Purpurprachtbarsch (Pelvicachromis pulcher)

Datenblatt:

Deutscher Name:Purpurprachtbarsch
Herkunft:Afrika: Nigerdelta
Größe:M 10 W 8 cm
Aquarium
Länge:60 cm
Inhalt:54 Liter
Beleuchtung:Hell bis schattig
Einrichtung:Pflanzen, Steinaufbauten, Wurzeln, Verstecke, Höhlen
Wasserwerte
Temperatur:24 – 26 °C
ph-Wert:6,5 – 7,5
KH:°dKH
GH:8 – 12 °dGH
Verhalten
Anzahl:2
Bereich:Boden, Mitte
Vermehrung:Eierleger
Futter:Allesfresser
Verhalten:Paarweise oder 2-3 Weibchen pro Männchen
Schwierigkeitsgrad:Anfänger

Quellen

Purpurprachtbarsche müssen paarweise gehalten werden.

Purpurprachtbarsch mit Jungfischen
© Niko Strieth‎

Purpurprachtbarsche, Pelvicachromis pulcher, sind monogam, d. h. es wird immer ein Männchen zusammen mit einem Weibchen als Paar gehalten. Aggressionen zwischen dem Männchen und Weibchen eines Paares entstehen, wenn das Weibchen noch nicht laichbereit ist. Das Weibchen zieht sich dann für ein paar Tage in ein Versteck zurück um sich auszuruhen.

Wenn mehrere Weibchen zu jeweils einem Männchen gesetzt werden, bildet sich ein Paar, das gemeinsam die anderen Weibchen unterdrückt. Die unterdrückten Weibchen stehen ständig unter Stress. Dieser Stress führt letztendlich zu Krankheiten und Todesfällen.

Vor der Geschlechtsreife sehen sich die Weibchen noch nicht als Konkurrenz und vertragen sich in der Regel. Sobald die Geschlechtsreife eintritt, ändert sich das.

Mehrere Paare können nur in sehr großen Aquarien gehalten werden. Selbst in einem 260 Liter Aquarium können gerade noch 2 Paare gehalten werden.

Wühlen Purpurprachtbarsche im Boden?

Purpurprachtbarsch Männchen 
Purpurprachtbarsch Männchen  Quelle: Bild auf Wikimedia Commons Lizenz: CC Attr. SA 3.0 Urheber: Tino Strauss

Als Boden ist sowohl Kies mit einer Körnung von 3 bis 5 Millimetern als auch Sand geeignet.

Purpurprachtbarsche wühlen kaum im Boden. Höchstens eine Bruthöhle wird ausgegraben.

Unter einem umgestülpten Tontopf oder einer halben Kokosnuss wühlen sie bis auf den Boden hinunter. Vor der Höhlenöffnung liegt dann ein Berg Kiesel oder Sand.

Bei Bedarf kann unter die Höhle ein flacher Stein gelegt werden, so dass sie nicht bis auf den Boden wühlen. Die Höhle sollte gerade so groß sein, dass das Weibchen hineinpasst, sich umdrehen und die Eier anheften kann.

Was Purpurprachbarsche fressen

Purpurprachtbarsche leben eher am Boden. Sie kommen zum Fressen nur selten an die Wasseroberfläche. Sie fressen in der Regel auf den Boden gefallenes Futter und durchwühlen manchmal den Boden nach heruntergefallenem Futter. Manchmal werden Algen und Pflanzen angeknabbert.

Pflanzen werden aber nicht richtiggehend gefressen. In der Brutzeit kann eine Pflanze im Weg sein, die dann einfach ausgegraben wird. Das geschieht nur selten.

Geeignete Futterarten:
  • Lebendfutter
  • Frostfutter
  • Granulatfutter
  • Tablettenfutter
  • Gemüse

Flockenfutter wird manchmal nur ungern genommen. Es wird dann ausgespuckt oder durch die Kiemen geblasen.

Die Geschlechtsunterschiede

Männchen haben eine spitz ausgezogene Rückenflosse, die Schwanzflosse läuft ebenfalls spitzer zu. Bei den Weibchen sind beide Flossen abgerundet. Die mittleren Strahlen der Schwanzflosse sind bei den Männchen verlängert. Die Weibchen sind oft farbenprächtiger.

Die Männchen werden 12 – 15 Zentimeter lang.

Ist ein 60er Becken groß genug?

Purpurprachtbarsche sind relativ friedlich. Bei der Brutpflege beanspruchen sie aber ein Revier von mindestens 40 x 40 Zentimetern. Weil das Revier also fast so groß wie ein 60er Becken ist, stellt ein solches Aquarium die absolute Untergrenze für die Haltung eines Paares dar. Sie sollten darin nicht mit Schwarmfischen vergesellschaftet werden. Wenn nur ein Ancistrus oder Peckoltia dazu gesetzt wird, kann die Brutpflege ungestört betrieben werden.

Als Beifische geeignet sind auch 3 bis 4 kräftig gefärbte Platies. Sie sind auffällig genug, um von den Cichliden als Feindfische angesehen zu werden, aber klein genug für das Becken.
Einige oberflächennahe Feindfische sind wichtig, weil die Cichliden so die Aggressionen abreagieren können, die sie sonst untereinander abreagieren würden.

Ohne Beifische werden Purpurprachtbarsche leicht scheu.

Quelle: Bild auf Wikimedia Commons Lizenz: Public domain Urheber: Irina.vargas

Mit der Dekoration werden mehrere Bereiche geschaffen, die nicht alle von einer Stelle aus einsehbar sein sollten. Das unterlegene Tier, meist das Weibchen, kann sich dann aus dem Gesichtsfeld des Stärkeren zurückziehen. Die Tiere haben dann auch wesentlich mehr Raum zum Schwimmen und mehr zu untersuchen. Für so intelligente Fische wie Cichliden ist das ein wichtiger Vorteil.
Dazu werden einige halbe Kokosnüsse, Blumentöpfe oder sonstige Höhlen angeboten. Wie alle Buntbarsche sind Purpurprachtbarsche in unübersichtlichen, versteckreich gestalteten Becken viel friedlicher und leichter zu vergesellschaften, sogar wenn sie brüten.

Auf jeden Fall sollte ein weiteres Becken zur Verfügung stehen, damit die Tiere ggf. getrennt werden können. Wenn es aufgrund von Problemen bei der Fortpflanzung zu Streitereien kommt, kann selbst ein 80er Becken unter Umständen zu klein sein.

Die Verhaltensweisen der Tiere sind so vielschichtig, dass nicht eindeutig gesagt werden kann, ob ein 60er Becken zu klein ist oder ausreicht.

Viele Aquarianer halten P. pulcher mit weiteren Fischarten erfolgreich in einem 60er Becken. Dabei wird die Vergesellschaftung oft durch Aggressionsverteilung ermöglicht. Dabei werden bewusst oder unbewusst die negativen Folgen eines Überbesatzes eingegangen. Bei der Pflege anderer Buntbarsche, z. B. bei Tropheusarten, wird diese Strategie ebenfalls oft eingesetzt. Aber vielleicht ist das auch ein Grund für die oft entstehenden, anders gelagerten Probleme.

In einem Aquarium mit 400 Litern Inhalt können 3 Paare gehalten werden.

Hinweise zur Zucht

Purpurprachtbarsch Weibchen mit Jungen 
Purpurprachtbarsch Weibchen mit Jungen  Quelle: Bild auf Wikimedia Commons Lizenz: Public domain Urheber: Reinieraukema.

Purpurprachtbarsche vermehren sich stark und sind eine Art Guppies unter den Buntbarschen.

Für die Zucht geeignet ist ein Aquarium mit mindestens 60 Zentimetern Beckenlänge. Wenn noch andere Fische im Aquarium sind, sollte das Aquarium größer sein. Zur Laichzeit können sie selbst in einem 240 Liter Aquarium größere Fische wie Skalare angreifen.
In solchen Fällen ist zu überlegen, das brutpflegende Paar in ein gesondertes Aufzuchtbecken umzusetzen. Das Aufzuchtbecken muss auch mindestens 60 Zentimeter lang sein. Im Haltungsbecken halten beide wahrscheinlich zusammen. Nach dem Umsetzen kann es zu Streitigkeiten zwischen dem Männchen und dem Weibchen kommen.

In einem anderen Fall vertrugen sich Purpurprachtbarsche und Skalare in einem 180 Liter Becken und laichten mehrmals gleichzeitig. Es gab nur Drohgebärden oder harmlose Maulkämpfe.

Wenn viele bodennahe Verstecke aus Steinen und Wurzeln vorhanden sind, halten sich die Purpurprachtbarsche auch bei der Zucht meistens dort auf. Fische der oberen Wasserschichten werden nicht belästigt.

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  • Außerhalb der Brutzeit: Versteckplatz

Purpurprachtbarsche sind Höhlenbrüter. Deshalb wird z. B. ein umgedrehter Blumentopf mit einer Eingangsöffnung in das Aquarium gestellt.

Hinweise zur Aufzucht

Junge Purpurprachtbarsche
Junge Purpurprachtbarsche Quelle: Bild auf Wikimedia Commons Lizenz: Public domain Urheber: Mike Dudek 

Das Weibchen bewacht und pflegt Gelege und Brut. Das Männchen verteidigt das Revier. Die Eltern beschützen die Jungen so gut, dass auch im Gesellschaftsbecken viele Junge durchkommen, wenn genug Pflanzen und Verstecke vorhanden sind, in die die Jungen schwimmen können, ohne direkt gesehen zu werden.

Die Jungen schlüpfen nach 2 bis 3 Tagen. Nach weiteren 4 bis 5 Tagen schwimmen sie frei. Die Mutter kommt mit den Jungen aus der Höhle heraus. Vorher kann man die Jungen kaum sehen. Wenn sich die Mutter vor Ablauf von ca. 8 Tagen hauptsächlich außerhalb der Höhle aufhält, ist das Gelege wahrscheinlich verloren gegangen.

Nach dem Schlupf werden die Larven unter Umständen täglich umgebettet. Sie sind also häufig in anderen Höhlen zu finden.

Die frei schwimmenden Jungfische werden von den Eltern geführt. Die Jungen ernähren sich ca. 36 Stunden vom Dottersack. Danach können die Jungfische mit frisch geschlüpften oder gefrorenen Artemianauplien, Cyclop-Eezee oder fein zerriebenem Flockenfutter leicht aufgezogen werden. Das Futter kann mit einer Spritze direkt in den Schwarm der Jungfische gespritzt werden.

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Wenn nur Trockenfutter gegeben wird, wachsen die Jungen nicht besonders gut.

Auch ohne zusätzliche Fütterung finden die Jungen am Boden zwischen Algen usw. genug Kleinstlebewesen zum Fressen.

Purpurprachtbarsch mit Jungfischen
Purpurprachtbarsch mit Jungfischen © Niko Strieth‎

Die Eltern passen über 12 – 15 Wochen auf die Jungen auf. Die Eltern bleiben möglichst lange bei den Jungen. Das Männchen bedrängt das Weibchen sonst zu früh, obwohl es noch keinen neuen Laichansatz hat. Purpurprachtbarsche mögen es auch nicht gerne, wenn sie separiert werden. Sie kümmern danach in der Ecke und fressen schlecht.

In der Regel überleben maximal 20 – 30 Junge. Die Eltern kommen mit der Anzahl der Jungen nicht zurecht und verringern den Bestand soweit, dass sie mit der Kontrolle und Aufsicht nachkommen.

Ab ca. 3 cm fangen die Männchen an, sich untereinander zu scheuchen. Wenn viele Junge vorhanden sind, verteilen sich die Aggressionen. In einem 80er Becken können ohne Probleme 20 3 – 4 cm große Jungtiere gehalten werden, ohne dass sie sich bekämpfen.

Geeignete Wasserwerte

Purpurprachtbarsche sind gegenüber den Wasserwerten nicht anspruchsvoll, wenn die sonstigen Bedingungen stimmen. Sie können bei weichem bis hartem Wasser gehalten werden und pflanzen sich auch darin fort. Der pH-Wert sollte um 7 liegen.

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Hartes Wasser, bei dem sich Purpurprachtbarsche vermehrt haben:
  • KH 13
  • GH 22
  • pH 7,2
  • Nitrit nicht nachweisbar
  • Nitrat nicht nachweisbar

Eine Filterung über Torf ist nicht notwendig.

Purpurprachtbarsche :

Purpurprachtbarsch (Pelvicachromis pulcher)
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Letzte Aktualisierung am 7.12.2018 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API