Salmler im Aquarium
Salmler im Aquarium

Die Salmlerzucht ist relativ arbeitsintensiv. Zusätzlich muss der Züchter kreativ sein und verschiedene Möglichkeiten ausprobieren. Die Zucht gelingt nur, wenn die Zuchtbedingungen für die Fische passen. Dabei sind oft Kleinigkeiten wichtig, an die der Züchter zunächst nicht denkt.

Wenn in einem vorhandenen Salmlerschwarm ein Paar ablaicht, werden andere Paare unter Umständen angeregt ebenfalls abzulaichen. Allerdings fressen die jeweiligen Paare in ihren Laichpausen die Eier der gerade laichenden Paare. Das Laichen macht die Paare hungrig.

Es bleiben wenige Eier übrig. Die Eier werden auch Laichkörner genannt. Die wenigen Jungfische, die schließlich schlüpfen, müssen noch schwer kämpfen um groß zu werden. Bei der Salmlerzucht gibt es deshalb oft wenig Erfolg.

Unbedingt erforderlich ist für eine zuverlässige Zucht ein separates Zuchtbecken mit einem Laichrost.

Das Zuchtwasser

Rückschlüsse auf das erforderliche Zuchtwasser kann man ziehen, wenn man die Wasserwerte im natürlichen Lebensraum der jeweiligen Art betrachtet.

Die meisten gängigen Salmler laichen schon bei Gesamthärte 10° ab. Etwas weicheres Wasser ist aber besser.

Einige Ausnahmen brauchen sehr weiches, extrem saures oder absolut keimfreies Wasser. Es gibt auch Salmler die noch bei 15° GH und darüber ablaichen. Einige laichen bei passender Umgebung sogar bei 30° GH. Dann entwickelt sich der Laich aber nicht.

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Die Zuchttiere

Als Basis für die Zucht werden 5 bis 7 Tiere der zu züchtenden Salmlerart gekauft. Diese werden mit vielen Schwarzen Mückenlarven angefüttert. Lebendfutter ist besonders gut, Frostfutter geht aber auch.

Laichbereite Paare fangen im Haltungsbecken mit ihren Balzritualen an. Ein balzendes Paar wird für die Zucht ausgewählt und gefangen.

Das weitere Vorgehen hängt von der Salmlerart ab, die gezüchtet werden soll. Es gibt Freilaicher, Haftlaicher, Brutpfleger und solche, die weder pflegen noch der Nachzucht nachstellen.

Grundsätzlich werden besser jugendliche Fische zur Zucht verwendet. Die Tiere sollten aber nicht erst 1 oder 2 Monate alt sein.
Fische aus dem Handel sind meistens im richtigen Alter, weil zu kleine Fische schlecht zu verkaufen sind. Bei zu jungen Fischen ist der Laich meistens nicht lebensfähig. Bei zu alten Fischen leiden die Weibchen oft schon unter Laichverhärtung oder der Laich ist nicht mehr lebensfähig.

Besonders bei Roten Neon ist es sehr wichtig, junge Fische zur Zucht zu verwenden, die zusätzlich in sehr weichem Wasser unter 4° GH gehalten werden. Wenn junge Rote Neon zu lange in hartem Wasser leben, ist die Nachzucht nicht mehr möglich. Der Laich ist dann nicht lebensfähig. Eine genaue Ursache ist unbekannt.
Wenn Rote Neon beim Händler also in zu hartem Wasser gehalten werden, sind Zuchtversuche zum Scheitern verurteilt. Rote Neon zur Zucht sollten deshalb direkt bei einem Züchter gekauft werden.

Wenn ein Zuchtpaar früher 200 oder mehr Eier geworfen hat und aktuell nicht mehr als 20 Eier geworfen werden, von denen nur klägliche 5 Jungfische groß werden, ist es zwecklos, dieses Paar weiter zur Zucht zu verwenden. Es sei denn, dieser Erfolg reicht als Versuch aus oder um eine kleine Gruppe für das Gesellschaftsaquarium zu bekommen.

Die Geschlechtsunterschiede bei Salmlern

Die Geschlechtsunterschiede der Salmler sind in Fachbüchern meistens beschrieben. Deshalb sollte zuerst in der Literatur nachgelesen werden.

Ein allgemeines Geschlechtsmerkmal ist ein Widerhaken an der Afterflosse der Männchen. Damit haken sich die Männchen während des Laichvorgangs bei den Weibchen fest. Die Männchen bleiben mit dem Haken oft auch in feinmaschigen Fangnetzen hängen. Wenn also ein Salmler im Fangnetz hängenbleibt, handelt es sich sicher um ein Männchen.
Salmlermännchen haben sehr oft Häkchen an der Afterflosse, mit denen sie im Netz hängenbleiben.
Wenn ein Tier im Netz festhängt, darf nicht am Fisch gezogen werden. Das Netz muss mit dem Fisch ins Wasser getaucht werden. Sobald sich das Tier beruhigt hat, kommt es von alleine los.
Zum Fangen kann deshalb immer ein ganz feinmaschiges Netz verwendet werden, um evtl. Männchen zu identifizieren.

Weitere Geschlechtsunterschiede sind Farbe und Schönheit. Bei sehr vielen Fischen sind die Männchen schöner oder farbiger als die Weibchen.
Viele Männchen haben lang ausgezogene oder spitz zulaufende Rückenflossen oder anders veränderte Flossen gegenüber den Weibchen, wie z. B. Schmucksalmler und Sichelsalmler.

Weibchen sind meistens größer und fülliger, Männchen kleiner und schlanker. Das darf aber nicht nach dem Füttern kontrolliert werden.

Bei vielen Salmlerarten kann die Form der Schwimmblase erkannt werden, wenn der Fisch mit einer Taschenlampe geschickt angeleuchtet wird. Bei Zitronensalmlern z. B. ist die Schwimmblase der Männchen etwas breiter und sie reicht nicht bis zur Aftergegend herunter. Die Schwimmblase der Weibchen ist spitzer und sie reicht bis zur Aftergegend herunter.

Viele Informationen über Geschlechtsunterschiede gibt es im Buch Geschlechtsunterschiede der Aquarienfische von Rudolf Zukal und Dr. Stanislav Frank. Es werden zwar nicht alle Salmler beschrieben, aber mit den vorhandenen Informationen kann auf andere Salmler zurückgeschlossen werden.

Im Zweifel hilft ständiges Beobachten der Tiere. Schon aufgrund des Verhaltens kann nach einiger Zeit erkannt werden, welches Tier ein Männchen und welches Tier ein Weibchen ist.

Zuchthinweise für frei laichende Salmler

Das Zuchtbecken

Als Ablaichbecken sind je nach Art Becken zwischen 30 und 60 Zentimeter Länge geeignet. Die genaue Größe hängt von der Größe der Zuchttiere ab.

Beim Ansatz eines Paares reichen schon kleinere Gefäße aus, z. B. Aquarien zischen 8 und 15 Liter Wasserinhalt. Bei Schwarmansätzen sollten noch größere Zuchtbecken verwendet werden. Der Wasserstand muss nicht besonders hoch sein.

In das Becken kommen ein Heizer und ein Sauerstoffstein. Wenn im Raum gleichmäßige Temperaturen herrschen, kann auf die Heizung verzichtet werden. Der Laich darf keinen größeren Temperaturschwankungen ausgesetzt werden. Die Laichkörner können durch solche Schwankungen Schaden nehmen. Die Jungen könnten Bauchrutscher oder Senkrechtstarter werden.

Ein Laichgitter wird schräg in das Zuchtbecken gestellt. Die höhere Seite zeigt zum Beobachter.

Das Zuchtbecken wird mit frischem Zuchtwasser gefüllt.

Weil die Zuchttiere maximal 6 Tage im Zuchtbecken bleiben, ist ein Filter nicht notwendig. Evtl. kann ein Mattenfilter aus feinen Matten mit wenig Durchfluss verwendet werden. Der Wassereinlass plätschert dann leicht in das Becken.
Dort finden die Jungfische für die erste Zeit auch etwas Lebendfutter. Bei nur 3 Fütterungen pro Tag ist das ganz hilfreich.

Pflanzen werden nur bei Haftlaichern benötigt. Allerdings kleben z. B. Spritzsalmler ihre Eier zur Not auch an eine grünliche Kunststoffplatte über dem Aquarium.
Es sollten höchstens Kunststoffpflanzen eingesetzt werden. Andere Pflanzen gehen zu schnell ein, wenn sie immer wieder in wechselnde Härtegrade gesetzt werden. Zudem können Pflanzen auch Keime in das Wasser bringen.

Das Laichgitter

Ein Laichgitter wird aus Plexiglas gebohrt. Die Löcher sollten ca. 2,5 Millimeter Durchmesser haben. Je cm_2_ werden 4 Löcher gebohrt. Wichtig ist, dass so wenig wie möglich Auflagefläche zwischen den Löchern besteht.

Die Bohrungen werden auf der Oberseite versenkt. Die Löcher werden also oben mit einem größeren Bohrer vergrößert. Die Auflagefläche für die Eier ist dann so klein wie möglich. Viele Eier haften leicht und würden dann auf dem Gitter liegenbleiben.
Eier, die nicht oder schlecht haften, rollen durch die Schräge in die Löcher und fallen nach unten.

An der niedrigsten Stelle sollte das Laichgitter mindestens 1 Zentimeter vom Boden entfernt sein. An den Rändern des Gitters darf fast kein Zwischenraum sein, damit sich kein Fisch einklemmen kann. Wenn die Fische bemerken, dass unter ihnen Eier liegen, versuchen sie mit aller Gewalt an die Eier zu kommen.

Das Zuchtwasser

Für die meisten freilaichenden Salmler sind folgende Wasserwerte für die Zucht geeignet:

  • Gesamthärte: 4°
  • Karbonathärte: 1°
  • pH-Wert: 6,5
  • Temperatur. 23 – 25° C

Das Zuchtpaar

Das Zuchtpaar wird aus einer Gruppe ausgewählt, die in einem Aquarium separat gehalten werden muss. Aus einem bepflanzten Aquarium kann kein Zuchtpaar, das kurz vorher gebalzt hat, herausgefangen werden, ohne den gesamten Fischbestand unter Stress zu setzen.\\ Besonders bei Roten Neon, Neonsalmlern und Rotkopfsalmlern kann eine längere Jagd tödlich enden. Kreislaufversagen und Herzinfarkt können die Folgen einer solchen Jagd sein. Einige Tiere bohren sich sogar kopfüber in den Kies und verletzen sich dabei schwer.

Fische wissen nach einigen Versuchen, dass sie gemeint sind, wenn ein Fangnetz in das Becken kommt. Alle anderen Fische ignorieren das Netz teilweise, weil sie spüren, dass sie nicht gemeint sind. Aus einem separaten Becken kann ein balzendes Paar problemlos gefangen und umgesetzt werden. Nach einer bestimmten Schreckzeit balzt das Paar weiter.

Das Zuchtpaar selbst wird deshalb auch wieder in einem separaten Becken gehalten. Die Wasserwerte dort sollten den Wasserwerten im Zuchtbecken entsprechen. Die Gesamthärte sollte höchstens 10° betragen. Der Umsetzschock ist für das Zuchtpaar dann nicht so hoch.
Wenn genug Becken zur Verfügung stehen, wird das Zuchtpaar getrennt nach Geschlechtern gehalten. Die Tiere laichen dann nicht unkontrolliert im Haltungsbecken ab. Dann muss aber der Laichzyklus bekannt sein, damit die Tiere zu einem passenden Zeitpunkt im Zuchtbecken ablaichen.
Laichzyklen stehen z. B. in dem Buch Handbuch der Aquariumfischzucht von Helmut Pinter, Alfred Kernen Verlag Stuttgart.

Das Zuchtpaar wird kurz vor dem Umsetzen nicht mehr gefüttert. Das gute Zuchtwasser soll nicht sofort mit Kot verschmutzt werden.

Wenn das Zuchtpaar im Zuchtbecken ist, wird das Becken abgedeckt. Auf die Deckscheibe wird ein Tuch oder dunkles Papier gelegt. Die Tiere sind sonst zu sehr verschreckt.
Zudem ist der Laich bei vielen freilaichenden Salmlern lichtempfindlich.

Das Zuchtpaar bleibt im Zuchtbecken, bis es abgelaicht hat, höchstens aber 6 Tage. Im Zuchtbecken wird nicht gefüttert. Für diesen kurzen Zeitraum ist deshalb keine Filterung notwendig.

Viele Salmler haben einen sehr kurzen Laichzyklus. Teilweise laichen Salmler 6 Tage. Deshalb muss ein zusätzliches Zuchtbecken sauber gereinigt für die nächste Zucht vorgehalten werden.
Wenn das nicht möglich ist, wird die ganze Zuchtgruppe bzw. das Zuchtpaar, wenn nur ein Paar vorhanden ist, in ein Gesellschaftsbecken gesetzt. Die Tiere laichen dann im Gesellschaftsbecken.

Ein Zuchtpaar darf nie über einen Zeitraum von Wochen oder Monaten getrennt nach Geschlechtern gehalten werden. Beim Weibchen kann sonst eine Laichverhärtung auftreten. Dadurch können nicht lebensfähige Eier entstehen. Eine Laichverhärtung kann auch zum Tod des Weibchens führen.

Wenn Eier massenhaft absterben ist das fast immer auf nicht lebensfähige Eier oder nicht passende Wasserqualität zurückzuführen. Ein nicht richtiges Besamen durch das Männchen gibt es normalerweise nicht.

Die Zucht

An jedem Morgen und an jedem Abend wird mit einer Taschenlampe unter das Laichgitter geleuchtet. Salmler laichen meistens am Morgen ab.

Wenn Laich gefunden wird, wird die Abdunklung entfernt. Das Zuchtpaar wird aus dem Zuchtbecken herausgefangen. Es darf aber nicht sofort stark beleuchtet werden. Eine Birne mit 40 Watt ist zu stark und stresst die Tiere zu sehr. Zwei Fische können auch im Halbdunkel gefangen werden. Im Halbdunkel können die Fische auch besser überrascht werden. Der Fangschock ist dann geringer.
Wenn das Zuchtpaar etwas an das neue Becken gewöhnt wurde, wird das Zuchtpaar vorsichtig gefüttert.

Aus dem Zuchtbecken wird das Laichgitter vorsichtig entfernt. Es wird 15 bis 20 % Wasser aus dem Zuchtbecken entfernt. Das Becken wird vorsichtig mit gleichwertigem, temperiertem Wasser aufgefüllt. Das Wasser darf kurz verwirbeln und die Eier bewegen. Das neue Wasser darf nur nicht zu kalt sein und wie ein Sturzbach eingefüllt werden.

Gegen Verpilzung der Eier wird ein Mittel gegen Verpilzung ins Wasser gegeben, z. B. Fungistop. Danach wird das Zuchtbecken wieder abgedunkelt.

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Es muss häufiger kontrolliert werden, ob Eier abgestorben sind und ob sich trotz des Gegenmittels Pilz gebildet hat. Verpilzte Eier müssen sofort abgesaugt werden. Pilz bildet schnell viele Sporen.

Die Aufzucht der Larven

Nach 24 – 36 Stunden schlüpfen die Larven. Die Larven werden nur kurz zur Kontrolle angeleuchtet. Jedes Anleuchten bringt die Larven in Aufruhr. Die Bewegung der Larven verbraucht wertvolle Energie. Dadurch wird der Dottersack schneller aufgebraucht und die Jungfische verhungern unter Umständen.

Nach 1 – 2 Tagen hängen die Jungfische an den Seitenscheiben. Ab dem 4.Tag werden etwa 10 Tropfen Liquifry für eierlegende Fische in das Wasser gegeben, damit sich in den nächsten Stunden genügend Wimperntierchen bilden können. Eine Alternative ist NobilFluid von JBL.

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Zwischen dem 4. und 5.Tag hängen die Larven an der Wasseroberfläche. In diesem Stadium dürfen die Larven nicht gestört werden. Das Wasser darf nicht stark bewegt werden.
Die Larven füllen jetzt ihre Schwimmblasen. Jede Störung würde zu Bauchrutschern und Senkrechtstartern führen.

Wenn die Jungen freischwimmen,

uss Futter vorhanden sein. Glockentierchen bilden kleine milchige Polster auf den Seitenscheiben. Kleine Objekte, die sich unter der Wasseroberfläche bewegen sind Wimperntierchen.
Wenn eine Taschenlampe auf die Deckscheibe gestellt wird, sammeln sich die Wimperntierchen mit der Zeit in dem Leuchtkegel.
Wenn keine Futtertierchen gefunden werden, wird sofort noch einmal Flüssigfutter in das Wasser gegeben.

Aus altem Heu oder aus Bananenschalen kann ebenfalls ein Aufguss mit Mikroorganismen als Futter gemacht werden. Dabei besteht aber die Gefahr, dass gefährliche Keime und Einzeller in das Wasser des Zuchtbeckens kommen.

Cyclops-Nauplien sind ungeeignet. Sie wachsen sehr schnell im warmen Wasser und können dann sogar zu Fressfeinden der Jungfischbrut werden.

Das Zuchtbecken wird ab jetzt schwach mit 4 bis 10 Watt beleuchtet. Es wird jetzt auch durchgehend beleuchtet. Bei Dunkelheit setzen sich die Jungen auf dem Boden ab. Die Jungen werden auf dem Boden von Keimen und Pilzen leichter befallen.

Mit einem Sauerstoffstein werden feine Luftblasen erzeugt, die eine schwache Wasserströmung bewirken. Die Strömung darf nicht stark sein, weil die Jungfische noch nicht gegen den Luft- und Wasserstrom anschwimmen können.

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An jedem Tag wird ein kleiner Wasserwechsel durchgeführt. Dabei wird Schlamm, der sich am Boden bildet, abgesaugt. Der Schlamm sieht aus wie Filz oder Pilz. Gestorbene Jungfischleichen werden mit abgesaugt.

Je nach Fischart können ab dem 10. bis 14.Tag Artemia gefüttert werden. Es werden zuerst nur ein paar Artemianauplien gegeben und beobachtet ob diese gefressen werden. Erst dann wird großzügig gefüttert. Artemia müssen mindestens 2 – 3 Mal am Tag gefüttert werden. Die letzte Fütterung erfolgt möglichst spät, z. B. zwischen 23 und 0 Uhr.

Vor jeder Fütterung werden die abgestorbenen Artemianauplien abgesaugt und dabei ein Wasserwechsel durchgeführt.
Bei weichem Wasser sterben Artemianauplien relativ schnell ab. Zudem steigt der Salzgehalt im Zuchtbecken an, auch wenn die Nauplien vor der Fütterung gespült werden.

Die abgestorbenen Nauplien verpilzen sehr schnell und werden dann zur tödlichen Gefahr für die Jungfische.

Auch Planarien, die im Zuchtbecken entstehen, werden durch Absaugen kurzgehalten. Einige Tage nach einer Fütterung mit Artemia, erscheinen oft weißliche oder beige Planarien im Aquarium. Planarien fressen zwar abgestorbene Artemiareste, sie können aber auch Jungfische anfallen, die zu reglos sind.
Planarien legen kurze Strecken im Aquarium teilweise schwimmend zurück, wie Blutegel.
Wenn Wasserflöhe verfüttert werden, nähern sich Planarien schwimmend den träge dahinhüpfenden Wasserflöhen. Sie legen sich auf einen Wasserfloh und suchen mit einem langen Rüssel eine Öffnung im Wasserfloh. Mit dem Rüssel pumpen sie die Flüssigkeit des Wasserflohs heraus. Nach erfolgreichem Absaugen ist der Wasserfloh farblos und tot. Für Laich oder Jungfische sind Planarien also eine echte Gefahr.

Ab dem 14.Tag wird das Wasser aufgehärtet. Die Härte des Wechselwassers wird langsam um jeweils 2 Härtegrade erhöht. Wenn das Wasser im Zuchtbecken eine Gesamthärte von 4° hat, wird beim Wasserwechsel neues Wasser mit einer Gesamthärte von 6° GH eingefüllt.

Je nach Menge und Größe der Fische können die Jungen ab der 3.Woche umgesetzt werden. 100 oder sogar mehr Jungfische belasten das Wasser in einem 8 Liter-Becken, auch wenn mehrfach Wasser gewechselt wird.

Als nächste Größe sind 20 Liter Becken geeignet. Ein Schaumstofffilter, der mit Luft betrieben wird, unterstützt die Reinigungsarbeiten. Abgestorbene Nauplien müssen aber weiterhin abgesaugt werden.

Das Wasser wird weiter aufgehärtet bis es die gewünschte Härte hat. Für Züchter kann die Gesamthärte 15° oder mehr betragen. Züchter können nicht erwarten, dass die Kunden weiches Wasser haben. Wasser mit Gesamthärte 10 bis 15° kann jeder Kunde herstellen.

Wenn auch das größere Becken für die Jungen zu klein wird, werden die Jungen wieder in ein größeres Becken gesetzt oder die Jungen werden auf mehrere kleine Becken verteilt.

Eine größere Anzahl Jungfische kann auch in einem kleinen Becken gehalten werden, wenn viele Wasserwechsel gemacht werden. Es besteht aber die Gefahr, dass die Jungen im Wachstum zurückbleiben oder aufgrund der Enge zu Kannibalismus neigen, wie z. B. bei Blutsalmlern.

Wenn die Jungen groß genug sind, kann auch anderes Futter verfüttert werden. Es kann dafür kein genauer Zeitpunkt angegeben werden, weil das unter Anderem von den vorherigen Fütterungen abhängt.

Was die Laichbereitschaft beeinflusst

Bei bestimmten Salmlern wird die Laichbereitschaft von Jahreszeiten, Mondphasen und Regenwetter beeinflusst. Die meisten Salmler laichen aber während des ganzen Jahres ab, wenn die Wasserverhältnisse stimmen und der Partner passt.

Die beste Zeit zum Laichen ist zwischen Januar und April. Dieses Verhalten ist bei Zuchtpaaren aus Wildfängen besonders ausgeprägt. Je länger die Art in Europa nachgezogen wurde, desto mehr verliert sich das Verhalten.

Die Regenzeit simulieren

Manchmal hilft es, diese Bedingungen nachzubilden, indem z. B. der Wasserstand abgesenkt und die Temperatur leicht erhöht wird.
Die Regenzeit wird simuliert, indem nach einigen Tagen kühles Frischwasser in das Zuchtbecken gefüllt wird. Die Temperatur im Becken fällt so. Gleichzeitig wird das Futterangebot mit Lebendfutter erhöht. Das hilft z. B. bei der Zucht von Parotocinclus maculicauda.

Schwarzwasser und Morgendämmerung simulieren

Zur Simulation von Schwarzwasser und Morgendämmerung wird das Zuchtbecken abgedunkelt. Ein dunkles Papier wird so auf die Abdeckscheibe des Zuchtbeckens gelegt, dass nur 2/3 des Beckens abgedunkelt sind. Vorn sollte ein leichter Lichteinfall entstehen. Für Salmler stellt das eine überhängende Wurzel dar, unter der sie gerne ihr Laichgeschäft vollbringen.

Eine schräg gestellte, nicht zu grelle Lampe kann für Salmler den Lichteinfall der Sonnenstrahlen einer aufgehenden Sonne bedeuten. Für Kupfersalmler ist das z. B. das Signal, sich ein Weibchen zu schnappen und an die Fortpflanzung zu denken.

Es gibt viele Maßnahmen, um die Laichbereitschaft zu steigern. Abdunkeln oder Dämmerlicht hilft in den meisten Fällen. Brutpflegende Arten benötigen zusätzlich Pflanzenblätter und die richtige Umgebung.

Ein Laichmop ist bei Salmlern nicht sinnvoll.

Ich glaube, dass es viel stressärmer mit dem Umsetzen der Zuchttiere geht. Dann kann man die Eier auch gleich im Zuchtbecken belassen oder sehr einfach absaugen. (dünner Luftschlauch)

Ein Laichmop ist nur sinnvoll, wenn die Eier daran haften. Viele Salmler sind Freilaicher, deren Eier nicht haften. Ein Großteil der Eier wird durch den Wassersog aus dem Mop gezogen, wenn der Mop aus dem Becken gezogen wird.

Beim Herausnehmen des Mops aus dem Becken dürfen die Eier nicht mit Luft in Berührung kommen. Der Mop müsste also unter Wasser in ein Gefäß überführt werden und dann in ein anderes Becken. Wenn das Zuchtpaar nach der Eiablage aus dem Zuchtbecken gefangen wird, ist der Stress auch nicht größer, als wenn der Mop entfernt wid.

Bei der Fütterung des Zuchtpaares bleiben Futterreste im Mop hängen. Das fördert die Verschmutzung und Keime. Beides sind Gefahren für die empfindlichen Eier. Ein Glasbecken mit einem Mop darin hat keine große Selbstreinigungskraft. Ein kräftiger Filter würde die Salmler vom Ablaichen abhalten.

Besser als so ein Laichmob ist eine flache Kunststoffschale, die mit Gitterdeckel ausgestattet ist und auf der ein Büschel Moos als Laichsubstrat liegt. Dazu wird auf eine runde Plastikschale ein Stück Glasfasergewebe für Putzarmierung aus dem Baustoffhandel gelegt. Das Gewebe sollte ca. 1 cm überstehen und wird mit 2 Gummis fixiert. Zum Beschweren werden 2 leichte Kieselsteine darauf gelegt. Dann wird ein Büschel Javamoos darauf gelegt.

Mit etwas Glück beim Ablaichen können die Eier in der Schale in ein Zuchtbecken überführt werden.

Noch einfacher ist es, ein Laichnetz in das Ablaichbecken zu hängen. Allerdings geht das nur bei Arten, die nicht viel Platz benötigen.

Am Besten geeignet für Salmler sind deshalb Laichgitter, Glasmurmeln oder Glasstäbe. Ein Laichgitter ist das einfachste und dazu noch einfach herzustellen. Die Ausbeute an Jungen ist so viel höher.

Ein Sauerstoffausströmer ist nicht notwendig.

Das Wasser im Zuchtbecken ist frisch und hat genug Sauerstoff. Es gibt kein Futter und ein paar Stunden vor dem Umsetzen bekommen die Fische nichts mehr zu fressen. Es fällt kein Kot an und damit auch kein Sauerstoffzehrer. 6 Tage halten die Zuchttiere leicht durch.

Wer Bedenken hat, kann einen Ausströmer verwenden, der ganz leicht perlt.

Ein Ausströmer bringt nicht Sauerstoff in das Wasser wegen der Luftblasen, die er ausstößt. Dazu sind die Blasen viel zu kurz im Wasser und meistens zu groß. Durch die Oberflächenbewegung des Wassers wird Sauerstoff ins Becken gebracht.

Nach der Laichablage muss der Ausströmer unbedingt ausgeschaltet werden. Für die Entwicklung der heranwachsenden Larven kann eine Oberflächenbewegung sehr hinderlich sein. Eine dauernde Strömung in einem kleinen Becken ist auch sehr anstrengend für die kleinen Larven.

Ein Ausströmer sollte erst verwendet werden, wenn die Jungfische freischwimmen. Vorher bringen ja auch kleinere, sanfte Wasserwechsel genug Sauerstoff in das Zuchtbecken.

Verschiedene Tipps

Die Eier von Schrägstehern kleben, weil sie ein Haftorgan haben. Damit haften die Schrägsteher die Eier an die Unterseite von Pflanzenblättern an.
Die Wasserqualität beeinflusst die Klebefähigkeit nicht, aber die Überlebensfähigkeit der Eier.

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Letzte Aktualisierung am 15.11.2019 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API