Panzerwelse können über ihren Darm Sauerstoff aus der Atmosphäre, einfacher gesagt aus der Luft, aufnehmen. Von Zeit zu Zeit schwimmen sie deshalb schnell an die Wasseroberfläche und sofort wieder hinunter.
Wenn dies häufiger geschieht, sollte überprüft werden, ob die Bedingungen im Aquarium gut sind. Mögliche Ursachen für häufiges Atmen an der Oberfläche sind Sauerstoffmangel und zu hohe Nitritwerte.
Warum Panzerwelse nicht nur am Boden schwimmen
Panzerwelse schwimmen nicht immer nur auf dem Boden. Je nach Art schwimmen sie mehr oder weniger häufig auch im freien Wasser, an den Scheiben hoch und runter, an pflanzen entlang usw.
Aufgrund der zusätzlichen Darmatmung holen sie zusätzlich Luft, wenn sie in den oberen Wasserschichten schwimmen. Scheiben und Pflanzen werden nach Fressbarem angesucht.
Einige Panzerwelse sind scheu und verstecken sich, wenn sich vor dem Aquarium etwas bewegt. Möglicherweise ist dieses Verhalten bei Wildfängen ausgeprägter, als bei Nachzuchten. In der Natur leben Panzerwelse meistens versteckt und begeben sich nur zur Futtersuche ins Freie.
Panzerwelse leben in der Natur in Schwärmen. Die Schwarmgröße hängt von der Art ab. Einige Arten bilden nur kleine Schwärme, andere Arten bilden sehr große Schwärme. Dabei sehen viele Augen mehr als ein Augenpaar, und die Aufmerksamkeit des einzelnen Mitglieds konzentriert sich mehr auf den Erhalt der Gruppe als auf den Erhalt des eigenen Lebens. Verhält sich innerhalb der Gruppe nur ein Tier unruhig oder flüchtend, werden alle anderen davon angesteckt und geraten regelrecht in Panik, weil nur derjenige Fisch, der die Unruhe ausgelöst hat, einen direkten Bezug zu der Gefahrenquelle hat. Alle anderen reagieren blind. Gut erkennbar ist das, wenn eine scheue Gruppe mit einer nicht scheuen Gruppe zusammen gesetzt wird. Bei Bewegung vor dem Aquarium jagen alle Tiere gemeinsam in ihren Rückzugsraum, egal ob sie aus der ursprünglich scheuen oder nicht scheuen Gruppe stammen.
Als Einzeltier oder als einzelnes Paar verhalten sie sich oft völlig anders als in einer Rotte. Sie bewegen sich ohne Angst überall hin und beäugen sogar den Pfleger.
Mit Pflanzendickichten, künstlichen Unterständen und Bodengrund, der der Farbe der Tiere entspricht, kann die Schreckhaftigkeit unter Umständen gemildert werden. Es kann versucht werden, die Aquarienseiten und die Rückwand dunkel abzukleben werden, dunklen Boden zu verwenden und das Licht zu dämmen. Sicher helfen diese Maßnahmen leider nicht.
Die Beleuchtung ist ganz entscheidend. Wichtig ist nicht die Helligkeit, sondern, ob die verwendeten Leuchtmittel eine Schattenbildung im Aquarium zulassen. Leuchtstoffröhren haben kein gerichtetes Licht und werfen deshalb keinen oder kaum Schatten. Bei Verwendung von HQI-Leuchten bewegen sich die Panzerwelse unter den niedrig wachsenden Pflanzenblättern entlang. Weil sie sich unbeobachtet fühlen, verlieren sie ihre Scheu.
Panzerwelse müssen weniger Fressfeinde von der Seite fürchten, als Fressfeinde von oben. Wenn sie den Eindruck gewinnen, dass sie im vollen Licht leben und der Bodengrund mit seiner Zeichnung ebenfalls keine Deckung bietet, trauen sie sich erst gar nicht aus ihrem Versteck heraus.
Die Tiere haben zudem ein sehr ausgeprägtes soziales Verhalten. Sie liegen gerne mit engem Körperkontakt in Wurzelhöhlen und dösen.
Die Listen dürfen allerdings nicht zu streng genommen werden. Es ist unsicher, ob die Schreckhaftigkeit mit der Art zusammen hängt. So werden Corydoras aeneus von einigen Haltern als scheu, von anderen Haltern als nicht scheu, beschrieben. Andererseits zeigen selbst von verschiedenen Züchtern erworbene Fische derselben Art oft ein annähernd identisches Verhalten. Möglicherweise spielen die Umgebungsfaktoren also die größte Rolle.
Wels hören z.B. sehr gut. Deshalb kann auch ein federnder Fußboden dazu führen, dass sie die in das Wasser übertragenen Schwingungen hören und verschwinden, wenn jemand den Raum betritt.
Die schnellste Maßnahme, um scheue Panzerwelse zu beobachten, ist selber zur Landschaft zu werden. Setzt man sich vor das Aquarium, verschwinden zunächst die ängstlichen Bewohner, weil sie eben so auf Bewegung reagieren. Bleibt man unbeweglich sitzen, sind bald alle wieder da.
Das Schwarmverhalten
Panzerwelse bilden in der Natur Schwärme. Nachzuchten im sicheren Aquarium halten sich oft nicht an diese Regel. Meistens bleiben sie aber in Sichtkontakt, so dass es sich quasi um einen Schwarm mit großem Individualabstand handelt.
Oft schwimmen sie einzeln, zu zweit oder maximal zu mehreren zusammen, vereinigen sich kurz zur gesamten Gruppe und verteilen sich dann wieder. Je mehr Tiere gehalten werden, desto eher findet sich die gesamte Gruppe zusammen. Verschiedene Arten bilden dann oft eine gemeinsame Gruppe, zumindest wenn die Tiere ähnlich gezeichnet sind.
Vermutlich wird das natürliche Schwarmverhalten im Aquarium aufgrund der geringen Aquariengrößen und der geringen Anzahl an Panzerwelsen nicht richtig erkennbar, zumal Fressfeinde, als zusätzliches Druckmittel einen Schwarm zu bilden, fehlen.
2 Filme zum Schwarmverhalten in der Natur:
Unruhe bei Panzerwelsen
Neu gekaufte Panzerwelse sind oft sehr unruhig. Sie schwimmen manchmal den ganzen Tag in einer Aquarienecke die Scheibe herauf und wieder herunter und wieder herauf und wieder herunter usw. Oder sie schwimmen an den Scheiben entlang durch das ganze Aquarium.
Ein solches Verhalten zeigen viele neu gekaufte Fische. Besonders wenn sie in Gruppen leben, steckt scheinbar ein Tier die anderen mit seiner Unruhe an.
Die Fische müssen sich in der neuen Umgebung erst zurecht finden und an die neuen Lebensbedingungen, Wasserwerte, Temperatur etc. gewöhnen.
Panzerwelse gewöhnen sich manchmal sehr schnell ein, unter Umständen schwimmen sie aber wochenlang die Scheiben herauf und herunter.
Eine starke Strömung wirkt sich bei Panzerwelsen allgemein immer positiv auf das Wohlbefinden aus und kann zur Beruhigung beitragen.
Wenn Panzerwelse sich eingewöhnt haben, bedeutet die Unruhe in der Regel immer Nachwuchs. Meistens ein bis zwei Tage später, speziell nach Wasserwechseln.
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