Schabemundbarsch

Datenblatt Schabemundbarsch

Deutscher Name: Schabemundbarsch
Wissenschaftlicher Name: Labeotropheus fuelleborni
Herkunft: Ostafrika, Malawisee
Größe: 15–18 cm
Aquarium
Länge: ab 150 cm
Inhalt: ab 400 Liter
Wasserwerte
Temperatur: 24°- 26° C
PH: 8 – 8,5
GH: 10 – 14° dH
KH: > 12 °dKH
Verhalten
Bereich: Felslitoral
Futter: Algenaufwuchs, kleine Krebse, Insektenlarven, Wirbellose, Spirulina-Algenfutter, gefriergetrocknetes Lebendfutter
Verhalten: Revierbildend beim Laichen
Anzahl: Gruppenhaltung, mehr Weibchen als Männchen
Schwierigkeitsgrad: Fortgeschrittene

Vorkommen und Lebensraum

Der Schabemundbarsch hält sich vor allem in den felsenreichen Uferregionen des Malawisees auf. Besonders häufig sind die Schabemundbarsche im Südwesten des Malawisees. Im Nordosten, im tansanischenTeil des Malawisees, kommen sie dagegen nicht vor.

Vom Schabemundbarsch gibt es teilweise völlig verschiedene Farbrassen, die sich aber nur zum Teil einer bestimmten Region im Malawisee zuordnen lassen.

Aussehen und Unterscheidungsmerkmale

Es gibt eine ganze Reihe weiterer Farbvarianten, darunter eine mit einer schwarzen Rückenflosse bei Chinyankwazi und eine Farbmorphe mit einer leuchtend rotorangen Rückenflosse der Männchen bei den Chidunga Rocks in der Nähe von Chipoka.

schabemund
Männchen einer gescheckten Morphe des Schabemundbarsches ©Jan Rehschuh, 0401 AQUA Schabemund-m- PICT8606, als gemeinfrei gekennzeichnet, Details auf Wikimedia Commons
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Männchen der Blauen Morphe des Schabemundbarsches © Doronenko, Labeotropheus fuelleborni 01, CC BY 3.0

Haltung

Die Schabemundbarsche sollten zwar – wie für die Mehrzahl der Malawi-Buntbarsche empfohlen – in einer Gruppe mit mehr Weibchen als Männchen gehalten werden, aber in einem Gesellschaftsaquarium zusammen mit anderen ebenso umgänglichen Buntbarschen. Sonst stellen die geschlechtsreifen Männchen ständig den Weibchen nach.

Als Mitbewohner im Malawibecken kommen vor allem andere Mbuna-Arten aus den Gattungen Labidochromis und Melanochromis infrage. Auch aus diesem Grund ist im Aquarium eine Felsenlandschaft mit vielen Höhlen und anderen Versteckmöglichkeiten wichtig.

Als Bodensubstrat eignet sich eine Schicht aus Feinkies oder Sand. Selbstverständlich sollte auch noch genügend Freiraum im Aquarium zum Umherschwimmen der Fische übrig bleiben.

Zur Fortpflanzungszeit versucht jedes Schabemund-Männchen ein eigenes kleines Revier zu bilden und gegen andere Männchen zu verteidigen.

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Weibchen der gescheckten Morphe des Schabemundbarsches. Auch wenn dieser auf der Afterflosse deutlich erkennbare, gelbe Augenflecken aufweist, es handelt sich tatsächlich um ein Weibchen! ©Mikko Stenberg, Labeotropheus fuelleborni crop, als gemeinfrei gekennzeichnet, Details auf Wikimedia Commons

Futter

Schabemundbarsche ernähren sich im Malawisee vor allem vom Algenaufwuchs, den sie mit ihrem Maul von den Felsen abschaben. Dabei vertilgen sie auch die in diesen Algenrasen lebende Begleitfauna: kleine Krebse und Insektenlarven sowie andere Wirbellose.

Sie sind also keine reinen Vegetarier. Deswegen sollten sie auch im Aquarium möglichst abwechslungsreich mit Futter versorgt werden.

Für eine ausschließliche Ernährung durch den Aufwuchs der Felsen und Steinen ist die Schichtdichte der Aufwuchsflächen wegen der ungünstigeren Lichtverhältnisse im Aquarium auch zu spärlich. Sie werden deshalb am besten zusätzlich mit Spirulina-Algenfutter und gefriergetrockneten Lebendfutter (Wasserflöhe, Insektenlarven u. ä.) versorgt.

Zucht

Auch die Weibchen der Schabemundbarsche sind Maulbrüter. Zunächst balzt das Männchen ein laichbereites Weibchen an und versucht es in sein Revier zu locken. Als Platz zum Ablaichen dient meist ein flacher Stein in einer Höhle.

Das Weibchen gibt die Eier einzeln auf der Ablaichfläche ab und nimmt sie anschließend mit dem Maul auf. Danach schnappt das Weibchen nach den vermeintlichen weiteren Eiern, den Eiflecken auf der Afterflosse des Männchens. Dabei nimmt sie stattdessen die Spermien auf und befruchtet damit die Eier in der Mundhöhle.

Bei einer Wassertemperatur von durchschnittlich 26 °C dauert es etwa drei Wochen, bis die Brut voll entwickelt und die Jungfische erstmals das Maul der Mutter verlassen wollen. Sie sind dann bereits etwa 1 cm lang.

Man sollte jedoch rechtzeitig zuvor das Weibchen aus dem Gesellschaftsaquarium herausfangen und in ein separates Aufzuchtbecken setzen. Dort kann es sich dann völlig ungestört um die Betreuung und Führung des Nachwuchses kümmern. In der ersten Zeit suchen die Jungfische immer wieder Schutz im Maul der Mutter.

Die Jungfische werden mit fein gesiebten Wasserflöhen oder anderem Zooplankton und feinem Staubfutter ernährt.

Irgendwann erlöscht der Brutpflegetrieb der Mutter und die Jungfische sind sich selbst überlassen. Dann löst sich die Schar der Jungfische und jeder versucht eine eigene Versteckmöglichkeit zu ergattern – eine Spalte im Fels oder eine kleine Höhle – und beginnt, diese dann auch gegen die Geschwister zu verteidigen.

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