Giftstoffe im Aquarium

Die Anreicherung von Giftstoffen im Aquarium

Im Leitungswasser können Spuren von Schwermetallen wie Kupfer und Cadmium enthalten sein. Auch wenn die im Trinkwasser enthaltenen Mengen so gering sind, dass sie vernachlässigt werden können, enthalten zusätzlich viele in der Aquaristik verwendete chemische Mittel Schwermetallionen. Schwermetalle können von Chelatoren gebunden werden, die z. B. in Wasseraufbereitern enthalten sind. Die Bindung der Schwermetalle an Chelatoren kann jedoch durch Bakterien zerstört werden, so dass die Schwermetalle nach und nach in das Aquarienwasser abgegeben werden. Theoretisch könnte dadurch der Gehalt an Schwermetallen im Wasser immer weiter ansteigen, bis Werte erreicht werden, die für die Tiere und Pflanzen im Aquarium schädlich sind. Auch wenn die Dosis im Wasser nicht direkt schädlich ist, können sich die Schwermetalle im Gewebe von Tieren und Pflanzen ansammeln. Einmal verseuchte Fische und Tiere können auch durch Wasserwechsel nicht wieder entgiftet werden.

Durch Wasserwechsel wird aber ein Teil der anfallenden Schwermetalle wieder aus dem Aquarium entfernt, bevor sie im Gewebe eingelagert werden. Ein weiterer Teil der Schwermetalle lagert sich im Bodengrund ab. Mit der Zeit bilden sich zum Beispiel im Bodengrund schwarzbraune Adern, die an den Seitenscheiben sichtbar werden. Dabei handelt es sich um Eisen, das nicht von Chelatoren gebunden ist und von den Wurzeln der Pflanzen als Nährstoff aufgenommen wird. Auch andere Schwermetalle werden von den Pflanzen aufgenommen. Dabei lagern die Pflanzen mehr Schwermetalle ein als sie selbst verbrauchen. Wie viel Schwermetall Pflanzen aufnehmen, ist von Pflanzenart zu Pflanzenart verschieden und hängt zusätzlich vom jeweiligen Schwermetall ab.

Während Stängelpflanzen Schwermetalle auch in den Blättern und Stängeln einlagern und durch kürzen der Stängelpflanzen diese Metalle aus dem Aquarium entfernt werden, lagern Cryptocorynen und Echinodorus nur in den Wurzeln Schwermetalle ein. Im Wesentlichen kann durch Pflanzen Eisen, Nitrat und Phosphat aus dem Aquarium entfernt werden.

In einem eingefahrenen Aquarim sammeln sich im Mulm und in den dort lebenden Bakterien Schwermetalle an. Dazu darf der Mulm allerdings nicht ständig aufgewühlt werden, z. B. durch Pflegemaßnahmen. Sonst bilden sich im Mulm] nicht die benötigten Schichten, die der Nitratreduktion dienen und den Mulm praktisch zu einem Puffersystem machen, der mithilft das Aquarium in einem quasistationären Zustand zu halten. Besonders in Altwasseraquarien hat Mulm deshalb große Bedeutung und sollte möglichst ungestört bleiben. Durch diese Pufferwirkung können auch Aquarien deren Pflege stark vernachlässigt wird, stabil sein. Die Schwermetalle sind damit nicht mehr im Wasser und werden beim Kürzen der Pflanzen ganz aus dem Aquarium entfernt.
Auch im Filterschlamm lagern sich Schwermetalle ab, die dann bei der Filterreinigung aus dem Aquarium entfernt werden.

In der Regel ist die Menge an im Wasser befindlichen Schwermetallen im Aquarium so gering, dass alle Schwermetalle von Pflanzen, Filterschlamm und Mulm aufgenommen werden und keine Probleme zu erwarten sind.

Kupfer kann allerdings beim Wasserwechsel aus Kupferrohren in so großer Menge in das Aquarienwasser gelangen, dass es zu Schäden oder sogar zu Todesfällen kommt. Durch Chelatoren in Wasseraufbereitern kann sich der Ablauf zwar verzögern, aber das Kupfer kann später frei werden, wenn die Bindung zwischen Kupfer und Chelatoren durch Bakterien zerstört wurde. Auch bei der Verwendung von Antibiotika werden möglicherweise so viele Pflanzen und Bakterien zerstört, dass große Mengen an Schwermetallen freigesetzt werden.

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*Letzte Aktualisierung erfolgte am: 2018-11-19


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