Technik fürs Aquarium





Die Bedeutung der Lichtfarbe

Das Wachstum vieler Pflanzen wird durch die Farbe des Lichts, das Lichtspektrum und die Lichtstärke beeinflusst. Einige Cryptocorynen z. B. sind je nach Lichtfarbe und Lichtstärke grün oder braun. Auf andere Pflanzen scheint die Lichtfarbe keinen Einfluss zu haben.

Heftig umstritten ist immer wieder, welche Rolle die Lichtfarbe spielt und welchen Einfluss die Lichtstärke auf das Größenwachstum der Pflanzen hat.


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Junger Antennenwels

Foto: Tanja Pirenz

Nach einer Interpretation spielt die Lichtfarbe die entscheidende Rolle. Nach der anderen Sichtweise spielt nur die Lichtstärke eine Rolle.

Professionelle Pflanzenzüchter beleuchten ihre Pflanzen mit extrem gelb-rotstichigem Licht ohne Blauanteile. Allerdings haben Natriumdampf-Niederdrucklampen von allen Leuchtmitteln den höchsten Wirkungsgrad. Mit bis zu 190 Lumen/Watt erreichen diese Lampen die vierfache Lichtausbeute von Quecksilberdampflampen, und die zwei- bis dreifache von Leuchtstoff- bzw. HQI-Lampen. Die Lebensdauer ist ebenfalls länger. Weil die Energiekosten einer der größten Wirtschaftsfaktoren von Pflanzenzüchtern sind, bieten sich diese Lampen an. Dass Algen bei diesem Licht möglicherweise nicht so gut gedeihen, ist dabei ein angenehmer Nebeneffekt. Auf besseres Pflanzenwachstum auf Grund der Lichtfarbe kann daraus nicht geschlossen werden.

Vielleicht benötigen Pflanzen bestimmte Mengen bestimmter Lichtfarben. Wenn bei starkem Licht diese Mengen auf jeden Fall erreicht werden, wird der Einfluss der Lichtfarbe der Lampe bei starkem Licht möglicherweise geringer. So wäre zumindest zu erklären, dass nach den Erfahrungen vieler Aquarianer bei starkem Licht der Pflanzenwuchs nicht von der Lichtfarbe der Beleuchtung abzuhängen scheint.

Für Aquarien empfehlenswert sind Leuchtmittel, deren Lichtspektrum dem Tageslicht möglichst ähnlich ist. Das sind Leuchtstofflampen und HQI-Lampen.

Bei beiden Lampenarten ist der Farbwiedergabeindex, die die Farbechtheit einer Lichtquelle misst, fast identisch. Der Ra wird ermittelt, indem 14 Testfarben unter der zu beurteilenden Lichtquelle und unter einem Referenzstrahler der gleichen Lichtfarbe verglichen werden.


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Junger Antennenwels

Foto: Tanja Pirenz

Bei beiden Lampenarten gibt es Lampen, deren Farbwiedergabe mit 1a, d. h. sehr gut, beurteilt wird. Diese Lampen erkennt man an den 900er Lichtfarben. Bei Leuchtstofflampen z. B. 930 und 950 bei Leuchtstoff, bei HQI-Lampen von Philips, den CDM, die Lichtfarbe 942.

Die Farbe der Pflanze, die der Aquarianer wahrnimmt, ist der Teil des Spektrums des Lichtes, der von der Pflanze nicht absorbiert wird, sondern der einfach nur reflektiert wird. Es macht deshalb keinen Sinn, eine rote Pflanze mit einem Licht zu bestrahlen, das überwiegend Rotanteile aufweist, um das Wachstum der Pflanze zu verbessern. Es wird höchstens die subjektive Farbwirkung erhöht. Diese Pflanze kann nur sehr wenig Energie gewinnen. Dadurch geht die Photosyntheserate drastisch zurück. Neben der Lichtstärke und Lichtfarbe spielt also auch die Farbe der Pflanze eine wichtige Rolle, wobei viele Arten ihre Farbe auch wechseln können.