Soil im Aquarium

Aquascape - Drachensteine mit Soil
Drachensteine mit Soil © stock.adobe.com ID: 270140126 | coffmancmu

Soil erfreut sich stetiger Beliebtheit insbesondere in Salmlerbecken und im Bereich Aquascaping.

Er ist ein aktiver Bodengrund und sorgt durch seine Bestandteile für eine Nährstoffzufuhr, welche Pflanzen dankbar mit gutem Wachstum belohnen.

Dieser Artikel zeigt die Herkunft, die Bestandteile, die Einsatzmöglichkeiten von Soil.

Was versteht man unter „Soil“?

Soil ist ein englisches Wort und bedeutet wörtlich übersetzt nichts anderes als Boden oder Erde. Unter Aquarianern versteht man aber unter Soil etwas anderes:

Im Gegensatz zu Aquarienkies und –sand bezeichnet Soil einen aktiven Bodengrund, der die Wassereigenschaften verändern kann. Vor allem von erfahrenen Aquarianern und besonders von Aquascapern wird er zur Gestaltung ihrer Unterwasserlandschaften genutzt.

Kein Wunder, denn der Initiator des Aquascapings, der Japaner Takashi Amano, hat auch den ersten Soil als Bodengrund speziell für seine Naturaquarien zusammengestellt. Inzwischen bietet die von ihm gegründete japanische Firma ADA unter dem Markenzeichen Aqua Soil eine ganze Palette von Soils mit unterschiedlicher Zusammensetzung für verschiedene Aquarienarten und Einsatzbereiche an.

Die spezielle Mischung verschiedener Bestandteile der Soils bleibt jedoch Firmengeheimnis. Auch andere Firmen bieten inzwischen derartige, aktive Bodenmischungen an, für die sich der Begriff Soil allgemein eingebürgert hat.

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Aus welchen Bestandteilen setzt sich Soil zusammen?

Als Grundsubstanz wird Vulkanerde genutzt, die reich an Mineralien und anderen Spurenelementen und Pflanzennährstoffen ist. Diese Erdpartikel werden in Kugelform gepresst und gebrannt.

Zum Teil wird diesem aktiven Bodengrund noch Aktivkohle beigemischt, die Schmutz und andere Partikel adsorbiert und damit für besonders klares Wasser frei von Trübstoffen sorgt. Eine saubere und gut handhabbare Methode, um sich das Filtern über Torf oder die im Fachhandel erhältlichen Schwarzwasserzusätze zu sparen.

Die für das Soil verwendeten vulkanischen Erden enthalten außerdem zahlreiche Huminstoffe und Fulvosäuren, die das Wasser gut gepuffert etwas ansäuern und mit ihrer leicht bakteriziden Wirkung auch frei von Bakterientrübe halten.

Wie wird Soil hergestellt?

Die Vulkanerde wird mit Hilfe spezieller Verfahren mit Kohlepulver, teilweise auch mit weiteren Zusatzstoffen gemischt und in bestimmte Korngrößen gepresst und dann in Kugelform gebrannt. Die entstandenen Soil-Kugeln sehen den in der Hydrokultur von Pflanzen verwendeten, gebrannten Blähton-Kügelchen ähnlich.

Dieser Blähton enthält im Gegensatz zu Soil allerdings keinerlei Nährstoffe, sodass in der Hydrokultur außerdem Flüssigdünger zugesetzt werden müssen. Im Gegensatz enthalten die Soilkugeln bereits alle Spurenelemente und Nährstoffe für die Pflanzen.

Soilkugeln sind zwar genau formstabil wie die Blähton-Kügelchen der Hydrokultur, sie sind aber elastischer und weicher. Das erleichtert den Aquarienpflanzen dass Einwurzeln und Verankern im Bodensubstrat.

Andererseits ist die Haptik zwischen den einzelnen Soilkugeln so gut, dass man damit, wenn sie leicht angefeuchtet werden, Dünen ähnliche Landschaften, Hänge und Hügel modellieren kann, die auch unter Wasser nicht wieder einstürzen oder zerfließen wie bei einem reinem Aquariensand oder Feinkies.

Deshalb ist Soil als Bodengrund vor allem im Aquascaping sehr beliebt.

Welche Eigenschaften entwickelt Soil im Aquarienwasser?

  • Die Soilkugeln wirken im Wasser als Ionenaustauscher. Sie entziehen dem Aquarienwasser Carbonate und andere Kationen und setzen zum Ausgleich Wasserstoffionen (H+) frei. Dadurch wird das Wasser saurer, der pH-Wert sinkt.
  • Außerdem entzieht Soil dem Wasser auch Calcium- und Magnesium-Ionen, also den beiden Kationen, die die Gesamthärte (GH) des Wassers bestimmen. Dadurch wird das Wasser folgerichtig auch weicher.
  • Die von Soil im Wasser frei gesetzten Wasserstoffionen (H+) verbinden sich mit den im Wasser gelösten Hydrogenkarbonat-Ionen zu Kohlensäure, die dann ihrerseits in Abhängigkeit vom pH-Wert zu Wasser und Kohledioxid dissoziiert. So wird auch die Karbonathärte (KH) gesenkt.

Fazit: Soil als Bodengrund kann den pH-Wert, die Gesamt- und Karbonathärte senken. Das Wasser wird saurer und weicher.

Außerdem gibt das Soil gut gepuffert Huminstoffe ins Wasser ab, wodurch das Aquarienwasser ein leicht bernsteinartige bis bräunliche Färbung annehmen kann. Dies sind genau die Milieufaktoren, die viele unserer Zierfische, die aus Fließgewässer tropischer Regenwälder stammen, benötigen.

Soil hat auch für die Wasserpflanzen essentiell wichtige Nährstoffe gespeichert, die nach und nach ins Wasser freigesetzt von den zwischen den Soilkugeln wurzelnden Pflanzen aufgenommen werden können.

Dieser Effekt wird allerdings in der Aquaristik meist etwas überschätzt. Denn viele Wasserpflanzen nehmen diese Nährstoffe gar nicht über ihre Wurzeln auf, sondern über ihre Blattoberfläche auf. Das trifft vor allem auf Stängelpflanzen mit fein-fiedrigen und geteilten Blättern zu.
Wie lang hält die Wirkung des Soil an?

Der Einfluss des Soils auf das Wasser in seiner Eigenschaft als Kationenaustauscher hält nicht ewig an. Dieser Effekt hält nur einige Jahre an. Selbstverständlich nimmt auch die Konzentration der im Soil enthaltenen Nährstoffe mit der Zeit ab und die Düngerwirkung für die Pflanzen lässt spürbar nach.

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Dann muss das Aquarienwasser durch andere Zusätze mit Nährstoffen versorgt und dem Soil ein organischer Langzeitdünger zugefügt werden oder das Soil muss ausgetauscht zu werden.
Das bedeutet aber auch, dass die wichtigsten Wasserparameter wie pH-Wert, Gesamt- und Karbonathärte, sowie die Konzentrationen an im Wasser gelöstem Nitrat, Eisen und Phosphat in regelmäßigen Intervallen gemessen werden müssen.

Dazu bietet der Fachhandel preiswerte und einfach zu bedienende Sets mit bis zu 14 verschiedenen Wassertests an.

Für welche Aquarien eignet sich Soil besonders?

Soil ist vor allem im Aquascaping beliebt, da sich damit besser als mit reinem Aquariensand oder Kies beeindruckende Unterwasserlandschaften modellieren lassen.

Da aber die Wirkung des Soil als Kationen-Austauscher und Nährstofflieferant mit der Zeit nachlässt und dann gegengesteuert werden muss, um die Milieubedingungen im Aquarium stabil zu halten, erfordert die Anwendung als aktiver Bodengrund Fingerspitzengefühl und bereits einige Erfahrung in der Aquaristik.

Für das erste eigene, selbst eingerichtete Aquarium sollte deshalb ein inaktiver Bodengrund – Aquariensand oder Feinkies – verwendet werden.

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