Wandelndes Blatt

Datenblatt Wandelndes Blatt

Deutscher Name: Wandelndes Blatt
Wissenschaftlicher Name: Phyllium (Pulchriphyllium) giganteum
Herkunft: Asien (tropische und subtropische Wälder)
Größe: 2,4 – 12 cm
Alterserwartung: 1 – 2 Jahre
Verhalten
Futter: Blätter (Himbeere, Brombeere, Wildrose, Eiche, Traube), Pflanzen, Früchte
Verhalten:
  • nachtaktiv
  • blattartig aussehender Körper, der zur Tarnung als Laub dient (Mimese)
  • langsame, leicht ruckartige und schaukelnde Bewegungen, um im Wind wehende Blätter zu imitieren
  • Bei Bedrohung stellen sich Wandelnde Blätter tot (Thanatose). Männchen einiger Arten können sogar ihre Beine abwerfen (Autotomie), um Fressfeinde abzulenken.
  • friedliche Pflanzenfresser
Anzahl: Einzelhaltung und Gruppenhaltung
Schwierigkeitsgrad: einfache Haltungsbedingungen
Großes wandelndes Blatt
Drägüs, Phyllium giganteum, adult femal from dorsal, CC BY-SA 3.0

Wandelnde Blätter sind Meister der Tarnung, die sich ihrem natürlichen Lebensraum über die Zeit perfekt angepasst haben. Sie sind ihrem Lebensraum entsprechend meist grün, gelb oder braun, einfärbig oder gesprenkelt oder weisen sogar leicht ausgefranste Kanten auf. Rein äußerlich sind sie von echten Blättern kaum bis gar nicht zu unterscheiden. Grund für die Tarnung (=Mimese), ist das Bestreben, Blätter zu imitieren und so vor Feinden unentdeckt zu bleiben.

Die pflanzenfressenden, nachtaktiven Insekten gehört zur Unterfamilie (Phylliinae) innerhalb der Ordnung der Gespensterschrecken. Bislang wird zwischen 50 verschiedene Unterarten unterschieden. Da in den vergangenen Jahren immer wieder neue Taxa entdeckt wurden, ist auch künftig von der Entdeckung weiterer Arten auszugehen.

Anschaffung und Haltung

Die Insekten sind friedliche Pflanzenfresser und darüber hinaus extrem pflegeleicht.
Erhältlich ist das Landinsekt im Zoofachhandel oder Onlinehandel.

Anforderung an das Terrarium

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Wandelnde Blätter werden im Terrarium gehalten. Hierfür sind Raupenkästen oder Glasterrarien geeignet, übergangsweise können auch Plastikterrarien verwendet werden. Das Terrarium sollte zumindest eine Länge und Breite von 25 cm sowie eine Höhe von 40 cm aufweisen, da die Tiere sich eher vertikal bewegen. Diese Maße gelten bei der Haltung eines Tieres. Sollte der Wunsch bestehen, mehrere Wandelnde Blätter in einem Terrarium zu halten, so ist die Größe entsprechend anzupassen. In jedem Fall ist auf eine gute Belüftung des Terrariums zu achten.
Als Bodenmaterial eignet sich Torf oder trockenes, anorganisches Substrat, wie Kiesel oder Vermiculit. Auch eine Auslage mit Küchenpapier ist möglich. Dieses eignet sich insbesondere dann, wenn gelegte Eier der Tiere aufgesammelt werden wollen. Der anorganische oder organischer Bodenbelag sollte in regelmäßigen Abständen gewechselt werden, da sonst ein Schimmel- oder Pilzbefall auftreten kann. Außerdem können die Exkremente des Insekts einen unangenehmen Geruch verursachen.

Um den Tieren ausreichend Kletter-, Nahrungs- und Tarnungsmöglichkeiten zu bieten, sind die abgeschnittenen Futterpflanzen in einem Gefäß mit Wasser im Terrarium zu platzieren und in regelmäßigen Abständen auszutauschen. Auch faules oder modriges Laub sollte aus Krankheitsgründen entsorgt werden.

Die Exoten bevorzugen eine Temperatur von 23 bis 27 Grad Celsius. Um dies zu verwirklichen, kann auf eine Wärmelampe, ein Heizkabel oder eine Heizmatte zurückgegriffen werden. Dabei ist darauf zu achten, dass die technischen Hilfsmittel nicht im direkten Kontakt mit den Futterpflanzen oder gar dessen Gefäß stehen. Andernfalls kann es durch die Erwärmung des Wassers zur Bildung von Fäule kommen.

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Die Luftfeuchtigkeit im Terrarium sollte 60 bis 80 % betragen. Hierfür reicht es einmal täglich in das Terrarium zu sprühen. Gerne kann jedoch auch auf eine automatische Beregnungsanlage zurückgegriffen werden. Eine Wasserschüssel oder Tränke ist nicht erforderlich, da die Insekten Wassertropfen der Blätter aufnehmen.

Geschlechtsunterschiede

Zwischen männlichen und weiblichen Wandelnden Blättern sind wesentlich Unterschiede erkennbar. Weibchen sind deutlich größer und schwerer als ihre männlichen Artgenossen. Darüber hinaus besitzen sie die Fähigkeit zu fliegen. Männchen hingegen sind nicht flugfähig und weisen einen schmaleren Körper und weniger Gewicht auf.

Futter & Ernährung

Nicht umsonst werden Wandelnde Blätter auch als phytophage Insekten bezeichnet. Phytophag bedeutet das Fressen von Blättern, welche auch als Hauptnahrungsquelle des Insekts anzusehen sind. In der tropischen und subtropischen Heimat ernähren sich Wandelnde Blätter vom Laub von Mango, Kakao, Guave, Rambutan, oder anderen exotischen Pflanzen.
Bei einer Haltung in unseren Regionen kann ohne Bedenken auf Laub von heimischen Gewächsen und Sträuchern zurückgegriffen werden. Hierzu eignen sich zum Beispiel Brombeere, Himbeere, Wildrose oder auch Eiche oder Traube.

Eingewöhnug und Umgang

Wandelnde Blätter passen sich ihrer Umgebung schnell an und sitzen tagsüber meist regungslos zwischen Blättern und Geäst. Erst bei Nacht wandern sie umher und begeben sich auf Nahrungssuche.

Die friedlichen Pflanzenfresser eignen sich hervorragend zur Beobachtung. Auch erfahrene Halter benötigen oft lange, um ihre gut getarnten Heimgefährten im Terrarium zu entdecken.

Häufig gestellte Fragen

Wie vermehren sich Wandelnde Blätter?

Einige Arten, darunter auch die Gespenstschrecke, können sich parthenogenetisch fortpflanzen. Bei der sogenannten Jungfernzeugung sind Weibchen auch ohne männlichen Partner dazu in der Lage Nachwuchs zu zeugen.

Sind jedoch geschlechtsreife Männchen vorhanden, so suchen diese die weiblichen Genossen aktiv zur Paarung auf.

Die Eiablage erfolgt im Geäst. Dabei schleudern die Weibchen die Eier mit einer Bewegung ihres Hinterleibs in die Luft.

Welche Arten werden am häufigsten gehalten?

– Phyllium siccifolium
– Phyllium westwoodii
– Phyllium bioculatum
– Phyllium giganteum

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Weitere Infos findest du hier:

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