Zwerg Wabenkröte

Datenblatt Zwerg Wabenkröte

Lateinischer Name: Pipa parva
Herkunft: Nördliches Südamerika (Venezuela, Kolumbien)
Größe in cm:
bis maximal 4 cm
Verhalten/Besatz
Futter: Lebendfutter, Frostfutter, Trockenfutter, Zierfischfutter (Carnivore)
Gruppen vs. Einzelhaltung: Gruppenhaltung im Artaquarium (ab 3 Individuen)
Schwierigkeitsgrad: Auch Anfänger
OSB Terrarium, Holzterrarium 150 x 60 x 60 cm mit Seitenbelüftung*
  • HOLZKONZEPT WEGNER QUALITÄT:...
  • KUNSTSTOFF-GLASFÜHRUNGSPROFIL:...
  • FLOATGLAS: Wir verwenden für...
Zwerg Wabenkröte
JSutton93, Sabana Surinam toad (Pipa parva), CC BY-SA 4.0

Eckdaten

Die kleine Wabenkröte gehört zur Gruppe der Amphibien. Dort wird sie der Ordnung Froschlurche (Anura) und der Familie Pipidae (Zungenlose) zugeordnet. Sie ist die kleinste von insgesamt sieben Arten in der Gattung Pipa (Wabenkröten).

Die kleine Wabenkröte lebt in ihrer Heimat aquatisch in Seen, Teichen oder Tümpeln, die sich in flachen Graslandschaften oder Überschwemmungsgebieten bilden. Die hauptsächlich im Wasser lebende Art kommt nur selten an Land.

Männliche Individuen der kleinen Wabenkröten werden 2,8 bis 3,7 cm groß, weibliche Tiere erreichen eine Körperlänge von 2,7 bis 4,4 Zentimetern. Dies ist klein im Vergleich zu Verwandten, zum Beispiel der großen Wabenkröte, die bis zwanzig Zentimeter erreichen kann.

Pipa parva ist im Norden von Südamerika beheimatet. In Venezuela kommt sie im Nordwesten vor, in Höhen vom Meeresspiegel bis zu 300 Metern. Ihr Hauptverbreitungsgebiet liegt im Bereich des Maracaibo-Sees. Auch im Nordosten von Kolumbien findet sich die Art aber nur vereinzelt in Höhen von 50 Metern bis 135 Metern über dem Meeresspiegel.

Pipa parva ernährt sich in ihrer natürlichen Umwelt von Würmern, Insekten und kleinen Krebschen.

Die im Vergleich zu anderen Pipa-Arten recht schlanken kleinen Wabenkröten haben eine eher unscheinbare Färbung. Der Rücken kann gräulich, bräunlich oder auch oliv gefärbt sein. Bei manchen Individuen zeigen sich dunklere Flecken auf hellerem Körperuntergrund.

Die Tiere haben eine bizarre Gestalt und sind mit ihren flachen Körpern in natürlicher Umgebung bestens getarnt, wenn sie etwa platt am Boden von Gewässern liegen, zwischen Steinen oder Laub. Aus dieser Position heraus lauern sie auf Beute. Die Tiere besitzen als Mitglieder der Familie Pipidae keine Zungen. Die Fortsätze ihrer Fingerspitzen sind nicht symmetrisch angeordnet und wirken verästelt.

Dies ist ein typisches Merkmal für alle Pipa-Arten. Diese besonderen Fingerspitzen sind höchstempfindliche Sinnesorgane, die es den Tieren ermöglichen, trübe Umwelten zu ertasten, um beispielsweise Beutetiere zu erhaschen oder vor Gefahren zu flüchten.

Kleine Wabenkröten besitzen ein weiteres spezielles Sinnessystem, das Seitenlinienorgan. Dies ist ein Hautsinnesorgan. Mit über den Körper verteilten Sinneszellen können die Tiere feinste Druckschwankungen im Wasser und Wasserströmungen wahrnehmen, möglicherweise auch elektrische Felder.

Die zwischen Zehen und Fingern liegende Schwimmhaut der Tiere ist durchsichtig. Auf der gesamten Körperoberfläche, insbesondere auf der Körperoberseite, zeigen sich Höckerchen (Tuberkel) in unterschiedlicher Größe. Die Haut des Bauches ist durchsichtig, schimmert weiß oder silbern und weist ebenfalls mehr oder weniger stark ausgeprägte Flecken auf. Erstmals beschrieben wurde die Art im Jahr 1923.

Hochinteressant ist das Fortpflanzungsverhalten von kleinen Wabenkröten. Die Eier werden, wie bei anderen Wabenkrötenarten auch, auf dem Rücken der Weibchen ausgebrütet. Haben weibliche Tiere Eier gelegt und sie ins Wasser entlassen, gleiten viele davon auch auf ihren Rücken, haften an, um dort von männlichen Tieren befruchtet zu werden.

Sodann verschmelzen befruchtete Eier mit der Rückenhaut der Weibchen, die die Eier schließlich fast vollständig umschließt. In kleinen Vertiefungen der Haut, die wabenähnliche Struktur aufweisen, entwickeln sich die Eier fortan zu Kaulquappen.

Ist deren Entwicklung vollkommen, durchbrechen diese die Rückenhaut des Elterntieres, um für ein eigenständiges Leben und ihre weitere Entwicklung ins Wasser zu gelangen. Bei einigen Verwandten der kleinen Wabenkröte, etwa Pipa pipa, der großen Wabenkröte, sind es bereits entwickelte junge Frösche, die sich auf gleiche Weise einen Weg ins Leben bahnen.

Die transparenten Kaulquappen der kleinen Wabenkröte ernähren sich von kleinsten Partikeln (Phytoplankton), die sie im Wasser finden und aus diesem herausfiltern, etwa Algen.

Anschaffung und Haltung

Pipa parva ist eine rein aquatisch lebende Art, die zwar an Land kommen kann, dies aber selten tut. Die kleine Wabenkröte muss daher in allen ihren Entwicklungsstadien, als Kaulquappe und als Wabenkröte, im Aquarien gehalten werden und gehört nicht in ein Terrarium.

Beachtet werden muss allerdings, dass die Kaulquappen eine Möglichkeit haben, jederzeit die Wasseroberfläche zu druchstoßen – sie atmen Luft. Pipa parva ist  im Zoofachhandel eher selten zu bekommen und hat einen recht hohen Preis. Im Aquarium stellt die kleine Wabenkröte eine Seltenheit dar.

Anforderung an das Aquarium

In ihrer Heimat leben die Tiere in eher trüben, stehenden und beschatteten Gewässern. Dies sollte bei der Gestaltung des Aquariums bedacht werden.

Die Tiere brauchen Unterschlupf- und Rückzugsmöglichkeiten. Mit Wurzeln und Hölzern, aber auch dicken Pflanzen, etwa Stängelpflanzen lassen sich solche Bereich leicht schaffen. Der Boden des Aquariums sollte ausreichend mit Blättern, zum Beispiel Eichenblättern bedeckt sein und bestenfalls auch etwas Torf bieten.  Pipa parva braucht generell einen weichen Boden.. Spitze und scharfe Steine und Steinchen sind tabu.

Die Art kann im Aquarium bei einer Temperatur von 26-28 °Celsius leben. Wichtig ist es, das Becken von oben ausbruchssicher abzudecken. Die Tiere sind prinzipiell in der Lage, hinaus zu krabbeln. Ein Aquarium, in dem Pipa parva gezüchtet wird, darf an der Oberfläche nicht vollständig verkrautet sein – die Quappen sind “Luftatmer” und kommen zum Atmen an die Wasseroberfläche.

Und damit sie nach ihrem Schlupf überhaupt erst fähig werden zu schwimmen, müssen sie die Oberfläche des Wassers durchstoßen können und dort Platz finden.

Pipa parva ist eine sehr kleine Spezies. Wichtig ist daher ein Filter, der langsam läuft und die Tiere nicht aus Versehen aufsaugen kann. In natürlicher Umgebung leben die Tiere oftmals in stehenden Gewässern. Das Aquarium sollte kaum Strömung besitzen.

Ein Aufzuchtaquarium, in dem kleine Kaulquappen leben, ist an der Oberfläche mitunter von zahlreichen Luftblasen übersäht. Dies ist kein Grund zu Beunruhigung.

Die Quappen sind Luftatmer und kommen immer wieder an die Wasseroberfläche. Beim Luft holen stoßen sie auch verbrauchte Luft aus. Dies kann zur Bläschen- und Schaumbildung führen. Obwohl die Elterntiere ihren Nachkommen vermutlich nicht gefährlich werden, können frisch geschlüpfte Kaulquappen sicherheitshalber separiert werden. Auch trächtige Weibchen können separiert werden.

Geschlechtsunterschiede

Weibchen sind mitunter etwas fülliger als Männchen. Ihre Körperoberfläche ist während der Paarungszeit weniger stark gefärbt.

Futter & Ernährung

Als Nahrung der adulten Tiere kann handelsübliche Frostfutter und Lebendfutter dienen. Für kleine Kaulquappen eignet sich Phytoplankton als Futter.

Eingewöhnung und Umgang

Für Pipa parva empfpiehlt sich eine Gruppenhaltung mit mindestens drei Tieren. In einem 60 cm Becken können etwa drei bis maximal acht Tiere leben.

Die Art hält sich bevorzugt in der unteren Beckenregion auf. Eine Vergesellschaftung mit Fischen kann schwierig sein und muss gut durchdacht und geplant werden. Es empfiehlt sich daher prinzipiell ein Artaquarium.

Sonstige Fragen

Kann man die Paarung beobachten?

Wabenkröten paaren sich im Allgemeinen bevorzugt in der Nacht, sodass die Paarung oft unbeobachtet bleibt. Prinzipiell lässt sich die Paarung beobachten.

Wie gelangen die Eier auf den Rücken eines Weibchens?

Während ein Weibchen seine Eier durch eine Legeröhre entlässt, umfasst das Männchen es von oben. Sinkt das Weibchen nun im Wasser leicht abwärts, schweben seine Eier relativ zu ihm nach oben und gelangen so auf den Rücken des Tieres. Hier werden sie von dem das Weibchen noch umklammernden Männchen befruchtet.

Mit typischen Bewegungen scheint das Männchen seine Samen auf dem Rücken des Weibchens zu verteilen und die Eier an dessen Rücken zu drücken.

Bei Wabenkröten schwillt die Rückenhaut an, sobald sich ihr Gelege darauf befindet. Es dauert etwa sieben bis acht Tage, bis die Eier in der Rückenhaut versunken sind. Die gemeinsamen Bewegungen von Männchen und Weibchen während des Fortpflanzungsrituals wird oft als Looping bezeichnet.

Wie lange dauert die Metamorphose der Kaulquappen?

Die Metamorphose der Quappen von Pipa parva geschieht im Wasser und dauert etwa drei Wochen. Bei geeigneten Temperaturen und ausreichend Futter (Algenbrühe) sind mitunter nach einer Woche schon Hinterbeine zu erkennen.

Können Pipa-Arten im Aquarium gezüchtet werden?

Die Zucht von Wabenkröten durch Menschen ist prinzipiell möglich und geschieht etwa in Zoos oder Tierparks. Sie ist jedoch etwas Besonderes und glückt nur manchmal.

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