Die Angaben auf diesen Seiten dienen ausschließlich als erste Anhaltspunkte, um bei Beratungsstellen und Tierärzten gesicherte Diagnosen und Behandlungsmethoden zu erfragen. Trotz größter Sorgfalt kann keine Verantwortung für die Richtigkeit von Diagnosen, Behandlungsvorschlägen und Tipps übernommen werden.
Symptome
Äußere Symptome
- Weißlicher, schimmelartiger Flaum in der Mundregion
- Weißliche Stellen auf Kopfhaut und Rücken
- Zu Beginn kleine weißliche Stellen mit geröteten Rändern
- Lippen lösen sich auf.
- Kiemenblätter verkleben.
- Kiemenblätter lösen sich auf.
- Weiße, schimmelartige Stellen an den Schuppenrändern
- Weiße, schimmelartige Stellen an den Flossen
- Die Flossenränder zersetzen sich.
- Hautstellen verpilzen.
Verhalten
Innere Symptome
Fotos
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Fotos: Jenni Daus
Platy mit Weißmaulkrankheit
Foto: Jutta Kurfirst
Rotaugenmoenkhausia mit Weißmaulkrankheit
Foto: Wolfgang
Kaisertetra mit Columnaris
Fotos: Norbert Heidbüchel
Hautnekrose bei einem Schmetterlingsbuntbarsch (Weibchen) vermutlich aufgrund von Columnaris
Fotos: Gerhard Fischer
Ährenfisch mit Hautnekrose durch Columnaris
Fotos: Ralf
Panzerwels mit Weißmaulkrankheit und Flossenfäule
Fotos: Carola Kuhlmann
Platy mit großem weißen Fleck, vermutlich aufgrund von Columnaris
Fotos: Guido Banholt
Purpurprachtbarsch mit weißen Stellen, die teilweise wie Wunden aussahen. Vermutlich verursacht durch Columnaris oder ähnliche bakterielle Erreger. Das dritte Foto zeigt zum Vergleich die gesunde andere Seite.
Ursachen
Die Weißmaulkrankheit wird auch als Maulschimmel oder Maulfäule bezeichnet. Im englischsprachigen Raum spricht man von der Baumwollkrankheit (cotton-wool disease). Eine weitere Bezeichnung ist Sattelrückenkrankheit (saddlepatch disease). Bevorzugt befallen werden lebendgebärende Fische. Es handelt sich um eine bakterielle Erkrankung, die durch das Bakterium Flavobacterium columnare ausgelöst wird. Der Fachbegriff für die Krankheit lautet entsprechend Columnaris.
Die Bakterien kommen im Schleim gesunder und erkrankter Fische vor. Wie die deutschen Krankheitsnamen sagen, bilden sich bevorzugt am Maul, an Schuppenrändern und auf den Flossen weiße Stellen, die wie Schimmel aussehen. Häufig breitet sich der Befall vom Maul oder den Flossen auf den ganzen Körper aus, bis die Haut von zahlreichen weißgrauen Geschwüren befallen ist. Bei starkem Befall lösen sich die Lippen auf und die Flossen zersetzen sich, bis nur noch die Flossenstrahlen vorhanden sind. Mit einer Lupe erkennt man kurze, eng aneinanderstehende Fädchen an Maul, Flossen und Schuppenrändern, die wie Schimmelfäden aussehen.
Die weißen Stellen können aus verdickten Schleimschichten auf der Haut, aus abgestorbenem Gewebe oder aus Pilzinfektionen als Folgeerkrankung bestehen.
Die Bakterien bilden am Rand des befallenen Gewebes und im Schleim von Haut und Kiemen kleine Häufchen oder Säulen, die unter dem Mikroskop zu erkennen sind. Die Bakterien sind sehr schlank und führen langsame, gleitende, kriechende Bewegungen aus.
Sind auch die Kiemen befallen, können sie aufgrund starker Schleimbildung oder durch Anschwellen verkleben. Die Kiemenblätter lösen sich auf und die Fische atmen aufgrund der mangelhaften Sauerstoffversorgung ungewöhnlich schnell.
Es wird zwischen einer akuten und einer chronischen Form der Weißmaulkrankheit unterschieden. Bei der chronischen Form ist der Krankheitsverlauf langsam, die weißen Stellen werden erst nach und nach größer, bevor die befallenen Fischen nach längerer Zeit sterben. Bei der akuten Form breiten sich die weißen Stellen sehr schnell aus und die Fische sterben nach kurzer Zeit.
Außerhalb von Fischen kann der Erreger in warmem und organisch belastetem Wasser lange überleben.
Ursache für den Ausbruch der Krankheit sind in der Regel ungünstige Haltungsbedingungen und in der Folge durch Stressfaktoren geschwächte Fische. Bei höheren Temperaturen zwischen 25° und 32° C tritt die Erkrankung häufiger auf.
Behandlungsvorschläge
Durch Salzbäder oder Kaliumpermanganat löst sich die Schleimhaut der Fische mit den enthaltenen Bakterien ab. Auch mit im Handel erhältlichen Heilmitteln kann die Erkrankung bekämpft werden. Werden die Haltungsbedingungen allerdings nicht optimiert, tritt die Krankheit immer wieder auf, weil die Bakterien in warmem und organisch belastetem Wasser auch außerhalb der Fische lange überleben können.
In weichem, leicht saurem und sauberem Wasser leben die Bakterien außerhalb der Fische deutlich kürzer. Die Behandlung kann deshalb unterstützt werden, indem das Wasser leicht angesäuert wird, wenn die Fische dies vertragen. Eine Absenkung der Temperatur kann ebenfalls sinnvoll sein.
Zumindest unterstützend hilft der Einsatz eines UV-Klärers. In einigen Fällen reichte schon diese Behandlungsform.
Die Behandlung mit Antibiotika ist riskant, da sie nicht sicher helfen und die Erkrankung verschlimmert werden kann.
Die Behandlung muss so schnell wie möglich durchgeführt werden, damit innere Organe nicht befallen werden. Sind innere Organe befallen, hilft oft nur noch eine Behandlung mit Antibiotika, trotz der damit verbundenen Risiken. Der Wirkstoff Trimethoprim z. B. kann zumindest den Verlauf eindämmen.
Weitere Informationen
Heilmittel gegen die Weißmaulkrankheit
Bericht über Columnaris bei Kaisertetra von Wolfgang
Bericht über eine Columnarisbehandlung mit einem Antibiotikum von Gerhard Fischer
Vorsorge
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