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Krankheiten -> Erkrankungen -> Zwergfadenfischkrankheit

Die Angaben auf diesen Seiten dienen ausschließlich als erste Anhaltspunkte, um bei Beratungsstellen und Tierärzten gesicherte Diagnosen und Behandlungsmethoden zu erfragen. Trotz größter Sorgfalt kann keine Verantwortung für die Richtigkeit von Diagnosen, Behandlungsvorschlägen und Tipps übernommen werden.

Zwergfadenfischkrankheit

Symptome

Äußere Symptome

  • Weiße Flecken erscheinen auf dem Körper.
  • Blutunterlaufene oder entzündete Flecken auf dem Körper
  • Geschwüre

Verhalten

  • Fische werden apathisch.

Innere Symptome

Fotos

Ein Klick auf ein Foto zeigt das ganze Bild, soweit vorhanden.


Fotos: Andreas Peschke

Zwergfadenfischmännchen mit den typischen Merkmalen im Frühstadium. Ein weißer Pickel und zwei wundartige Stellen sind blau umkreist. Es sind weitere blutunterlaufene Stellen zu sehen. Auf dem zweiten Foto sind an der Bauchflosse ein Loch und eine Einkerbung gut zu erkennen. Zwergfadenfische mit diesen Symptomen sind häufig in Händlerbecken zu sehen. Die Stellen sind dort meistens noch deutlich kleiner, aber erkennbar. Solche Tiere auf keinen Fall kaufen.


Foto: Andreas Peschke

Das Weibchen auf dem Foto stammt aus dem selben Aquarium, wie das Männchen darüber. Auf den ersten Blick sieht das Weibchen gesund aus. Bei genauer Betrachtung erkennt man im blauen Kreis eine Stelle, die evtl. blutunterlaufen sein könnte. Auf einem Foto ist das schwierig zu erkennen, zumal Fische auch schonmal harmlose Pigmentstörungen haben.

Die Tiere im Handel auf solche Flecken und kleine weiße Pickel absuchen. Wenn es sich nicht eindeutig um Pigmentstörungen handelt, auf keinen Fall kaufen.



Fotos: Peter Hampf

Zwergfadenfisch mit weißen Geschwüren



Foto: Name leider vergessen

Zwergfadenfisch mit typischen Wundstellen am Körper



Foto: Jan E.

Zwergfadenfisch mit typischem Geschwür am Körper



Fotos: A. Marquardt

Zwergfadenfischweibchen mit typischen Wundstellen; z. B. vorne an der Rückenflosse und hinter dem Auge



Foto: Jörg / Shaky

Die roten Flecken am Kopf eines Blauen Fadenfischs könnten darauf hindeuten, dass auch Blaue Fadenfische an EUS erkranken. Auf jeden Fall scheint eine bakterielle Infektion vorhanden zu sein.



Fotos: Ramona Topplep

Zwergfadenfisch mit den typischen blutunterlaufenen Stellen



Fotos: Andy Heße

Das linke Bild zeigt ein Colisa labiosa Männchen, dass Symptome der Flossenfäule hatte und 2 Tage nach der Bildaufnahme starb. Das Weibchen auf den anderen Bildern hat auf der Seite einen der für EUS typischen Flecken.



Fotos: Clas

Zwergfadenfisch Weibchen mit typischen EUS-Symptomen. Die Fotos entstanden im Abstand von ca. 2 Wochen. Das Weibchen wurde getötet, als es sich zu stark quälte.



Fotos: Ramona Pause

Zwergfadenfisch Weibchen mit typischen EUS-Symptomen.



Fotos: Renate Stolzke

Zwergfadenfisch mit EUS.



Fotos: Lucynia Hania

Zwergfadenfisch mit Pilz und EUS.



Foto: Bluebird (Forum)

Blauer Fadenfisch vermutlich mit EUS.



Fotos: Dominik Augustin

Fadenfisch vermutlich mit EUS.



Foto: Kolja Neitzel

Zwergfadenfische vermutlich mit EUS.



Fotos: Angela Frenzel

Zwergfadenfisch vermutlich mit EUS.



Foto: Regina Jähde

Zwergfadenfisch Männchen vermutlich mit EUS.



Fotos: Annika Prauser

Zwergfadenfisch Weibchen vermutlich mit EUS. Das Weibchen war ca. 1 Jahr alt. Ein gleich altriges Männchen starb zwei Wochen vor den Aufnahmen. Das Männchen zeigte keine Symptome, starb aber mit einem Jahr recht früh. Zwergfadenfische können ca. 4 Jahre alt werden.
Das Weibchen verhielt sich anfangs normal, versteckte sich später aber ständig. Zuletzt schwamm das Weibchen nur noch an der Oberfläche und schnappte nach Luft., wie auf den Bildern gezeigt.
Dabei zeigten sich zwei wunde Stellen. Eine Stelle auf der linken Seite und eine Stelle auf der rechten Seite oben. Der weiße Punkt rechts, sah aus, als wäre er aus Watte und käme aus dem Körper heraus.
Diese Stellen zeigen damit die für EUS typische Kombination aus bakterieller Infektion und Pilzinfektion.



Fotos: Katharina Zeh

Zwergfadenfisch Weibchen der blauen Zuchtfirm vermutlich mit EUS. Sie hatte seit dem Kauf nicht gefressen, wirkte apathisch, hielt sich nur am Grund oder an der Oberfläche auf und bewegte nur sehr wenig. 24 Stunden nach den Aufnahmen, fünf Tage nach dem Kauf, ist sie gestorben. Das Männchen der roten Zuchtforn colisa lalia, welches beim Händler aus einem anderen Becken stammte, verhielt sich unauffällig und zeigte keinerlei Symptome.

Ursachen

Derzeit treten bei Zwergfadenfischen sehr häufig schon kurz nach dem Kauf Krankheitssymptome auf, die letztendlich zum Tod führen. Zunächst werden kleine weiße Flecken oder Geschwüre auf der Körperoberfäche sichtbar. Diese werden immer größer, bis sie scheinbar aufbrechen und großflächige rötliche Flecken entstehen, die tief in das Fleisch eingegraben erscheinen. In diesem Stadium gleichen die Symptome der Tuberkulose. Ob es sich jedoch tatsächlich und in jedem Fall um Tuberkulose handelt, ist unklar. Eine Heilmethode ist zur Zeit nicht bekannt. Möglicherweise verzögern antibakterielle Mittel den Ablauf etwas.

Die Erkrankung hat sich mittlerweile so stark verbreitet, dass im Handel kaum noch Zwergfadenfische zu finden sind, die nicht bereits im Geschäft zumindest die kleinen weißen Flecken zeigen. Wer diese schönen und früher als robust geltenden Fische pflegen möchte, sollte sich vor dem Kauf die Fische genau und lange ansehen. Als Hilfe dazu ein Auszug aus einem Beitrag, den ich (NH) dazu einmal im drta geschrieben habe:

Es gibt zumindest ein paar mittelbare Hinweise, an denen man erkennt, dass die ZFF mit Sicherheit nicht gesund sind. Verschaffe Dir zunächst einen Gesamtüberblick. Wenn in Beckenmitte nur einige wenige ZFF relativ munter erscheinen, während der Rest träge an den Beckenrändern dicht gedrängt und knapp über dem Boden oder direkt unter der Wasseroberfläche steht, meist mit Flossenklemmen verbunden, ist schonmal höchste Vorsicht geboten. Ich würde dann schon nicht mehr kaufen.

Dann schaue Dir jeden einzelnen ZFF an, auch die trägen ZFF. Nicht nur die, die Du kaufen willst, sondern wirklich alle. Das gilt auch, wenn Dir alle ZFF munter erscheinen. Prüfe, ob du am Körper irgendwelche weiße Flecken siehst, an denen scheinbar die Schuppen fehlen. Das können auch ganz winzige Stellen sein. Wenn auch nur einer der ZFF so etwas aufweist, dann auf keinen Fall kaufen. Schiebe weder das beschriebene Verhalten, noch die Flecken auf die beengten Verhältnisse im Kaufbecken, Territorialverhalten und evtl. Beißereien. Gehe kein Risiko ein und verzichte auf ZFF.

Endet zumindest bei ZFF soviel ich weiß immer tödlich. Wenn Dir die ZFF gesund und munter vorkommen, schaue zur Sicherheit die anderen Labyrinther im Laden an. Ich habe in Läden die Flecken auch schon bei anderen Arten gesehen. Es könnte ein Hinweis sein, wo der Händler seine ZFF her hat und wie beim Züchter gearbeitet wird. Selbst wenn Du keine der oben beschriebenen Symptome siehst, besteht leider doch ein hohes Risiko, dass diese Symptome irgendwann auftreten.

Seit einigen Jahrzehnten breitet sich in Asien eine Erkrankung aus, die Epizootisches Ulzeratives Syndrom (Epizootic ulcerative Syndrome - EUS) genannt wird. Beschreibung und Ablauf entsprechen genau den Symptomen, die bei den hier gehandelten Zwergfadenfischen auftreten. Im Internet findet sich das Epizootic ulcerative Syndrome (EUS) Technical Handbook der Universität Bankgok, in dem die Erkrankung im Detail beschrieben wird. Dort werden auch Ausbreitung, Verlauf und mögliche Ursachen diskutiert. Als eine betroffene Fischart werden die Zwergfadenfische genannt. Demnach sind zunehmend mehr asiatische Flüsse von EUS verseucht und auch Aufzuchtanstalten sind immer wieder betroffen. Leider ist der Bericht mittlerweile kostenpflichtig.

Als eine mögliche Ursache wird der Pilz Aphanomyces invadans verdächtigt. Der Pilz konnte aber nicht bei allen befallenen Fischen nachgewiesen werden. Eine Helferrolle sollten evtl. die Bakterien Aeromonas hydrophila und sobria spielen. Allerdigngs werden noch ein oder mehrere Virenarten als Mitursache verdächtigt.

Nach einem neueren Bericht aus England ist der Hauptverursacher ein Megalocytivirus, der auch Maccullochella peelii peelii infizieren kann. Damit wären die Viren MCIV, DGIV und ISKNV (englische Namen) vielleicht identisch. In "Molecular and Cellular Probes" soll ein Bericht erschienen sein über eine PKR-Test (PCR-probe) für diese Viren.

Go J, Lancaster M, Deece K, Dhungyel O, Whittington R (2006) - The molecular epidemiology of iridovirus in Murray cod (Maccullochella peelii peelii) and dwarf gourami (Colisa lalia) from distant biogeographical regions suggests a link between trade in ornamental fish and emerging iridoviral diseases. Molecular and Cellular Probes. 2006 Jun-Aug;20(3-4):212-22.

Go J and R Whittington (2006) - Experimental transmission and virulence of a megalocytivirus (Family Iridoviridae) of dwarf gourami (Colisa lalia) from Asia in Murray cod (Maccullochella peelii peelii) in Australia. Aquaculture 258 (2006) 140-149.

Unter diesem Aspekt erscheint ein im Internet in Foren zitierter Bericht einer Aquarienzeitschrift in neuem Licht. Dort wurde von einem natürlichen Vorkommen von Zwergfadenfischen in Asien berichtet. In dem beschriebenen Bach litten zahlreiche Zwergfadenfische unter den bekannten Symptomen. Daraus wurde geschlossen, dass dies möglicherweise eine Art Alterserscheinung sein könne und es wurde empfohlen, Zwergfadenfische als schöne aber kurzlebige Aquarienbewohner zu sehen, quasi als Saisonfische.

Mindestens ebenso wahrscheinlich ist jedoch, dass es sich um eine von EUS betroffene Fundstelle handelte. Damit wäre auch erklärbar, warum Zwergfadenfische vor Jahrzehnten als robust und pflegeleicht bekannt waren und die heutigen Erkrankungen und die extreme Kurzlebigkeit nicht bekannt waren.

Die genauen Ursachen von EUS sind unbekannt. Während nach einigen Studien bei allen Ausbrüchen von EUS der Pilz Aphanomyces invadans auf den befallenen Fischen gefunden wurde, bestätigen andere Studien diesen Zusammenhang nicht. Zumindest kann der Pilz unbeschädigte Fischhaut nicht durchdringen, so dass Hautschädigungen zumindest mit vorliegen müssen.

Weil der Begriff Zwergfadenfischkrankheit sich mehr und mehr verbreitet, der Hinweis, dass es sich nicht um eine "offizielle" Krankheitsbezeichnung handelt. Weil uns keine deutsche Bezeichnung bekannt war, haben wir den Begriff Zwergfadenfischkrankheit bei Erstellung der Seite erfunden. Der Name EUS erschien uns zu wenig aussagekräftig bzw. verständlich, zumal die genauen Zusammenhänge unklar sind.

Behandlungsvorschläge

Der Theorie nach, sollen die Erreger durch Malachitgrün abgetötet werden. Weil die Erreger aber in der Muskulatur der befallenen Tiere liegen, werden sie von Malachitgrün im Wasser nicht erreicht. Zum Abtöten der Erreger im Becken soll Malachitgrün geeignet sein und dort bei fischverträglichen Dosen schon nach 24 Std. ziemlich alle Erreger ausgerottet haben.



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