Australische Gespenstschrecke

Extatosoma tiaratum

Datenblatt Australische Gespenstschrecke

Deutscher Name: Australische Gespenstschrecke
Wissenschaftlicher Name: Extatosoma tiaratum
Herkunft: Australien
Körperlänge: 10 cm – 14 cm
Alterserwartung: bis 1 Jahr
Verhalten
Futter: pflanzlich; vorwiegende Blätter
Verhalten:
  • nachtaktiv
  • Mimese: Tarnung durch blattartig aussehenden Körper
  • langsame, leicht vor- und zurückschwingende Bewegungen, ähnlich zu Blättern im Wind, um Feinde zu täuschen
  • Totstellen bei Bedrohung (Thanatose) oder Abwurf von Beinen (Autotomie) zur Ablenkung von Fressfeinden
  • verharren tagsüber meist regungslos zwischen Blättern und Geäst
Anzahl: Gruppenhaltung
Schwierigkeitsgrad: Anfänger
Australische Gespenstschrecke im Terrarium
Stephan M. Höhne, Extatosoma tiaratum 111, CC BY-SA 3.0

Die Australische Gespenstschrecke gehört zur Ordnung der Gespenstschrecken (Phasmatodea), zu denen auch Wandelnde Blätter und Stabschrecken zugehörig sind.

Sie zählen wohl zu den an den häufigsten, gehaltenen Insekten in der Terraristik. Grund dafür vermag zum einen ihr bizarres, äußeres Erscheinungsbild, zum anderen ihre pflegeleichte Handhabung sein.

Extatosoma tiaratum sind Meister der Tarnungsfähigkeit. Über die Zeit haben sie sich ihrem natürlichen Lebensraum perfekt angepasst. In ihrer Heimat, den Tropen und Subtropen Australiens, leben sie insbesondere in Queensland und New South Wales. Darüber hinaus kommen sie auch in Neuguinea vor. Dort sind sie in Waldgebieten mit Eukalyptusvorkommnissen anzutreffen, wobei es nicht gerade leicht ist die Insekten zu entdecken. Dies verdanken sie der Mimese, die als eine Form der Tarnung gilt und das Ziel verfolgt, vor Feinden unbemerkt zu bleiben. Die gelben bis braune Schrecke zeichnet sich durch einen langen, dünnen Körper aus, dessen Gliedmaßen eine blattähnliche Erscheinung aufweisen. Rein äußerlich sind sie daher von echten Blättern kaum zu unterscheiden.

Doch nicht bloß Erwachsene Tiere sind gut getarnt, auch frisch geschlüpfte Nymphen nutzen bereits tarnende Fähigkeiten. Mimikry heißt die Anpassung, die den wehrlosen Neulingen gegenüber ihren Feinden, den Australischen Feuerameisen, zugutekommt. Diese halten die Eier der Australischen Gespenstschrecke nämlich für nahrhafte Samen und transportieren sie in die Kornkammer ihres Ameisenbau. Dort bleiben die Eier auf Grund der harten Schale jedoch ungeöffnet bis zur Schlüpfung. In den ersten Tagen sehen die jungen Nymphen den Ameisenarbeiterinnen optisch sehr ähnlich, sodass sie unbemerkt den Bau verlassen können.

Nach der ersten Häutung (L2) erreicht die Australische Gespenstschrecke schließlich ihr ursprüngliches Aussehen und betreibt Mimese, statt Ameisen-Mimikry.

Anschaffung

Die Australische Gespenstschrecke ist schnell und kostengünstig angeschafft. Das Landinsekt ist sowohl im Zoofachhandel als auch im Onlinehandel erhältlich.

Anforderung an das Terrarium

Als Terrarien eignen sich Raupenkästen oder Glasterrarien oder Plastikterrarien. Für ein erwachsenes Pärchen sollte dabei auf eine Mindestgröße von 30 cm x 30 cm x 50 cm (Länge, Breite Höhe) geachtet werden, da sich die Tiere eher vertikal bewegen. Bei der Beheimatung einer größeren Anzahl an Pfleglingen ist die Größe des Terrariums entsprechend zu erweitern.

Das Terrarium muss eine gute Belüftung aufweisen, um Staunässe oder gar Schimmel zu vermeiden.

Als Bodenmaterial sind Torf oder trockenes, anorganisches Substrat (z. B. Kiesel oder Vermiculit) geeignet. Auch Küchenrolle kann verwendet werden, da abgeworfene Eier auf dieser leichter ersichtlich sind. Der organische oder anorganische Bodenbelag muss in regelmäßigen Abständen gewechselt werden, da es sonst zu Schimmel- oder Pilzbefall kommen kann. Außerdem weisen die Exkremente des Insekts einen unangenehmen Geruch auf.

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Damit den Tieren ausreichend Nahrungs-, Kletter-, und Tarnungsmöglichkeiten geboten werden, ist das Terrarium mit Ästen zu befüllen. Dazu eignen sich abgeschnittenen Futterpflanzen,  die in einem Gefäß mit Wasser im Terrarium platziert und in regelmäßigen Abständen ausgetauscht werden.

Die Terrarienbewohner bevorzugen eine Temperatur von 20 bis 25 Grad Celsius. Oftmals lässt sich diese Temperatur bereits durch die normale Zimmertemperatur erreichen.

Die Luftfeuchtigkeit sollte dabei 60 bis 80 % betragen. Um dies zu erreichen, ist es ausreichend, einmal täglich in das Terrarium zu sprühen.

Gerne kann jedoch auch auf technische Hilfsmittel (Wärmelampe, automatische Bewässerung, usw.) zurückgegriffen werden, um den klimatischen Anforderungen der Insekten gerecht zu werden.

Geschlechtsunterschiede

Männliche und weibliche Australischen Gespenstschrecken weisen markante Unterschiede auf. Weibchen sind am gesamten Körper mit kleinen Dornen versehen, Männchen hingegen besitzen keine. Ein weiterer Unterschied ist der Abdomen (das Hinterteil) des Insekts. Während dieses bei weiblichen Tieren skorpionartig über den Rücken ragt, ist es bei Männchen gerade nach hinten gestreckten.

Die Insekten unterscheiden sich außerdem in ihrer Größe und Form. Weibchen sind deutlich runder und größer als Männchen. Darüber hinaus besitzen sie lediglich Stummelflügel, mit denen sie nicht fliegen können. Die Stiftförmigen, schlanken Körper und groß ausgebildeten Flügel der Männchen hingegen, befähigen diese zu einer relativ guten Flugfähigkeit.

Futter & Ernährung

Australische Gespenstschrecken sind phytophage Insekten. „Phytophag“ beschreibt das Fressen von Blättern, welche die Hauptnahrungsquelle des Insekts darstellen. In der tropischen und subtropischen Wäldern Australiens ernähren sie sich fast ausschließlich von Eukalyptus.

Da dieser nicht in unseren Breitengraden wächst, muss auf heimisches Laub zurückgegriffen werden. Hierfür eignen sich unter anderem Brombeer-, Himbeer-, Rose-, Johannisbeer- oder auch Eichen-, Buchen-, Weißdorn- oder Rotdornblätter.

Da die hungrigen Insekten nicht sehr wählerisch sind, kann man auch noch mit weiteren Pflanzen experimentieren.

Eingewöhnung und Umgang

Australische Gespenstschrecken passen sich rasch an ihre Umgebung an. Tagsüber sitzen sie meist regungslos zwischen Blättern und Geäst. Erst nachtsüber werden sie aktiv und widmen sich der Nahrungsaufnahme.

Die friedlichen Pflanzenfresser sind hervorragend für begeisterte Beobachter geeignet. Selbst erfahrene HaltenInnen benötigen manchmal lange, um ihre Heimgefährten im Terrarium wiederzuentdecken.

Häufig gestellte Fragen

Wie pflanzen sich Australische Gespensterschrecken fort?

Australische Gespenstschrecken sind zur Jungfernzeugung fähig. Bei dieser parthenogenetischen Fortpflanzung sind weibliche Tiere auch ohne männlichen Partner dazu fähig, Nachwuchs zu zeugen.

Geschlechtsreife Männchen, suchen weiblichen Genossinnen dennoch aktiv zur Paarung auf.

Die befruchteten Eier werden vom Geäst aus zu Boden geworfen. Je nach klimatischen Gegebenheiten schlüpfen die ersten Jungtiere nach 6 Wochen bis 25 Wochen.

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