal zieht das Weibchen während der Aufzucht mit der Brut an eine andere Stelle um. Bekannt ist das z. B. bei Kakadu-Zwergbuntbarschen und A. sp. "Jurua".

Prinzipiell beteiligt sich das Männchen in einer sogenannten Mann-Mutter-Familie an der Brutpflege. Das Weibchen bewacht und führt hierbei die Jungen direkt und das Männchen verteidigt das Außenrevier.

Bei der sogenannten Mann-Mutter-Familie beteiligen sich beide Elternteile an der Brutpflege. Im Aquarium zeigen Männchen je nach Art und Aquarienbesatz unterschiedliche Verhaltensweisen.
Wenn z. B. viele Feindfische im Aquarium sind, kann sich das Männchen sehr intensiv an der direkten Verteidigung der Jungen beteiligen. Sind die Jungen weniger bedroht, oder leben die Tiere in einem Artenbecken, merkt man dem Männchen seine Rolle vielleicht weniger an. Es vergreift sich dann aber auch nicht an den Jungen.
Das Männchen kann das Weibchen aber auch bei der Brutpflege stören und aggressiv bedrängen, weil es neu brüten will. Besonders einige Arten des A. agassizii-Komplexes zeigen dieses Verhalten. In solchen Fällen sollte das Männchen nach dem Laichen vom Weibchen getrennt werden. Wenn die Attacken des Männchens zu stark werden, bricht das Weibchen die Brutpflege sonst unter Umständen ab.

Literatur

  • Mergus Cichlidenatlas - Das Buch ist umfassend, aber nicht fehlerfrei. Der Autor Uwe Römer kennt sich jedoch vermutlich weltweit am Besten mit Apistogramma, besonders A.cacaduoide, aus.
  • Kleine Buntbarsche, Tetra Verlag - Enthält viele gute Informationen und wenig Fehler. Aquarieneinrichtung und Biotopbedingungen werden nur kurz beschrieben.

Typischer Lebensraum von Apistogramma:

Apistogramma sp. amapá:

Apistogramma rubrolineata:


Weitere Infos zu Zwergbuntbarschen
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