Datenblatt über Palembang-Kugelfische
Datenblatt: Tetraodon biocellatus
Herkunft:
Asien: Thailand, Malaysia, Sumatra, Borneo
Aquarium
Länge:
60 cm
Inhalt:
54 Liter
Beleuchtung:
Hell bis schattig
Einrichtung:
Pflanzen, Verstecke, freier Schwimmraum
Wasserwerte
Temperatur:
22 – 26 °C
ph-Wert:
7
KH:
°dKH
GH:
5 – 12 °dGH
Verhalten
Anzahl:
Bereich:
Überall
Vermehrung:
Eierleger
Futter:
Schnecken, Lebendfutter
Verhalten:
Einzelgänger, kann mit zunehmendem Alter aggressiv und bissig werden, Süsswasserfisch
Allgemeines über Palembang-Kugelfische
Palembang-Kugelfische werden auch Acht-Figuren- oder Acht-Muster-Kugelfische genannt. Als wissenschaftliche Namen werden Tetraodon biocellatus und Tetraodon steindachneri verwendet. Die deutsche Bezeichnung ist dabei verwirrend: Tetraodon palembangensis oder Monotrete palembangensis, der "echte Palembangkugelfisch", ist eine völlig andere Art, die sich in Aussehen, Größe und den Haltungsanforderungen von dem hier beschriebenen T. biocellatus stark unterscheidet.
Die Tiere sind hübsch gezeichnet. Sie haben ein grün-gelb-goldenes Tigermuster. Sie werden etwa 6 Zentimeter groß.
Palembang-Kugelfische gelten als untereinander unverträglich. Einige Tiere schwimmen trotzdem oft zusammen umher. Evtl. handelt es sich dabei um Männchen und Weibchen. In der Regel sollten Palembang-Kugelfische einzeln gehalten werden. Wenn sie nicht gerade hungrig sind, sind sie relativ friedlich.
Die Tiere suchen den ganzen Tag nach Schnecken. Scheinbar langweilen sie sich sonst.
Die Haltungsbedingungen für Palembang-Kugelfische
Bei den folgenden Wasserwerten wurden Palembang-Kugelfische erfolgreich gehalten.
- Temperatur: 26° C
- GH: 18
- KH: 11
- pH: 7,5
Palembang-Kugelfische und Salzwasser
Es gibt unterschiedliche Ansichten, ob und wie viel Salz Palembang-Kugelfische im Wasser benötigen. Einige Halter sind der Ansicht, dass die Tiere Brackwasserfische sind und z. B. bei 1200 Mikrosiemens/cm sehr gut gehalten werden können. Obwohl diese Fische in ihren Herkunftsgebieten auch im Süßwasser vorkommen, wird berichtet, dass T. biocellatus in der Gefangenschaft ohne Salzzugabe erheblich anfälliger für Haut- und andere Krankheiten ist.
Andere Halter gehen davon aus, dass es reine Süßwasserfische sind, die eine Salzzugabe im Wasser nicht vertragen. Diese Auffassung wird auch durch http://www.fishbase.org gestützt - hier wird T. biocellatus als "Süßwasserfisch" mit dem Zusatz "keine Brackwasserart" geführt.
Wahrscheinlich ist, dass sie in reinem Süßwasser und leichtem Brackwasser gehalten werden sollten.
Was Palembang-Kugelfische fressen
Geeignetes Futter:
- Schnecken
- Lebende Salzkrebse
- Gefrorene Rote Mückenlarven
- Gammarus
- Käfer
- Asseln
- Miesmuscheln
Die Tiere können beim Futter sehr wählerisch sein. Einige Tiere fressen z. B. gefrorene aber keine lebenden Roten Mückenlarven. Manche Tiere fressen sogar keine Schnecken. Zumindest einige Tiere lutschen die Schnecken von vorne aus dem Gehäuse. Sie knacken die Schalen nicht sondern spucken sie aus. Solche Tiere benötigen anderes Futter mit harten Schalen, z. B. Gammarus und Asseln, damit die Zähne nicht zu lang werden.
Manchmal hilft es, die Tiere eine Zeit hungern zu lassen oder sie alleine in ein Becken zu setzen. Zusätzlich kann man die Schnecken mit der Hand an der Oberfläche in das Wasser halten und hin und her wedeln. Einige Palembang-Kugelfische fressen so aus der Hand.
Lebend- oder Tiefkühlfutter wird deutlich bevorzugt. Trockenfutter wird nicht oder nur schlecht gefressen. Manche Tiere fressen im Notfall Futtertabletten oder Flockenfutter.
Ein Palembang-Kugelfisch kann 20 Mückenlarven hintereinander fressen und danach zum Platzen dick aussehen. Auch wenn am nächsten Tag ununterbrochen Schnecken geknackt werden kann er am nächsten Tag wieder normal dick sein.
Oft berichtete Probleme mit Palembang-Kugelfischen, z. B. Kannibalismus, Rauflust und Aggressivität, werden möglicherweise durch Unterernährung hervorgerufen. Es muss mindestens 2 Mal wöchentlich verwertbares Lebend- oder Tiefkühlfutter gefüttert werden.
Hungrige Barsche und Menschen werden auch schnell rauflustig. Gut gefütterte Kugelfische scheinen friedlicher zu sein als hungrige Tiere. Man kann z. B. jeden 2. Tag füttern, dann aber reichlich.
Palembang-Kugelfische betrachten Amanogarnelen und Glasgarnelen als Futter. Apfelschnecken werden so lange angeknabbert bis diese eingehen.
Beifische für Palembang-Kugelfische
Das Sozialverhalten hängt sehr vom jeweiligen Tier ab.
Einige Palembang-Kugelfische können im Gesellschaftsbecken gehalten werden. Sie knabbern keine anderen Fische an und sind eher scheu. Andere Tiere knabbern alle anderen Tiere an, die nicht schnell genug wegschwimmen. Mit angefressenen Flossen muss deshalb gerechnet werden. Unter Umständen passiert das aber nur, wenn die Kugelfische hungrig sind.
Bei der Fütterung setzen sich normalerweise alle Kugelfische durch. Bei Bedarf können sie sich auch heftig wehren. Einige Halter wurden in einen Finger oder die Hand gebissen.
Einige Palembang-Kugelfische fressen alle Fische, die kleiner als 1 Zentimeter sind. Jungfische haben also keine Chance. Andere Tiere fressen auch Jungfische nicht.
Fische, mit denen Palembang-Kugelfische gehalten werden können:
- Skalare
- Lebendgebärende
- Keilfleckbarben
- Zwergfadenfische
- Panzerwelse
- Harnischwelse
Die Geschlechtsunterschiede
Weibchen haben eine etwas gedrungenere Gestalt als Männchen.
Das Balzverhalten
Das Männchen umkreist das Weibchen und stupst dem Weibchen mit der Schnauze in die Seite. Das Männchen bläht sich auf und stellt sich quer vor das Weibchen. Nach erfolgreicher Balz sind Männchen und Weibchen unzertrennlich und schwimmen ständig zusammen.
Haltungsbericht von Simone vom 05.10.2006
Hallo,
ich halte zwei von den Burschen in meinem 300 l Gesellschaftsbecken. Die beiden sind immer zusammen, scheinen sich regelrecht zu lieben. Offensichtlich ein Paar. Es gibt nie Stress mit denen, weder beim Fressen noch sonst. Andere Fische sind ihnen völlig egal. Die Einzelhaltung kann ich nicht bestätigen. Habe beide seit ca. 2 Jahren.
Der eine ist etwas kleiner als der andere. Habe mal irgendwo gehört, die kleineren seien die Männchen. Dieser hat ab und an Probleme mit den Zähnen, die ich dann vorsichtig mit einem Nagelknipser kürze. Dabei ist insbesondere Vorsicht geboten, da der Fisch wegen des Aufblähens außerhalb des Wassers in diesem verbleiben muss (im Kescher).
Futter bekommen Sie täglich genau wie alle anderen Fische. Sie fressen allerdings ausschließlich Schnecken, Gammarus, Krill und ganze gefrorene Garnelen. Mückenlarven füttere ich wegen der Barsche gar nicht.
Was gibts noch zu sagen? Sind reizende Geschöpfe. Ich würde sie gern züchten, weiß aber nicht wie. Vielleicht entwickelt sich das ja zufällig im Laufe der Zeit.
Lieben Gruß
Simone
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Gesucht werden:
- Fotos von Fischen, Pflanzen, Krankheiten, Technik usw. Bitte benutzt eure Digitalkameras und schickt Bilder an nheidbuechel/at-nospam/web.de.
Das /at-nospam/ bitte durch @ ersetzen.
- Mithelfer bei der Seitenpflege. Wirklich jede Leserin und jeder Leser kann helfen.
Hallo, ich pflege diese Art seit Jahren erfolgreich in einem reinem Riffaquarium. Mit Strömungsarmen Plätzen zum ausruhen und reichlich Krabben und Garnelen, Muscheln und Schnecken zum "knacken" werden diese Tiere deutlich älter als ihre Artgenossen in reinem Süßwasser. Gruss Sascha
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