Kugelfisch Steckbrief

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Wo Kugelfische leben

Kugelfische kommen in der Natur in Südamerika, Afrika und Südost-Asien vor.

Einige Arten leben ständig in Süßwasser, andere wachsen im Brackwasser von Mangrovenwäldern auf und wandern als Erwachsene ins Süßwasser.

Wieder andere Arten leben als Jungfische in Süßwasser und als Erwachsene im Brack- oder Salzwasser.

Kugelfische für reines Süßwasser:

  • Rotaugenkugelfisch (Tetraodon lorteti, auch Carinotetraodon somphongsi)
  • Zweipunktkugelfisch (Tetraodon leiurus)
  • Flusskugelfisch (Tetraodon fahaka)
  • Riesenkugelfisch, Goldringelkugelfisch (Tetraodon mbu)
  • Afrikanisch gepunkteter Kugelfisch (Tetraodon schoutedeni)
  • Kongokugelfisch (Tetraodon miurus)
  • Kammkugelfisch (Carinoteraodon borneensis)
  • Zwergkugelfisch (Carinotetraodon imitator)

Kugelfische für Süßwasser und leichtes Brackwasser (Salzdichte bis 1.005):

  • Acht Muster Kugelfisch (Tetraodon steindachneri, auch Tetraodon pelambangensis)
  • Südamerikanischer Kugelfisch (Colomesus psittacus und Colomesus asellus)

Kugelfische für Brackwasser (Salzdichte bis 1.015):

  • Gepunkteter Kugelfisch (Tetraodon nigroviridis, Tetraodon fluvialitis)
  • Milchgepunkteter Kugelfisch (Chelonodon patoca)

Kugelfische für schweres Brackwasser und Meerwasser (Salzdichte ab 1.020):

  • Hundegesichtkugelfisch (Arothron hispidus)
  • Globusfisch (Sphaeroides spp.)

Vergesellschaftung von Kugelfischen

Tetraodon miurus 
Tetraodon miurus  Quelle: Bild auf Wikimedia Commons Lizenz: Public domain Urheber: Jamie C

Kugelfische eignen sich nicht für Gesellschaftsbecken. Satte Kugelfische sind nette und niedliche Zeitgenossen. Wenn sie hungrig sind, können sie die Rückenflossen der anderen Fische bis zum Rumpf abfressen, so dass die angefressenen Fische schließlich eingehen. Oft wird ein Tier zur Hälfte gefressen, in ca. der Hälfte der Fälle von hinten. Auch wenn das Vorderteil noch zuckt, lassen sie ihr Opfer los, sobald sie abgelenkt werden. Es wird dann einfach das nächste Tier angefressen.

Teilweise werden auch komplette Fische wie Rote Neons und Trauermantelsalmler gefressen. Glühaugenkugelfische fressen z. B. ausgewachsene Guppies. Die Vergesellschaftung mit anderen Arten birgt immer ein Risiko, auch wenn die anderen Fische größer sind als die Kugelfische, oder kurze feste Flossen haben.

Wenn sie auch Schnecken in einem Gesellschaftsaquarium fressen sollen, hält man die Kugelfische am Besten in einem Artenbecken und setzt sie nur für einige Stunden in das Gesellschaftsbecken. Schon so kann man ein Gesellschaftsbecken schneckenfrei halten.

Als mögliche Beifische werden oft Black Mollies empfohlen, weil diese zurückbeißen und die Kugelfische dann vorsichtiger werden.

Weil Kugelfische kräftige Zähne und Kiefer zum Muschel- und Schneckenknacken besitzen, sollte man sich besser nicht beißen lassen. Schon kleine, 5 Zentimeter große Kugelfische, zwicken sehr heftig.

Bei Arbeiten im Aquarium, z. B. auch beim Wasserwechsel, können Kugelfische vor Panik aus dem Becken springen.

Die benötigte Aquariengröße

Kugelfische werden im Handel oft mit Phantasienamen angeboten, so dass eine genaue Zuordnung schwierig ist. Viele im Handel angebotene Arten werden 6 bis 8 cm groß und benötigen ein Aquarium mit mindestens 80 Litern Wasserinhalt. Kugelfische sind in der Anfangszeit sehr schreckhaft. Im Aquarium sollten deshalb einige Versteckmöglichkeiten vorhanden sein.

Warum sich Kugelfische aufblasen

Kugelfische blasen sich in erster Linie zur Verteidigung auf. Gelegentlich ist das Aufblasen auch ein Balz- oder Imponiergehabe. Möglicherweise blasen sich einige Kugelfische als eine Art Training auf. Auf keinen Fall darf man Kugelfische absichtlich beunruhigen, damit sie sich aufblasen. Für einige Kugelfische, z. B. Zwergkugelfische ist das Aufblasen möglicherweise das äußerste Mittel zur Verteidigung in lebensbedrohlichen Situationen und ist damit ein Zeichen von extrem hohen Stress. Zumindest Zwergkugelfische können sich beim Aufblasen so mit Luft voll pumpen, dass sie anschließend hilflos an der Wasseroberfläche treiben und die aufgenommene Luft nicht mehr ablassen können.

Aus diesem Grund dürfen Kugelfische nur sehr vorsichtig eingefangen werden. Es muss vermieden werden, dass ein eingefangener Kugelfisch aus dem Wasser gehalten wird. Er kann dabei Luft schlucken und sich deshalb Aufblasen. Die Luft kann dann unter Umständen nicht mehr vollständig aus dem Bauch abgelassen werden und der Kugelfisch stirbt später aufgrund des ständigen Auftriebs. Kommt der Kugelfisch dennoch aus dem Wasser heraus, hält man den Fisch mit dem Kopf nach oben ins Wasser. Durch vorsichtiges Streicheln wird der Fisch zum Aufblasen gebracht. Nach einiger Zeit in der man den Fisch nur ruhig festhält und nicht weiter beunruhigt, entspannt er sich und bläst das Wasser samt Luft aus dem Magen. Da Kugelfische beißen, muss man dabei sehr vorsichtig sein.

Fugu-Spezialität mit Lebensgefahr

Kugelfisch ist in Japan eine beliebte und teure Spezialität. Sie wird von speziell ausgebildeten Köchen der Fuguküche zubereitet. Doch: Werden die Eingeweide gar nicht oder nur teilweise entfernt, schwebt der mutige Esser in Lebensgefahr. Viele Menschen sterben pro Jahr in Japan an der trügerischen Spezialität.

Ungefähr die Hälfte aller Kugelfischarten enthalten Gifte. Das Gift Tetrodotoxin wird von Mikroorganismen in Kugelfischen gebildet, die im Brackwasser oder Meerwasser leben. Das Gift Saxitoxin kann bei allen Kugelfischen vorkommen, auch bei Arten, die im Süßwasser leben. Es wird auch von Mikroorganismen gebildet. Gezüchtete Kugelfische enthalten die Gifte nicht.

Glühaugenkugelfische

Glühaugenkugelfische, Tetraodon cutcutia, können allein in einem 60 cm Becken gehalten werden. Statt in die Flossen der Fische beißt er meistens direkt in den Körper. Fische sind für ihn Futter. Die Art ist nicht für Gesellschaftsbecken geeignet. Gefüttert werden z. B. täglich 3 bis 4 große Schnecken, die er im Maul zerbeißt und 3 bis 4 kleine Miesmuscheln an jedem 2. Tag.

Futter für Kugelfische

Welche Nahrung Kugelfische brauchen

Kugelfische werden häufig gekauft, um einer Schneckenplage im Aquarium Herr zu werden. Dabei wird meist übersehen, dass die Kugelfische auch dann noch Nahrung brauchen, wenn alle Schnecken gefressen sind. Einige Kugelfische fressen gar kein anderes Futter als Schnecken. Aber auch Kugelfische die anderes Futter nehmen, sind auf zusätzliche Fütterung mit Schnecken angewiesen.

Die Zähne der Kugelfische wachsen unaufhörlich nach. Deshalb benötigen sie unbedingt Futter mit harter Schale, z. B. Schnecken. Wetzen sich die Zähne nicht an hartem Futter ab, wachsen die Zähne so lange, bis der Kugelfisch nicht mehr fressen kann. Er bekommt eine regelrechte Maulsperre und verhungert. Halter von Kugelfischen müssen auf jeden Fall ein kleines Aquarium zur Schneckenzucht betreiben. Allerdings knacken nicht alle Kugelfischarten die Schale der Schnecken. Erbsenkugelfische z. B. fressen die Schnecken oft von der Öffnung des Gehäuses aus.

Eine Schneckenzucht ist einfach ein mit Wasser gefüllter Behälter, in den Schnecken aus einem Aquarium gesetzt werden. Zur Fütterung der Schnecken wird hin und wieder Fischfutter, Salat oder Grünabfall in das Becken gegeben.

Geeignet sind z. B. Schlamm- und Posthornschnecken. Es kommt aber nicht auf die Schneckenart an sondern auf die Größe von Kugelfisch und Schnecke. Kleine Kugelfische, z. B. Erbsenkugelfische können in der Regel auch nur kleine Schnecken fressen.

Kugelfische können in kurzer Zeit viele Schnecken fressen. In einem Fall wurden innerhalb von 24 Stunden mehr als 60 leere Schneckenhäuschen von Schlammschnecken auf dem Boden gezählt. Einige Kugelfische fressen bis sie platzen, bei anderen besteht nicht die Gefahr, dass sich sich überfressen.

Weil immer Reste in den Schneckengehäusen bleiben, muss viel Wasser gewechselt werden. Übrig gebliebene Gehäuse sollten aus dem Aquarium entfernt werden. Sie können z. B. beim Wasserwechsel abgesaugt werden. Die Schneckenreste verwesen sonst im Wasser und das Wasser kann schnell stark belastet sein.

Kugelfische können lange ohne Nahrung überleben. Erst wenn die Bauchlinie nach oben gewölbt ist, hungert ein Kugelfisch.

Als Zusatzfutter zu Schnecken eignen sich:
  • Flockenfutter
  • lebende Mückenlarven
  • tiefgefrorene Mückenlarven
  • gefriergetrocknete Mückenlarven
  • tiefgefrorene Garnelen
  • Futtergranulat
  • Futtertabletten
  • frisches Muschelfleisch, z. B. Miesmuscheln
  • Bachflohkrebse
  • Wasserflöhe
  • Enchyträen
  • Cyclops
  • Artemia
  • Mehlwürmer
  • Mysis
  • Kleiner getrockneter Krill
  • Mehlwürmer
  • Krabben
  • Shrimps

Gammarus und Kellerasseln haben harte Schalen und eignen sich deshalb teilweise als Schneckenersatz.
Es können auch Hain- und Gartenschnirkelschnecken als Futter für Kugelfische gesammelt werden. Die Schnecken werden kurz überbrüht und dann aus dem Gehäuse gezogen. Größere Mengen können als Futter für die Winterzeit eingefroren werden. Kleine Schnecken können mit Schale verfüttert werden.
Mehlwürmer werden in der Mitte gepackt und wieder ausgespuckt. Dann werden sie von einem Ende aus wie eine Knackwurst gefressen.

Nicht jeder Kugelfisch frisst alle aufgeführten Futtersorten. Auf den Seiten zu den jeweiligen Arten stehen weitere Informationen. Im Zweifel müssen die Sorten ausprobiert werden.

Brackwasser für Kugelfische

Brackwasser ist eine Mischung aus Süß- und Meerwasser. Die genaue Zusammensetzung ändert sich ständig durch Ebbe und Flut, Windverhältnisse usw.

In der Nähe des Meeres ist der Salzgehalt normalerweise höher als weiter vom Meer entfernt. Bei Ebbe ist der Salzwassergehalt vermutlich niedriger als bei Flut. Bei Flut staut sich das Flusswasser zurück und der Süßwassergehalt steigt evtl. in der Rückstauzone. In der Mündungszone erhöht sich bei Flut vermutlich der Salzgehalt.

Auf jeden Fall können relativ hohe Schwankungen im Salzgehalt auftreten. Viele Fische der Brackwasserzone kommen deshalb mit einem sehr weiten Bereich an unterschiedlichem Salzgehalt klar. Der akzeptierte Bereich kann von reinem Süßwasser bis zu Meerwasser gehen. Die genaue Salzkonzentration ist deshalb wahrscheinlich nicht allzu entscheidend.

Wichtiger ist vermutlich, dass der Salzgehalt schwankt und nicht ständig genau gleich bleibt.

In unterschiedlichen Quellen werden stark unterschiedliche Empfehlungen für den Salzgehalt gegeben. Für Grüne Kugelfische werden z. B. 3 Gramm je Liter oder 1 Teelöffel je 10 Liter empfohlen. Es werden auch 15 Gramm je 10 Liter während der Einrichtung und Einfahrzeit des Aquariums empfohlen. 1 Teelöffel entspricht etwa 3 Gramm. Ein Esslöffel entspricht etwa 10 Gramm.

Der Salzgehalt kann mit einem sogenannten Dichtemesser kontrolliert werden.

Für Brackwasser wird oft eine Salzkonzentration um 1,5 % angenommen. Bei Meerwasser liegt die Salzkonzentration um etwa 3,5 %.

Palembang Kugelfisch beim Fressen in Zeitlupe:

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Letzte Aktualisierung am 16.10.2018 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API