Flussaal

Datenblatt Flussaal

Lateinischer Name: Anguilla anguilla
Handelsname: Flussaal, Europäischer Aal
Ordnungsname: Aalartige (Anguilliformes)
Familie:
Anguillidae
Gattung:
Anguilla
Herkunft: Europa, Nordafrika, Kleinasien
Größe in cm:
Männchen bis 50, Weibchen bis 100
Teichgröße
Inhalt in Litern:
ab 1000 pro Aal
Wasserwerte
Temperatur: 4 bis 20 °C
Verhalten/Besatz
Bereich: unterer Bereich
Futter: Fleischfresser, Lebendfutter (Würmer, Kleinkrebse, Insektenlarven, Laich, kleine Fische)
Verhalten: Einzelgänger, Raubfisch
Anzahl: Einzelfisch
Lebenserwartung:
bis 80 Jahre
Vergesellschaftung:
nur mit großen Fischen
Schwierigkeitsgrad: Fortgeschrittene
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David PerezAnguilla anguilla 01 by-dpcCC BY 3.0

Allgemeine Einleitung

Flussaale bewohnen offene Gewässer, Küsten, Flussmündungen, Flüsse und Seen im Binnenland. Leider ist der Bestand seit den 1970er Jahren stark zurückgegangen, sodass die Art heute als vom Aussterben bedroht gilt.

Hauptgrund für den Rückgang ist die starke Überfischung. Vor Europas Küsten werden in großen Mengen Glasaale (Jugendform) gefangen und hauptsächlich nach Asien verkauft. Dort gelten sie als Delikatesse. Ein Teil landet in europäischen Aquakulturen und wird gemästet.

Einen oder mehrere Aale im Gartenteich zu halten ist möglich, wenn auch nicht ganz einfach. Vor allem wird das Tier daran gehindert, seinen natürlichen Lebenszyklus zu vollenden. Es kann nicht in die Gewässer seiner Geburt wandern, um sich dort zu paaren.

Ihm bleibt dieser kraftzehrende Prozess erspart. Deshalb leben Flussaale in freier Natur maximal 20 bis 30 Jahre. Im Teich oder Becken können sie wesentlich älter werden, bis 80 Jahre ist möglich.

Aussehen

Die Tiere haben einen typischen schlangenförmigen Körper mit einem runden Querschnitt. Auf dem Rücken bilden Schwanz-, Rücken- und Afterflosse einen durchgängigen Flossensaum. Bauchflossen fehlen, die Brustflossen sitzen gleich hinter dem Kopf.

Seine Schuppen sind klein, oval und mosaikartig angeordnet. Sie sind bedeckt von einer dicken Schleimschicht. Das Maul ist oberständig, mit Bürstenzähnen besetzt.

Die Tiere sind am Rücken dunkelgrau bis schwarz oder dunkelgrün. Die Farbe des Bauches verrät das Alter. Bei jungen Tieren ist er gelb, bei älteren Tieren ist er weiß. Daher stammen die Bezeichnungen Gelbaal für Jungaale und Blankaal für weißbäuchige Tiere.

Nach der Kopfform werden zwei Varianten unterschieden, der Spitzkopf und der Breitkopf. Die Fische mit nach vorn spitz zulaufendem kleinen Maul fressen Insekten und andere kleine Tiere. Breitköpfe ernähren sich von anderen Fischen.

Verhalten

Am Tag halten sich die Fische am Grund zwischen Pflanzen oder Steinen auf. In der Dämmerung werden sie aktiv und gehen auf die Jagd.

Als geschickte Jäger verfolgen sie ihre Beute bis an die Wasseroberfläche. Bei der Jagd hilft ihnen ihr ausgezeichneter Geruchssinn.

Aale sind bemerkenswerte Tiere. Sie können sich größere Strecken schlängelnd über Land fortbewegen und so von einem Gewässer zum nächsten gelangen. Während dieser Zeit verschließen sie ihre kleinen Kiemenöffnungen. Sie sind in der Lage über die Haut atmosphärischen Sauerstoff aufzunehmen. Den Winter verbringen die Fische eingegraben im Schlamm.

Die Tiere sind katadrome Wanderfische. Sie leben im Süßwasser. Zum Laichen wandern sie aus den Seen und Bächen in die großen Flüsse und hinauf bis zum Meer. Ihre Reise beginnt im Oktober/November. Am liebsten sind sie in der Nacht und bei schlechtem Wetter unterwegs.

Im Salzwasser angekommen, ziehen sie Richtung Sargassosee. Es wurde nachgewiesen, dass sich Aale am Magnetfeld der Erde orientieren. Ihre Reise dauert ca. 1,5 Jahre. Während dieser Zeit nehmen sie keinerlei Nahrung zu sich, sie leben von ihren Fettvorräten.

In der Sargassosee angekommen, laichen sie und sterben danach an Entkräftung.

Die Aallarven (Weidenblattlarven) brauchen für die Rückreise bis vor die europäischen Küsten 3 Jahre. Hier entwickeln sich die Larven zu Glasaalen. Glasaale sind 7 cm lang. Sie wachsen zu Gelbaalen heran und wandern in die Flüsse, Bäche und Seen ins Binnenland.

Ist für sie die Zeit gekommen, sich zu paaren, werden sie zu Blankaalen. Mit Beginn der Wanderschaft wird ihr Rücken silbergrau und der Bauch silbrig (Silberaal). Sie hören auf zu fressen und ihr Verdauungssystem bildet sich zurück. Die Geschlechtsteile entwickeln sich und nehmen ihren Platz ein. Der Kreislauf schließ sich, wenn die Fische abgelaicht haben. Ein Aal laicht nur einmal in seinem Leben.

Teich

Die Tiere mögen es, wenn das Wasser nicht zu warm wird. Es sollte 22 °C auf keinen Fall überschreiten. Es ist günstig, wenn eine leichte Strömung herrscht und der Teich halbschattig liegt. Bewegtes Wasser erwärmt sich nicht in dem Maße wie stehendes Wasser.

Den Boden sollte eine 15 bis 20 cm dicke Schicht aus Sand, Kies und Mulm bedecken. Einige größere Steine, Pflanzen oder Höhlen bieten Verstecke für den Räuber. Der Teich darf im Winter nicht bis zum Boden durchfrieren. Er sollte mindestens 120 bis 130 cm tief sein. Ein Eisfreihalter sorgt für genügend Sauerstoff.

Sagen dem Aal die Bedingungen im Teich nicht zu, ausbüxt er aus. Dann versucht er über Land ein anderes Gewässer zu erreichen.

Geschlechtsunterschiede

Die Männchen sind wesentlich kleiner als die Weibchen.

Zucht

Weibchen werden mit 12 bis 15 Jahren geschlechtsreif, Männchen mit 6 bis 9 Jahren. Eine Nachzucht der Wanderfische im Teich ist nicht möglich.

Vergesellschaftung

Die Raubfische sollten ausschließlich mit großen Fischen vergesellschaftet werden.

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