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Allgemeines über Apfelschnecken

Nach dem Kauf sollten Apfelschnecken nicht nur feucht transportiert werden, sondern wie Fische in einem Beutel mit Wasser, weil das Wasser Wärme speichert. Eine Schnecke kühlt viel schneller aus, als ein halber Liter Wasser.

Wie Fische müssen sie vorsichtig an die veränderten Wasserwerte und die neue Umgebung gewöhnt werden.

Apfelschnecke
Apfelschnecke
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Foto: Ralf Fischer

Apfelschnecken laichen oberhalb des Wassers ab. Dabei klettern sie ca. 10 bis 20 Zentimeter aus dem Wasser heraus. In der Natur laichen sie an Pflanzenteilen über Wasser ab, im Aquarium an Aquarienkanten, Querstreben, unter der Abdeckung usw. Aquarien mit Apfelschnecken sollten deshalb gut abgedeckt werden. Sonst können die Tiere unter Umständen ganz aus dem Becken fallen.
Offene Becken sind für Apfelschnecken deshalb ungeeignet. Auch weil bei offenen Becken die Luftfeuchtigkeit über der Wasseroberfläche zu gering ist, so dass die Laichballen vertrocknen.
Es gibt jedoch auch Ausnahmen, wo Apfelschnecken nicht aus einem offenen Becken geflüchtet sind und die Eier sich normal entwickelt haben.

Da die Apfelschnecken ihr Haus mit einem Deckel verschließen, können sie recht lange auf dem Trockenen überleben. So haben schon Apfelschnecken 4 Tage auf dem Trockenen überlebt. Selbst wenn eine Apfelschnecke äußerlich trocken aussieht, lohnt sich ein Versuch sie in einen Becher Wasser zu legen.

Wenn sich die Schnecken trotz Abdeckung durch kleine Spalten nach Außen arbeiten, können die Spalten mit Fliegengitter usw. abgedichtet werden. Apfelschnecken dürfen nicht mit Fischen vergesellschaftet werden, die gerne an Dingen wie Fühlern und Flossen herumzupfen, z.B. Sumatrabarben. Die Schnecken ziehen sich in ihr Haus zurück und komme nicht mehr heraus, irgendwann sterben sie.
Werden so belästigte Apfelschnecken rechtzeitig in ein kleines Extrabecken gesetzt, erholen sie sich meist schnell. Auch abgeknabberte Fühler wachsen wieder nach.

Apfelschnecken müssen nicht extra gefüttert werden. Von Flockenfutter bleibt immer etwas in den Pflanzen an der Wasseroberfläche hängen, wo es dann von Schnecken gefressen wird. Auch von Tablettenfutter für Welse bleiben immer irgendwo Reste hängen.

Apfelschnecke
Apfelschnecke
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Foto: Manuel Heiss

Apfelschnecken haben kein ausgeprägtes soziales Verhalten und können einzeln gehalten werden.

Es gibt zwei Unterarten von P. bridgesi gibt. Die eine Art wird ca. 4 Zentimeter groß, die andere ca. 6 Zentimeter. Deshalb ist die Größe der Schnecken kein sehr zuverlässiger Indikator für das Alter.

Apfelschnecken treiben manchmal oben an der Wasseroberfläche.

Nitrit vertragen Apfelschnecken überhaupt nicht.

Apfelschnecken liegen manchmal einen ganzen Tag mit geschlossenem Deckel herum, sind aber am nächsten Tag wieder unterwegs.

Es sollte überlegt werden, alte Apfelschnecken zu töten, ehe sie im Aquarium sterben. Eine einzige unentdeckte tote Apfelschnecke kann ein ziemlich großes Aquarium verpesten.

Geschlechtsunterschiede

Im Gegensatz zu vielen anderen Schneckenarten sind Apfelschnecken keine Zwitter. Allerdings sind sich weibliche und männliche Apfelschnecken so ähnlich, dass sie mit bloßen Augen nicht zu unterscheiden sind.

Die weiblichen Tiere haben eine Art Tank, in dem sie die Samen der Männchen sehr lang lagern können. Mit diesem Vorrat können sie die Eier bei passender Gelegenheit befruchten.

So konnte eine Apfelschnecke, die 8 Monate allein und ohne jede Apfelschneckengesellschaft lebte, über einen Zeitraum von einer Woche plötzlich Eier in mehreren Gelegen ablegen. Die Eier waren befruchtet, und es schlüpften Jungschnecken.

Apfelschnecken graben sich ein

Apfelschnecke
Apfelschnecke
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Foto: Manuel Heiss

Hin und wieder graben sich Apfelschnecken vollständig in den Boden ein. Selbst tischtennisballgroße Apfelschnecken wühlen zumindest im Boden. Vermutlich sind sie dann interessantem Futter auf der Spur, z.B im Boden verkrochene Grindal, Algen unterhalb der Bodenoberfläche etc. Auch bei ungünstigen Bedingungen können Apfelschnecken sich eingraben. Z.B. bei zu niedriger oder ungewohnter Karbonat- oder Gesamthärte., bei zu hohen Nitratwerten usw.

Manchmal graben sich Apfelschnecken kleine Mulden und legen sie dort hinein, scheinbar um zu ruhen.

Immer wieder werden auch Pausen eingelegt, in denen sich die Schnecken nicht mehr bewegen. Sie schwimmen dabei oft auch an der Wasseroberfläche mit dem eingezogenen Kopf nach unten. Ob die Tiere dann an einer Stelle viel Futter finden und raspeln, oder ob sie sich wirklich ausruhen, ist unklar.

Apfelschnecke
Apfelschnecke
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Foto: Philippe Coulon

Möglicherweise hängen Anzahl und Dauer dieser Pausen m it der Beleuchtung zusammen. Je mehr Licht im Becken ist, desto häufiger und länger scheinen die Pausen zu sein. Bei Dämmerung im Aquarium sind in der Regel auch alle Apfelschnecken unterwegs.

Schwimmen dabei oft auch an der Wasseroberfläche mit dem (eingezogenen)Kopf nach unten

Innerhalb der einzelnen Arten scheint es dabei unterschiedliche Grenzwerte zu geben. Es gibt über 70 Arten alleine bei der Gattung Pomacea, pauschale Grenzwerte können deshalb nicht angegeben werden.

Blaue Pomacea bridgesi haben eigentlich ein weißes Gehäuse. Die Färbung kommt durch den durchscheinenden Körper zustande.

Gestreifte Apfelschnecken können aus der Gattung Asolene stammen. Diese kommen nur an einigen Stellen in Südamerika vor.

Welche Wasserhärte brauchen Apfelschnecken?

Die für Apfelschnecken geeignete Wasserhärte hängt davon ab, in welchem Wasser die Tiere aufgewachsen sind.

Viele Apfelschnecken leben in ihrer Heimat in ausgesprochenen Weichwassergebieten. Wenn sie in weichem Wasser aufwachsen sind, haben sie in aller Regel auch später keine Probleme in weichem Wasser.
Die Schnecken benutzen immer die Stoffe zum Aufbau ihrer Gehäuse, die sie in großen Mengen vorfinden. In Mitteleuropa sind das Karbonate. In ihrer Heimat dagegen gibt es Karbonate nur ganz beschränkt und werden entsprechend wenig verwendet.
Apfelschnecken können deshalb mit Wasser < 100 µS und sogar in 40µS, ohne irgendwelche Nachteile aufgezogen und gehalten werden.

Weil in weichem Wasser die Menge der gelösten verwertbaren Salze gering ist und zudem viele, kleine, wachsende Apfelschnecken Wasser ziemlich effektiv enthärten können, sind in solchen Fällen häufige Wasserwechsel wichtig. Entscheidend ist der Unterschied der Gehäusestruktur:
Wenn eine Hartwasserschnecke in Weichwasser gesetzt wird, wird das Gehäuse nach kurzer löchrig.
Wenn eine Weichwasserschnecke in hartes Wasser gesetzt wird, bleiben die Löcher aus.

In Weichwasser aufgewachsene Apfelschnecken lagern evtl. mehr Horn ein, in Hartwasser aufgewachsene Schnecken mehr Kalk.

In Weichwasser gehaltene Apfelschnecken wachsen evtl. etwas langsamer als in Hartwasser gehaltene Apfelschnecken.

Damit sich in hartem Wasser aufgewachsene Apfelschnecken auf Dauer wohl fühlen, sollte die Gesamthärte ca. 15° betragen.
Das Wasser muss etwas Kalk enthalten, damit die Schnecken ihre Häuser weiter aufbauen können. Sonst werden die Häuser löchrig, woran die Apfelschnecken früher oder später sterben. Bei Bedarf kann der Kalkgehalt durch kalkhaltige Dekorationsgegenstände oder durch Korallensplitt bzw. Korallensand als Bodengrund, oder Teil des Bodengrunds, erhöht werden, wenn der übrige Besatz dies zulässt.

Wie atmen Apfelschnecken?

Apfelschnecken haben sowohl eine Lunge, als auch Kiemen. Und sie benutzen beides. Das "Luftrohr" ist eine Hautfalte und dient der zusätzlichen Atmung. Wenn sie hin und wieder das Atemrohr ausfahren, muss das nicht auf zu wenig Sauerstoff im Wasser hindeuten.

Wenn im Wasser zu wenig Sauerstoff ist, so dass die Kiemen nicht ausreichen, gehen sie allerdings verstärkt an die Oberfläche, um über die Lungen zu Atmen.

Wenn Apfelschnecken also ungewöhnlich oft ihr Atemrohr einsetzen, sollte die Ursache erforscht werden.

Wenn das Atemrohr von anderen Fischen verletzt wird, geht eine betroffene Apfelschnecke sehr wahrscheinlich ein. Apfelschnecken sollten deshalb nicht mit Tieren zusammen gehalten werden, die gerne an Fühlern, Flossen etc. knabbern, z.B. Sumatrabarben und Trauermantelsalmler.

Vorbeugen kann man nur durch Trennung entsprechender Tiere von den Apfelschnecken.

Junge Apfelschnecken atmen in den ersten 14 Tagen über die Haut. Sie sind so klein, dass die Diffusion von Sauerstoff aus dem Wasser ins Gewebe ausreicht.

Salzzugabe bei Apfelschnecken

Eine leichte Salzzugabe von ca. 2 gehäuften Teelöffeln auf je 10 Liter Wasser wird von Apfelschnecken vertragen. Auch Turmdeckelschnecken, Tellerschnecken, Blasenschnecken und Posthornschnecken vertragen diese Salzmenge.

Diese Arten können also auch in Aquarien mit Mollys und Guppys gehalten werden, falls das Wasser entsprechend aufgesalzt wird.

Woran merkt man, dass eine Apfelschnecke tot ist?

Wenn eine Apfelschnecken nicht mehr täglich durch das Becken streift, besteht die Gefahr, dass das Tier tot ist. Apfelschnecken sind sehr agile Tiere, die selten in Ruhephasen verfallen. Sie müssen vielmehr regelmäßig an die Wasseroberfläche, um Sauerstoff aufzunehmen.

Das Gehäuse liegt bei toten Tieren auf der Seite und ist dann offen, weil der Deckel durch den Muskel nicht mehr gehalten wird. Solch ein Tier entwickelt eine große Biomasse, die schnell dazu führen kann, dass das Wasser sich verschlechtert - rasche Entsorgung ist gefragt.

Aber auch eine solche Apfelschnecke darf nicht in den Müll geworfen werden, bloß weil sie sich anscheinend ein paar Tage nicht bewegt. Es kann eine andere Schnecke sein, die an dieser Stelle liegt. Es kann der Schnecke schlecht gehen, weil ein Medikament in das Wasser gegeben wurde. Die Konzentration von Kupfer beim letzten Wasserwechsel kann zu hoch gewesen sein usw.

Bei Verdacht auf Tod, kann man die Schnecke in einem leeren Magarinebecher mit etwas Wasser an der Oberfläche schwimmen lassen. Wenn die Schnecke wirklich tot ist, wird man das riechen. Das kann aber auch zwei Wochen dauern, denn sie kann ihr Gehäuse wirklich gut verschließen. Die Gase brauchen Zeit um die Versiegelung, die sie ja auch beim Austrocknen ihrer Pfütze in der Natur, braucht, zu durchbrechen.

Apfelschnecke
Apfelschnecke
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Foto: Sebastian Karkus


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