Grundsätzliches
Auch wenn immer wieder bestimmte Tierarten als Algenfresser angepriesen werden, darf man keine großen Erwartungen an die vermeintlichen Algenfresser stellen. Zwar fressen einige Tierarten auch Algen, aber immer nur in begrenztem Umfang. Einer richtigen Algenplage kommt man nur bei, indem man ein dauerhaftes Gleichgewicht zwischen Nährstoffen und Planzenwuchs im Aquarium herstellt. In der Regel werden auch nur junge Algen vertilgt, während ältere Algen nicht angerührt werden.
Im Zweifel ernähren sich die Tiere lieber vom bequem dargebotenen Futter als von den noch so wuchernden Algen. Auf keinen Fall darf man die zu pflegenden Tierarten nur nach solchen Nützlichkeitsüberlegungen anschaffen. Sehr schnell werden die übertriebenen Hoffnungen enttäuscht und die Tiere nicht mehr beachtet. Wovon sollten sich Tiere, die wirklich viele Algen fressen auch ernähren, wenn alle Algen vertilgt sind. Spätestens dann kommen sie schnell auf den Geschmack anderen Futters und Algen werden meistens spätestens ab diesem Zeitpunkt verschmäht. Wurden die eigentlichen Ursachen für den Algenbefall nicht abgestellt, ist die nächste Algenplage vorprogrammiert.
Die sogenannten Algenfresser können aber eine interessante Ergänzung des Aquarienbesatzes darstellen, wenn man sie nicht als reine Nutztiere pflegen möchte.
Fische
Antennenwelse
Als Algenfresser gerne empfohlen werden Antennenwelse (Ancistrus). Allerdings fressen Antennenwelse auch sehr gerne Blätter von Pflanzen. Insbesondere die Blätter von Amazonasschwertpflanzen (Echinodorus) werden häufig regelrecht durchgeraspelt. Auch Triebe von jungen Blättern werden gerne gefressen. Oft muss man Antennenwelse zur Schonung der Pflanzen mit Gemüse und Salat füttern. Scheinbar fressen sie Pflanzen, Gemüse und Salat lieber als Algen.
Küssende Guramis
Küssende Guramis (Helostoma temmickii ) benötigen Aquarien mit mehr als 200 Litern Wasserinhalt, da sie sehr groß werden können und fressen bevorzugt Plankton und Algen.
Lebendgebärende
Einige Arten von lebendgebärenden Fischen zupfen hin und wieder an Algen und fressen diese. So z. B. Guppies und Black Mollies?. Allerdings bevorzugen sie anderes Futter, z. B. Flockenfutter, ganz deutlich.
Ohrgitterharnischwelse
Von den verschiedenen Arten der Ohrgitterharnischwelse
(Otocinclus) werden vor allem Algen auf Gegenständen, Scheiben und Pflanzen abgegrast. Da sich diese Welse erst in kleinen Gruppen wohlfühlen, sollten sie in Gruppen von mindestens 6 Tieren gehalten werden.
Siamesische Rüsselbarben
Die Siamesischen Rüsselbarben (Crossocheilus siamensis) fressen vor allem Fadenalgen, aber auch andere Algenarten werden nicht verschmäht. Rüsselbarben werden 10 bis 15 cm lang und sollten je Barbe ca. 100 Liter Wasser zur Verfügung haben. Beim Kauf muss darauf geachtet werden, sie nicht mit der sehr ähnlich aussehenden Schönflossenrüsselbarbe (Epalzeorhynchus kallopterus) zu verwechseln.
Garnelen
Insbesondere die Amanogarnele ist als Algenfresser bekannt geworden. Aber auch bei den Amanogarnelen gilt, dass sie einer richtigen Algenplage nicht beikommen können und sich wie alle anderen Algenfresser auf Dauer lieber von Flocken- und Tablettenfutter ernähren. Einge Arten der Zwerggarnelen machen sich ebenfalls in begrenztem Umfang über Algen her.
Schnecken
Die klassischen Algenfresser im Aquarium sind die verschiedenen Schneckenarten. Allerdings gibt es unter den diversen Schneckenarten auch einige Arten, die sehr gerne Pflanzen fressen.
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Die Siamesiche Rüsselbarben sind Gruppentiere (5+) und sollten daher auch in solchen gehalten werden.
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