Rotkehlanolis

Anolis carolinensis

Datenblatt Rotkehlanolis

Deutscher Name: Rotkehlanolis
Wissenschaftlicher Name: Anolis carolinensis
Herkunft: USA, Mexiko, Karibik
Körperlänge: bis zu 20 cm
Alterserwartung: bis 8 Jahre
Verhalten
Futter: insectivor (Insektenfresser)
Verhalten: revierbildend, scheu
Anzahl: kleine Gruppen
Schwierigkeitsgrad: Anfänger
Rotkehlanolis im Terrarium
anonym, Green anole, CC BY-SA 3.0

Der Rotkehlanolis ist auch als Amerikanisches Chamäleon oder Grüner Anolis bekannt. Seine Heimat sind die subtropischen Laubwälder in den USA, Mexiko und der Karibik. Dort lebt er auf Bäumen und in hohen Gebüschen und jagt Insekten. Er gehört zur Familie Dactyloidae und zur Gattung Anolis.

Es handelt sich um eine kleinere Echsenart mit einem sehr schlanken Körper. Die Länge misst etwa 20 cm, wovon der Rumpf schon 8 cm ausmacht. Die Form des Kopfes verläuft spitz und das Maul ist recht groß. Die Augen können wie bei einem Chamäleon unabhängig voneinander bewegt werden. Je nach Gemütszustand oder Wärme wechselt die Farbe von Grün zu Braun. Die Grundfärbung des Körpers ist grün und der Bauch ist weiß. Die Jungtiere und besonders die Weibchen zeigen außerdem einen weißen Streifen entlang der Wirbelsäule.

Ähnlich dem Gecko besitzt die Echse Haftlamellen an den Zehen. Diese verleihen ihr die Fähigkeit, sich auf steilen und glatten Flächen zu bewegen. Das besondere Markenzeichen des Tieres ist der namensgebende rote Kehlsack. Seine Funktion liegt in der Imponier- oder Drohgebärde. Befindet sich das Männchen auf der Balz und begegnet einem Weibchen, zieht er ihre Aufmerksamkeit auf sich, indem er den Kehlsack deutlich aufbläht. Als Drohgebärde dient er zur Abschreckung von konkurrierenden Artgenossen oder Feinden. Dazu benutzen ihn beide Geschlechter.

Anolis carolinensis ist ein tagaktiver und flinker Lauerjäger. Bei der Jagd sitzt er starr auf einem Platz und und wartet auf die Beute. Kommt diese ihm nah genug, schnappt er blitzschnell zu und frisst sie mit Haut und Haaren auf.

Anschaffung und Haltung

Bei der Anschaffung sind mindestens zwei Artgenossen oder besser eine kleine Gruppe einzuplanen. Das soziale Tier braucht andere Artgenossen zum Kommunizieren. Es fühlt sich nur in der Gemeinschaft wohl. Das Gruppenverhalten unterliegt einer festen Rangordnung.

Allerdings dürfen Männchen nicht zusammen in einem Terrarium gehalten werden! Sie bilden Reviere, das sie bis aufs Äußerste kämpferisch verteidigen. Dagegen stellt die gemeinsame Haltung von einem Männchen und mehreren Weibchen oder nur Weibchen keine Probleme dar.

Die Größe vom Terrarium ist der Anzahl der Tiere anzupassen. Je Exemplar ist eine Zugabe der Grundfläche von mindestens 20% notwendig. Die Einrichtung muss von Beginn der Haltung an für jeden Bewohner ausreichend Kletter- , Sitz- und Rückzugsmöglichkeiten zur Verfügung stellen.

Anforderungen an das Terrarium

Das artgerechte Terrarium besitzt ein Hochformat. Für die Haltung von einem Männchen und drei Weibchen ist eine Mindestgröße von 80 cm Länge x 60 cm Tiefe x 100 cm Höhe optimal. Der Bodengrund besteht aus einem leicht feuchten Gemisch aus Sand und Kokosfaser-Humus oder Terrarienhumus oder Rindenmulch. Das Substrat darf keinerlei Dünger oder Pflanzenschutzmittel enthalten! Zum Klettern, Lauern und Verstecken dienen stabile Kletteräste und robuste Pflanzen.

Ein- bis zweimal am Tag sollte ein Regenwald-Regen im Terrarium initiiert werden. Dazu wird die Einrichtung mit handwarmen Wasser besprüht. Auf diese Weise entsteht die hohe Luftfeuchtigkeit und die Echsen können naturgemäß die notwendige Flüssigkeit aus den Wassertröpfchen entnehmen. Eine gute Anschaffung ist eine Beregnungsanlage.

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Für die Helligkeit sorgt eine zusätzliche UV-Beleuchtung (z.B. Leuchtstoffröhren mit UV-B-Anteil). Die Beleuchtungsdauer beträgt etwa 14 Stunden im Sommer und 12 Stunden im Winter. Die richtige Temperatur im Becken liegt zwischen 28 und 35° Celsius. Eine Wärmelampe kann zur Temperaturerhöhung Verwendung finden.

Geschlechtsunterschiede

Der Rotkehlanolis besitzt einen ausgeprägten Sexualdimorphismus. Männliche ausgewachsene Exemplare messen etwa 20 cm, wogegen Weibchen nur maximal 18 cm groß sind. Auch der Kehlsack ist beim Männchen deutlich größer. Außerdem tragen überwiegend die Weibchen einen weißen Streifen entlang der Wirbelsäule.

Futter und Ernährung

Das Nahrungsangebot umfasst alle mundgerechten Gliederfüßer. Dazu gehören Fliegen, Grillen, Heimchen, Heuschrecken, Spinnentiere. Auch Mehlwürmer werden genommen. Da der Rotkehlanolis ein Lauerjäger ist, sollte er sein natürliches Jagdverhalten auch im Terrarium ausleben können und überwiegend Lebendfutter erhalten.

Zu einer ausgewogenen Ernährung zählen zusätzliche Vitamine und Kalziumkrümel (z.B. aus Sepiaschulp). Diese werden bei jeder zweiten Fütterung verabreicht und können z.B. auf die Futtertiere gestreut werden.

Manche der Echsen nehmen auch Stücke von geschälten Bananen oder anderen weichen Früchten an. Allerdings darf die Menge nur sehr sparsam verabreicht werden.

Eingewöhnung und Umgang

Der Rotkehlanolis ist ein echter Klettermeister und Sonnenanbeter. Im Winter hält er eine zweimonatige Winterruhe ab. Dabei färbt er sich dunkelbraun und zieht sich an einen ruhigen und versteckten Platz zurück.

Mit etwas Geduld kann das scheue Reptil sogar handzahm werden. Bei artgerechter Haltung und guter Ernährung beträgt seine Lebenserwartung bis zu 8 Jahre.

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