Aufzucht von Schmetterlingsbuntbarschen (Mikrogeophagus ramirezi)

Schmetterlingsbuntbarsch
© Carmen Brehm Schmetterlingsbuntbarsch vor Tronkrug

Die Eier werden auf glatten Oberflächen, z. B. flachen Steinen, abgelegt. Manchmal graben die Eltern kleine Gruben, in die die Eier gelegt werden.

Am Anfang sind die Eier transparent-weiß. Später färben sie sich Orange.

Bei 26 bis 28° C schlüpfen die Jungen nach ca. 2 bis 3 Tagen. Die Jungen sind nach dem Schlupf winzig klein, so dass man sie kaum sehen kann. Nach weiteren 3 bis 4 Tagen schwimmen die Jungen frei. Vom Ablaichen bis zum Freischwimmen dauert es also 5 bis 7 Tage.
Nach dem Schlupf werden die Jungen von den Eltern umgebettet.

Die Chancen junge Schmetterlingsbuntbarsche in einem Gesellschaftsbecken großzuziehen sind sehr gering. Wenn kein Aufzuchtbecken zur Verfügung steht, kann versucht werden, das Gesellschaftsaquarium mit einer Trennscheibe zu unterteilen.

In der Regel gelingt die Zucht nur in einem ausreichend großen Artenbecken mit sehr guten Wasserwerten.

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Auch dann ist es sehr schwierig die Jungen groß zu ziehen. Der Aufwand hängt davon ab, ob die Eltern die Brut pflegen, oder nicht.

Argumente, die Jungen nur von den Eltern großziehen zu lassen:

  • Die Jungen lernen die Brutpflege nicht, wenn sie ohne Eltern künstlich aufgezogen werden.
  • Aufgrund der häufigen künstlichen Aufzucht gibt es immer weniger gut pflegende Zuchtpaare.
  • Schmetterlingsbuntbarsche können natürlich aufgezogen werden, auch wenn das mehr Aufwand ist, als die künstliche Aufzucht.
  • Hobbyzüchter sollten auf eine künstliche Aufzucht verzichten, wenn die Fische von Natur aus Brutpflege betreiben.
  • Weil mindestens 90 % der Tiere im Handel von professionellen Züchtern stammen, hat die Hobbyzucht wenig Einfluss auf den Handel und es kommen nicht weniger Tiere in den Handel.
  • Eine verstärkte Einfuhr von Wildfängen zur Vermeidung degenerativer Erscheinungen ist nicht notwendig, wenn die Zucht verantwortungsbewusst betrieben wird.
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Frank Schäfer - Herausgeber: A.C.S. - Auflage Nr. 1 (27.03.2006) - Taschenbuch: 72 Seiten
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Argumente, die Jungen ohne Eltern groß zu ziehen:

  • In einem kleinen Aquarium mit evtl. noch dichtem Besatz verhalten sich die Tiere anders als in der Natur und fressen den Laich schneller.
  • Degenerative Erscheinungen sind zum größten Teil auf professionelle Züchter zurückzuführen, für die Kosten und Aufwand wichtiger sind als die regelmäßige Einkreuzung von Wildfängen.
  • Hobbyzüchter betreiben mehr Aufwand und verursachen keine degenerativen Erscheinungen, auch bei künstlicher Aufzucht ohne die Eltern.
  • Ideal wäre, nur Wildfänge zu halten, um Anfälligkeiten und Mangelerscheinungen zu verringern. Dann wären aber viel weniger Tiere im Handel.
Schmetterlingsbuntbarsche
Schmetterlingsbuntbarsche Foto: Sophie Weirauch

Wie andere Zwergbuntbarsche müssen Schmetterlingsbuntbarsche das erfolgreiche Brüten erst lernen. Die ersten zwei oder drei Gelege werden oft von den Eltern gefressen. Wenn die Eltern die Eier immer wieder fressen obwohl die Wasserwerte für die Aufzucht geeignet sind, kann ein Nachtlicht sinnvoll sein. Das Licht erleichtert die Brutpflege der Eltern in der Nacht.

Normalerweise wechseln sich Schmetterlingsbuntbarsche in der Brutpflege ab. Das Männchen ist in der Regel der aktivere Partner bei der Pflege. Es kann auch vorkommen, dass sich eines der Elterntiere deutlich weniger an der Pflege beteiligt als das andere Tier.

Wenn das Wasser für die Entwicklung der Eier nicht geeignet ist, werden die Eier durch den osmotischen Druck geschädigt. Nach kurzer Zeit verpilzen die Eier dann und werden von den Eltern gefressen.

Schmetterlingsbuntbarsche in einem Aufzuchtbecken aufziehen

Geeignet für die Aufzucht sind kleine Aquarien ab 30 Liter Wasserinhalt. Kleinere Becken sind nur für entsprechend weniger Jungtiere geeignet. Das Aquarium wird mit Wasser aus dem Becken aufgefüllt, in dem die Schmetterlingsbuntbarsche laichen wollen oder schon gelaicht haben. Eine Alternative ist reines Osmosewasser oder destilliertes Wasser.

Als Filter sind z. B. kleine Innenfilter mit Patrone geeignet. Das Wasser kann von einem solchen Filter zusätzlich z. B. in einen Aquaclear Außenfilter laufen und von dort zurück in das Aufzuchtbecken. Der Außenfilter kann mit biologischem Filtermaterial gefüllt werden. Das führt zu einer sehr guten Filterwirkung bei relativ geringer Wasserverwirbelung. Trotzdem sorgt die Wasserbewegung für eine gute Sauerstoffzufuhr. Das Becken sollte mäßig durchlüftet sein. Der Filter muss rechtzeitig eingefahren werden oder es wird Filterschlamm aus einem eingelaufenen Filter in das Aufzuchtbecken gebracht.

Falls möglich können junge Antennenwelse oder Panzerwelse in das Aufzuchtbecken gesetzt werden, um Futterreste usw. zu beseitigen.

Schmetterlingsbuntbarsche bei der Brutpflege
Schmetterlingsbuntbarsche bei der Brutpflege Foto: Markus Voetzsch

Einige Stunden nach dem Ablaichen werden die Eier zusammen mit dem Stein, dem Kies oder anderem Laichsubstrat in das Aufzuchtbecken gebracht. Bei Pflanzen wird ggf. ein Blatt oder ein Stängel abgeschnitten. Substrat und Eier werden im Ursprungsbecken unter Wasser in einen Behälter gelegt und im Aufzuchtbecken unter Wasser wieder aus dem Behälter genommen. Die Eier sollten nicht mit Luft in Berührung kommen.

Die Temperatur im Aufzuchtbecken kann auf 28° erhöht werden. Eine Temperatur von 25° reicht jedoch aus. Es wird zwar oft über hohe Temperaturen in Amazonas-Nebenflüssen geschrieben. Dabei bleibt unbeachtet, dass die Fische sich normalerweise in Bereichen vermehren, die von Bäumen beschattet sind. Spätestens 30 Zentimeter unter der Wasseroberfläche ist das Wasser kühler. Hohe Temperaturen von bis zu 38° C, die gelegentlich erwähnt werden, wird das Wasser in dem gebrütet wird, kaum erreichen.

Bis zum Schlüpfen der Jungen kann das Becken ganz abgedunkelt werden, damit die Eier nicht verpilzen. Ein leichtes Mittel gegen Verpilzung kann ebenfalls vorbeugend verwendet werden. Verpilzte Eier müssen regelmäßig aus dem Laich entfernt werden.

© Michael Petersen

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