Grundlagen zur Kampffisch Zucht

Kampffisch Zucht
Kampffische bei der Paarung. Foto: Caroline Eggert

Wer Betta splendens züchten möchte, der sollte schon einige Zeit vor dem eigentlichen Zuchtbeginn seine Fische und das Becken vorbereiten.

Die ausgesuchten Fische sollten etwas kräftiger gefüttert werden.

Dabei ist neben dem (wohl üblichen) Flockenfutter darauf zu achten, dass Lebendfutter gefüttert wird.

Die Fische benötigen für den Laichakt und die anschließende Brutpflege genügend Kräfte.

Damit beide Tiere laichbereit werden, ist kräftiges Lebendfutter hilfreich. Frostfutter und anderes Futter können aber auch gegeben werden.
Kampffisch Zucht / Paarung
Kampffische bei der Paarung Foto: Caroline Eggert

Geeignet sind z. B. Schwarze und Weiße Mückenlarven, gefroren oder lebendig, Fruchtfliegen, Insekten in Mückengröße und kleinere Regenwürmer.

Weil das Brutgeschäft bei Betta splendens sehr kräftezehrend ist, werden Männchen und Weibchen ein- oder zweimal täglich mit Frost- oder Lebendfutter abgefüllt.

Die Temperatur beim Anfüttern kann ca. 25° C betragen.

Wenn die Tiere trotzdem keine Lust zeigen, wird ein Wasserwechsel durchgeführt und die Temperatur unter Umständen auf 27° erhöht. Höhere Temperaturen sind eigentlich nicht notwendig.

Wenn beide Tiere in ein spezielles Zuchtbecken gesetzt werden, muss immer zuerst das Weibchen eingesetzt werden.

Top4 für die Kampffischzucht:

Kampffisch-Fibel - Faszination Betta splendens
Peter Bärwald - Herausgeber: Dähne Verlag - Auflage Nr. 2 (16.11.2016) - Gebundene Ausgabe: 96 Seiten
15,80 EUR

Zuchtbecken

Betta splendens
Betta splendens Foto: Malte Tied

Ein einfaches Becken mit den Kantenlängen 40 x 25 x 25 reicht völlig aus. Dunkler Untergrund ist empfehlenswert. Auf Bodenmaterial kann verzichtet werden. Die Unterseite des Beckens kann z. B. von außen dunkel gestrichen werden. Zumindest sollte eine einfarbige, dunkle Unterlage unter das Becken gelegt werden.

Das Männchen findet so auch auf dem Boden liegende Eier. Die Ausbeute wird entsprechend höher. Es fallen immer wieder einige Eier aus dem Nest auf den Boden, besonders wenn der Wasserstand ca. 10 bis 15 Zentimeter beträgt, wie oft empfohlen wird.

In größeren Aquarien sollte der Wasserstand evtl. auf ca. 15 Zentimeter gesenkt werden.

Nach anderen Erfahrungen sollte der Wasserstand etwas höher sein. Beim Paarungsakt, dem Umschlingen der Tiere, sinken die Eltern leicht nach unten. Wenn die Eier vom Männchen während des Schwebevorgangs eingesammelt werden bevor die Eier Bodenkontakt haben, ist die Ausbeute an Larven wesentlich höher. Die Gefahr des Kontakts der Eier mit Bakterien am Boden ist sehr hoch.

Als Einrichtung reicht eine Heizung. Die Temperatur kann zwischen 25° und 28° C betragen. 25° bis 26° C ist normalerweise ein passender Wert. Höhere Temperaturen werden empfohlen, um älteren oder schlappen Männchen für die Brut auf die Sprünge zu helfen. Bei höheren Temperaturen schwimmen die Jungen etwas schneller frei, hohe Temperaturen schaden aber den Eltern.

Ein Filter kann eingesetzt werden. Dabei ist darauf zu achten, dass kaum Oberflächenströmung entsteht. Zur Verwendung geeignet sind kleine Schaumstoffinnenfilter, wie auch ein Hamburger Mattenfilter.

Versteckmöglichkeiten für das Weibchen sollten vorhanden sein, z. B. eine halbe Kokosnuss mit zwei Ausgängen. Wenn zusätzlich ein größerer Stein unter der Kokosnuss liegt, kann sich das Weibchen gut verstecken.

Schwimmpflanzen oder auch ein Stück Styropor sollten auf der Wasseroberfläche vorhanden sein. Als Hilfe für den Nestbau kann auch ein Futterring oder ein Stück Schlauch auf der Wasseroberfläche schwimmen.

Betta splendens bei der Paarung
Betta splendens bei der Paarung Quelle: Bild auf Wikimedia Commons Lizenz: CC Attr. 3.0 Urheber: ZooFari

Unter einer 1 Zentimeter dicken und ca. 10 Zentimeter durchmessenden Styroporplatte oder Korkrinde kann das Männchen das Schaumnest bauen. Nach einem Bericht holte das Männchen nach dem Ablaichen das Nest Bläschen für Bläschen unter der Korkrinde hervor.

Nach anderen Erfahrungen bauen Kampffische das Schaumnest an der freien Wasseroberfläche und nicht unter einer Platte wie Fadenfische.

Torffilterung ist zwar nicht notwendig, schadet aber auch nicht und bringt seine positiven Wirkungen auch im Zuchtbecken zur Geltung.

Wasserhärte und pH-Wert sind nicht sonderlich wichtig, wenn die Werte nicht zu extrem sind. Das Wasser kann weich sein, mit einem pH-Wert von 7. Aber auch in Wasser mit der Gesamthärte 20 oder einem pH-Wert von 7,5 ist die Zucht möglich.

Zur Zucht kann auch ein 15 Liter Becken verwendet werden, das mit Javamoos bis zur Wasseroberfläche dicht bepflanzt ist. Ein Problem bei dieser Zuchtmethode ist, dass die Jungtiere schlecht an die Wasseroberfläche kommen, wenn sie ihr Labyrinth mit Luft füllen. Das kann mit rechtzeitigem Umsetzen verhindert werden.

Einige Züchter decken die Zuchtaquarien für Labyrinther grundsätzlich nur zu 90 % ab. Diese Züchter bringen im Zuchtbecken weder Durchlüftung noch Filterung an. Die Tiere koten aber. Durch die Bakterientätigkeit beim Abbau des Kots könnte ein Sauerstoffmangel entstehen. Dies kann zum Absterben des Geleges oder der Larven führen. Wenn die Abdeckscheibe leicht geöffnet ist, findet ein Gasaustausch über die Wasseroberfläche statt.

Möglich ist die Verwendung eines Sauerstoffsteins, der kleine Bläschen erzeugt. Einige Züchter belüften das Becken erst, wenn die Jungen geschlüpft sind.

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Das Weibchen wird vom Männchen verjagt

Es ist normal, dass das Männchen anfangs das Weibchen jagt. Das Weibchen ist dann noch nicht laichbereit. Das so genannte Treiben gehört zum Fortpflanzungsritual, damit das Weibchen laichbereit wird. Es bekommt dann eine Schreckfärbung, d. h. der Körper zeigt Längsstreifen.

Wenn das Weibchen zu stark gejagt wird, wird das Weibchen aus dem Zuchtbecken genommen und in ein kleines Becken nebenan gesetzt. Das Männchen muss das Weibchen sehen können.

Wenn das Männchen ein Schaumnest gebaut hat, wird das Weibchen wieder in das Zuchtbecken gesetzt. Ist das Weibchen immer noch laichbereit, wird es wieder aus dem Becken herausgenommen.

Die Paarungsbereitschaft zeigt das Weibchen deutlich an. Ein Weibchen in Laichstimmung hat einen dicken Bauch und zeigt eine hellere quer gestreifte, senkrechte Laichfärbung im Bereich der mittleren Körperpartie.

Meistens kommt das Weibchen dann aktiv auf das Männchen zu. Nach starkem Treiben kann ein Weibchen in Laichstimmung aber auch zerrupft und erschöpft in einer Ecke liegen und seine Laichfärbung zeigen.

Bei der Paarung umschlingt das Männchen das Weibchen. Das Weibchen treibt wie tot nach oben, wenn es sich in der so genannten Laichstarre befindet. Etwas später erfolgt die nächste Paarung.

Kampffische brauchen kein sauerstoffreiches Wasser

Sauerstoffreiches Wasser wie bei anderen Fischarten ist nicht erforderlich. Betta splendens leben in den Herkunftsgebieten in schlammigem Wasser, in überschwemmten Wiesen und in Reisäckern. Der Wasserstand beträgt meistens zwischen 10 und 30 Zentimetern.

Dort vergammelt eine relativ große Pflanzenmasse in relativ wenig Wasser. Die Temperaturen steigen tagsüber schnell und stark auf über 30° C an.

Das Wasser hat also wenig Sauerstoff. Ein Vorteil ist, dass die Kampffische keine Konkurrenz durch empfindlichere Fische haben. Außerdem ist das Nahrungsangebot in dieser Zeit sehr hoch.

Für Kampffische ist ein gutes Nahrungsangebot wichtig. Wenn Kampffische richtig satt sind, vermehren sie sich, weil dann vermutlich auch die Jungen satt werden.

Was für bestimmte Fischarten eine Dreckbrühe ist, ist für andere Arten ein wunderbarer gesunder Lebensraum. Dreckbrühe definiert sich also an der speziellen Fischart. Wasser in dem sich Betta splendens immer noch wohlfühlen, kann für andere Arten schon tödlich sein.

Kampffische haben sich mit dem Labyrinthorgan an sauerstoffarmes Wasser angepasst. Die Eier und Larven werden mit Hilfe des Schaumnestes mit Sauerstoff versorgt. Damit für alle Jungen genug Sauerstoff vorhanden ist, schichtet das Männchen die Brut ständig um, packt die Jungen also regelmäßig wieder in frische Blasen ein.

Die schlüpfenden Larven werden auch immer wieder mit frischen Blasen in das Nest gepackt solange sie noch nicht frei schwimmen. Die freischwimmenden Larven schwimmen meistens direkt an der Wasseroberfläche, wo der Sauerstoffgehalt höher sein dürfte als in den unteren Wasserschichten.

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Letzte Aktualisierung am 11.07.2019 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API

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