Nasen (Algenfresser)

Datenblatt Nasen (Algenfresser)

Lateinischer Name: Chondrostoma nasus
Handelsname: Nase
Ordnungsname: Karpfenartige (Cypriniformes)
Familie:
Karpfenfische (Cyprinidae)
Gattung:
Chondrostoma
Herkunft: Mitteleuropa
Größe in cm:
im Teich bis 30, in der Natur bis 50
Teichgröße
Inhalt in Litern:
ab 6000 für 5 Tiere, je weiteren Fisch 1200
Wasserwerte
Temperatur: 4 bis 25 °C
pH:
7,0 bis 8,5
GH: 10 bis 30 °dGH
Verhalten/Besatz
Bereich: unterer Bereich
Futter: Allesfresser, Algen, Kleintiere, Würmer, Kleinkrebse, Insektenlarven, Flockenfutter
Verhalten: Schwarmfisch, friedlich
Anzahl: ab 5 Tiere
Lebenserwartung:
15 bis 20 Jahre
Vergesellschaftung:
ja
Schwierigkeitsgrad: Fortgeschrittene
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Nasen - Chondrostoma nasus

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Chondrostoma nasus
André Karwath aka AkaChondrostoma nasus (aka)CC BY-SA 2.5

Allgemeine Einleitung

Nasen, auch Näsling, Speier oder Schnabel genannt, bewohnen stark strömende Bereiche der Flussmittelläufe. Sie leben in großen Schwärmen von 200 bis 500 Tieren.

Die Art war in Mitteleuropa weit verbreitet. Leider sind die Bestände in den letzten Jahren stark zurückgegangen. Die Tiere, die im Handel angeboten werden, stammen aus Aquakulturen.

Als Speisefisch werden sie nicht geschätzt. Unzählige Gräten und das fade Fleisch sind der Grund dafür. Den Gartenteich halten die Fische frei von Faden- und Schwebealgen. Sie fressen den Aufwuchs, der sich an Steinen, Wurzeln und dem Grund ansammelt.

Die Art wurde 1994 und 2020 in Deutschland zum Fisch des Jahres erwählt.

Aussehen

Ihren Namen haben die Fische vom charakteristisch verlängertem Oberkiefer. Er steht vor wie eine Nase.

Dadurch ist das Maul stark unterständig, die Maulspalte liegt quer. Der Abstand zwischen der Maulspalte und der „Nasenspitze“ ist größer als der Durchmesser ihrer Augen. Ihr Unterkiefer ist scharf und hornig. Er ist ideal zum Abschaben von Algen geformt.

Insgesamt ist ihr Kopf klein und kegelförmig. Die Fische haben einen gestreckten, spindelförmigen Körper mit ovalem Querschnitt.

An der Oberseite sind sie graugrün bis graublau gefärbt. Die Flanken glänzen in Silbermetallic, der Bauch ist weiß bis gelblich. Das Orange bis Rot der Flossen bildet einen schönen Kontrast zur Körperfarbe. Ihre Schuppen sind mittelgroß.

Vorsicht nicht verwechseln

Nasen werden oft mit der Zährte verwechselt. Sie haben ebenfalls einen nasenartigen Oberkiefer. Zährten haben im Gegensatz zur Nase eine hufeisenförmige Maulspalte, der Unterkiefer ist nicht hornig und ihre Afterflosse ist wesentlich länger.

Verhalten

Die Fische sind vorwiegend in der Dämmerung und nachts aktiv. Als Nahrungsspezialisten weiden sie Steine und andere Untergünde ab. Dabei verputzen sie neben den Algen auch die darin lebenden Kleintiere.

Beim Fressen drehen sich die Tiere oft auf die Seite. Dann sieht man ihre Flanken silbern aufblitzen und weiß, wo sie sind.

Im Frühjahr, wenn die Wassertemperatur über 8 °C steigt, ziehen die Fische zum Laichen stromaufwärts in ruhigere Gewässer.

Teich

Der Teich muss etwas aufwendiger gestaltet werden. Die strömungsliebenden Fische brauchen eine starke Strömungspumpe. Ein zusätzlich installierter Oxydator reichert das Wasser mit Sauerstoff an. Beides ist unbedingt notwendig, um den Tieren eine artgerechte Haltung zu bieten.

Für die doch recht groß werdenden Fische muss der Teichfilter entsprechend dimensioniert werden. Den Boden sollten größere Steine und Kies bedecken. Die Bepflanzung muss nicht üppig ausfallen.

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Ist der Teich mindestens 130 bis 140 cm tief, können die Nasen darin problemlos überwintern. Sie brauchen eisfreie Bereiche am Boden. Ergänzend sorgt ein Eisfreihalter für den nötigen Gasaustausch.

Gefährdung

Durch die zunehmende Verbauung der Flüsse stoßen die Nasen bei ihren Wanderungen mehr und mehr auf für sie unüberwindliche Hindernisse. Sie gelangen nicht mehr zu ihren Laichplätzen.

Die Wasserverschmutzung trägt ebenfalls dazu bei, dass die Bestände zurückgehen. Als Gegenmaßnahmen wurden vielerorts Fischpässe oder Fischtreppen angelegt.

In Deutschland wurden Schonzeiten und Schonmaße für den Fang von Nasen gesetzlich vorgeschrieben.

Geschlechtsunterschiede

Die Weibchen sind fülliger. In der Laichzeit ist ihr Bauch rötlich. Laichausschlag kommt bei beiden Geschlechtern am Kopf vor. Bei den Männchen ist er stärker ausgeprägt.

Zucht

Mit 3 bis 4 Jahren werden die Fische geschlechtsreif. Sind sie in den Laichgewässern angekommen, finden intensive Balzspiele statt. Danach suchen sich die Weibchen kiesige Stellen im Fluss oder Bach aus und kleben ihre Eier an die Steine.

Jedes Weibchen legt 30.000 bis 100.000 etwa 1,5 mm große Eier. Die Eltern begeben sich anschließend auf den Rückweg in ihre angestammten Gewässer. Das Gelege wird sich selbst überlassen.

Nach dem Schlupf verstecken sich die Larven anfangs zwischen den Steinen. Ist ihr Dottersack aufgebraucht, suchen sie sich Bereiche mit geringer Strömung und möglichst feinem Substrat.

Dort leben sie zunächst von Plankton, bis sie groß genug zum Algenabschaben sind. Diese Bedingungen im Gartenteich nachzustellen, dürfte nahezu unmöglich sein. Deshalb ist eine eigene Nachzucht eher unwahrscheinlich.

Vergesellschaftung

Nasen können mit anderen friedlichen Fischen vergesellschaftet werden. Schnecken und Muscheln stellen ebenfalls kein Problem dar. Die Mitbewohner müssen ähnliche Ansprüche an die Lebensbedingungen haben.

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