Hilft Wasserstoffperoxid gegen Algen?

Hin und wieder wird zur Algenbekämpfung der Einsatz von Wasserstoffperoxid (H2O2) empfohlen. Dabei soll das Chlorophyll der Algen oxidiert werden. Da Pflanzen dickere Zellwände als Algen haben, werden Pflanzen nicht geschädigt.

H2O2 kann aber auf jeden Fall für die Fische schädlich sein. Aufgrund seiner aggressiven Oxidation wird die Haut der Fische und ihr Kiemenepithel regelrecht verbrannt. Durch die Schädigung des Kiemenepithels lagern sich Zellen auf dem Epithel ab, das eigentlich nur aus einer Schicht Zellen besteht. Diese Ablagerung und die zusätzliche Änderung der Strömungsverhältnisse in den Kiemen erschwert die Atmung der Fische. Diese Veränderungen bieten Bakterien und Parasiten beste Siedlungsmöglichkeiten. Selbst wenn der Einsatz von H2O2 also zunächst scheinbar erfolgreich und ohne Schädigungen verläuft, können Fische an den Spätfolgen sterben.

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Unterschiedliche Erfahrungsberichte beruhen vermutlich darauf, dass die Wirkung von H2O2 stark von der verwendeten Konzentration abhängt. Dabei spielt auch eine lokal unterschiedliche Konzentration im Aquarium eine Rolle, die an einigen Stellen im Aquarium wesentlich höher und damit gefährlicher sein kann, als nach der vollständigen Durchmischung mit dem Aquarienwasser.

H2O2 darf auf keinen Fall direkt in das Wasser geschüttet, sondern darf nur nach Verdünnung mit Aquarienwasser langsam in das Aquarium getropft werden. Vor und während der Anwendung von H2O2 muss das Wasser belüftet werden. Eine vorhandene CO2-Zufuhr muss auf ein Minimum gedrosselt werden. Beim Einsatz von H2O2 muss das Aquarium genau beobachtet, da Fische sehr schnell geschädigt werden können. Besonders die Atmung der Fische muss überwacht werden. Da die Kiemen angegriffen sein können, ohne dass dies sofort auffällt, muss auch nach der Behandlung die Atmung der Fische beobachtet werden. Die Hersteller von Medikamenten, die auf Basis von H2O2 wirken, weisen darauf hin, dass ihre Mittel nur bei bestimmten Wasserverhältnissen (kein Weichwasser etc.) verwendet werden dürfen.

Der Einsatz von H2O2 kann zu einer Trübung des Aquarienwassers führen. Die Trübung kann durch Bakterien verursacht werden, die sich von im Wasser schwebenden organischen Stoffe (durch H2O2 vernichtete Algen, Mikroorganismen, Bakterien, Fischkiemen etc.) ernähren und durch massive Vermehrung zu einer Bakterienblüte führen. Eine Trübung kann auch direkt von organischen Substanzen verursacht werden. Diese sind unsichtbar im Wasser gelöst und werden durch die Oxidation verändert bzw. zerstückelt, so dass sie als feiner ‚Nebel‘ ausfallen.

Pro-Argumente

  • H2O2 wirkt sehr gut gegen Algen.
  • Pflanzen und Fische werden nicht geschädigt.
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Kontra-Argumente

  • Pflanzen stellen das Wachstum ein und können sogar absterben.
  • Fische können massiv geschädigt werden.
  • Die Ursachen der Algenentwicklung werden nicht abgestellt.
  • Nach Ende der Behandlung mit H2O2 erscheinen die Algen wieder.
  • Algen wachsen sogar auf mit H2O2 arbeitenden Oxydatoren.
  • Mit H2O2 werden Haare gebleicht.
  • Berichte sprechen von massivem Fischsterben nach Einsatz von H2O2 .

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Letzte Aktualisierung am 12.11.2019 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API