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DRTA-Archiv.deWasserchemieWasseraufbereiter im Aquarium

Wasseraufbereiter im Aquarium

In dieser Rubrik werden die klassischen Wasseraufbereitungsmittel, Torfextrakte und Eichenextrakte besprochen.

  • Amtra Top Wasseraufbereiter
  • Aquasafe
  • Blätter im Aquarium
  • Clearol von JBL
  • Dennerle TR7 Torfrindenextrakt
  • Der Skimmer im Aquarium
  • Easy Life Wasseraufbereiter
  • Eichenextrakt
  • Erlenzapfen
  • PH/KH Minus von Tetra
Wasserwechsel
MartinStr / Pixabay

Die klassischen Wasseraufbereiter sollen vor allem Chlor und Schwermetalle im Wasser binden. Torfextrakte fügen dem Wasser Huminstoffe zu, säuern das Wasser aber nicht an. Karbonathärte und pH-Wert werden also durch Torfextrakte nicht gesenkt.

Produkte, die das Wassers ansäuern sollen, werden meist als Eichen- oder Eichenrindenextrakt bezeichnet. Sie enthalten Mineralsäuren, in der Regel Phosphorsäure, Schwefelsäure oder eine Mischung dieser Säuren. Nur mit diesen Säuren kann die Karbonathärte und in der Folge der pH-Wert gesenkt werden.

Statt der Mittel aus dem Handel können für die gleichen Ziele eine Reihe von Naturprodukten verwendet werden. Daneben gibt es noch eine Reihe von Mitteln für Spezialaufgaben, z. B. die Entfernung von Phosphat.

» Alle Wasseraufbereiter anzeigen

Müssen Wasseraufbereiter verwendet werden?

Nein. Wasseraufbereiter müssen nicht verwendet werden. In der Regel enthält Leitungswasser keine schädlichen Inhaltsstoffe in so hohen Konzentrationen, dass Wasseraufbereiter unbedingt notwendig sind.

Argumente für Wasseraufbereiter
  • Wasseraufbereiter binden Kupfer und andere Schwermetalle.
  • Wasseraufbereiter entfernen Chlor.
  • Wasseraufbereiter schützen die Schleimhaut der Fische.
  • Wasseraufbereiter werden seit Jahrzehnten verwendet.
  • Wasseraufbereiter schaden nicht.
Argumente gegen Wasseraufbereiter
  • Trinkwasser ist auch ohne Wasseraufbereiter geeignet für Aquarien.
  • Vielfache Erfahrungen zeigen, dass Wasseraufbereiter nicht notwendig sind.
  • In der ehemaligen DDR gab es keine Wasseraufbereiter und trotzdem viele erfolgreiche Aquarianer.
  • Die vom Wasseraufbereiter mit Kupfer und anderen Schwermetallen gebildeten Komplexe zerfallen wieder und reichern sich im Aquarium im Bodengrund und Filtermaterial an.
  • Kupfer kommt nicht in das Aquarium, wenn man die ersten Liter Wasser ablaufen lässt.
  • Osmoseanlagen oder Ionentauscher entfernen Kupfer und Schwermetalle aus dem Wasser.
  • Trinkwasser enthält in der Regel gar kein Chlor oder nur unschädlichen Mengen. Nur in Ausnahmefällen wie Hochwasser wird stärker gechlort.
  • Chlor entweicht aus dem Wasser, wenn das Wasser über einen Brausekopf oder ein Edelmetallsieb in einen Eimer läuft.
  • Fische benötigen normalerweise keinen besonderen Schleimhautschutz.
  • Jeder Stoff, der in das Aquarium gegeben wird, muss irgendwo im Aquarium bleiben oder durch Wasserwechsel entfernt werden.
  • Für Wasseraufbereiter wird relativ viel Geld ausgegeben, ohne dass ein wirklicher Nutzen erkennbar ist.

Binden Wasseraufbereiter Schwermetalle?

Wasseraufbereiter binden Schwermetalle. Im Leitungswasser sind aber keine oder kaum Schwermetalle enthalten. Im Zweifelsfall gibt der örtliche Wasserversorger kostenlos Auskunft darüber, welche Inhaltsstoffe im Leitungswasser vorhanden sind. Die gebundenen Schwermetalle müssen mit Wasserwechseln und bei der Filterreinigung aus dem Aquarium entfernt werden. Es besteht die Gefahr, dass sich die gebundenen Schwermetalle im Aquarium anreichern. Da einige Bakterienarten die Stoffe in Wasseraufbereitern abbauen, die die Schwermetalle binden, kann unter Umständen unerwartet eine größere und schädliche Menge an Schwermetallen freigesetzt werden.

Nur Kupfer kann im Leitungswasser vorhanden sein, wenn die Leitungen im Haus aus Kupfer bestehen oder Warmwasserboiler vorhanden sind. In solchen Häusern sollte man möglichst nur kaltes oder leicht temperiertes Wasser verwenden. Auf jeden Fall sollte man das Wasser vor Gebrauch für das Aquarium einige Minuten (ca. 5 Liter) ablaufen lassen, damit evtl. vorhandene Kupferablagerungen ausgespült werden. Mit einem Kupfertest kann überwacht werden, dass nicht zuviel Kupfer in das Aquarium kommt.

Geringe Kupfermengen werden von Bakterien und Pflanzen eingelagert. In Pflanzendüngern enthaltene Chalatoren binden ebenfalls kleinere Mengen von Schwermetallen.

Wandeln Wasseraufbereiter Chlor in unschädliches Chlorid um?

Chlor wird von Wasseraufbereitern in Chlorid umgewandelt, das unschädlich ist. Im Leitungswasser ist aber nur sehr selten Chlor in schädlichen Mengen vorhanden. Chlor kann auch aus dem Wasser entfernt werden, indem das Wasser mit einem kräftigen Strahl der Duschbrause in einen Eimer gefüllt wird, durch ein Metallsieb gegossen wird oder indem man das Wasser einige Zeit abstehen lässt. Eingefahrene Aquarien enthalten organische Stoffe, die nicht vollständig oxidiert sind. Diese reagieren mit Chlor und zehren das Chlor so. Durch regelmäßige Wasserwechsel wird das so gebundene Chlor entfernt.

Schützen Wasseraufbereiter die Schleimhaut der Fische?

Gesunde Fische benötigen keinen zusätzlichen Schleimhautschutz. Probleme an der Schleimhaut kommen in der Regel nur in neuen oder in überbesetzten Aquarien vor. In eingefahrenen Aquarien wird die Schleimhaut nicht gereizt und es sind organische Stoffe vorhanden, die die Schleimhaut schützen. Teilweise wird der angebliche Schleimhautschutz der Wasseraufbereiter dadurch erzielt, dass die Schleimhaut der Fische gereizt wird und damit mehr Schleim gebildet wird. So kann hin und wieder beobachtet werden, dass sich einige Fische nach Einsatz eines Wasseraufbereiters an Pflanzen und Gegenständen reiben.

Wann sollten Wasseraufbereiter verwendet werden?

Wasseraufbereiter sollten höchstens dann verwendet werden, wenn soviel Schwermetalle oder Chlor im Wasser enthalten ist, dass es mit anderen Maßnahmen nicht entfernt werden kann.

Wasseraufbereiter und Pflanzendünger

Wasseraufbereiter enthalten Chelatoren, die Schwermetalle binden, z. B. EDTA und verwandte Verbindungen. Die gleichen Verbindungen sind auch in Pflanzendüngern enthalten. Wasseraufbereiter haben deshalb keinen Einfluss auf die Wirksamkeit von Pflanzendüngern. Allerdings bringen sie zusätzliche Chelatoren in das Aquarienwasser.

Schaden Wasseraufbereiter?

Der Einsatz von Wasseraufbereitern ist zwar grundsätzlich nicht notwendig, schadet in der Regel aber auch nicht. Nur wenn sehr viele Stoffe durch den Wasseraufbereiter gebunden wurden und dann plötzlich freigesetzt werden, kann es theoretisch zu schädlichen Konzentrationen kommen.

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Woraus Wasseraufbereiter bestehen

Bestandteil sonstiges Einsatzgebiet Wirkungen Nebenwirkungen Alternativen
Fixiernatron (Fixiersalz, Natriumthiosulfat) Photolabore bindet Chlor hebt den Leitwert an, wenn kein Chlor vorhanden ist
erhöht den Gehalt an Kochsalz im Wasser, wenn Chlor im Wasser war
Wechselwasser über Nacht stehenlassen
Wechselwasser über eine (Dusch-)brause zerstäuben, d. h. mit kräftigem Strahl in einen Eimer füllen
EDTA Wassertests für Gesamthärte bindet Schwermetalle EDTA wird von Bakterien abgebaut und die Schwermetalle können dann wieder freigesetzt werden Das Wasser aus der Wasserleitung ca. fünf Minuten ablaufen lassen und erst das folgende Wasser als Wechselwasser benutzen.
Eisen(III)-chlorid Ätzflüssigkeit für Kupferplatinen bindet Phosphat und Eiweißstoffe Bringt Chlorid in das Wasser und hebt so den Leitwert an
Das zusätzliche Eisen verdrängt Mangan, das wie Eisen wichtig für die Pflanzen ist
Sparsamer füttern
Fischbesatz verringern
Phosphat durch schnellwachsende Pflanzen verbrauchen lassen
häufiger Wasser wechseln

Welche Wasseraufbereiter sind empfehlenswert?

Wasseraufbereiter sind nur in speziellen Fällen sinnvoll und müssen in den meisten Aquarien nicht verwendet werden. Da die genauen Inhaltsstoffe der Wasseraufbereiter meistens unbekannt sind, ist ein genauer Vergleich nicht möglich. Die Erfahrung zeigt, dass die Aufbereiter der unterschiedlichen Hersteller gleichwertig sind. Bei einem Vergleich zwischen Preis und Leistung muss vor allem die unterschiedliche Dosierung berücksichtigt werden.

Sinnvoll zur Verbesserung der Wasserqualität ist die Verwendung von Erlenzäpfchen. Diese werden im Herbst gesammelt. Im Abstand von einigen Wochen werden einige Erlenzäpfchen in das Aquarium gegeben. Raspelnde Welse und algenfressende Garnelen fühlen sich dann besonders wohl. Ungedüngter Torf kann ebenfalls verwendet werden. Aus Erlenzäpfchen und Torf lösen sich Gerb- und Huminstoffe. Diese sind gute Chelatoren, die auch die Pflanzennährstoffe in Lösung halten, wenn diese nicht überdosiert werden.

Ein Wasseraufbereiter, der weniger Wert auf die Schwermetallbindung und die Chlorbeseitigung legt, dafür aber andere evtl. hilfreiche Eigenschaften hat, ist Aquadrakon.

B-Vitamine können die Bakterientätigkeit u. a. im Filter anregen, und unterstützen auch die Pflanzen. Gleichzeitig wirken sie als Ausgleichsfaktor bei Stress der Fische durch Umsetzen, neuen Tieren usw.

Eventuelles Chlor im Frischwasser wird durch einen Zusatz mit Vitamin C beseitigt.

Weil die Jod-Versorgung in Deutschland mangelhaft ist, enthält Aquadrakon relativ viel Jodid. Dieses ist auch für Wirbellose sinnvoll, weil Häutungsprobleme nicht nur mit zu mineralarmen Wasser, sondern auch mit Jodmangel zusammenhängen können.

Magnesium-Chelate binden evtl. vorhandene Schwermetalle. Den gleichen Effekt haben aber auch Chelate in Pflanzendüngern.

Als Ersatz für die oft recht hohen Huminstoffgehalte natürlicher Fischgewässer wird eine Mischung aus Polyvinylpyrollidon, Carboxymethylcellulose und Tannin verwendet.

Daneben sind noch einige Mineralstoffe enthalten, die nicht unbedingt essentiell sind, aber durchaus nützlich sein können.

Wasseraufbereiter können ihre Wirkung verlieren.

Einige Inhaltsstoffe von Wasseraufbereitern können mit der Zeit ihre Wirkung verlieren, besonders, wenn sie in geöffneten Packungen aufbewahrt werden. Fixiernatron ist z. B. ein Reduziermittel und wird durch Oxydationsmittel in der Luft verändert. Wie lange ein Wasseraufbereiter haltbar ist, ist unterschiedlich. Eine offene Flasche sollte aufgrund der Zersetzung des Fixiernatrons nach etwa einem Jahr nicht mehr verwendet werden.

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Die Wirksamkeit von Wasseraufbereitern testen

Als Test wird die doppelte Menge Kaliumpermanganat, die der Hersteller empfiehlt, in einen Behälter mit Wasser gegeben. Kaliumpermanganat ist z. B. in einigen Heilmitteln gegen Fischkrankheiten enthalten. Dann wird die vom Hersteller empfohlene Menge des Wasseraufbereiters in das Wasser gegeben.

Die purpurrote Färbung durch das Kaliumpermanganat sollte sofort verschwinden. Die Dauer bis die Farbe verschwindet zeigt an, ob der Wasseraufbereiter noch wirksam ist und wie schnell er Chlor entfernen kann.

Chlor ist ein Oxydationsmittel wie Kaliumpermanganat und Wasseraufbereiter sind Reduziermittel, die oft Fixiernatron enthalten.

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